Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1919
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite (i. MITTEILUNGEN. Nr. 1. sinnungsgenossen sich immer mehr erweiterte, ergab sich von selbst die Notwendigkeit, auch unser Arbeitsfeld zu erweitern, und dazu mussten wir ein festgefügtes Ganzes werden, um auch in der Öffentlichkeit bestehen zu können. Vor allem lag uns daran, eine Form zu haben, um der nationalistischgesinnten Jugend gegenüber auftreten zu können. Bald hatten wir die direkte Veranlassung: Zionistische Jugend hatte sich ünsern Bibelabenden zugesellt, und wir, jede —«*ere Arbeitsgemeinschaft ablehnend, mussten uns notgeui dazu verstehen, als wohlwollende Gastgeber anderste Gäste zu unseren Bibelabenden zuzulassen. So das Farbebekennen uns zur Notwendigkeit. Zu •cm L Vorsitzenden wählten wir einen der Besten;rer Stadt, Herrn Rechtsanwalt Spitz, der Anfang . jruar durch einen programmatischen Gründungsvortrag ... sere Ziele und Aufgaben vor der Oeffentlichkeit darlegte. Als dessen Stellvertreter nnd Leiter unserer Vereinsabende fungierte Herr Rechtsanwalt Strohcim. Das Amt der Schriftführerin hat Fräulein Bertha Bartenstein übernommen, die Kasse verwaltet die Unterzeichnete. Vorgesehen ist noch ein Sport- und Bücherwart, für deren Tätigkeitsentfaltung augenblicklich besonders aus finanziellen Gründen noch keine Gelegenheit ist. Unsere Mitgliederzahl beträgt 40, doch hoffen wir, durch unseren neuernannten Werbeausschuss die Zahl recht bald verdoppeln zu können, zumal wir auch jüdische Jugend aus der näheren Umgebung Ratibors heranziehen wollen. Sobald wir nun mit unseren äusseren Vereinsangelegenheiten und dem geschäftlichen Teil fertig sind, werden wir an den viel wichtigeren inneren Ausbau gehen und stets darauf bedacht sein, in stetem Konnex mit den Schwestervereinigungen zu bleiben, da Arbeitsgemeinschaft und Zusammenhang nur fördern kann, zumal wir als jüngstes Glied in der Kette Belehrung und Anregung brauchen. An unseren Leseabenden erbauen wir uns augenblicklich an Zweig's herrlichem Jeremias. Für Diskussions-Abende verteilen wir Referate, für welche jedes einzelne Mitglied zur Mitarbeit herangezogen wird. Diese Referate sollen sich nicht nur einseitig auf jüdischem Gebiet bewegen, sondern sollen sich möglichst vielseitig auf literarische, künstlerische, technische etc. Interessenkreise ausdehnen. Für Anregungen jeder Art sind wir dankbar. Die Liebe zur jüdischen Religion soll durch Vermittlung von Kenntnis der jüdischen Geschichte und Literatur gefördert werden. Vor allem aber wollen wir in ausgesprochenem Gegensatz zu den Zionisten uns als deutsche Juden fühlen und betätigen. Dies alles soll kurz umrissen unser Wollen und Streben sein. In diesem Sinne: Auf zur Arbeit! Hannah Tichauer. f SSV. a€IS3L3^3äTL3QiS?@fi?@33LQ SO1 WM Mi wWBÄMÄ ^Sj) ^Hft «BHB ^» WStm^ Protestiert gegen die Vergiftung der jüdischen Jugend durch den Zionismus! » Schickt Bure Kinder in die jüdisch-liberale Jugendvereine! Hier werden sie zu aufrechten Juden u. guten Deutschen erzogenl M Verantwortlieh für die Redaktion: Rechtsanw alt Heinrich Stern, Berlin, Friedrich-Str.284. Druck: CSiebert, Berlin, ElsasserStr.54