Mannheim
Compact Memory

Palästina-Nachrichten · 1935-07-31 · Heft 14 (31.7.1935) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 14 (31.7.1935)
Date
1935-07-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2550047-2550067-2550079--289-2550466
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

bedeutet, daß das exportierende Land dem importierenden L&rd inländische Arbeifsmöglichkeiten schmälert, wenn man vbn verhältnismäßig sehr wenigen Spezialbeziehungen absieht. Gewiß ist das sehr grob formuliert, aber es entspricht den gegenwärtig geltenden Bedingungen im Welthandel., Unter solchen Verhältnissen eine Industrie aufzubauen, die einen wesentlichen Anteil ihres Produktionsprogramme? auf Exportmöglichkeiten basiert, das ist zum mindesten leichtsinnig. Eines schönen Tages kommt ein Kontingent öder ein Einfuhrverbot und es wird gerade dann\ kommen, wenn der Exporteur leistungsfähig ist 1 und dje ganze Kalkulation ist wieder über denHäuf en geworfen. Diesen Fehler dürfen wir hier in Palästina nicht machen. Gewiß sollen wir exportieren und jede Exportmöglichkeit für die Erzeugnisse unserer, jungen In-, dustric ausnutzen. Aber einmal ist es so, daß wir ja durchweg noch nicht einmal unseren Landesbcdarf decken, zweitens müssen wir beim Export genau so mit den Preison schleudern wie alle anderen Länder auch, das heißt unsere im Inland zu verkaufende Ware teurer halten«, .um .auf den Ilenlabililälsdurchschnitt zu kommen? und schließlich bleibt es immer eine Frage, wann man uns die Tür vor der Nase zuschlägt. Deshalb* kann Export zwar immer eine begrüßenswerte Möglichkeit für die Erweiterung der - Absatzbasis darstellen, das beißt eine zusätzliche Möglichkeit, aber Betriebe, die von vornherein' eine Produktionskapazität haben, die für das. Land zu groß ist. und Export notwendig macht, sind bereite in .ihrem Aufbau gefährdet. ' . ■ i Wir kommen damit auf die Frage des hiesigen ,,Hctriebsoptimismus'Vj über die in dein nächsten Aufsatz gesprochen-werden «oll. Sine HoHddsfauntttec feuchtet. Generalversammlung der Astruo-Palästinensischen Handelskammer Dieses Institut hielt etwa ein Jahr nach seiner Gründung seine zweite Generalversammlung ab. Berichte, Debatten und Zahlen zeugen von der intensiven Kleinarbeit, die diese Stelle, als Pionier palästinensisch-europäischer' Handels- und-'Wirt-. , Schaftsbeziehungen geleistet hat. Sie sind aber auch charakteristisch für die Maßstäbe und die Grenzen, in denen sich — bei aller prinzipiellen Bedeutung und zukunftsfreudigen Vorausschau -r-, 1 eine solche Arbeit abzuspielen pflegt. Gerade urn. diesen , wichtigsten Gesichtspunkt der palästinen1sischen Wirtschaft:-intensive Kleinarbeit und begrenzte Proportionen bei bedeutenden Aspekten unsern Lesern immer wieder klar vor Augen zu führen, sei ein Auszug aus dem Protokoll der Versammlung, auch als Zeichen der Anerkennung für die Arbeit, nachstehend wiedergegeben. Wir 4 haben hierbei bewußt die mehr persönlichen. Fragen, die eine solche Körperschaft natürlich* auch beschäftigen müssen, ausgelassen, um die allgemeingültigen stärker wirken zu lassen. Dzc {/(witzende beuchtet: "*~"".'v.... Die Kammer hat sich im abgelaufenen Jahrd mit den verschiedensten Fragen befaßt, von welchen ich insbesondere die des Kompensationsgeschäftes öslerr. Holzes gegen palästinensische Orangen erwähnen will. , Wir haben in den letzten Wochen gern gesehen, daß von Österreich-größere Mengen palästinensischer Orangen gekauft worden sind. Wenn auch diese Käufe auf eine besondere Marktkonstellation in Europa-.zurückzuführen sind, so ist sicherlich auch der Anteil der Kammer kein geringer. ..-';■•■ Wir kQnnen_aus~sehr vielen Zeitungsnotizen-ersehen,"daß auch die führenden Wirtschaftsleute in Österreich, wie Herr Bundesminister Stockinger und Herr Kammerpräsident v. Streruwitz, der Ansicht sind, daß das Verhältnis der Einfuhrzur Ausfuhr nicht immer r: [\d zu Ungunsten Palästinas bleiben kann. Ein weiteres Arbeitsgebiet der Kammer war . die. Hechts--, hilfeabteilung, der ös gelungen ist, viele Streitigkeiten auf friedlichem Wege aus der Welt zu schaffen. Wir haben uns sehr, für eine offizielle Beteiligung Palästinas auf der Wiener Frühjahrsmesse eingesetzt. Wir konnten im abgelaufenen Jahr aus verschiedenen Gründen, die ich jetzt nicht kritisieren will, dieses Ziel nicht erreichen. Wir wollen aber hoffen, daß es uns gelingen wird, auf der nächsten Frühjahrsmesse eine repräsentative Beteiligung Palästinas zu organisieren. Ebenso hoffen wir, daß auf der kommenden Levantomesse ein jösterreichischer Pavillon errichtet wird. Dec KassenfocUld schließt mit Einnahmen und Ausgaben von etwa 170 £P. ---Die Kassenlage ist nicht gerade glänzend — sogar zwei Monatsgehälter sind rückständig rumsomehr ist die große Aktivität des Sekretariats anzuerkennen. Die Hälfte der Einnahmen stammt aus einer staatlichen Subvention, die andere aus eigenen Beiträgen.- Das Budget des nächsten Jahres soll 200 £P 'betragen. dec Sektetfo <Ut> Itatntnec ergänzte den Bericht des Vorsitzenden mit vielen Einzelheiten und gibt, folgende Zahlen bekannt: / Der Mitgliedsstand der Kammer ■■beträgtzurzeit 00 Mitglieder, und zwar'28 /Kommissionsfirmen, () paläsl. selbstan^ .dige Kaufleulc, 5 Banken; l\ Verbände, 3 Nichtkaurieule und lh Firmen in Österreich. Auffallend ist die geringe Zahl der anr-Export.-interessier-■ len Firmen, doch kann dies zum Teil dadurch erklärt werden, daß uns der Verband der \O1\mgc11expor teure, und der Industriellen verband sowie das Pro-Paiestiuc Prod.ucls Cominillee als Mitglieder angehören. - . . . Die monatliche Durchschiültsziffer der ausgehenden ßriefc. betrug 110, eine immerhin stattliche ■■ Ziffer, wenn man. ber denkt, daß die Kammer bis heute keine IiiIt'skraft einstellen könnte. Ferner war die Zahl der Interventionen außer lfaus, bei Behörden, halbamtlichen Stellen, bei Mitgliedern und bei allen jenen, über die irgend eine Ijeschw erde eingelangt ist, keine geringe. Die Recht'shilfeablei'lang halle monatlich --etwa 10 Kausen, die durch die Intervention .der; kannuer zuni großen Teile auf friedlichem Wege aus/der Well, geschafft werden konnten. Um Ilandelsauskünfle über Mitglieds-- und andere ■ Firmen, in Palästina wurde das .'Sekretariat in ■■■ebenfallsmonatlich, ca. 10' Fällen gebeten, .-Ungefähr doppelt so stark waren die Anfragen anderer Art über M-arklverhälinisse, Zölle, Preise u< a. m. ■ ■ ,\. ,.; P^s_CejbicL,_-au^ tivsle Arbeit geleistet hat, war die.-Aiibalmuiig und Vermitt lung neuer ^eschäftshe/iehuugeri. Alle i/j Tage--konnte-die Kammer eine Liste von ca. 10 neu eingelangten VerlnM.imgen-,veröffenlliclicn, die für Palästina zur Vergebung gelangen sollen. A uclr eine große A nzahl anderer A n tragen wurde von der .. Kammer-, gawisseuhafl erledigt. Die UaHddsfc&UI^^ Der Vertreter der Industriellen: .Das, Verhältnis vou-Import zu Kxport ist sehr.zu Ungunsten.- Palästinas. Während Österreich int Jahre Waren im Werle von £P. 3f\H 900 nach Palästina importiert - hat, - he-, trägt die Exporlziffer lediglich ÜP. (hon. Wenn Österreich . daher seinen Import steigern will, -mußes auch bedacht sein, palästinensische Waren einzuführen. Wir sind gern bereit, der Kammer Listen der in lielrarht kommenden Artikel zur Verfügung zu steifen. Der Vertreter der Orangen-Industrie: Heute will ich mich nicht -darüber beklagen, dato Palästina zu wenig naeji öslerreich -ausführt, sondern im-(Jcgeiiteil, .daß- Österreich einen Artikel, in .welchem-es sehr viel nach Palästina importieren könnte, vollständig veriiachlässigL 3

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.