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Palästina-Nachrichten · 1935-07-31 · Heft 14 (31.7.1935) · p. Seite 4

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 14 (31.7.1935)
Date
1935-07-31
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Ich ha Ix* Iii ich bemüht, Offerte für Holzleisten aus Österreich zu erlangen. Wir haben heuer über *) Millionen Orangenkisten gebraucht, und werden bald 15—30 Millionen Kisten benötigen, und wir fürcJiten, daß wir Schwierigkeiten haben werden in der Beschaffung solcher Quantitäten. Wir haben immer das Prinzip verfolgt, unseren Bedarf nicht aus einem Lande zu decken und wollen auch Kisten aus Österreich beziehen. Im letzten Jahr mußten wir über 1 Million Kisten aus Rußland beziehen, wiewohl wir, an den Handelsbeziehungen mit Rußland keki großes Interesse haben. Leider* hat bis heute die österreichische Holzindustrie für dieses Geschäft überhaupt Ikcin Interesse gezeigt und -es* wäre sicherlich eine sehr lohnende Aufgabe, die, Kammer auf diese ( irsc häf tsnlöglichkeil neuerlich und mit Nachdruck hinzuweisen. Du (jthe^ Ocah^cnfca^c: Es ist unrichtig* daß Österreich den Import palästinensischer Produkte von einer Vergrößerung des Exportes abhängig mach t. T111 Gegenteil. auch Österreich weiß, daß es um so mehr an Palästina verkaufen kann, je mehr es in Palästina kauft. Nicht Österreich macht die Schwierigkeiten, Österreich wehrt sich nicht gegen Palästinas Importe v sondern (fie Schwierigkeiten liegen in der palästinensischen Orange selbst. Ihr stehen sehr große Schwierigkeiten im Wege,, um nach Österreich zu gelangen, gerade so wie sich dem österreichischen Holz große Schwierigkeiten in den Weg stellen, nach Palästina zu gelangen. Das Verhältnis ist* wte oben ermittelt £P. 3/i8 g5o österreichische Einfuhr nach Palästina gegen £P. 6306 Ausfuhr! Und zum Budget > Bezüglich des Budgets muß ich jauf einen Irrtum hinweisen, denn meine Regierung ist nicht, in der Lage, eine Subvcntip zu gewähren und mußte daher ein Subventionsansuchen schon im Vorhinein ablehnen. Ich hoffe, daß die Subvention der Handelskammer auch heuer gegeben wird. Die MaUCen ergeben einen Vorstand von 18 Mitgliedern aus allen Teilen palästinensischer Wirtschaft. B AHN PROJEKTE IN VORDER ASI EN Vergleiche die' Kartenskizze in der vorigen Nummer- II. Das flaifa—Bagdad-Projekt Das von den englischen Kröhägenten für Kolonien „Rendel , Palmer und Tritton-' Ende 1 q3o entworfene.; Projekt eines Bahnbaues Haifa—Bagdad ist von der englischen Regierung bisher nicht gefördert worden. Die Aussichten zur Durchführung des Planes .bestehen nur darin, daß es gelingt, die Regierung von frag für den Bau zu interessieren;- Das Projekt entfällt.in zwei Teile, dem Palästinaabschnitt und der, \\rüsienslrccke. Die ersten 87 Meilen fuhren denRäch/ Kishön 2u, dfa Zt. JuU aus JfondoH: r Die British Oll Development Coinp., oder, wie sie heute /heißt, Mpsul Dil Fieldl'JJtd.'/-die die1 Rohrkonzessiorien westlich des Tigris i11 nehal. korinte die Verhandlungen mit der irak-Ri'gierLing über den Bau des noch fehlenden Teilstückes der Bagdad-Balm erfolgreich abschließen. Lord Glenconner, der geschaf tsführende Direktor der Gesellschaft, hat zusammen n 1 il einem deu[sehen Direktor Ragdad am letzten Freitag verlassen. Der Anschluß des Irak an die Taurus-Bähn und; damit nach Istanbul dürfte in kürzester Frist in Angriff genommen werden. , , . . t . Die Aktien der British Oil Development sind bekanntlich zum Teil, im JJesitz von dej^^hen Tnlcres lieh rheinisch-westfälischen Eisenkonzernen), ferner von italienischen, Englischen, französischen imd Schweizer Finanzierjs.- aufwärts, längs der bestehenden Ilijaz-Rahri, nach der Durchquerung der Ebenen von Armageddon und Jezrcel-Jordan abwärts mit einer Steigung von zeihveiKg 1 : 100. 8 Meilen südlich vom See von Galiläa soll eine 3oo Yards lange Brücke 7*\ ' ' - ' . den Jordan überqueren. Die steilen Berge des einstigen Gileäd werden schwierigevKohstruktioiisarbeilen erfordern mit Steigungen bis r : 5o und Kurven von 10 Grad. Diese Schwierigkeiten könnten unigangen werden, wenn eine Verlegung der Rahn auf die Route der vorhandenen Strecke Haifa- Damaskus nicht vom politischen Gesichtspunkte aus auf Widerslände stoßen würde. f)o Meilen jenseits des Jordan wird die Wüste erreicht, welche entgegen der allgemein verbreiteten Ansicht keine Ebene ist. Wellen förmigschwankt das Gelände zwischen -Vooo und 3006 Fuß Hölie, um schließlich stufenweise aii der Euphrat-Kreuzung auf nur 200 Fuß über dem .Meeresspiegel herabzusinken. An den* Azraq-Quellen erreicht die Strecke die letzten Quellen auf der WesUeite dei; Wüste. Für die nächsten f\oo Meilen gibt es dann keine Wasserversorgung außer durch Brunnenbohrungen. Auf der Mitte des Weges, <)•> Meilen östlich der-provisorischen-Grenze" Trans— "joTdim^r^^ Station von Rutha mit ihrem Brunnen, der Polizeistatioiu clem Rasthaus, und der Radiostation erreicht; Bei der Stadt Hit berührt die Strecke den Euphrat, an dessen südlichem Ufer sie stromabwärts geht, uni hinter der Stadt Ramadi den Rand des Sees Habbaniy a \ zu begleiten. Hier ist eine neue Flugbasis der Engländer im fBaji. Außerdem sind an dieser Stellegewaltige Bewässerungsanlagen vor-* gesehen. Bei Fallüja wird der Euphrat von eirier 500 Yards langen Rrücke überquert und nach einer Strecke von 685 Meilen (l\S in Palästina, 280 in Transjordan und 357 *n Iraq) ist Bagdad erreicht. Für das Projekt sind die Kosten auf annähernd 8 MilL Pfd. veranschlagt. Am kostspieligsten ist der erwähnte GebirgsteiKöstlich des Jordan sowie die; Überbrückung dieses und des NEuphratflusses; Da die' Strecke vorwiegend drfciu,Wüstenge/genden geht, ist fast ausschließlich mit Durch^ngsvej^f^ zum anderen Ende zu rechnen. Die\^r»ssichten der Durchführung des Projektes hängen deshalb von der Entwicklung des Wirtschaf tsVerkehrs zwischen Palästina und Iraq ab. Aber neben den Transportaus- .sichten liegt die Bedeutung der Bahn im Touristenverkehr. Mehr als 20 090 Personen durchqueren bereits heute jährlich die Wüste. Das Vorhandensein einer Rahn würde die Zahl der Reisenden " zwischen Indien und Europa sicherlich beträchtlich vermehren, ganz zu * schweigen von der Möglichkeit, auch den Pilgerverkehr über diese Strecke zu leiten. Die Autoren des Bahnbauprojektes haben berechnet, daß im 10. Jahre nach der Eröffnung der Strecke eine Einnahme von 800000 Pfund zu erzielen wäre, einerSumnfe; die näch~~Abzug der lauf enden Kosten. und Rückstellungen für Erneuerung und Kapitalamortisaliön eine Rente des investierten Kapitals von (\ Prozent bedeuten würde. AcUUh Sic auf den Zoll Rettungsgeräte zollfrei"! Neu in die Zollfreiliste aufgenommen wurden Retlungsr gerate für den Seeverkehr (Rettungsringe, Schwimmwesten, Rettungsbojen usw.), soweit sie für Eigenbedarf und für gemeinnützigen Gebrauch, also nicht zur kommerziellen Weiterveräußerung» bestimmt sind. Daß diese bescheidene Gewinnchance nicht sehr verlockend für die private Kapitalsanlage ist, liegt auf der Hand. Angesichts der günstigen Finanzlage der Iraqischen Regierung (der Staatshaushalt balanziert ohne Heranziehung der ölprjvilegien, welche sich auf mindestens. 1 Mill. Pfund jährlich belaufen) ist die staatliche Finanzierung des Projektes keineswegs unmöglich. Wenn nur ein Teil dieser staatlichen Petroleum-Einnahmen für Verzinsung und Rückzahlung dieser Bahn-Anleihe verwandt werden wurde, sollte sich dieses Kapital finden. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die JläHte^der Jäte Eine Beteiligung der Regierungen dieser Länder an dem Finanzprojekt ist also nicht unwahrscheinlich, allerdings wohl gegangen ist. L. L.

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