Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 6 (31.3.1935)
- Date
- 1935-03-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Gdynia 2× ep/1044599
- Haifa 1× ep/1047930
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Danzig undGdynia im Handelsverkehr mit Paläsfina Von Dr. Curf Nawralzlci, Vertreter der Halen Danzig und Gdynia in Haifa * Die Entwicklung des polnischen Handelsverkehrs mit Palästina weist in der jüngsten Zeit erhebliche Steigerungen auf. An sich ist diese Tatsache nicht überraschend^ da doch sehr viele direkte Beziehungen zwischen beiden Ländern bestehen, schon allein auf Grund der Tatsache * daß fast die Hälfte der Einwanderer Palästinas aus Polen stammt Ein weiteres Plus für die Ausweitung der gegenseitigen Beziehungen ist darin zu sehen, daß die polnische und Damiger Valuta völlig" stabil sind» . \ ■ ■ ■ I^as polnische Wirtschaftsgebiet umfaßt bekanntlich in sieinen Zollgrenzen das Gebiet der Freien Stadt Danzig; Auf dem Gebiete der letzteren befindet sich der altbekannte .an'einem Mündungsarm derWeichsel gelegene Hafen Danzig und in ca. 12 km Luftlinie-Entfernüng der seitA1925 neu erbaute Hafen Gdynia; , J. Der Warenverkehr Polens mit Palästina wickelt sich in- * folge der bestehenden Seepräferenzzölle, ergänzt durch entsprechende Eisenbahntarifpolitik, fast ausschließlich über die beiden Häfen ab, die in dieser Beziehung für das polnische Wirtschaftsgebiet im Levantehandel die Aufgabe übernommen haben, die für Deutschland die Häfen Hamburg und Bremen erfüllen. — Über diese spezielle Bedeutung für den Levanteverkehr hinaüs darf darauf hingewiesen werden, daß den Häfen, im Gesamthandel eine besonders' große Bedeutung zu- . kommt* wie aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich ist. Der - Anteil beider Häfen am gesamten polnischen Außenhandel betrug: " . Jahr Gewicht in 0/0 Wert in o/o /~*' i929 42,28 27,45 \ 1931 v 60,93'.*, 33,62 y 19^3 69,95 52,78 198/1 79^i 6o,5o Hierauf ist zurückzuführen, daß in den letzten Jahren im' Gegensatz zu der allgemein zu beobachtenden Stagnation bzw; Rückgang anderer Häfen infolge der bekannten Krisenerscheinung, die Verkehrsentwicklung beider Häfen eine außerordentlich günstige ist und im Jahre 1 q3/| eine neue Kekordziffer mit einem Güterumschlag von zusammen i3 -5 60000 I erreicht haben. Die Verteilung auf die beiden Häfen war, folgende: Gdynia I Jahr Einfuhr Ausfuhr Gesamtunischlag :•'.'.';':>. ' '■ . ', t ,••;.. It. \ '■ . J .'• . vr.'t-v : . ■■ 1933 870 70/1 5 a35 162 6 io5 80C 193/4 991 5oo 6 2po 4 00 7 191 900 Danzig^ 1933 493 167 4659 808 5152975 193/1 655 800 5713 10p 6 368 900 Entsprechend der den Hafen zugewiesenen ^Bedeutung beim Ex- und Import Polens ist auch der technische Ausbau der- OcanyeHsatito* dem Atecltfuss Bis .züT dritten Märzwoche hat Palästinas OrangenrExport rund 6 Millionen Kisten erreicht, eine Rekordleistung der palästinensischen Orangenwirtschaft, nachdem in der vorjährigen Exportsaison erst insgesamt 5 479 886 Kisten und 1982 bis 1933 nur 45o6 632 zu verzeichnen gewesen waren. Leider hat dern mengenmäßigen Aufstieg des Exports die bisherige Entwicklung des'Preisniveaus nicht entsprochen. Noch bis Ende Februar deckten die Londoner und Liverpooler Durchsclmitts-Notieruftgen nicht einmal die Selbstkosten der Exporteure. Erst als seit Anfang März infolge der spanischen Frostschäden die Zufuhr zu den britischen Auktionen sich verknappte, trat eine gewisse Erholung der Preise ein, die allerdings; die vorherigen Verluste kaum wieder wettmachen kann. Am 1. April wird Großbritannien, wie alljährlich, den; erhöhten Örangenzoll wieder in Kraft setzen. Daher kann Sie Hauptperiode der diesjährigen Orangenverschiffung nunmehr für beendet gelten. Während im Vorjahr Großbritannien erst 660/0 der palästinensischen Orangenaüsfuhr absorbierte, waren es diesmal, schätzungsweise auf Grund des bisherigen Geschäftsverlaufs, rund 80 0/0. An zweiter Stelle erwähnen wir Deutschland,mit etwa, 5 und Holland mit ungefähr 4°/o, worauf die nordischen Staaten, Polen;;Fränkreiclrr*Äuniämen7— Kanada und Belgien folgen. Auf verschiedenen dieser Märkte, insbesondere Deutschland, gestaltete sich die Preisentwicklung ziemlich günstig — was freilich angesichts des großen mengenmäßigen Unterschieds noch keinen Ausgleich der' enttäuschenden englischen Notierungen bewirken konnte. Was von der dritten Märzwoche bis zum Abschluß der Exportsaison (Ende April) noch zu exportieren ist, macht etwa eine halbe Million Kisten aus, so daß sich ein% voraussichtliche Gesamtausfuhr von 6 i/2 Millionen ergibt. Je weiter Palästinas Orangenernten, auf Grund der Pflanzungstätigkeit der letzten Jahre, anwachsen — für 1935/36 etwa bereits 71/2 Millionen Kisten Exportware—■> um so dringlicher wird das Problem der „Brara'V jener Früchte, die durch kleine Schönheitsfehler nicht exportfähig sind und entweder vom Inland^konsum aufgenommen oder von der Marmeladen-, Obstsaft- und Fruchtkonservenindustrie verarbeitet werden müssen, Ujnfftßspnde kaufmännische und propagandistische Vorbereitungen sind daher mi Gang, um im Auslände neue Märktefür Fabrikate der palästinensischen; ■0-rangtJiiver-- arbeitungsindustrie zu erschließen; insbesondere regt man private Kompensationsverträge zwischen Organisationen palästinensischer und ausländischer Exportindustrien an, z. B. in der Form, daß ausländische Werke, welche Maschinen nach Palästina liefern, Palästina-Marmeladen für den Bedarf ihrer Fabrik-Kaniincn erwerben. Dr.^J.A* Das Gesamtergebnis Einer ,dei^betlctiteiidst(}ii"""Zitrusexp()-i,ltfure schul:!' den («csamlexporl und seine Verteilung auf die einzelnen Länder, wie folgt: , - •} * 1934-35 if)33-3/i Kisten : Kisten England Deutschland Holland Rumänien- ^-Frankreich- - - Dänemark Schweden Polen Kanada Belgien Norwegen Finnland Indien Lettland-Esttand andere Länder insgesamt: £^öödöo~ 5doooo ' 25oooö\;i5öooo — i5ooüo iü5 000 100000 100 000 100 000 70.000 .Co 000 /|0 000 1.5 000 10 000 3ooooo 3^55"göo 1 3:29000 1 t^Cooo 111000 39 000 78 oöo /»8 000 3i 000 33 000 35 000 5i 000 15 000 1 000 3 000 08000 0 7170000 0 0 33 < Für die Saison 1935/30 rechnet man mit einem Export von ungefähr 9. Millionen Kisten, der sich von Jahr zu Jahr um etwa 2 Millionen Kisten steigern soll, so daß demnach der Export in fftnf bis sechs Jahren eine Höhe von rund ao. Millionen Kisten erreichen würde.