Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 6 (31.3.1935)
- Date
- 1935-03-31
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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»mIim den Einsatz erheblicher Kapitalien erfordert; dies durfte \nr allein für hochwertige Speziafartikel zutreffen* bei denen die Fracht keine nennenswerte Rolle spielt. Bedeutsam ist die Frage der Größenordnung der neu zu erri< Iiienden Betriebe. Aus Gründen der Betriebsrationalisierung wird in bestimmten Branchen auf die Entstehung großer1 Fabriken kaum zu verziehten sein. Es sollte aber andererseits •auch nichts unversucht bleiben, um die Mittel- und Kleinindustrie; vor allem das.Handwerk, zu stützen und zu fördern? Abgesehen von sozialen Erwägungen, die die Häufung von (iroßbetrieben in Palästina als wenig erwünscht erscheinen' lassen, sprechen auch wirtschaftliche Gesichtspunkte für den .Klejnbelrieb. Er ist seiner ganzen Struktur nach weit mehr arheitsals kapitalintensiv, man kann also mit verhältnismäßig kleinem Kapilaleinsatz eine große Anzahl von Arbeitskräften beschäftigen. Hinzu kommt, daß er im allgemeinen "'weniger konjunkfurempfindlich ist. Eine der wesentlichsten Voraussetzungen für weitere Ausdehnung der Kleinindustrie ^ist die Schaffung geeigneter .Kreditmöglichkeiten. £s fällt heule neugegründeten Industrie^ bei rieben schon schw er, sich die notwendigen Belriebskredite zu sichern. Noch viel schwieriger, wenn nicht gar unmöglich, i>t die Beschaffung voii zusätzlichen InveStitionskrediten, die. ihrer ganzen ISatur nach langfristig sein müßten. Iiier könnte mir durch eine mit öffentlicher Unterstützung errichtete Indnstrwlmnk Abhilfe geschaffen werden. Wie die Erfahrung in tanderen Ländern gezeigt hat* läßt sich das Investitionsrisiko durch eine vorsichtige Kreditpolitik so weit einschränken, daß in gewissem Umfang auch die Ausgabe von Obligationen seitens der. Industriebank vertreten werden kann. - - ------- . , ------------ .. wendig emheint allerdings eine starke Mischung der Risiken^ T^VPelte des Vorjahres zuverzeichnen ■-Beschränkung der Kreditsumme und kooperative Haftung der o*"11"~ ....." Kreditnehmer in Hohe eines bestimmten Prozentsatzes der von ihnen in Anspruch genommenen Kredite. Neben manchen anderen "Vorteilen hatte" die Gründung einer Industriebaiik ■den Vorzug, daß von einer zentralen Stelle aus ein gewisser Einflup auj die GHindungstätigkeit genommen und die Anhä u f ung konku rrierender Betriebein einer^bestimmten Branche in gewissem Umfang verhindert werden könnte. v - - Deutscht ACU&zu&Mk: &cf#cißkig> Praktisch äußerte sich der Erfolg der Berliner Automobil- -•aUmstellung, wie die zuständigen Stellen berichten, in recht bef-riedige-ndeii--Ej'-j)orJ,verkäufen. Dabei wird der-Autoexport noch angeregt durch die Ausgleichskasse, durch deren Tätigkeit die deutschen /Automobile im Auslande in konkurrenzfähiger Preislage gehalten werden. Im deutsch-palästinensischen Handelsverkehr spielen deutsche Autos und Motorräder keine nemienswerle Rolle; in Palästina haben amerikanische und englische Fahrzeuge bei weitem das Übergewicht, und es ist-nicht nur der Preis an der Bevorzugung der englisch-amerikanischen Fabrikate schuldl Für die deutsche Autoindustrie erseheinen angesichts der für die deutschen Automobile notwendigen, ganz anderen konstruktiven Erfordernisse die Exportaussichten nach einem Land wie Palästina nicht gerade glltnzend. Anders muß -man aber die Möglichkeiten beurteilen, die die sog. Zubehörindustrie hat. Zubehör in weitestem Sinne ist in stehen. Dagegen aber finden Werkzeuge für Reparaktfen? Verbesserungen und zusätzliche Erleichterungen lebhaftem Interesse. In mehreren Modellen wurden 9ehr brauchbare Anhänger gezeigt« und im besonderen Kleinanhänger, die schon für Personenwagen sehr gut geeignet waren. Die Garagenfrage mag zwar in Palästina nicht gerade brennend sein, immerhin dürf ten die gezeigten Slahlgardgen Interesse finden, eine komplette Garage für Kleinautos war schon von i5o RM. an ausgestellt. Viel Interesse beanspruchten Geräte und Vorrichtungen für Automobilreparaturen t^nd ^pflege. Vom einfachen Hochstellbock bis zur schweren Hebebühne waren alle Bebewerkzeuge in vielen Modellen vertreten, das gleiche gilt für Rollschuhe, Werkbänke uswV Autoschleppseile wurden angeboten und ganze Werkzeugkästen. Einen breiten Raum nehmen die elektrotechnischen Zubehörteile ein; Scheinwerfer , und Lampen aller-Art, besonders neuartige Stoplichter, Waren in mehrfacher Ausführung vorhanden* Batterien gehören zu BaumatedatieH: i/ecdoftfteUc SütfuUc In der Presse werden Einfuhrzifflern für Bauholz, Eisenstangen usw\, sanitäre Installationen und Zement für die jersten 9 Monate ig34 veröffentlicht, nach denen ^sich die Einfuhr dieser Gegenstände gegen das Vorjahr etwa verdoppelt, der Zementimport von 15 000 t in der entsprechenden Zeit des Jahres 1933 sogar auf 90 000 t erhöht hat. Bei sonstigen Baumaterialien, hinsichtlich deren Ziffern nur für das erste Halbjahr iq34 vorliegen, ist eine Einfuhrsteigerung auf etwa das Die Einfuhrziffern stellen sich wie folgt:./ Jan. bis Sept. ig34 Jan. bis Sept. 1933 Menge Wert Menge Wert cbm £P cbm £P Bauholz . i64 a33 255 273 72 740 166298 Eisens tangent t -winkel, -stäbe 27 985, 179 586 i583ö IÖ3 588 Sanitäre Einrich- .. .......;r~-r - : - tungen . . . ' ~. ' 122 l53 — . 69 «M>3 Zement . . . 90085 i58 698 15329 41890 Insgesamt 715 710 35o 979; Jan. bis J uni 1934 Jan. bis i uni 1933 - -•' ••';- .---- "Menge Wert Menge ""."Wert""" •■■ - ■ ■• ' t £P t £P Verscliiedene Eisenwaren "■ — 69519 ■ —- 46 893 Elektr. Installa¬ ________..... . * '» tionsmaterial . .;—■ 54 900 y ■ — 28 483 Ziegel u. Fliesen . •■. - 38 268 * ■.— .. 16 229 Plattenglas . . i533, 28690 816 16689 Farben u. Lacke 724 27 872 421 .i4 8*4 Insgesamt 219249 123 108 sehr vielen Fällen für die Typen der verschiedensten in- und ausländischen Automobilfabriken verwendbar, ganz zu schweigen von solchen Teilen, die überhaupt für jedes Auto passen. Der Markt der Zubehörteile liegt, auch international gesehen, recht unterschiedlich. Es spielen hier Qualitätsunterschiede, Patente und Verwendbarkeit eine große, aber nicht gleichmäßig anwendbare Bolle, Wie wir hören, hat die Zubehör-* induslrie auf der Ausstellung auch in befriedigendem Umfange Exportaufträge, hereingeholt, und auf der Leipziger Messe, wo zahlreiche Firmen dieser Branche ebenfalls vertreten waren, konnte sieh das Ergebnis noch verbessern. In bezüg auf den Bedarf Palästinas erscheinen uns zahlreiche Artikel exportfähig. Qualitative Ronkurrenzfähigkeit vorausgesetzt, ist die Preisfrage, hier wohl entscheidend; bei manchen technischen Neuerungen inag sogar der Preis an Bedeutung etwas zurücktreten. t Im Hinblick auf Exportmöglichkeit nach Palästina dürfte Zubehör in engerem Sinne, also Einzelteile zur Herstellung dar Motoren, Chassis und Karosserien nicht in vorderster Reihe den wichtigsten Zubehörteilen, und selbst Lichtanlagen können in fremde Typen eingebaut werden. Anlasser> Schalter, Kurvenscheinwerfer waren zum Teil in neuen Modellen vorhanden. Der Motorradfahrer' fand verschiedenartige. Mittel für den Gesichtsschutz, sei. es gegen Sonne und Wind, Regen oder , Mücken und Staub. Mehrere Konstruktionen gab es auch für MotorradsäMe/ und Soziussitze, die das Motorradfahren auch auf den schlechtesten Straßen angenehm machen sollen. Vielleicht . nicht uninteressant sind auch Zelte, eigentlich gedacht für den Sportfahrer, der eine Nacht unterwegs bleiben will, aber auch geeignet für Ferien oder noch längeren Aufenthalt in klimagünstigen Gegenden. Erwähnenswert ist ein wind" und wetterfestes Wochenendhaus, das zerlegbar auf einem Autöanhänger verpackt wird. Die fortschreitende Motorisierung Palästinas und der Fahrkomfort, der dort auch heute verlangt wird, lenkt die Auf7 merksamkeit der Industrie auf diesen Absatzmarkt, auf dem zwar deutsche Automobile vorläufig selbst nur schwer konkurrieren können, der aber durchaus in der Lage ist, technisch durchgebildete, praktische und deshalb preiswerte Zubehörteile in steigendem Maße aufzunehmen* Dr. A. St. 2