Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 6 (31.3.1935)
- Date
- 1935-03-31
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Gdynia 1× ep/1044599
- Haifa 1× ep/1047930
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selben. Danzig, das über einen allen ausgebauten Halten verfügt, bat insbesondere in dem letzten Jahrzehnt unter der Verwaltung des Hafen-Ausschusses die Wasserflärhe dcsllafenbassios erweitert imd^ kaimäßig ausgebaut und — was man in Palästina besonders schätzen würde — alle modernen technischen Einrichtungen geschaffen, die zur schnellen Erit- und I.Windung der Schiffe notwendig sind: 33o km Gelcisanlagen sind im üafcngelände vorhanden88 Kräne der verschiedensten Art, darunter Waggonkipper, Erzverladcbrücken und Schwimiirkräne bis zu 100 t Ladefähigkeit; sehr ausgedehnte -Kai-Schuppen mit direktem Gelcisanschluß bzw. direkte mechanische Lade- und Ycrladenhöglichkeilen vom bzw. zum ■Schiff/ ■ , ■: . fn gleicher Weise ist aber auch der völlig neu erbaute TIafe ■von (idvnia ausgebaut: die Gesamtlänge der Hafcngelcise b/- Irägl r.m km. die Kais sind in pierförmiget Gestalt mit , \—(»fachen Geleisen angelegt, so daß die Entladung ganzer Züge vom Waggon in die Schiffe oder umgekehrt auf-mechanischem* Wege in kürzester Frist erfolgen kann; die Leerwaggons können weiter verschoben und rangiert werden; ohne daß Verstopfungen entstehen. Vorhanden sind 60 Ladekräne bis zu ,')o l Ladefähigkeil, Körderbandanlagen mit Waggonkippern mit <'>,)<> t Slnndenladung, die eine schnelle Be- und Entladung garantieren. 8G00 m ausgebauter Kai, darunter -8()o in mit einer Tiefe von über.8 m am Kai ermöglichen, das seil liehe Anlegen von einer sö großen Zahl'von seegehenden Schiffen. Die Art und Anlage beider Häfen hat zu einer gewissen -Arbeitsteilung geführt. Vom Standpunkt der palästinensischen Ex- und Importinteressen .verdient z.B. Erwähnung, daß .Dan:ig im wesentlichen der Holz- und Gfttreide- Exporthafen ist : im Jahre 193/j wurden über 1 Million t Holz ausgeführt gegenüber 800 77a tim Jahre* ig33. Über Gdynia :gehen beispielsweise in stärkerem Umfange die Eisen- und Zink-Exporte: im Jahre ro3/i betrugen sie ca. noboo t gegenüber \ \ tiiu-Jahre io,33. Nach der -erheblichen-'.Herr .abse't-zung des polnischen Zollsatzes für Orangen gewinnt die Talsache besondere Bedeutung für Palästina, daß in Gdynia die entsprechenden Einrichtungen für Südfrucht-Auktionen, sachgemäße Lagerung und Weitertransport "(ähnlich wie in Hamburg) geschaffen worden sind. : Den Frachtverkehr zwischen den Häfen Polens und Palästinas vermittelt die schwedische SVENSKA ORIENT LINE, die in den letzten Monaten einen bereits viermaligen direkten ..Verkehr in Richtung nach Palästina und seit der Herabsetzung tles polnischen Zollsalzes für Orangen und der dadurch bc- ■-.dingten stärkeren Verschiffung seit dein 1, 1. io35 einen zehntägigen Verkehr von Palästina nach Gdynia * unterhält. I^ie Linie verfügt über 7 moderne Motorschiffe und a Dampfer; Palästina bei nicht genügender Eigenproduktion sind die Vorbedingungen für einen weiteren stark steigenden Handelsverkehr gegeben. Durch Schaffung einer Polnisch-Palästinensischen Handelskammer in Warschau, einer korrespondierenden Palästinensisch-Polnischen Handelskammer in TeUAviv sowie einer eigenen Vertretung der Häfen in Haifa wird von den beteiligten Stellen versucht, die gegebenen Handels- und Schiffsverbindungen nach jeder Richtung weiter auszubauen« . /.':::^ ://.:>:v' rofje Chemie*Gründung Nach längeren Verhandlungen ist jetzt die Gründung eines großen chemischen Industrieunternehmens zustandegekonimen. Beteiligt sind eine Gemeinschaftsgruppe jüdischer Industrieller und Kreise der englischen chemischen Industrie, Die englische Gruppe ist die Impprial HliPmiml TndnpfrW4.. an deren Spitze LordMelchett steht. Es werden zwei Gesellschaften gegründet, eine mit dem Namen „Gesellschaft - zur' Entwicklung dgr^chemischfenjn ' mit einem Kapital von 100 000 £P. Än dieser Gesellscfeaf t wird die jüdische Gruppe mit 65o/0, die englische mit 35 o/0 teilhaben. — Die zweite Gesellschaft wird offenbar als Tochtergeselli schaft der ersten aufgezogen werden, und zwar mit einem Kapita/ von einer MilL- PJund. An dieser Gesellschaft wird die I. C. 1. TAH SÜP/qchVjüm*scne Gruppe mit 35o/0 beteiligt sein. Die Gesellschaften werden Fabriken für chemische Industrien errichten. Mit dem Bau" der ersten Fabrik, die ■^Schwe^J^äure, flüssiges Chlor, caustische Soda und Sijperphosphat^Dün^nyltel herstellen wirxl, wi£d sofort begonnen, "Es Bestehen bereits Abmachungen mit der I. C. I. darüber, daß die L P. C. (,Jrak Petröleüi^ säure von der neuen Fabrik* bezieht, die die I. P. G. zur Reinigung des Irak-Petroleums in Haifa benötigen wird. Man glaubt', daß die Schwefelausbeute des Bodens von Palästina nicht lohnend sei, und wird deshalb die Erze aus Cypern einführen. Dieses Erz enthält etwa 45o/0 Schwefel, 5o0/0 Eisen und 2 Q/0 Kupfer. Die Rückstände werden für IXebonindustrien verwendet werden. Flüssiges Ghlor wird, in größeren Mengen von der Pqtash Company zur Bromherstellung benötigt, ferner auch für die Textilindustrie., Die Potash' Company muß in jedem Jahr für 7000—8000 £P Chlort einführen. — Die Sodaerzeugnisse werden in der Seifen- und Textilindustrie gebraucht." Sjuperphosphat-Dünger - wurde bisher in großen Mengen von der I. C, I. nach dem Orient eingeführt. Die Belieferung des Orients wird nunmehr von Palästina aus, statt aus England erfolgen. Die Durchfülirung der Gründung und die Auf nähme der Arbeit steht unmittelbar doch reichen dieselben bei dem gestiegenen Verkehr nicht ■ mehr aus, so daß ü weitere Ersatzfrachter eingestellt wurden. Die Ei itwicklung des ..Handelsverkehrs ^zwischen dem pol-, \ be \ nisc hen /oll gebiet und Palästina zeigt folgende Tabelle: Jahr Import £P Export £P 1932 . i933 ioi 355 289:718 ca. 45 0000 i6499 ■ r5 122 ca. 2 5 000 Österreich mobilisiert Wir brachten in Nr. 3 unserer Zeitschrift einen Artikel von Regt-Rat Dr./Anton Sattler.-Dornbacher; wir stellen gern fest,vdaß die Überschrift dieses Artikels von" uns stammt und ' nicht vom Verfasser.- Selbstverständlich konnte diese Überschrift bei dem bekannt rein wirtschaftlichen und völlig en- „ Das -Mißverhältnis zwischen Ex- und Import, das^bisher bestand, wird sich im laufenden Jahre erheblicl^ günstiges gestalten infolge der verstärkten Aufnahme von palästinensischen Orangen. Während in der vergangenen Saison 1933/34 infolge dos prohibiliv wirkenden Orangen-Zollsatzes Polen nur rd. 'm ooo Kisten aufnahm, sind in der Saison 193/1/00 bis zum /|. FebruarKj35 bereits 99 929 Kisten dorthin zur Verschiffung gekommen. Die Exporte Polens nach Palästina weisen in letzter Zeit eine stark steigende Tendenz auf; im wesentlichen Bau- und Tischlerholz, Sperrplatten, Orangenkistenholz, Eisen der verschiedensten Art und Bleche, Roggenmehl, aber auch fertige Jfeioste HtttUcicUtCH Produkte der verschiedenster! Art wie Möbel, Installationen, (Mas, Porzellan und Textilien. Mit Rücksicht auf die großen Bauinvestierungeii und den steigenden Lebensmittelbedarf in politischen Charakter unserer Zeitschrift nur bildliche Bedeutung haben, y- ■ Die Sehriftleitung Bücher Im Verlag von Steinmatzky in Jerusalem ist noch rechte .zeitig zur Touristensaison ein Reiseführer erschienen, der in Art eines Bädecker dem Palästinareisenden.ein wertvoller Begleiter sein wird. Alles Wissenswerte ist übersichtlich geordnet. Neues und Altes aus dem Lande und seiner Entwicklung ist nicht vergessen. Sehr gutes, teils ganz neuartiges Karten^ material ergänzt den Text. # *) Nach der pulAstinenischen Statistik wurden erst*Mitte Februar 1935 die Zahlen für die ersten 9 Monate des Jahres.1934 veröffentlicht, und ^war Import £PaaU74, Export J8.375 -------- Besuch des ägyptischen Finanzministers fr. Jerusalem. —- Der ägyptische Finanzminister Abdel, Wahhab Pascha befindet sich zur Zeit in Palästina, um mit der Mandatsregierung über den Ausbau der ägyptisch-palästinensischen Handelsbeziehungen zu beraten.