Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 6 (31.3.1935)
- Date
- 1935-03-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2550047-2550067-2550072--214-2550383- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
10 Mennig ij I* | ywwj11 »J [4 B M jj -ÄiiIä^ ZEITSCHRIFT PUR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT Palestine News. Periodical lor ide Promotion of the economic development. of the Near Easf fÄadJ;ju j». ,ä,:.U,,U jL^I w-i^iJl öyJI j ^aUäVl •^.rrfiK irirT n'VD^an nmnennV ■.anpn.mtan ^» Verlag Emst Köstenbaum, Berlin SW 19, Neue Grünstrafje 30. Fernsprecher» A6 Merkur 7413«---Qeheralvertretung für Palästinas H e I n x Zeimann, Tel-Aviv, Dizengoffstr. 159. — Die P. N erscheinen zweimal im Monat. Bezugspreis für Deutschland, Österreich, Saargebiet und Danxig RM 1,20 pro Quartal, alle übrigen Lander RM 1.50, Postscheckkonto: Berlin 37991. Anzeigen laut Tarit. Anzeigen- Generälvertretung : Herbert Hirsch, Berlin SW19, Neue Grünstrafje 30 Redaktion: Dr. E. F. Ascher Berlin, 31. März 1935 Jahrgang II Nr. 6 Industrialisierung - aber mit Methode Von Dr. W o I I g a n g r Jerusalem ' Das American Economic Committce for Palestine hat kürz- * lieh eine Statistik veTöfferitlicht, aus der die starke Zunahme der industriellen Gründungstätigkeit besonders deutlich hervorgeht. .Die Gründungen verteilen sich auf die verschiedensten Branchen und »lassen den überragenden Anteil der deutschen Einwanderung erkennen., \ - Betragsmäßig falleh die in neuen Unternehmen investierten Kapitalien innerhalb der Gesamtinvestitionstätigkeit Palästinas noch nicht sehr stark ins Gewicht. Man kann sie für ioS.\ auf vielleicht 71/2 0/0 aller Neuanlacfen schätzen und, wenn man^ie-zui^Er-v^eitezimg_der alterf Betriebe benötigten Kapitalien mit hinzurechnet, so kommt man auch erst auf eine . Ziffer von vielleicht 150^. Auf den ersten Blick mögen die für die zum Ausbau der Industrie verwandteri;Beträge ungenügend erscheinen. In Wirklichkeit ist es nur zu begrüßen, daß der Industrialisierüngsprozeß keine überstürzten Formen annimmt.- Die vor Er- . richtung einer Fabrikationsstätte anzustellenden Überlegungen und Kalkulationen müssen bei sorgfältiger-Prüfung viel weiter gehen, als man im allgemeinen anzunehmen pflegt. Die Tatsache, daß ein bestimmter Artikel in größerem Umfang vom Ausland importiert wird, genügt z. B. keineswegs, um die Errichtung' einer heimischen Pfoduktionsstätte zu rechtfertigen. Konsum- und Einfuhrziffern können nur anzeigeny ob die Voraussetzungen zur. Schaffung einer eigenen Produktion-gegeben sind. Bei der außerordentlich beschränkten Aufnahmefähigkeit'der palästinensischen Wirtschaft muß VB. vor allem geprüft werden, ob sich die Nachfrage nach einem bestimmten Artikel wirklich massiert,, oder auf so viele Variabilitäten und * Spezialitäten verteilt, daß von einer einzelnen Fabrik in jedem Fall nur ein kleiner Bruchteil des Gesamtkonsums befriedigt werden kann. Besondere Vorsicht fst gegenüber jenen Produkten angebracht, die von der Konjunktur stark abhängig sind, vor allem in solchen Produktionszweigen, in denen die fixen Kosten die variablen-Kosten erheblich zu ,übersteigen pflegen und jede Absatzverminderung rasch zur Unrentabilität führt.'." .......■ •■■ Auch die Möglichkeit der Errichtung von Konkurrenzbetrieben muß besonders genau geprüft werden. Das Maß von SelBstdisziplin in der jüdischen Wirtschaft Palästinas ist bisher leider noch nicht genügend entwickelt. Es genügt, daß ein Fabrikationsbetrieb in der Anfangszeit gewisse Erfolge aufzuweisen hat und sofort entstehen ein oder mehrere Be^ triebe gleicher Art, ohne daß wirklich ein Bedürfnis vorliegt. Auch die Möglichkeit der ausländischen Konkurrenz muß m Betracht gezogen werden. Auf dem palästinensischen MarJU; / treffen sich die industriellen Produkte nahezu aller Länder, von.Japan bis Amerika, und vielfach findet schon aus diesem Grunde ein starker Preiskampf statt. Bei kartellierten Waren kann aber auch'der umgekehrte Fall eintreten, daß die Preise stark überhöht sind. -Bei Errich tung neuer Fabriken werden dann häufig Kalkulationen aufgestellt, die eine Konkurrenzmöglichkeit mit den internationalen Preisen ergeben. Bei Au fnahme der Produktion zeigt sich aber dann, daß das internationale Kartell durch rigorosen Preiskampft in der Lage ist, den heimischen Produzenten in kürzester Zeit aus dem Felde zu schlagen. Neues Warenzeichen für palästinensische Erzeugnisse A uf Grund einer Ausschreibung ist jetzt' ein Warenzeichen für palästinensische Erzeugnisse angenommen, worden. Die xs^- Marke, zeigt im Vordergrund die Bundeslafeln mit den Anfangsbuchstaben des Wortes „Erez Israel", der hebräischen Bezeichnung des Landes' Palästina rauchende Schornsteine. und im Hintergrund drei Es handelt sich hier um einen Schulfall, bei dem ein Schutz 'des -palästinensischen Erzeugers durch ausreichende -Zölle unbedingt-angebracht wäre. Die palästinensische Regierung hat schon in einer ganzen Reihe von Fällen derartige Erzbhungszölle zugestanden, und es wäre durchaus zu begrüßen, wenn die Regierung in noch stärkerem Maße als bisher für berechtigte Wünsche dieser Art ein offenes Ohr hätte. Dies erscheint um so gerechtfertigter, als die Nachbarländer Palästinas in zunehmendem Maße zur Einführung" von Erziehungszöllen übergegangen sind und dem palästinensischen Export (z. B. der Seife'nausfuhr nach Ägypten) nicht unerheblichen Schaden zugefügt haben. Es sollte übrigens das Bestreben der palästinensischen Wirtschaft sein, mit dem Ausland dann nicht in Konkurrenz zu treten, wenn die l^treffencle Produktion ihrer ganzen Natur nach einen komplizierten technischen Apparat