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Palästina-Nachrichten · 1934-12-20 · Heft 17 (20.12.1934) · p. Seite 5

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 17 (20.12.1934)
Date
1934-12-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Außenhandel Palästinensische Industriewaren kommen nach Europa Die jüngste Tel-Aviver Levantemesse hat auch Exportanbahnungen für palästinensische Industriewaren nach Europa zur Folge gehabt. So erhielt eine Tel-Aviver Korsettfabrik soeben größere Lieferungsaufträge aus Holland, eine Tel-Aviver Herrenkonfektionsfabrik aus der Schweiz. Wer darf Getreide und Mehl importieren) Die jüdischen und arabischen Getreide- und Mehl-Großhändler Palästinas haben gemeinsam die Regierung ersucht, die Einfuhrerlaubnisscheine für Weizen und Mehl ausschließlich an den Fachgroßhandel zu erteilen. Es wird darüber geklagt, dafj wiederholt die Mehl-Einfuhrbewilligung unmittelbar an Großbäckereien erteilt und damit der legitime Einfuhrhandel ausgeschaltet und geschädigt worden sei. Neues anerkanntes Lagerhaus in Jaffa Die Firma Goetz & David Ltd. im Hafengebiet von Jaffa ist als „anerkanntes Lagerhaus" amtlich zugelassen worden. Nachbarländer Arabien Das BT. läßt sich aus Kairo berichten: Nach einer Meldung aus Djeddah trat eine Gruppe amerikanischer Finanzleute mit König Ibn Saud in Verbindung mit dem Ziel, eine Gesellschaft zur wirtschaftlichen Erschließung Arabiens zu gründen. Die Amerikaner wollen zwei Millionen Dollars bereitstellen, verlangen aber das ausschließliche Recht der kommerziellen und industriellen Betätigung in Arabien im Rahmen eines zusammen mit König Ibn Saüd aufzustellenden Programms. Griechenland Unter den Produkten Griechenlands, die sich den Markt in Palästina erobert haben, stehen an erster Stelle die landwirtschaftlichen Produkte wie Oliven, Feigen, Früchte im allgemeinen, Käse, Butter und Oele. Die Rosinen konnten sich noch nicht recht durchsetzen, was vielleicht auf die nicht gründlich vorgenommene Reklame zurückzuführen ist. An zweiter Stelle kommen die Baumaterialien, in letzter Zeit erhöht sich auch der Export von Fensterglas. Die griechische Textilien-Industrie hat sich bis jetzt leider um den Markt in Palästina noch nicht gekümmert, aber sicher könnte dieselbe dort ebenfalls gute Resultate erzielen, zumal die griechischen Stoffe erstklassig sind. Griechische Zigaretten und Zigarren haben sich auch eingeführt, allerdings ist die Menge beschränkt, da die Eingangszölle für Tabake zu hoch sind. Es hat den Anschein, als ob sich der Export nach Palästina in letzter Zeit etwas lebhafter entwickelt und man beginnt hier, dem dortigen Markt größeres Interesse entgegenzubringen. Irak Eine schwedische Handelsdelegation verhandelt gegenwärtig in Bagdad über schwedische Beteiligung, insbesondere in Form langfristig kreditierter Maschinenlieferungen, an irakischen Industrie-Neugründungen. Die amerikanische „Gulf Corporation" hat ihr Paket an Mossul- Erdöl-Anteilen an den Standard-Oil-Konzern für 5 Millionen Dollar veräußert. Syrien-Libanon Die Hoteliers des Libanon-Gebietes haben zwecks Förderung des Fremdenverkehrs die Regierung ersucht, die Touristen von den Landungsgebühren zu befreien. — Der französische Oberkommissar Graf de Martel hat erklärt, daß die Einwanderung jüdischer Kapitalisten das zuverlässigste Mittel sein könne, um den weiteren Wirtschaftsniedergang im Libanon aufzuhalten. Die Regierung der Libanon-Republik hat 100 000 syrische* Pfund für die Förderung der Seidenkultur angewiesen. * Türkei Die türkische Steinkohlenproduktion wird im Jahre 1934 schätzungsweise 2 100 000 (i. V. 1 361 000) Tonnen erreichen. Ein Viertel davon entfällt auf den Export, wovon 44°/o nach Griechenland, 27 nach Italien, 13 nach Aegypten, 6 nach Ungarn, 4 nach Rumänien, 3*As nach Syrien-Libanon gehen. Ein neuer deutsch-türkischer Lieferungsvertrag Ankara meldet: Zwischen der türkischen Regierung und einem deutschen Industrie - Konsortium ist unter Führung der Friedrich Krupp A.-G., Essen, dem u. a. die Firmen Henschel & Sohn, Kassel, Vereinigte Stahlwerke A.-G., Berlin, Linke-Hofmann-Werke, Breslau, Knorr - Bremse A.-G., Berlin und Gutehoffnungshütfe Oberhausen A.-G., Oberhausen, angehören, ein weiterer WerUag zur Lieferung von Eisenbahnmaterialien im Werte von 22 Millionen Reichsmark abgeschlossen worden. Verkehrswesen Neue Dampferdiensfe nach Europa Die Polnische Amerika-Linie hat ihren bisher vierzehntägigen Dampferdienst Konstanza — Istanbul — Haifa nunmehr zum wöchentlichen Dienst ausgebaut, indem sie neben dem Dampfer „Polonia* jetzt auf dieser Strecke auch den Dampfer „Kosciuszko" (bisher im Gdingen-New-York-Verkehr) eingesetzt hat. — Die „Palestine Shipping Co." wird vom Frühjahr 1935 an einen vierzehntägigen Dienst Triest-Haifa mit dem Dampfer „Tel-Aviv" eröffnen. Errichtung neuer Zivilflugpläfze Nach Aussagen einiger englischer Parlamentsmitglieder e wägt das Colonial Office die Anlegung weiterer Verkehrsflugpläfze in Palästina. Entsprechende Unterlagen sind der Regierung von Palästina bereits zugeleitet worden. Auch die Ernennung eines Direktors für das Zivilluftwesen soll bevorstehen. Wahrscheinlich wird Major G u m b I e y mit diesem Posten betraut werden. Lokomotiv und Frachtwaggon-Mangel Die Eisenbahn ist den Anforderungen der neuen palästinischen Hafenpolitik bezüglich Umleitung gewisser, ursprünglich für Jaffa bestimmter Warengaftungen nach Haifa noch nicht gewachsen. Die Hauptstrecken des palästinischen Eisenbahnnetzes sind infolge der wirtschaftlichen Enwicklung überlastet, wenn auch die Nebenstrecken des Landes nach, wie vor unrentabel blieben. Die Bahnverwaltung kann den privaten Güterverkehr mit dem ihr zur Verfügung stehenden rollenden Material nicht mehr bewältigen und muß sich durch Hilfsmittel, wie Kürzung der Freizeit für Abladung und eine gesteigerte Ausnutzung von Waggons, Maschinen und Belegschaft helfen. Einige Versuche im Sommer und Herbst 1934, leihweise von der Egyptian State Railways Lokomotiven zur Aushilfe zu erhalten, scheiterten an} der Ablehnung durch Aegypten. Es scheint, daß die Palästina-Eisenbahn nunmehr die großen Finanzfonds des Renewal Accounfs zur Anschaffung neuer Lokomotiven und Frachtwaggons benutzen müssen wird. Es verlautet, döß demnächst durch die Crown Agents of the Colonies in London Aufträge der Eisenbahnverwaltung für Lokomotiven und Frachtwaggons vergeben werden sollen. Auf den breitspurigen Linien in Palästina laufen bisher größtenteils Baldwin- Lokomotiven aus Philadelphia mit Stahlrosten, zu denen nachträglich kupferne Feuerboxen angeschafft werden mußten. Sie wurden noch nach dem Waffenstillstand angekauft. Auf den Schmalspurstrecken laufen einige Lokomotiven von Borsig und Hartmann. Das Waggonmaterial stammt größtenteils aus England. Palästina-Reisen Wie alljährlich, werden auch im kommenden Frühjahr eine Reihe von größeren Informationsreisen nach Palästina durchgeführt. Die diesjährigen Reisen werden sich besonders sltark auf die großen Amerika-Dampfer konzentrieren, die in wachsender Zahl wiederholt zwischen Europa und Palästina anläßlich einer Mittelmeerreise verkehren. Die erste Reise wird von der American Express Company gestartet, die vom 21. Dez. bis 15. Jan. dauert, und schließt sowohl die Schiffsreise wie die Besichtigungen im Lande im Preise ein. Die gleiche Gesellschaft ve-c-nstaltet mit dem englischen Ozeandampfer „Aquitania" vom 9. Febr. bis 4. März eine weitere Gesellschaftsreise. Im Laufe des Februar und März finden dann im Anschluß an die Abfahrten der oben erwähnten „Aquitania" am 11. Februar, der „Contre di Savoia" am 21. Februar, des „Rex" am 7. März, der „Aquitania" am 20. März und der „Contre di Savoia" am 23. März. Gesellschaftsreisen statt. Diese werden von den zuständigen Spezialbüros organisiert und die Deutschland-Palästina Verkehrsges. m. b. H., Berlin, ist gern bereit, über alle in Frage kommenden Reisen nähere Auskünfte zu erteilen. Für den Aufenthalt im Lande kann — wie wir in Nr. 10 unserer Zeitschrift anführten, ein Rundreiseprogramm durchgeführt werden, das in Deutschland bezahlt werden kann. Wir werden über die weiteren Einzelheiten der geplanten Informationsreisen laufend berichten. 5

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