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Palästina-Nachrichten · 1934-12-20 · Heft 17 (20.12.1934) · p. Seite 2

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 17 (20.12.1934)
Date
1934-12-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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C.S.R. Schweden Einfuhr aus der Ausfuhr nach der Tschechoslowakei 1929 139 707 2 054 1930 177 275 8 993 1931 133 190 1 957 1932 179 788 4 042 1933 312 943 4 412 Nach den tschechoslowakischen Statistiken betrug der palästinensisch-tschechoslowakische Warenaustausch in derselben Periode (in 1000 Kc): 1929 13819 792 1930 18 263 616 1931 16 356 ,959 1932 21 257 989 1933 32 267 950 Januar September 1934 35 195 2 257 Die tschechoslowakische Ausfuhr nach Palästina vergrößert sich in demselben Maße wie im vorigen Jahr. Erfreulich ist das Ansteigen des tschechoslowakischen Imports an den palästinensischen //aren. Die tschechoslowakisch-palästinensische Handelskammer ist bestrebt, durch Steigerung dieses Importes an palästinensischen Produkten das ziemlich große Passivum des Paläitina-Außenhandels mit der Tschechoslowakei zu vermindern. Auf Grund der gegenseitigen Sympathien hoffen wir, dafj die Zusammenarbeit beider Länder sich weiterhin günstig entwickeln wird. B. S. Mandelik, Sekretär der Tschechoslowakischen Handelskammer in Palästina: Nachdem im Jahre 1926 in Jerusalem ein tschechoslowakisches Konsulat und bald darauf Vize-Konsulate in Tel-Aviv und Haifa errichtet worden waren, begann damit eine systematische Bearbeitung des palästinensischen Marktes. In Erkenntnis der Wichtigkeit Palästinas, nicht allein als Absätzmarkt sondern als Zentrum des Wirtschaftslebens im nahen Osten, wurden schon vorher eine Reihe von Vertretungen erster tschechoslowakischer Firmen von Aegypten nach Palästina verlegt. Nach dem grofjen Erfolg der Levant Fair wurde in Prag die ischechoslowakische Handelskammer gegründet, deren Präsidium von Persönlichkeiten des wirtschaftlichen und politischen Lebens zusammengesetzt ist. Ihr Präsident, J. Trebicky, ist auch der Präsident der Prager Handelskammer. Kurz darauf hat auch die Schwesterinstitution, die tschechoslowakische Handelskammer in Palästina, ihre Tätigkeif aufgenommen. Die beteiligten Kreise waren sich von Anfang an darüber klar, daß die Handelsbilanz beider Länder zu Gunsten Palästinas verbessert werden muß, und es ist zu hoffen, daß die Tschechoslowakei einer der europäischen Hauptabnehmer der palästinensischen Citrusfrüchte werden wird. Außerdem sind Verhandlungen aufgenommen worden bezgl. der Einführung palästinensischen Tabaks in die Tschechoslowakei. Palästinawein hat hier bereits einen guten Namen, und es wird nicht schwer sein, den Absatz hieran wie auch an palästinensischen Oelprodukten und speziellen pharmazeutischen Erzeugnissen zu vergrößern. So werden sich die beiden Handelskammern, die Prager wie auch die palästinensische, weiterhin um den Ausbau einer soliden Basis der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern bemühen. Die Entwicklung der gegenseitigen Handelsbeziehungen ist zu einem großen Teil der günstigen, direkten Schiffahrfs-Verbindung zu verdanken. Die schwedische Orienflinie ist von einer bisherigen regelmäßigen 14-fägigen Verbindung zu einer intensiveren Folge ihrer modernen Motorschiffe genötigt gewesen. Zwei Neubauten haben noch nicht zur Bewältigung des Verkehrs, der auch einen Teil von Durchfrachten aufnimmt, ausgereicht, und, unabhängig von einem weiteren im Bau befindlichen Motorschiff, mußten Ersatzdampfer in Dienst gestellt werden. Eine Intensivierung der gegenseitigen Handelsbeziehungen wird durch den Besuch des am 11.12. in Palästina eingetroffenen schwedischen Kronprinzen erwartet, welcher mit seiner Familie als Gast des Highcommissioners etwa 14 Tage im Lande zubringen wird. Die für den Aufenthalt in Palästina angesetzte Zeit ist reichlich bemessen worden, um dem Thronfolger, der sich für die ausländischen Handelsbeziehungen besonders stark einsetzt, genauen Einblick in die Verhältnisse zu gewähren und Wünsche der Handelskreise soweit wie möglich zu befürworten. Die Tatsache, daß der Kronprinz gleichzeitig Ehrenpräsident des schwedischen Exporfvereins ist, kommt diesem Vorhaben sicher zugute. Da die schwedische Bevölkerung die Orientreise des Kronprinzen mit großem Interesse verfolgt und die schwedische Geschäftswelt nicht nur an den Möglichkeiten eines Exportes, sondern auch an den eines Importes lebhaften Anteil nimmt, ist auch eine Propagierung des Orangen-Absatzes damit zu erwarten, umsomehr als die beteiligten Kreise in Palästina diese Gelegenheit sicher nicht vorübergehen lassen werden. Hoffentlich knüpft sich zum Wohle der beiden so weit voneinander entfernten Länder eine noch festere, auf gegenseitiger Sympathie und Schätzung beruhende Verbindung an. Mit dem heutigen Bericht aus Schweden und der Tschechoslovakei schließen wir unsere Serie* „Vier Nationen sehen Palästina" zunächst einmal ab. Die von uns befragten Länder stellen sehr Verschiedene Typen palästinensischer Wirtschaftsbeziehungen dar. Während Oesterreich schon seit längeren Jahren wirtschaftlich mit Palästina im wesentlichen als Exportland verbunden war, hat die Tschechoslovakei erst in letzter Zeit diesen Markt zu erobern verstanden. Mit Rumänien wiederum bestehen seit langem enge wirtschaftliche Beziehungen, um so mehr als Rumänien zu den Ländern gehört, die Palästina neben anderen Produkten eines der wichtigsten Einfuhrprodukfe, nämlich Holz für Orangekisten, liefern. Schweden wiederum tritt erst jetzt auf dem Markt des Vorderen Orients mit auf und hat versfanden, daß gerade Palästina eines der wichtigsten Einfallstore dieses Marktes ist. Gleichzeitig ist die Aufnahmefähigkeit Schwedens für Palästina-Orangen ständig gewachsen. Wir werden im Laufe der nächsten Hefte noch wiederholt auf die Handelsbeziehungen Palästinas mit den verschiedenen europäischen Ländern zu sprechen kommen, denn überall setzt sich die Erkenntnis durch, daß sich in Palästina ein Markt entwickelt, der nicht nur durch die steigende Einwanderung einer konsumstarken Bevölkerung interessant ist, sondern mehr noch vielleicht durch seinen Charakter als konsumwilliger und wirtschaftsenergischer Pionier im wieder erwachenden Vorderen und Mittleren Orient. Wie UddUU*: Anläßlich des Empfangs einer arabischen Delegation hat am 30. November der High Commissioner, Sir Arthur Wauchope, grundsätzliche Erklärungen abgegeben. Das Problem des Gesetzgebenden Rates für Palästina, die wichtigste politische Frage des Landes in den letzten Monaten, ist, wie Wauchope bekanntgab, von der britischen Regierung einstweilen zurückgestellt worden, um zunächst die praktischen Erfahrungen mit der kürzlich reorganisierten kommunalen Selbstverwaltung abzuwarten. Erst nach Bewährung des kommunalen Parlamentarismus soll die Frage erneut aufgerolt werden, ob die Mitwirkung eines Parlaments auch bei der Landesverwaltung erwünscht erscheint. Was die Einwanderung betrifft, so wird die Regierung diese auch weiterhin nach dem Maßstabe der Aufnahmefähigkeit Palästinas regeln. Dabei stellte der High Commissioner fest, daß infolge der rapiden Wirtschaftsentwicklung der beiden letzten Jahre diese Aufnahmefähigkeit sowohl für Kapital als auch für Arbeitskräfte wesentlich gestiegen ist, und daß sich sogar bereits eine Knappheit an Arbeitskräften gezeigt hat. Die Regierung schätzt die Einwanderungsziffer für 1934 auf insgesamt rund 36 000 Personen. Die sogenannte „illegale" Einwanderung ist wesentlich eingeschränkt worden. Ausführlich behandelte der High Commissioner die Boden- *■ frage. Er wies darauf hin, daß sich durch die Maßnahmen der Regierung zur Landwirtschaftsförderung die Lage der Fellachen wesentlich gebessert hat. Infolgedessen ging er auf die Wünsche zur Erschwerung der Boden-Transaktionen nicht näher ein. Ausführlich behandelte Sir Arthur Wauchope die vielerörterte Huleh- Bodenkonzession, die kürzlich, wie bekannt, aus syrisch-arabischen in jüdisch-palästinensische Hände übergegangen ist. Wie der Chef der Mandatsverwaltung darlegte, bedeutet dieser Besitzwechsel, daß nunmehr ein großes Sanierungs- und Kulffvierungswerk durchführbar werden wird, das die Verwandlung von 40 000 Dunam Malaria-Sumpf in intensiv bewirtschaftsfähigen Pflanzungsboden bedeutet. & « Die Erklärungen des High Commissioners sind in der gesamten palästinensischen Oeffentlichkeit mit größtem Interesse aufgenommen worden. Sie enthalten die offizielle Anerkennung der positiven Leistungen des jüdischen Aufbauwerkes und lassen erwarten, daß dieses Aufbauwerk weiterhin störungsfrei nach sicheren Richtlinien der Einwanderung und der Siedlung fortschreiten kann. Dr. J. A. 2

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