Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- Heft 11 (6.9.1934)
- Date
- 1934-09-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Le Havre 1× ep/1045011
- Lod 1× ep/1045074
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Außenhandel Palästinas Außenhandel im Man 1934 Palästinas Waren-Einfuhr im März 1934 betrug insgesamt 1 243 708 £P, gegenüber 941 979 £P im März 1933. Die Waren- Ausfuhr bezifferte sich auf 838 086 (527 036) £Pr außerdem die Wiederausfuhr von Importwaren auf 14 391 (24 107) £P. Im Transitverkehr gingen über Palästina für 24 023 (14 025) £P an Waren; aus Zollverschlurjlagern („Bonded Warehouses") wurden für 4 395 £P Waren exportiert. Interessant ist die Entwicklung der Edelmetallbewegung. Der Edelmetall - Import betrug 22 729 (24 500) £Pf der Edelmetall-Export 53 612 (93 721) £P. Aus dem Rückgang des Edelmetall-Exports gegenüber dem Vorjahr, wie er sich in den beiden letzten Zahlen kundgibt, geht der zunehmende Edelmetallverbrauch des Landes als Symptom wachsenden Wohlstands hervor. — l^nter den Lieferanten der palästinensischen Waren-Einfuhr im März 1934 standen England mit 225 321 (März 1933: 187 251), Deutschland mit 168 545 (106 440) und USA. mit 86 872 (79 567) £P im Vordergründe. Die führenden Abnehmer der palästinensischen Waren-Ausfuhr waren England mit 488 980 (309 829) und Deutschland mit 202 333 (113 535) £P, während' es sich bei allen anderen Absatzländern um relativ kleine Posten handelte, davon als gröfjter Holland mit 28 151 £P. — Die wichtigsten Warengattungen der palästinensischen Einfuhr im März 1934 waren Weizen mit 45 866 (März 1933: 57 572), Seidenstoffe mit 37 383 (21 564), gefärbte und bedruckte Baumwollstückwaren mit 33 503 (30 875), Personen- und Lastkraftwagen mit 32 654 (22 489), Holz für Zitrus-Kisten mit 31 481 (17 532), eiserne Röhren und deren Zubehör mit 25 374 (17 618), Oelsaaten (aujjer Sesam und Sonnenblumejflkernen) und Nüsse zur Oelbereitung mit 23 996 (9 000), Weizenmehl mit 23 330 (27 398), Herren- und Damen-Konfektion mit 22 040 (14 094), Schlacht- und Zucht- Rinder mit 19 508 (10 374), Wollstoffe mit 19 420 (18 233), sanitäre Installationsartikel mit 17 364 (5 616) und Rundeisen, Eisenträger, sowie Winkeleisen mit 17 057 (9 485) £P. Von der palästinensischen Ausfuhr im März 1934 war der weitaus gröfjte Posten der Orangen-Export mit 747 146 (März 1933: 461 124) £P, woneben nöth Waschseife mit 7 462 (6 853), Oliven-Speiseöl mit 3 990 (1 580), künstliche Zähne mit 3 398 (2 186) und Weine mit 3 079 (1 032) £P zu nennen sind. Wer darf von Palästina zollfrei nach Syrien und Libanon liefern? In die Liste der palästinensischen Industriefirmen, die gemäß den palästinensisch-syrischen Handelsvertrages zum zollfreien Absatz ihrer Erzeugnisse in Syrien und Libanon — da nachweisbar palästinensischen Ursprungs — generell zugelassen sind, wurden soeben 8 Fabrikanten neu aufgenommen, davon je 1 aus dem elektrischen Batterien- und Akkumulatorenbau, aus der Beleuchtungskörper- und Metallwarenherstelfung, aus der Süfjwarenbranche, aus der Strumpfindustrie, aus der Unterkleidungsindustrie, aus dem Parfümeriegewerbe, aus der Drahtwarenindustrie und aus der Eisenbettenindustrie. Palästinensisch-irakischer Transit durch Transjordanien Die kürzlich erfolgte Aufnahme des regelmäßigen direkten Auto-Linien-Verkehrs für Personen und Güter zwischen Haifa und Bagdad über Mafrak (Transjordanien) hat eine Ergänzung des palästinensisch-transjordanischen Transitabkommens notwendig gemacht. In der soeben verkündeten Ergänzung wird bestimmt, dafj zum Transit, und zwar in versiegelten Lastkraftwagen, auch Zucker, Mehl, Reis, Benzin und Kerosin zugelassen sind. Nach Bedarf können überdies noch sonstige Warengruppen unter die transitberechtigten Güter aufgenommen werden. Neuer Export-Bahntarif für Orangen Im Hinblick auf die Anfang November beginnende neue Orangen-Exportsaison 1934/35 haben soeben die Palästina-Bahnen einen neuen Fracht-Tarif für den Transport nach Haifa-Hafen in Kraft gesetzt, der für die Kalkulation der Pflanzer und Exporteure sehr wichtig ist. Die Sätze betragen pro Kiste: 10 Mils ab Chedera, Binjamina, Sichron-Jakob, Tel-Aviv und Jaffa; 12V2 Mils ab Tulkarm, Kalikiia, Ras-el-Ain, Petach-Tikwah, Lydda, Beer-Jakob, Rechowoth und Niana; 15 Mils ab Yibna, Isdud, Majdal, Gaza, Deir-el-Balah, Khan-Yunis und Deir-Suneid. Vorbereitungen für die neue Orangenernte in Palästina (F. Z.) Nach der Schätzung des Directors of Agriculture & Forests soll die neue Orangenernte in der Saison 1934/35 etwa 6V2 Millionen Kisten betragen. Im Verhältnis zu der stark vergrößerten Anbaufläche scheint die diesjährige Ernte die des Vorjahres (1933/34 Orangenexport 5' '2 Millionen Kisten) nicht in dem erwarteten Ausmaße zu übertreffen, was irv-.4er Hauptsache auf ungünstige Witterung zurückzuführen ist. Die heißen östlichen Wüstenwinde im Juli hatten starken Fruchtabfall zur Folge. Auch dürften die Früchte unter Schädlingen gelitten haben. Die Ausfuhr soll in verstärktem Maße über den neuen Hafen von Haifa erfolgen. Die Regierung hat zu diesem Zweck die Frachtsätze für den Eisenbahntransport von Orangen aus dem Hinterland von Jaffa nach Haifa auf den außerordentlich niedrigen Satz von 10 bis 12V2 Mils (13 bis 17 Pfennige) pro Kiste ermäßigt. Durch diese Maßnahme dürfte in der Tat ein großer Teil der bevorstehenden Ausfuhr der Jaffa-Orangen über Haifa geleitet werden, wodurch einerseits die Mißstände der vergangenen Saison wegen Ueberfüllung des Hafens Jaffa zum großen Teil beseitigt werden dürften, andererseits freilich die Handelskreise Jaffas, die seit langem gegen die Bevorzugung Haifas vergeblich protestieren, geschädigt werden. Wegen der Regelung der Verschiffung hat die Jaffa-Citrus-Exchange Verhandlungen mit verschiedenen Schiffahrtsgesellschaften begonnen. Die Jaffa-Citrus- Exchange besteht insbesondere auf der Bedingung, den Bestimmungshafen eines Schiffes ändern zu können, falls es im Interesse der Marktlage als geboten erscheint. Nachbarländer Transjordanien Die Regierung hat den Handelsvertrag mit Syrien gekündigt und den Import von syrischen Waren, soweit diese nicht syrische Rohstoffe enthalten, mit verschieden abgestuften Zöllen belegt. Bisher hat Syrien an Transjordanien zur Abgeltung dieser Zölle eine Jahrespauschale von 12000 £P gezahlt. Jedoch glaubt Transjordanien, durch die erwähnte Zollerhebung das Fünffache davon einnehmen zu können. Der soeben veröffentlichte Staatsvertrag des Emirs Abdullah mit Großbritannien sieht vor, dafj Transjordanien die Kosten seiner Zivilverwaltung restlos selber trägt, in Zollunion mit Palästina verbleibt und das Recht erhält, in den arabischen Nachbarländern Konsuln zu ernennen. Der Mandats-Charakter des Landes ändert sich glicht. Demnächst erhält Transjordaniens ein englisches Darlehen von 60 000 £P. Um die Erdölraffinerie in Tripoli Die Neue Züricher Zeitung meldet: Wie uns aus Haifa geschrieben wird, wird dort vorläufig keine Raffinerie gebaut, dagegen ist die Errichtung einer Raffinerie in Tripoli nunmehr als gesichert anzusehen, sie erfolgt aber nicht durch die Iraq Petroleum Co. selbst, sohdern durch deren, französischen Aktionär, die Compagnie Francaise des Petroles. Die französische Gruppe, die 23,75°/o des Aktienkapitals der Iraq Petroleum Co. besitzt, das sich auf 6,5 Millionen £P beläuft, erhält von der Iraq-Oel 800 000 Tonnen jährlich, und zwar zu Preisen, die auch bei der jetzigen Marktlage eine erhebliche Gewinnspanne lassen. Sie wird in Tripoli nur ungefähr 150 000 t Oel raffinieren, den Rest ihres Anteiles von 650 000 Tonnen wird sie in ihren beiden französischen Raffinerien von Berre bei Marseilles und von Tancarville bei Le Havre verarbeiten lassen, die formell zwar der Compagnie Francaise de Raffinerie gehören, sachlich aber unter dem Einfluß der Compagnie francaise des Petroles stehen. Ob und wann man sich dazu entschließen wird, auch in Haifa eine Raffinerie zu bauen und ob ein solcher Bau für Rechnung der Iraq Petroleum Co. selbst oder (in ähnlicher Weise wie oben geschildert) durch einen ihrer Großaktionäre, etwa die Anglo Persian oder die Royal Dutch erfolgen wird, das steht noch nicht fest. Freilich besitzt die Gruppe Anglo Persian und Shell durch die von ihnen kontrollierte Anglo Egyptian Oil Fields Ltd. bereits eine Raffinerie in Suez und die große Raffinerie in Abadan am Persischen Golf, während die Franzosen bisher im ganzen Gebiet ihres levantinischen Kolonialreiches keine Raffinerie hatten. Syrien und Libanon In die Einfuhrzoll-Freiliste neu aufgenommen wurden reine Leinengewebe, soweit sie zur Fabrikation von Taschentüchern bestimmt sind. — Die in diesem Jahr bereits verdoppelte Rizinusöl-Produktion des Libanongebiets wird wiederum vollständig von der französischen Heeresverwaltung für technische und sanitäre Zwecke aufgekauft werden. — Bis Ende Juli trafen in den Kurorten des Libanongebirges 4867 Kurgäste (i. V. 4070) ein. Eine Gruppe deutsch-jüdischer Kapitalisten verhandelt mit der Libanon-Regierung über die Konzession für ein Kurhaus und moderne Strandanlagen in Beirut. 5