Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- Heft 11 (6.9.1934)
- Date
- 1934-09-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Beirut (P a I n e w s). — Wie dem „Commerce du Levant* aus zuverlässiger privater Quelle mitgeteilt wird, haben sich die persischen Instanzen endgültig entschieden, Beirut als Mittelmeertransithafen zu wählen. Die persische Regierung wird zu diesem Zweck ein grorjes Lokal in der Freizone mieten. Im 1. Vierteljahr 1934 betrug der Waren-Import 8 401 785 (i. V. entsprechend: 11 260 270) syrische Ptund, der Waren-Export 3 071 981 (2 594 735) syr. Pfd.; vom Import kamen aus Deutschland für 531 666 (597 467), vom Export gingen nach Deutschland für 48 028 (35 693) syr. Pfd. Mitte 1934 wurden im gesamten französischen Mandatsgebiet 21 315 Kraftwagen gezählt, davon in Grofj-Libanon 11 432. — Der nach Tripoli (Syrien) führende Nordzweig der lrak-Erdöl-„Pipe-line" wurde am 14. Juli erstmalig versuchsweise in Betrieb genommen. Cypern Der Einfuhrzoll für Weizenmehl, Weizenschrot und Semolina wurde auf 1 iP pro Tonne erhöht. Irak Auf dem Bagdader Baumarkt wird der bisher vorherrschende jugoslawische und italienische Zement mehr und mehr durch japanischen Zement verdrängt. — Die Holzkisten für den Dattel- Export wurden bisher, zum Preise von 25 £P pro 1000 Stück, aus Schweden bezogen. Nunmehr liegen russische und japanische Offerten zu nur 15 £P vor, worauf bereits 50 000 Stück gekauft wurden. — In dem am 31. März beendeten Wirtschaftsjahr 1933/34 betrug der irakische Import 6 025 000 (i.V. 6 240 000) £P, der Export 2 874 000 (2 564 000) £P. Amman (Palnews). — Zahlreiche transjordanische Bauern werden in Kürze nach dem Irak auswandern, um sich dort anzusiedeln. Die irakische Regierung hat ihnen fruchtbaren Boden, Häuser und landwirtschaftliche Maschinen versprochen. Die Bauern sind infolge der schwierigen Wirtschaftslage Transjordaniens zur Auswanderung gezwungen. Saudi-Arabien König Ibn Saud beabsichtigt die Verlegung des Regierungssitzes von Mekka nach Medina, besonders im Hinblick auf die geplante Wiederherstellung der Hedschas-Bahn. Türkei In Istanbul wird ein jugoslawisches permanentes Musterlager errichtet werden, im Zusammenhange mit der erstrebten Intensivierung des türkisch-jugoslawischen Güteraustausches. Steigerung des deutsch-türkischen Handels. Nach den Veröffentlichungen des Statistischen Reichsamtes betrug der Export Deutschlands nach der Türkei im 1. Halbjahr 1934 25,6 Millionen RM. gegenüber 18,3 Millionen RM. im 1. Halbjahr 1933. Der deutsche Import aus der Türkei belief sich auf 19,3 Millionen RM. in der ersten Hälfte 1934 gegenüber 16,0 Millionen RM. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wie das B. T. meldet, soll eine kleinere Glas- und Flaschenfabrik mit etwa 3000 to Jahreserzeugung gebaut werden. Daneben ist die Gründung einer Scheibenglasfabrik geplant, die anfänglich 2000 to im Jahr produzieren soll. Als Standort kommt vor allem Istanbul in Betracht. Der türkische Ministerrat hat beschlossen, an den Hafenanlagen in Derince bedeutende Verbesserungen und Erweiterungen vorzunehmen. Persien Teheran wird in nächster Zeit durch eine direkte persischtürkische Flugverkehrslinie (ohne Mitwirkung *on abendländischem Kapital) mit Ankara und Istanbul verbunden werden. — Autobusse und Schwer-Lastkraftwagen, bisher hauptsächlich aus Amerika bezogen, werden neuerdings in steigendem Umfange aus der Sowjetunion eingeführt. — Die Regierung plant den Bau einer Ammoniak- und Benzolfabrik. — Der Postverkehr mit dem Irak ist durch Bau eines Grenzpostamtes in Khosrivi neu organisiert worden. Afghanistan Wie das B. T. meldet, besteht gegenwärtig Bedarf für Wollstoffe, Seidenstoffe, Strumpfwaren, Baumwollwaren, Sportausrüstung, Büromaterial, Eisenwaren, Steingut, Anstrichfarben, Lederwaren, Haushaltartikel, Fahrräder, Uhren, Nähmaschinen, kleine Handmaschinen, Messer und Scheren, Schuhwaren und Schreibwaren. Griechenland Die Handelsbeziehungn zwischen Griechenland und Palästina sind nicht sehr rege, denn die griechische Industrie stellt teils dieselben Artikel her, wie Palästina und andererseits hat Griechenland nicht die Artikel bzw. Produkte, die Palästina benötigt. Bis vor kurzem wurde sehr viel Zement nach Palästina exportiert, aber seitdem nun auch dort die Zementfabrikation aufgenommen worden ist, hat der Export in diesem Artikel fast ganz aufgehört, und nur unbedeutende Mengen Zementrohre und Zement-Dachziegel werden noch ausgeführt. Weiter werden kleine Mengen Sultaninen und Schokoladen exportiert und ebenfalls griechische Seide, die auch in Palästina einen guten Ruf hat, wie überall in der Welt. Nach Griechenland importiert werden von Palästina nur Bananen und teilweise auch Apfelsinen. Griechenland kann dabei immer noch einen Aktivsaldo für sich im Handel mit Palästina verbuchen. Abessinien In Addis-Abeba ist ein Delegierter des japanischen Aufjenhandelsamtes eingetroffen, um den Ersatz bisher aus Europa bezogener Erzeugnisse der Nahrungs- und Genußmittelindustrie durch japanische Fabrikate zu betreiben. — Die Zolltarifpositionen über Pyjamas und Morgenröcke sind geändert worden. — Die Bestimmungen über den öffentlichen Verkauf von Importwaren, die nicht binnen eines Jahres nach der Ankunft verzollt werden, sind in neuer Fassung erschienen. Aegypten Die Einnahmen der Zoll- und Verbrauchssteuerverwaltung seit dem Beginn des neuen Finanzjahrs am 1. Mai 1934 bis zum 17. Juli betrugen 2 981 881 £E, gegenüber 2 729 036 im entsprechenden Vorjahrsabschnitt, lassen also eine weitere Erholung erkennen. — In Aegypten soll, als Ergebnis einer Studienreise ägyptischer Agronomen nach der Insel Java, die Kultur des in ganz Südasien einheimischen Mango-Baumes neu eingeführt werden. Der Mango-Baum liefert ein hochgeschätztes Steinobst. — Das ägyptische Handelsministerium plant die Durchführung einer weltumspannenden Exportpropaganda für die wichtigsten Ausfuhrwaren Aegyptens (Baumwolle, Reis, Zwiebeln, Früchte, Eier, Zucker usw.) und hat beim Finanzministerium die Bewilligung von 20 000 £E dafür beantragt. Industrie und städtische Kolonisation Silicat-Fabrik Vor kurzem hat die Fabrik für Silicat-Mauersteinwerke (Kalksandsteinwerke) in Haifa die Produktion aufgenommen. Sie liegt in der Haifabay zwischen den Eisenbahnwerkstätten und Kirjat Chajim und ist durch eine ein bis zwei Kilometer lange Straße mit der Hauptchaussee Haifa—Akko verbunden; das Terrain umfaßt 12 Dunam für die Fabrik und 200 Dunam Sanddünen als Materialreserve und ist vom KKL. der Fabrik überlassen. Zur Zeit werden etwa 25000 Steine pro Schicht mit den modernsten Maschinen hergestellt und 20 Arbeiter pro Schicht beschäftigt. Leiter ist der Inhaber Oberingenieur Hochfeld, Haifa. Bisher wurden etwa 20000 £P investiert . Die Beschäftigung der Textilfärberei „Keshet", Ramat-Gan Ramat-Gan (Palnews). Die Textilfärberei „Keshet, Ltd." ist vor allem mit der Färberei von Trikotstoffen, Seide und Kunstseide beschäftigt. Der Geschäftsgang entwickelt sich zufriedenstellend, die Firma arbeitet auch für Rechnung syrischer Firmen. Baumwollstoffe werden zur Zeit meist noch in gefärbtem und bedrucktem Zustand eingeführt. Mit der stärkeren Entwicklung der Webereiindustrie Palästinas würden sich die Beschäftigungsmöglichkeiten des Unternehmens bedeutend erweitern. Neuer Lagerhausbau im Jaffaer Hafen Die Speditionsfirma I. Hos & C^r. (Tel-Aviv und Haifa) hat die Genehmigung für Errichtung und Betrieb eines Zollverschluß- Lagerhauses im Jaffaer Hafehgelände erhalten. Universitäts-Röntgen-Institut in Jerusalem Mit dem von der Hadassah geplanten Universitätskrankenhaus in Jerusalem — als Lehrstätte für die künftige medizinische Fakultät der Hebräischen Universität — wird auch ein Röntgeninstitut modernster Ausstattung verbunden sein. Die ersten Mittel hiertür hat die „N. R. Lindheim-Stiftung" (New York) zur Verfügung gestellt. Schwefelbergbau bei Gaza Die „Sulphur Quarries Co., Ltd." (Sitz Jaffa), die sich mit der Ausbeutung der Schwefel-Vorkommen bei Gaza befaßt, hat eine neue Abbaufläche von 500 Dunan erworben und ihr Kapital um 7500 £P erhöht. Die ersten Produkte des Unternehmens werden im August auf dem internationalen Markt erscheinen. Neues Sanatorium in Süd-Judäa In administrativer Verbindung mit der Lungenheilstätte „Bilu" in Gedera (Süd-Judäa) ist soeben ein Rekonvaleszenten-Sanatorium für Herzleidende, Asthmatiker und Diabetiker errichtet worden. Kurort Tel-Aviv 1 Das Gelände der Levantemesse ist für die Sommer- und Herbstmonate in einen Kurpark umgewandelt worden. Unter ärztlicher Aufsicht wird hier eine heute bereits sfark frequentierte Traubenkur durchgeführt. In Verbindung damit ist der Badestrand ausgebaut worden. Vor kurzem fand auf dem Gelände eine Gartenbau-Ausstellung der landwirtschaftlichen Arbeiter- Produktivgenossenschatten statt, die abermals grofje Fortschritte der Obstkultur erkennen lief}. ö