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Palästina-Nachrichten · 1934-07-05 · Heft 7 (5.7.1934) · p. Seite 5

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 7 (5.7.1934)
Date
1934-07-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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„The Jaffa Iron Works, Ltd.", Jaffa Das Unternehmen, das sich mit der Installation von Pumpanlagen, Kraftmaschinen und Fabrikeinrichtungen befaßt, ist reorganisiert und unter neue Leitung gestellt worden. „Silicate Bride Factory", Tel-Aviv Entsprechend dem stark gestiegenen Materialbedarf der Bauwirtschaft hat das Unternehmen eine umfassende Betriebserweiterung durchgeführt, um für jede in Auftrag gegebene Menge lieferfähig zu sein. Neues Unternehmen der Blechverarbeitung Die Firma Weinreb in Tel-Aviv ist gegenwärtig mit dem Aufbau einer Blechemballagenfabrik und Blechdruckerei großen Stils beschäftigt in der Absicht baldigster Aufnahme der Produktion. „Palestine Potash Company, Ltd" Die Gesellschaft, die die chemischen Werke am Toten Meer (Aufbereitung von Kalisalzen usw.) betreibt, hat, wie wir erfahren, im Jahre 1933 bereits eine Produktionsziffer erreicht, wie sie ihr durch den Konzessionsvertrag erst für das Jahr 1938 vorgeschrieben war. Die Konzession besteht seit dem 1. Januar 1930. Methylalkoholherstellung Die Zahl der Methylalkoholproduktionsstätten in Palästina hat sich von 1932 bis 1933 von 3 auf 4, ihre Leistung von 211 675 auf 342156 kg erhöht. Rückläufige Zündhölzerfabrikation Die einzige palästinensische Zündhölzerfabrik „Nur" in Akko, hat 1933 insgesamt 127761 Gros (1 Gros 144 Stück) Schachteln produziert, gegenüber 138 153 in 1932 — vermutlich eine Folge vermehrter Benutzung von Taschenfeuerzeugen und zunehmender Elektrifizierung der Haushaltungen. Wohnhaus — Großbau in Haifa Unter der Bezeichnung „Salkind-Häuser" wird von privater Seite mit 40 000 £P Kostenaufwand eine Gruppe von 10 „Apartment"-Häusern errichtet werden. 100 Arbeiter sollen dabei auf die Dauer eines Jahres Beschäftigung finden. Neue Bauten in Haifa Neben dem jüdischen Viertel Herzliah, dem Nachbarviertel von Hadar Hakarmel, werden in neuen Bauten durch Frau Salkind, Haifa, 40000 Pfund investiert. Hundert Arbeiter werden für ein Jahr Beschäftigung finden. Franziskaner-Kirche am Jordan An der Taufstelle am Jordan fand cm 14. Mai die Grundsteinlegung zu einer neuen katholischen Kirche statt, die .der Franziskaner-Orden errichten wird. _ , _n Bevölkerung und Arbeitsmarkt Monatseinkommen palästinensischer Arbeitnehmer Aus den letzthin veröffentlichten Zahlenangaben über die Staffelung der Versicherungsbeiträge der „Kupat Cholim" — der von der „Histadrut" (Allgemeinen Arbeiterorganisation) unterhaltenen Krankenkasse (eine Versicherungspflicht besteht in Palästina bekanntlich nicht) — lassen sich verschiedene Schlüsse auf die soziale Lage ihrer Mitglieder ziehen. Nach der Beitragsstaffelung hatten mehr als die Hälfte aller Krankenkassenmitglieder ein monatliches Einkommen bis zur Höhe von 6 £P, etwa 15% aller Mitglieder verdienten bis zu 8 £P, und nur 10% verfügten über ein Monatseinkommen von mehr als 8 £P. Bis zu 12 £P monatlich erhielten 7 Prozent, und bis zu 18 £P etwa 2 Prozent. Diese Zahlen geben jedoch keineswegs ein allgemeingültiges Bild über die Einkommensverhältnisse der palästinensischen Arbeitnehmer. Zunächst ist zu berücksichtigen, daß ein großer Teil der gut verdienenden Bauarbeiter, der zur Zeit besonders gut bezahlten qualifizierten Facharbeiter, der Krankenkasse noch nicht beigetreten sind. Ferner basiert die Beitragsstaffelung zum Teil noch auf früheren Einkommensverhältnissen, und die Leitung der „Kupat Cholim" ist zur Zeit bemüht, eine den tatsächlichen Löhnen angepaßte neue Beitragsstaffelung durchzuführen. Und nicht zuletzt ist zu berücksichtigen, daß ein großer Teil der Kassenmitglieder aus den Arbeitern der landwirtschaftlichen Siedlungen besteht (so z. B. sind der „Kupat Cholim" alle" Arbeiter der „Kwuzoth" und etwa 90% der Arbeiter in den Kolonien angeschlossen, während ihr nur ein geringer Teil der in der Industrie beschäftigten Facharbeiter angehört), die den kleinsten Beitragssatz entrichten. Arbeitermangel bei der Getreideernte Nach neuestem Bericht des Landwirtschaftsdepartements der Regierung hat die arabische Getreidewirtschaft bei der gegenwärtigen Einbringung der Ernte stark unter Arbeitermangel zu leiden, da große Massen der arabischen Landarbeiter in die Städte abgewandert sind — während noch vor einem Jahr 20 500 arabische Arbeitslose gezählt wurden. Jeschiwah-Schüler in praktischen Berufen Zahlreiche Schüler der jüdischen religiösen Lehranstalten („Jeschiwoth") Jerusalems haben sich entschlossen, praktische Berufe zu ergreifen, da die Spenden, aus denen Schulen und Schüler erhalten werden, immer spärlicher fließen. Um ihnen den Uebergang zu erleichtern, ist ein Ausschuß von Rabbinern und Wirtschaftspraktikern gebildet worden. Auslandsarbeiter im Hafenbetrieb Eine letzthin durchgeführte Kontrolle hat ergeben, daß sich unter den Arbeitern der Zollverwaltung im Jaffaer und Haifaer Hafenbetrieb 500 Auslandsaraber (aus Transjordanien, Syrien und Hauran) befinden. Die Jaffaer Hafenverwaltung hat jetzt für ihren Bereich verfügt, daß Lizenzen als Bootsleute weiterhin auch Nichtpalästinenser erhalten können, hingegen die Erlaubnis zur Tätigkeit als Träger oder in ähnlicher Beschäftigung nur Palästinenser. Lehk Nachrichten Gute Ernte, aber Arbeitermangel Dank des günstigen Verlaufs der letzten Regenzeit zeigt die Ernte aller Feld-, Garten- und Baumfrüchte Palästinas in diesem Jahr hervorragende Ergebnisse im Gegensatz zu früheren Dürrejahren. Das bezieht sich auf Weizen, Gerste, Mais und Durrah, ebenso wie auf Melonen, Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Pflaumen, Weintrauben. Dagegen herrscht in den südöstlichen Bezirken Jaffas, Ramleh und Gaza-Majdal starker Mangel an ländlichen Arbeitskräften. Dieser Mangel ist so stark, daß Ernteverluste infolge der fehlenden Erntearbeiter befürchtet werden. Die Löhne der Landarbeiter haben sich in ein igen Bezirken verdoppelt. Der Regierüngsbericht hebt hervor, daß sich diese Verknappung trotz eines Zustromes von Beduinen aus der Sinai-Halbinsel geltend mache. Das erste Kaufhaus Tel-Awiws Vor jeuytem hat die Firma Eckmann in einem Neubau in der Allenbystraße in Tel-Awiw das erste moderne Kaufhaus Tel-Awiws eröffnet. Sozialpolitische Forderungen der Eisenbahnarbeiter 600 Angestellte und Arbeiter der palästinensischen Bahnen haben der Regierung eine Reihe sozialpolitischer Forderungen unterbreitet, insbesondere auf Einführung einer gesetzlichen Kranken-, Unfall-, Alters- und Hinterbliebenenversorgung, sowie auf Anpassung der Gehälter und Löhne an die zumal hinsichtlich des Wohnens stark verteuerte Lebenshaltung. Außenhandel Handelsvertragsbesprechungen mit Syrien Wie aus syrischer Quelle verlautet, stehen Besprechungen zwecks Ergänzung des syrisch-palästinensischen Handelsvertrages von 1929 bevor. Der Güteraustausch zwischen beiden Mandatsgebieten ist in den letzten Jahren zurückgegangen, insbesondere Palästinas Lebensmittelbezug aus Syrien zugunsten des Imports aus Aegypten. Ein valutarisches Moment ist dabei unverkennbar, da Palästina und Aegypten dem Sterling- Block angehören, während das syrische Pfund im Anschluß an den französischen Franken auf der Goldbasis verblieben ist. Statistische Gebühr beim Export nach Transjordanien Wie die Palästina-Regierung mitteilt, hat die Regierung Transjordaniens zur Kontrolle der — an sich zollfreien — Einfuhr aus Palästina einen statistischen Ueberwachungsposten bei Addasie errichtet. Sämtliche von Palästina nach Transjordanien versandten Waren müssen von einer statistischen Erklärung in arabischer Sprache begleitet sein. Für die statistische Grenzabfertigung wird eine Behandlungsgebühr von Vz Prozent des Warenwertes erhoben. Neue Orangenexportfirma Unter der Firma „The Jaffa Citrus Company, Ltd.", Jaffa, wird demnächst eine soeben neu gegründete Aktiengesellschaft für Orangenexport zur Registrierung angemeldet werden.

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