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Palästina-Nachrichten · 1934-05-15 · Heft 4 (15.5.1934) · p. Seite 6

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 4 (15.5.1934)
Date
1934-05-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Irak Das Defizit des Staatshaushalts erreichte bis Ende des Finanzjahrs 1933/34 insgesamt 704 000 Dinar. Durch starke Einsparungen soll das neue Budget 1934/35 mit je rund 3,8 Millionen Dinar Einnahmen und Ausgaben balancieren, wobei auf,, der Einnahmenseite die Erträge aus der „Iraq Petroleum Co." noch nicht mitgerechnet sind. — Die gegenwärtig im Bau befindliche Fernsprechlinie Bagdad—Damuskus—Beirut wird Anfang 1933 betriebsfertig sein. — Die polnische Regierung bereitet die Errichtung eines Handelskommissariats in Bagdad vor. — Irakische Verkehrs- und Wirtschaftskreise planen eine umfassende Touristikwerbung, die insbesondere der „Märchenstadt" Bagdad, der „Riviera" des Persischen Golfes, den Gebirgen im Norden des Landes und den Ausgrabungszentren (Babel, Ninive, Ur) gelten soll. — Von englischer Seite wird die Begründung einer Zündhölzerfabrik in Bagdad erstrebt. Syrien *, Eine Baumwollspinnerei und -Weberei ist in Aleppo in Entstehung begriffen. Der Gesellschaft, die sich auf einheimische Banken stützt, steht ein Kapital von 30 000 Goldpfund zur Verfügung. Die vom französischen Hochkommissariat beschlossenen Zollerhöhungen, besonders auf Getreide und Mehl, begegnen lebhaftem Widerspruch, da man eine Verteuerung der Lebenshaltung befürchtet.? Die neue Strumpfwarenfabrik in Beirut entwickelt sich günstig. Es wurden bereits 12 000 Paar Strümpfe nach dem Irak exportiert. Saudi-Arabien Vor längerer Zeit wurde die Konzession für einen Bahnbau von der Hafenstadt Dschidda nach der Hauptstadt Mekka an eine ausländische Finanzgruppe erteilt. Jedoch dürfte das Projekt kaum in absehbarer Zeit verwirklicht werden, da sich die , Aussichten, die Bahn durch den Pilgerverkehr rentabel zu gestalten, neuerdings sehr verschlechterten. Mit Afghanistan ist ein Freundschafts- und Handelsvertrag abgeschlossen worden. Industrie und städtische Kolonisation Die „Arabische Messe" zu Jerusalem Die Arabische Messe in Jerusalem, die ermutigt durch den Erfolg des^ Vorjahres, am 13. April ihre Pforten wieder öffnete, muß als ein Mißerfolg betrachtet werden. Glaubte man im Vorjahre, es mit einem entwicklungsfähigen Beginn zu tun zu haben, so tritt dieses Jahr der auf Detailverkauf berechnete Jahrmarktscharakter stark hervor. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch das Fehlen der offiziellen Beteiligung Egyptens und die schwächere Anteilnahme auswärtiger Aussteller. Die Konzentrierung des Detailgeschäftes im Messegebäude hat die Umsätze in den regulären stark beeinträchtigt und die Mißstimmung der ansässigen Kaufmannschaft hervorgerufen. > Neue Zigarrenfabrik In der Achusah Sir Herbert Samuel hat eine neue Zigarrenfabrik Palestine Cigarr Factory mit dem Vertrieb ihrer Produkte begonnen. Glasschleiferei Zwei Berliner Immigranten haben die bisher größte Glasschleiferei und Spiegelfabrik Haifas unter dem Namen „Noga" dort eröffnet. Eisengießerei, Herzfeld & Victorius Ltd. Haifa Tel-^Aviv (Palnews). — In der neuen Eisengießerei Herzfeld & Victorius sollen 50 000 £P investiert werden. Sie wird etwa 600 Arbeiter beschäftigen und vor allem Badewannen, Gußrohre, Spülbecken, Toilette.anlagen, Klosetts, Konsolen und Armaturen herstellen. Die Maschinenanlagen werden aus Polen importiert. Zunächst werden 20 technische Fachleute aus Polen, davon 14 Juden, in der Fabrik tätig sein, die, mit eigenem elektrischen Strom arbeiten wird. Mit dem Bau soll möglichst bereits im Juni oder Juli begonnen werden. Die Herzfeld & Victorius Ltd., die auf der Messe über einen eigenen Stand verfügt, wird zu einem der größten Fabrikunternehmen Palästinas werden. Um den Jarkon-Sand An der Mündung des Jarkon-Flusses im Norden Tel-Avivs wird ein besonders feiner Sand gefunden, der für Betonbauten unentbehrlich ist und in großen Mengen von Kamelkarawanen abbefördert wird. Infolge verkehrstechnischer Schwierigkeiten ist letzthin der Durchzug der Sandkarawanen durch das Stadtgebiet untersagt worden, was wiederum zu Stockungen in der Baustoffversorgung geführt hat. Es wird geplant, die Sandgewinnung und den Transport künftig mit Dampfbaggern und Lastkraftwagen vorzunehmen. Außenhandel Hochkonjunktur und Produktionsmitteleinfuhr In einer neuen Regierungspublikation werden die Außenhandelsergebnisse des 4. Quartals 1933, nach mehreren hundert Warengruppen gegliedert, denen des entsprechenden Vorjahrsabschnittes gegenübergestellt. Daraus geht hervor, daß die Hochkonjunktur vor allem der Einfuhr von Produktionsmitteln zugute kommt. So hat sich in den zum Vergleich gewählten Perioden die Einfuhr von Elektromotoren von 3537 auf 13 059, von Maschinen ohne Zweckangabe von 28 786 auf 78 454, von Traktoren von 7704 auf 14948, von Stab- und Winkeleisen von 16 743 auf 49 972, von Eisenröhren von 24836 auf 64880, von Wollgarn von 8556 auf 18 491 £P erhöht. Voraussichtlich wird jedoch in den nächsten Jahren die Kurve der Produktionsmitteleinfuhr nicht mehr ganz streng jener des Produktionsausbaues ^folgen, da Palästinas neue Industrien allmählich dazu übergehen, verschiedenen wichtigen Produktionsbedarf im Lande selbst herzustellen, u. a. Chemikalien, Leder, Nägel, Fittings, Armaturen, Werkzeuge und Geräte. Vieheinfuhr aus Ungarn Auf Grund der „Diseases of Animals Ordinance" sind neue viehseuchenpolizeiliche Spezialbestimmungen für die Vieheinfuhr aus Ungarn erlassen worden. Wer hat Anspruch auf Zollbefreiung in Syrien? Industrieerzeugnisse von nachweisbar palästinensischer Anfertigung haben auf Grund des palästinensisch-syrischen Handelsvertrags von 1929 Anspruch auf Zollbefreiung beim Grenzübergang von Palästina nach Syrien. Gemäß Artikel 4 des Handelsvertrags hat die Palästmaregierung seinerzeit ein Verzeichnis der palästinensischen Fabriken herausgegeben, deren Produkten das erwähnte Privileg zusteht. Zu diesem Verzeichnist ist soeben ein neuer Nachtrag erschienen, der 16 neue palästinensische Industriefirmen umfaßt, die nunmehr ebenfalls zur zollfreien Einfuhr nach Syrien berechtigt sind, darunter 2 Firmen der Bekleidungsindustrie, 2 der Hutindustrie, 2 der Süßwarenindustrie, 10 aus^sonstigen Industrien (Aluminiumwaren, Eisenwaren, Zerstäuber, Zinkographie, Badesalze usw.). Banken — Geldverkehr 2 OOO OOO £ Anleihe der Palästina-Regierung Das englische Unterhaus hat dem Vorschlag der Regierung, die Garantie für die Anleihe der Palästina-Regierung, in Höhe von 2 000 000 Pfund zu übernehmen zugestimmt. * Die Anleihe ist im wesentlichen für die Wasserversorgung in Jerusalem und Jaffa, für den Aufbau des Haifaer Hafens, für Ansiedlung landloser Araber und für weitere langfristige landwirtschaftliche Kredite bestimmt. neralversammlung der Industriebank ""el-Aviv (Palnews). — Die im April 1933 ins Leben gerufene Industriebank hielt kürzlich ihre erste Generalversammlung ab, in der der Geschäftsbericht für das erste Geschäftsjahr, das bis zum 31. Dezember 1933 läuft, erstattet wurde. Das Eigenkapital der Bank beträgt 2000 £P, die Einlagen belaufen sich auf rund 13 000 £P, Darlehen auf 11 000 £P. Der Reingewinn beträgt 792 £P. , , v { ( i^LLi-vy . „Halvaa Vehisakhon, Ltd." Jaffa Tel-Aviv (Genossenschaftsbank) Aus dem soeben erschienenen Bericht über das am 31. Dezember beendete 15. Geschäftsjahr geht hervor, daß zu diesem Zeitpunkte 6049 (Ende 1931/32: 5001) Mitglieder vorhanden waren, daß das Genossenschaftskapital 17 025 £P (12 283 £P) betrug, daß die Depositen und Einlagen in laufender Rechnung sich auf 224 802 (120 362) £P stellten, und daß die Ausleihungen sich auf 144060 (96 309) £P beliefen. Neue Pfandbriefemission In der Generalversammlung der General Mortgage Bank K of Palestine Ltd. vom 17. April 1934 wurde die Emission von ] zwei neuen Pfandbriefserien beschlossen, und zwar 100 000 £P 6% Pfandbriefe, Laufzeit 1934—54, Zinsen: April/Oktober;« 100 000 £P 7% Pfandbriefe, Laufzeit 1934—54, Zinsen: April/*. Oktober. Teilbeträge beider Serien, die von der General? Mortgage Bank zum Verkauf gestellt wurden, fanden willige] Abnahme. j 6

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