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Palästina-Nachrichten · 1934-04-01 · Heft 1 (1.4.1934) · p. Seite 7

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 1 (1.4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Gesetze — Regierungsfinanzen Industrie und städtische Kolonisation Ausländische Schiedssprüche in Palästina. Die Regierung hat am 8. März den Entwurf einer „Arbitration (Foreign. Awards) Ordinance, 1934" veröffentlicht, die den palästinensischen Vollzug von Schiedssprüchen behandelt, welche in Ländern zustande gekommen sind, die die Genfer internationale Uebereinkunft über den Vollzug ausländischer Schiedsgerichtsurteile vom 26. September 1927 ratifiziert haben. Jaffas Haushaltsplan für 1934/35. Der Haushaltsplan der Stadt Jaffa für das am 1. April beginnende neue Finanzjahr 1934/35 wird in Einnahmen und Ausgaben voraussichtlich auf der Basis von 60 000 £P aufgestellt werden, gegenüber 45000 £P in 1933/34. Die Steigerung soll sich nicht auf neue öder erhöhte Steuern stützen/>ondem geht nur von dem Einnahmenzuwachs aus, den man vom weiteren Anhalten der günstigen Wirtschaftslage erwartet. So hat der Ertrag der Bau- Lizenzen bereits in den letzten zwölf Monaten 7000 £P erreicht, gegenüber 2000 £P im Vorjahr. Die Hauszinssteuer in Tel-Aviv. Die Stadtverordneten in Tel-Aviv haben die kommunale Hauszinssteuer für das Finanzjahr 1934/35 beim bisherigen Satze belassen, so daß der Hausbesitzer 6 %, der Mieter 8 % vom Mietsatz zu zahlen hat. Insgesamt erwartet die Stadt hiervon eine Einnahme von 95000 £P. Landwirtschaft, Orangen und Siedlung Citrus-Pflanzenschutzdienst. Die Regierung beabsichtigt, in den kommenden Monaten den Pflanzenschutzdienst für Citrus-Kulturen auf erheblich verbreiterter Basis durchzuführen. Insbesondere wird dabei an die kleineren Besitzer (bis zu je 1000 Bäumen) gedacht. Die Wasserversorgung. Dr. Awram Werber aus Belgrad, Spezialbeamter der Jugoslawischen Regierung für Wasserversorgungs- und Entwässerungsanlagen, ist soeben in Palästina eingetroffen, um auf Einladung der zionistischen Zentralinstanzen das Wasserproblem Palästinas zu studieren. LandwirtschaftteraSes Schulwesen. Am 12.März fand in Tulkarm in der von dem verstorbenen jüdischen Philanthropen Sir Ellis Khadoorie (Hongkong) gestifteten „Arabischen Landwirtschaftsschule" die erste Verteilung der Abiturientenzeucjnisse durch den High Commissioner statt. In einer Ansprache wies Sir Arthur Wauchope auf die baldige Eröffnung der ebenfalls von Khadoorie gestifteten „Jüdischen Landwirtschaftsschule" auf dem Tabor-Berge hin, zu deren Ausbau der Bruder des Verstorbenen eine weitere Summe gespendet hat. Wauchope teilte ferner mit, Saß er selber aus persönlichen Mitteln zur Erweiterung der Rechowother Landwirtschaftlichen Versuchsstation der Jewish Agency beizutragen gedenke. Autobusstandplatz in Haifa Eisengießerei in Haifa. Im Weichbild von Haifa, im Emek Sebulun, haben die Bauarbeiten für das von J. Karminer geplante schwerindustrielle Unternehmen begonnen, das eine Eisengießerei und ein Stahlwerk umfassen wird. 100 Bauarbeiter sind hier gegenwärtig beschäftigt. Das Unternehmen wird auf einer Kapitalbasis von 30000 £P arbeiten und den Markt Palästinas und der Nachbarländer in großem Stil mit Eisenerzeugnissen (Röhren usw.) versorgen. S ch I o ß f a b r i k i n Haifa. Auf KKL.-Boden in der Nähe Haifas werden gegenwärtig die Fabrikgebäude für die „Hamanul Haifa Lock Works" errichtet, die erste Fabrik von Tür- und Möbelschlössern in Palästina. Man hofft Mitte Mai die Produktion aufnehmen zu können. Haifaer Industrielle organisieren sich. In Haifa ist soeben eine Ortsgruppe der „Manufacturers Association of Palestine" (Palästinensischer Industriellenverband, Hauptsitz Tel-Aviv) errichtet worden. Ihr Büro befindet sich Friedman House, Hamisrah St. (P. O. B. 639). Zigarrenfabrik in Haifa. Die Firma Gebrüder de Haas aus Hamburg hgt in Haifa die erste Zigarrenfabrik des Nahen Ostens eröffnet. Das Rohmaterial wird aus Kuba und Brasilien eingeführt. Das neue Unternehmen beschäftigt lehn Facharbeiter. Ramat-Gan (Palnews). - Eröffnung einer neuen Schokoladenfabrik. In den nächsten Tagen wird die Eröffnung der neuen Schokoladenfabrik „Elite" in Ramat-Gan stattfinden. Das Unternehmen arbeitet mit einem Kapital von 15000 £P. Die neue Fabrik in Ramat-Gan wird nicht nur für den inneren Markt, sondern auch für den Export nach dem Nahen Osten und das weitere Ausland produzieren. Die Fabrik „Elite" liegt an der Chaussee Tel-Aviv—Ramat-Gan und besitzt dort eine Fläche von 4 Dunam. Die Arbeit in der Fabrik hat schon vor der offiziellen Eröffnung begonnen. Es arbeiten z. Z. etwa 50 Arbeiter, deren Zahl mit der Entwicklung des Unternehmens auf 100—-200 steigen wird. Tel-Benjamin. Westlich der Autostraße Tel-Aviv— Petach-Tikwah^werden demnächst die Bauarbeiten für eine neue Gartenstadt auf kooperativer Grundlage beginnen, die den Namen „Tel-Benjamin" führen wird. Tel-Benjamin, von einer Baugenossenschaft Tel-Aviver Industrieller, Bankiers und Großkaufleute errichtet, wird in einheitlicher Gestaltung 34 Villengrundstücke umfassen. Generalbebauungsplan für das Katamon- Viertel. "Die Gegend am Katamon-Hügel in Jerusalem, anschließend an die „Griechische Kolonie", soll demnächst der Bebauung erschlossen werden. Der High Commissioner hat dem hierfür aufgestellten Generalbebauungsplan soeben seine Zustimmung erteilt. Erweiterung des Emek-Zentralkrankenhauses. Auf Grund einer Regierungszuweisung von 3000 £P werden beim Emek-Zentralkrankenhaus in Afuleh neue Wohnräume für das Arzt- und Pflegepersonal und eine mechanische Wäscherei geschaffen werden. Protest gegen „M o h a r r e m". Zum kommenden „Moharrem", dem arabischen Neujahr, diesmal Mitte April, läuft traditionsgemäß die Mehrheit der Wohnungs-, Läden- und Werksfatten-Mietverträge in Palästina ab. Zum Protest gegen die exorbitanten Mieterhöhungen, die man davon befürchtet, und gegen das passive Verhalten der Aufsichtsinstanzen, veranstalteten Arbeiterschaft, Einzelhandel und Handwerk Tel- Avivs, wo das Mietenproblem am akutesten ist, am 15. März einen zweistündigen Demonstrationsstreik. In überfüllten Versammlungen wurde die Regierung zum sofortigen Erlaß wirksamer Mieterschutzbestimmungen aufgefordert. Straßenerweiterung in Jaffa. Um die Hafenstraße in Jaffa den rapid gestiegenen Verkehrsansprüchen gemäß zu erweitern, müssen Gebäude niedergelegt werden, die dem „Wakf" (mohammedanische Kirchengüterverwaltung) gehören. Die Stadtverwaltung erwartet ein baldiges positives Ergebnis der mit dem Wakf eingeleiteten Verhandlungen, so daß ein wichtiger Schritt zum Ausbau des Jaffaer Hafengeländes erfolgen kann. 7

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