Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 7 (Oktober 1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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-? - taxe, Wäsche und dergleichen zu berechnen. Die Kurperiode dauert 8 Wochen. Die Erfahrungen des vorigen Jahres geben Beranlassung, ganz besonders auf die sehr guten Heilerfolge im Herbst und Winter hinzuweisen. Anmeldungen hierfür sind baldigst zu richten an das Büro des Jüdischen Frauenbundes, Berlin N. 24, Monbijouplatz 10. Kurzuschüsse. Aus dem Offenen Fonds der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Tuberkulosefürsorge" wurden in den Monaten September, Oktober und November an 43 Patienten Zuschüsse in Höhe von Mk. 5369.— bewilligt. Von den Unterstützten waren: Männer 19, Frauen 12, Jugendliche 6, Kinder 6. Inländer 19, Ausländer 24. Aus Aurich 1, Berlin 22, Breslau 1, Cöthen 1, Dresden 2, Hamburg 1, Hannover 2, Karlsruhe 1, Köln 2, Königsberg 1, Mannheim 1, Meseritz 1, München-Gladbach 1, Neukirchen 1, Nordrach 1, Oppeln 1, Stuttgart 1, Zehdenick 1, Ziegenhals 1. Neuanmeldungen 30. Reichserhebung über Tuberkulose-Erkrankungen des Heil- und Pflegepersonals. Bereits vor Jahren (1910) hat das Reichsgesundheitsamt eine statistische Erhebung der Tuberkulose-Erkrankungen des Heil- und Pflegepersonals durchgeführt. Wenn sich auch damals ein verhältnismäßig günstiger Krankenbestand ergab, so war doch eine Ansteckungsgefährdung des Heil- und Pflegepersonals durch Tuberkulose nicht in Abrede zu stellen, verhielten sich doch die Häusigkeitswerte der Tuberkulose-Erkrankungen in inneren, äußeren und Tuberkulose-Abteilungen etwa wie 1:2:4. Die Ansteckungsgefahr ist inzwischen gewachsen, namentlich die religiösen Verbände konnten kurz nach dem Kriege eine starke Zunahme der Tuberkulose-Erkrankungen bei ihrer: Mitgliedern feststellen. Um der Gefahr weiterer Erkrankungen zu begegnen, hat das Reichsgesundheitsamt im Jahre 1925 „Richtlinien betreffend Maßnahmen zur Eindämmung der Tuberkulose unter den religiösen Krankenpslegepersonen" aufgestellt (Veröffentlichungen des Reichsgesundheitsamtes 1925, S. 168). Im Jahre 1927 wurde eine „Anweisung zur Verhütung der Ansteckung mit Tuberkulose für in Anstalten tätige Krankenpflegepersonen" veröffentlicht (zu beziehen beim Deutsche,: Zentralkomitee zur Bekämpfung der T:iberkulose, Berlin W. 9, Königin Augustastraße 7), die für sämtliche Kreise des Heil- und Pflegepersonals bestimmt ist. Dieser Ratgeber behandelt neben den besonderen Maßnahmen der persönlichen Prophy laxe auch die verschiedenen Desinsektionsmaßnahmen und die allgemeinen hygienischen Vorkehrungen, die der Stärkung der körperlichen Widerstandskraft des Krankenpflegepersonals dienen. Bei der Beratung der Anweisungen wurde nachdrücklich darauf hingewiesen, daß es unerläßlich sei, daß auch seitens der Anstaltsverwaltungen eine besondere Obsorge für die im ständigen Krankenpflegedienst bei tuberkulösen Kranken beschäftigten Personen Platz greift. Auch die jetzt im Gange befindliche neue amtliche statistische Erhebung, auf welche besonders hinzuweise,: Zweck dieser Zeilen ist, bedarf der verständnisvollen Mitarbeit der Anstaltverwaltungen und Chefärzte. Die Erhebung erstreckr sich auf das Heil- und Pflegepersonal in den öffentlichen und privaten allgemeinen Krankenhäusern, den Heilanstalten für innere Kranke, Sieche, Geisteskranke und den ärztlich geleiteten Säuglingsheimen mit 50 und mehr Betten, sämtlicher Universitätskliniken, sämtlicher Heilanstalten für Tuberkulose jeder Art und sämtlicher Tuberkulose-Fürsorgestellen mit mindestens einer hauptamtlich tätigen Fürsorgerin. Die Statistik gliedert sich in 1. eine Ermittlung des Gesamtbestandes der Heil- und Pslegepersonen und deren ärztliche Untersuchung nach dem Stande vom 1. Dezember 1928, 2. die Feststellung sämtlicher in der Zeit vom 1. Dezember 1928 bis 30. November 1931 neu auftretenden Tuberkulose-Erkrankungen. Gegenwärtig handelt es sich um die zu 1) genannte Erhebung nach dem Stande vom 1. Dezember 1928. Die von den Amtsärzten übersandten Anstaltszählbogen und Bestandslisten sind von den leitenden Aerzten auszufüllen. Die Anstaltszählbogen sind bis zum 15. Dezember 1928 an den Amtsarzt zurückzusenden, die Bestandslisten bis zum 29. Dezember 1928 unmittelbar an die angegebene Zentralstelle. Das Reichsgesundheitsamt versichert, daß sämtliche Eintragungen lediglich statistischen Zwecken dienen und erwartet im Interesse der zu untersuchenden Personen, daß auch innerhalb der Anstalt von dem ermittelten Befund, der unter deu: Schutz des ärztlichen Berufsgeheimnisses steht, kein irgendwie für die Untersuchten nachteiliger Gebrauch gemacht wird. Bevölkerungspolitik Die bevölkerungspolitische Enquete des preußischen Landesverbandes. Vom bevölkerungspolitischen Ausschuß, des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist auf einen Vorschlag des bekannten Statistikers Tr. Felix A. Teilhaber eine Enquete zur Feststellung wichtiger bevölkerungspolitischer Tatsachen beschlossen und Tr. Teilhaber gleichzeitig mit der Durchführung der Enquete betraut wordem Tr. Teilhaber teilt darüber folgendes mit: Es sind an etwa 1000 Gemeinden Fragebogen ausgesandt worden. Diese Fragebogen sollen zuerst einmal den A l t e rs a u fb a u der Gemeinden erfassen. Es ist notwendig, einen Ueberblick über die Bevölkerungsverhältnisse in Stadt und Land und in den einzelnen Provinzen zu besitzen. Es bestehen serner heute keinerlei statistische Unterlagen über die Wanderungsverhältnisse bei den Juden. Wir wissen nicht, wie weit dieAuswanderungausdenKleingemeinden die Jugend betrifft, die männliche und weibliche gleichmäßig und z. B. die wohlhabenden älteren Personen; wir sind nicht darüber unterrichtet, wie weit in den einzelnen Provinzen ein Unterschied im BevöLkerungsaufban vorhanden ist und ob z. B. nur der Ueberschuß der jüngeren Leute in die größeren Städte abströmt. Insbesondere haben wir gar keine allgemeinen, statistischen Kenntnisse über die Verhältnisse in den mittleren Gemeinden, die ihrerseits Zuzug von Kleingemeinden erhalten, aber wieder Bevölkerungsteile an die Großstädte abgeben oder in: Bevölkerungsaustausch mit anderen Städten stehen. Aus diesen Gesichtspunkten heraus wird die Sammlung des Materials eine besondere Bedeutung für spätere Untersuchungen haben und einen guten Ueberblick über Entwicklungen in einiger Zeit zulassen. Eine weitere Frage knüpft sich an die Statistik der jüngsten Altersklassen, die uns einen Einblick in die Fruchtbarkeit der jüdischen Bevölkerung tun läßt. Wir bekommen durch die Enquete einen guten Ueberblick über die Geburtenverhältnisse in Torf und Stadt, in den einzelnen Provinzen und in den Großstädten. Ebenso bedeutsam ist die Erforschung der Stellung der Erwachsenen zur Ehe. Wir sind bis jetzt kaum darüber unterrichtet, wie groß der Prozentsatz der ledigen Männer und Frauen in den einzelnen Jahresklassen ist, insbesondere, ob sich starke Verschiebungen des Heiratsalters und eine bedrohliche Z u n a h m e d e r Ehelosigkeit ereignet haben.