Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 6 (August 1928)
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 In dem 14i/2jährigen Zeiträume zwischen den zwei Zählungen wurden in Hessen 4423 lebende eheliche und uneheliche Kinder von Juden geboren. 4168 davon entstammen rein jüdischen Ehen, 97 waren uneheliche Kinder von jüdischen Müttern. Auf 1000 Personen der mittleren Bevölkerung dieses Zeitraumes kamen demnach bei den Juden 13,9 Lebendgeborene. Gestorben sind in der gleichen Zeit 5002 Juden, also 15,7 auf 1000 der mittleren jüdischen Bevölkerung. Es sind 579 Juden mehr gestorben als geboren. Da nun aber 20 41 Juden gegen 24063 im Jahre 1910 festgestellt wurden, muß der überschießende Verlust auf Abwanderung zurückgesührt werden, da die Austritte aus dem Judentum nur minimal sind. In den ersten Nachkriegsjahren 1919—1922 war die Eheschließungsziffer außerordentlich groß. Nunmehr liegt sie tief unter der Vorkriegshöhe. Die Entwicklung der Mischehen zeigt, wie überall in Deutschland, die Tendenz der Steigerung. In dem Aufsatze finden sich sehr interessante und instruktive Tabellen, auf die wir ausdrücklich aufmerksam machen. Soziale Ausbildnngs- und Berufsfragen Ausbildung und Nachschulung von männlichen Wohlfahrts- Pflegern. Der Preußische Herr Minister für Volkswohlfahrt hat durch Erlaß vom 7. August (siehe „Volkswohlfahrt" vom 15. 8. 1928) folgende Ausbildungsanstalten staatlich anerkannt: Die Wohlfahrtsschule des Stephan st i f t s in Hannover-Kleefeld zur Ausbildung von Wohlfahrtspflegern (Fürsorgern, Sozialbeamten) versuchsweise zugelassen. Der Senat zu Hamburg hat der W o h l f a h r t s p fl e g eschule des Diakonenseminars im Rauhen Hause in Hamburg zunächst versuchsweise die staatliche Anerkennung erteilt. Zur Vorbereitung auf die staatliche Prüfung wurden zugelassen: 1. Wohlfahrtsschule des Sozialpolitischen Seminars der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin W. 56, Schinkelplatz 6, vom 1. November 1928 bis 28. Februar 1929. 2. Wohlfahrtsschule des Evangelischen I o h a n n e s st i f t s in Berlin - Spandau, Schönwalder Allee, vom 17. September bis 18. Dezember 19 2 8. 3. Soziale Frauenfachschule in Königsberg (Preußen), Gr. Domplatz 3, vom 4. September bis 15. Dezember 192 8. 4. Wohlfahrtsschule für Hessen-Nassau und Hessen in Frankfurt (Main), Seilerstraße 32p, voraussichtliche Eröffnung im Januar 192 9. Der Eröffnungstermin des II. Nachschulungslehrganges für männliche Beamte und Angestellte der Wohlfahrts-, Gesundheits-, Jugend-, Wohnungs- und Unterstützungsämter, der vom Verein für Säuglingsfürsorge und Wohlfahrtspflege im Regierungsbezirk Düsseldorf in Gemeinschaft mit der Niederrheinischen Verwaltungsakademie veranstaltet wird, ist auf Montag, den 5. November d s. I s., festgesetzt worden. Der Lehrgang findet in Düsseldorf in den Räumen der Niederrheinischen Verwaltungsakademie, Friedrichsplatz 3-5, statt und dauert bis 10. Februar 1929. Zweck des Lehrganges ist, solchen Fürsorgern und Sozialbeamten der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege, die mindestens drei Jahre auf dem Gebiete entweder der Jugendwohlfahrtspflege oder der Wirtschafts- und Berufsfürsorge oder der allgemeinen Wohlfahrtspflege (insbesondere Gesundheitsfürsorge) hauptberuflich mit Erfolg tätig gewesen sind, die erforderliche Vorbereitung für die abzulegende Abschlußprüfung zur Erlangung der staatlichen Anerkennung als Wohlfahrtspfleger (Fürsorger, Sozialbeamter) zu geben. Der zur Behandlung stehende Stoff erstreckt sich auf Vorlesungen über Wohlfahrtspflege, Rechtskunde, Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik, Sozialhygiene, Psychologie und Pädagogik, sowie auf soziale Verwaltungskunde. Teilnehmer, die bereits eine bestimmte Verwaltungsprüfung mit Erfolg abgelegt haben, können gegebenenfalls vom Unterricht in Fächern wie Staats- und Verwaltungsrecht, Bürgerliches Recht usw. befreit werden. Mit der theoretischen Ausbildung ist die gründliche Behandlung der Praxis der sozialen Arbeit verbunden, sowie Besichtigungen der verschiedensten Anstalten und Einrichtungen. Anfragen und Meldungen sind zu richten an den Verein für Säuglingsfürsorge und Wohlfahrtspflege im Regierungsbezirk Düsseldorf, Düsseldorf, Regierung, Cecilienallee 2. Schlußtermin für Meldungen ist der 15. Oktober d. Js. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 35 beschränkt. Deutsche Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit. In diesen Tagen ist der Prospekt der Deutschen Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit für 1928,29 herausgekommen. Er ist zu beziehen durch die Geschäftsstelle der Deutschen Frauen-Akademie, Berlin W. 30, Barbarossastraße 65. Aus dem Prospekt ist zu entnehmen, daß auch im kommenden Wintersemester wieder Kurse zur Fortbildung von Wohlfahrtspflegerinnen, Jugendleiterinnen, Volks-, Berufs- und Fachschullehrerinnen und diplomierten Handelslehrerinnen vorgesehen sind, die in erster Linie für die Angehörigen der genannten Berufsgruppen in Groß-Berlin in Betracht kommen werden. Die Kurse umfassen Arbeitsgemeinschaften über: Arbeitsmarktfragen und Betriebsverfassung, Einführung in die moderne Psychologie, Fragen der Kunsterziehung, Wohlfahrtspolitik. Neu hinzu kommt eine Arbeitsgemeinschaft über soziologische und psychologische Fragen für die sozialen und sozialpädagogischen Berufsarbeiterinnen aus der Provinz Brandenburg. Der Kernpunkt des Programms liegt im V o l l ft u d i u m, zu dem sich die Teilnehmerinnen entweder für ein Jahr lang frei machen, oder das sie neben der Berufsarbeit in mehreren Jahren durchführen können. Der Kursus bezweckt, den Angehörigen der oben genannten sozialen und sozialpädagogischen Berufe ein tieferes Eindringen in die geistigen Grundlagen ihrer Arbeit zu ermöglichen. Es werden auch Akademikerinnen zugelassen, die in einen sozialen Beruf oder in eine sozialwissenschaftliche Lehrtätigkeit übergehen wollen, oder die für eine andersartige Berufsarbeit (Theologinnen) eine Ergänzung ihrer Studien in sozialer oder sozialpädagogischer Richtung brauchen. Vorbedingung zur Teilnahme ist für die Angehörigen der sozialen und sozialpädagogischen Berufe, daß sie nach abgeschlossener Berufsbildung mindestens drei Jahre ihren Beruf ausgeübt haben, für Akademikerinnen, daß sie ihr akademisches Studium abgeschlossen haben. Der Kursus umfaßt Arbeitsgemeinschaften über Hygiene, Psychopathologie, Psychologie, Pädagogik, Methodik, Soziologie, Verwaltungskunde, Wohlfahrtspflege, Weltanschauungs¬ und Lebensfragen, Rechtsfragen, hauswirtschaftliche Betriebs¬ und Unterrichtslehre usw. Der Lehrkörper besteht aus: Dr. Margarete Berent, Dr. Dorothea Bernhard, Stadtarzt Dr. Harms, Dr. Margarete Henze, Dr. Käthe von Herwarth, Gabriele Krüger, Dr. Hilde Lion, Direktor Carl Mennicke, Studienrätin Elisabet Nitzsche, Ministerialrat Dr. Ruppert, Dr. Alice Salomon, Dr. Maria Schlüter-Hermkes, Professor Dr. I. H. Schultz, Dr. Maria Silberkuhl-Schulte, Dr. med. H. Stoltenhoff, ing. agr. Maria Wirtinger, Dr. Agnes von Zahn-Harnack. Für die Abteilung zur Ausbildung von Schwestern in leitender Stellung sind Aufnahmebedingungen und Prospekte zu beziehen durch die Werner-Schule vom Roten Kreuz (ehem. Deutsche Pestalozzi-Stiftung), Berlin-Lankwitz, Frobenstraße 55. Das Programm der Mütterkurse, die weiter mit gutem Erfolg durchgeführt worden sind, ist diesmal ebenfalls mit dem Prospekt der Fachkurse vereinigt.