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Nachrichtendienst · 1928-08-01 · Heft 6 (August 1928) · p. Seite 8

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1928
Issue
Heft 6 (August 1928)
Date
1928-08-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Deutsche Gesundheitsfürsorgeschule, Verliu-Charlottenburg 5. Die Lehrgänge des Wintersemesters 1928/29 berücksichtigen wiederum in systematischer Weise die Fortbildung verschiedener Berufsgruppen, die in der Arbeit der Wohlfahrts¬ und Gesundheitspflege und -fürsorge stehen. Es werden Fortbildungskurse veranstaltet für: Wohlfahrtspflegerinnen, Säuglingspflegerinnen und -fürsorgerinnen, Hebammen, Gemeindeschwestern, Sozialbeamte, nichtärztliche Verwaltungsbeamte usw. Die Kurse werden in folgende Gruppen eingeteilt: Gruppe l: Allgemeine Fortbildungskurse; Gruppe II: Spezialkurse; Gruppe III: Sonderveranstaltungen. Gruppe I. Die Eigenart der Kurse in Gruppe I, die sich in jedem Semester regelmäßig wiederholen sollen, besteht darin, daß der Stofs dem Gesamtgebiet der Gesundheitsfürsorge entnommen ist, und daß das Programm jedes einzelnen Kurses der Vorbildung und Betätigung der jeweiligen Hörerschaft (z. B. Fürsorgerinnen, Gemeindeschwestern, Krankenkassenbeamte) besonders Rechnung trägt. Die rege Teilnahme, die derartige Kurse im Vorjahre fanden, zeigte, daß die Deutsche Gesundheitsfürsorgeschule mit diesen Veranstaltungen einem allgemeinen Bedürfnis entsprochen hat. Gruppe II. Die Lehrgänge dieser Gruppe sind im Lehrstoff aus je ein Spezialgebiet, bzw. eine Spezialfrage der Gesundheitsfürsorge beschränkt (z. B. Krankenhausbetriebslehre, Alkoholbekämpfung, Soziale Krankenhausfürsorge usw.). Neue Forschungen, neue Arbeitsmethoden, neue gesetzliche Grundlagen und anderes mehr bringen auch für diese Einzelgebiete Ausbau und Umgestaltung der Arbeit mit sich, so daß eine gründliche Orientierung für Hörer, deren Aufgabenkreis in der einen oder anderen Richtung dieser Spezialgebiete liegt, durch gesonderte Fortbildung wünschenswert erscheint. Der Hörerkreis wird im allgemeinen eine Berufsgruppe umfassen; es können aber außer dieser auch andere Berufsgruppen, die an der Einführung in eine Spezialfrage interessiert sind, an diesen Lehrgängen teilnehmen. Die einzelnen Punkte des Programms sind so gewählt, daß eine allgemeine Orientierung gewahrt und dadurch Anregung und Förderung gegeben und der Gesichtskreis erweitert wird. Gruppe III. Diese Gruppe umfaßt die Sonderveranstaltungen, wie Studienfahrten und praktische Kurse. Die Erfahrungen der beiden Studienreisen durch die Fürsorgeeinrichtungen Thüringens und Oesterreichs haben bewiesen, daß nichts so sehr die Fürsorgearbeit in der Heimat belebt und fördert, wie das Kennenlernen anderer Einrichtungen, und nichts so sehr geeignet ist, die Fürsorgerin vor dem Einerlei in ihrer Arbeit zu bewahren, wie die persönliche Aussprache mit Kollegen und Kolleginnen in anderen Gegenden und Ländern. Deshalb sind die Studienfahrten zu einer ständigen Einrichtung der Schule während der Frühjahrs- und Sommermonate geworden. — Die praktischen Kurse sollen einzelnen Gelegenheit geben, während eines mehrere Wochen dauernden Aufenthalts in einer Anstalt oder gesundheitsfürsorgerischen Einrichtung ihren Erfahrungskreis zu erweitern und sich praktisch zu betätigen. Aus den reichhaltigen Vorlesungsreihen erwähnen wir folgende: „Aufgaben der Krankenkassen in der Gesundheitsfürsorge." „Die Mitarbeit der Gemeindeschwester in der Gesundheitspflege und -fürsorge." „Soziale Hygiene und Schulalter." „Gegenwartsprobleme aus verschiedenen Gebieten der Gesundheitsfürsorge." „Organisation und Bedeutung der Gesundheitsfürsorge." Im Einzelnen verweisen wir auf den Prospekt der Deutschen Gesundheitsfürsorgeschule, Charlottenburg, Frankstraße 5. Veranstaltungen (Tagungen, Lehrgänge usw.) Kurs für Psychotherapie an Kindern und Jugendlichen in München. Vom 2. bis 5. August 1928 veranstaltete die Aerztliche Gesellschaft für Psychotherapie einen Kurs über Psychotherapie an Kindern und Jugendlichen. Der Kurs, der 17 Vorträge bot, war von den Herrn Dr. Seif-München, Dr. Cimbal-Altona und Dr. Eliasberg-München sorgfältig vorbereitet. Er zeichnete sich durch die intensive, harmonische Arbeit aus, die von den Referenten und Teilnehmern in Vorträgen und Aussprachen geleistet wurde. Dabei gab die Verschiedenheit der Lehrmeinungen jedem Referat seine Färbung. Doch ließ sich als einheitlicher Kern die Bemühung herausfühlen, mittels der Methode die realen Aufgaben zu lösen, die durch Neurose, Psychose, Schwererziehbarkeit und Berwahrlosungserscheinungen der Jugend gegeben sind. Wir geben im Folgenden die Titel der Referate, nicht in der Reihenfolge des Vortragsprogramms, sondern annähernd nach Schul- oder Fachrichtung gruppiert. Die Experimentalpsychologie und Pädiatrie war durch folgende Referenten vertreten: Professor Dr. Karl Lewin-Berlin sprach über die Grundgesetze des Kindeslebens und unterstützte seine Ausführungen durch Filmdemonstrationen. Professor D. Katz- Rostock sprach über die Charakterologie des Kindesalters. Professor M. Jsserlin-München über Psychotherapie und Schule, Professor E. Benjamin-München über Erziehungsfehler und ihre Bedeutung für die Entwicklung des Kindes. Aus dem Gebiet der Hypnose und Katharsis stammten die Ausführungen von Professor A. Friedländer-Freiburg über Hypnotische Behandlung von Jugendlichen mit besonderer Berücksichtigung der Psychopädagogik und von Dr. B. Hahn-Baden-Baden über die Psychokatharsis in der Behandlung der Neurosen bei Jugendlichen. Als Vertreter der Psychiatrie und Neurologie behandelte Dr. Cimbal- Altona das Zusammenwirken psychischer und körperlicher Methoden in der planmäßigen Heilerzichung, Professor Löwenstein-Bonn die forensische Begutachtung psychopathologischer Jugendlicher und die Grenzen der Fürsorgegesetze. Dr. von Hattingberg, Dr. G. R. Hetzer und Dr. Eliasberg, München, schlossen ihre Ausführungen an die Fragen der Onanie, Enuresis und des Stotterns an. Von Psychoanalytikern sprachen Dr. K. Landauer-Frankfurt a. M. über Neurosen des Kindesalters als Beispiel Freud'scher Theorien und Dr. H. Meng-Stuttgart über das Kind und die Psychoanalyse. Die Vorträge individualpsychologischer Richtung von Dr. Alfred Adler-Wien über Schwererziehbarkeit, von Dr. Alice Friedmann-Wien über Kontaktfähigkeit nervöser Kinder, von Dr. Leonhard Seif-München über Verwahrlosung und von Dr. Kurt Weinmann- München über Psychopathologie des Kindesalters, speziell der Neurosen, zeigten besonders deutlich, wie weit die Psychotherapie in die Gebiete der Jugendwohlfahrt und Erziehung hereinragt. Auch in der Diskussion wurde dem Thema: Arzt und Pädagoge Raum gegeben, ohne daß es zu einer Klärung der Grenzen in der Zusammenarbeit kam. Fräulein Edith Cohn, Schulpflegerin der Jüdischen Gemeinde- Berlin, hatte Gelegenheit, an dem Kurs teilzunehmen und wird ihre Anregungen für die jüdische Arbeit der Zentralwohlfahrtsstelle überlassen. Der Bericht steht auf Wunsch unseren Lesern zur Verfügung. Die Hauptversammlung des Bundes für Frauen- und Jugendschutz (Deutscher Zweig der Internationalen Abolitionistischen Föderation), des Deutschen National-Komitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels und der Fachgruppe der Fürsorgerinnen an Polizei- und Pslegeamtern findet am S o n n a b e n d, den 2 9. September 1928 im großen Museumssaal, München, Promenadenstraße 12, II statt. Vorträge: Vormittags 10 — 1 Uhr: „Die Wirkungen des neuen Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten." 1. Vom gesundheitlichen Standpunkt: Geh.-Rat Prof. Dr. von Zumbusch, München. 2. Vom für-

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