Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 5 (Juni 1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- 8 Gesurrdheits- und Crholungsfürsorge Kauft Lose der Wert-Lotterie zur Errichtung einer Tuberkulose- Heilstätte für jüdische Männer! Mit Genehmigung des Preußischen Volkswohlfahrtsministeriums wurde der Ziehungstermin der Wertlotterie zur Errichtung einer Tuberkulose-Heilstätte für jüdische Männer auf den 26. September 1928 letztmalig verschoben. Dies war leider notwendig, weil bis zum 5. Juni längst nicht alle Lose abgesetzt wurden und somit der gewünschte Erfolg nicht erreicht war. Wir rufen dringend auf, in der nur noch zur Verfügung stehenden kurzen Spanne Zeit bis zum 26. September alle Anstrengungen zu machen, um die Lose restlos abzusetzen. Die wertvollen Gewinne sind noch um eine große Anzahl von Wertgegenständen bereichert worden. In Berlin sind Lose zu haben: 1. Bei der Jüdischen Tuberkulosefürsorge, Kantstraße 158. 2. Bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Kantstraße 158. 3. Beim Jüdischen Frauenbund, Monbijouplatz 10. 4. Bei der Großloge für Deutschland U.O.B.B., Kleiststraße 12. 5. Bei der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Meineckestraße 10. 6. Beim Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2-4, und bei dessen 23 Bezirkswohlfahrtsämtern in allen Stadtteilen. 7. In den meisten jüdischen Buchhandlungen und jüdischen Kosch erwareng es ch ästen. Neue Richtlinien für Gewährung von Beihilfen aus dem Offenen Fonds der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Tuberkulosefürsorge". Die neuen Richtlinien sind unseren jüdischen Wohlfahrtsstellen und Krankenhäusern übersandt worden. Wir bitten dringend, sie bei Stellung von Anträgen an die jüdische Tuberkulosefürsorge nach jeder Richtung zu berücksichtigen. Weitere Stücke, insbesondere für die Aerzte, denen die Ausfüllung der ärztlichen Gutachtenformulare übertragen wird, stehen auf Wunsch zur Verfügung. Die Richtlinien legen sehr eingehend dar, nach welchen medizinischen Gesichtspunkten Verschickungen vom „Offenen Fonds" berücksichtigt werden können, außerdem, welche Anträge ausscheiden müssen. Sie enthalten fernerhin Angaben über die sozialen Voraussetzungen sowie Winke sür die notwendige nachgehende Fürsorge. Kurzuschüsse. Aus dem offenen Fonds der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Tuberkulosefürsorge" wurden in den Monaten April, Mai und Juni an 4H Patienten Zuschüsse in Höhe von 5057,91 Mark bewilligt. Von den Unterstützten waren: Männer 12, Frauen 16, Jugendliche 4, Kinder 8. Inländer 27, Ausländer 13. Aus Aurich 1, Baifingen 1, Berlin 14, Borsigwalde 1, Breslau 1, Chemnitz 1, Darmstadt 1, Dresden 1, Durlach 1, Egelsbach 1, Essen 1, Euskirchen 1, Fichtengrund 1, Hamburg 3, Harburg 1, Jlsenburg 1, Jena 1, Karlsruhe 1, Luckau 1, Magdeburg 3, Sassin 1, Stuttgart 1, Wittlich 1. Neuanmeldungen: 73. Ein neues jüdisches Krankenhaus in Leipzig. Als Stiftung des bekannten Philantropen Chaim Eitingon ist im Mai 1928 in Leipzig, Eittngonstraße, ein neues israelitisches Krankenhaus begründet worden. In dem schönen zweckmäßigen Neubau sind 79 Krankenbetten vorhanden, außerdem ein ganz besonders bemerkenswertes modernes Röntgeninstitut, ein Institut für physikalische Behandlung und Laboratorien. Das Krankenhaus hat eine innere, eine äußere und eine Tbc.-Abteilung. Die leitenden Aerzte sind Dr. Frankenthal (Chirurg) und Dr. Deuel (innere). Nach Art eines sogenannten Stubenkrankenhauses beträgt die Höchstbelegziffer in einem Raum sieben Betten, die meisten Räume enthalten jedoch nur zwei Betten. Bis jetzt bestand in Leipzig nur ein jüdisches Krankenheim mit einer Station für innere Krankheiten, so daß diese Neugründung ein seit langem bestehendes Bedürfnis befriedigt. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Erholungsfürforge". Am 18. Mai fand eine Sitzung der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Erholungsfürsorge" unter Vorsitz von Herrn Professor Seligmann statt. Fräulein Weinreich gab einen ausführlichen Bericht über den gegenwärtigen Stand der jüdischen Erholungsfürsorge. Infolge sehr mangelhafter Angaben der Entsendestellen und Heime auf den Begleitkarten, konnten genaue, zahlenmäßige Angaben über die Ausnutzung der 29 jüdischen Erholungsheime mit chren 1711 Plätzen nicht gegeben werden. Von den 29 Heimen sind jedenfalls nur 12 mit 155 Plätzen das ganze Jahr geöffnet. Von einigen Gemeinden bezw. Bezirken können laut vorliegender Meldungen die Zahlen der im Jahr 1927 verschickten Kinder angegeben werden: Berlin 1253 Kinder mit 48 457 Verpflegungstagen, Breslau 152 Kinder, Düsseldorf 79 Kinder, Leipzig 127 Kinder, Mannheim 68 Kinder, München 67 Kinder, Nürnberg 76 Kinder, Stettin 56 Kinder, Badischer Bund israelitischer Wohlfahrtsvereinigungen 95 Kinder*). Die Hauptprobleme auf dem Gebiet der Erholungsfürforge liegen 1. in der Durchführung der Planwirtschaft: Vermeiden, daß neue Heime begründet werden, daß die bestehenden Heime außerhalb der Ferien leerstehen. Versorgen genügender Plätze für die großen Ferien. Richtige Auswahl der Kinder. Ausgleich der Pflegegelddifferenzen. 2. in der Erfassung der Kinder aus Kleingemeinden durch die Landes- und Provinzialverbände für jüdische Wohlfahrtspflege. 3. in der Einigung der Erholungsheime auf einen einheitlichen, sozial-ärztlichen Fragebogen. Es erschwert die Arbeit außerordentlich, daß jedes Heim einen anderen Fragebogen, vor allen Dingen ein anderes ärztliches Attestformular hat. Die Ausführungen wurden durch Fr. Guttmann in mehreren Punkten ergänzt. Folgende Beschlüsse wurden gefaßt: Einrichtung einer Zentral-Meldestelle bei der Arbeitsgemeinschaft, d. h. sämtliche Kinderentsendestellen und Kindererholungsheime sollen automatisch jeden Monat auf besonders hierfür auszuarbeitenden Fragebogen Angaben über Verschickung bezw. Belegung machen. Auf Grund dieser regelmäßigen Meldungen kann die Arbeitsgemeinschaft versuchen, einen Ausgleich herbeizuführen. 2. Entwurf eines einheitlichen sozial-ärztlichen Fragebogens für die Heime. 3. Einreichung einer einwandfreien Statistik. 4. Einberufung einer Konferenz der Heimleiter, sowie der Leiter der Entsendestellen für den Winter. Kindererholungsheim „Wilhelminenhöhe" Blankenese bei Hamburg. Die Verwaltung des Kindererholungsheimes macht uns darauf aufmerksam, daß für den Monat August nur noch wenige Plätze für Schulkinder zu besetzen sind. Der Preis beträgt 3 Mk. täglich. Meldungen sind umgehend an Frau Else Hamlet, Blankenese, Schlüterstraße 52, zu richten. *) Anmerkung: Diese Verschickungskosten basieren auf den der Arbeitsgemeinschaft Erholungsfürsorge gemachten Angaben.