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Nachrichtendienst · 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 4

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1928
Issue
Heft 3 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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sckäftsberickck. den Herr Rabbiner Tr. Reinhold Lewin und den Fänan'bericht. den Herr Grabowsky erstatte e, und ein Referat von Tr. Ollendo ff über „Brennende Fragen gegenwärtiger jüdi'che- Wch'f hrts rbeit" schloß sich eine lebhafte Aussprache über eine Re he von Gegenständen, die augenblicklich bei der Ausgestaltung der Wohifahrtsarbeit bedeutungsvoll sind. Die Tagung hat sicherlich dazu beiqetragen, den Zufammerh na der im Ostpreußischen Provinzialverband für jüdi'che Wchlfahrtsvflege verbundenen Gemeinden und Organisationen zu stärken und zu vertiefen. Hauptversammlung des Provin'ialvorbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Sachsen-Anhalt. Am 11. März fand in Magdeburg unter Vorsitz von Herrn Rabbiner Tr. Wilde. Magdeburg, die Hauptversammlung des Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in Sachsen-Anhalt sta t. Als Gäste nahmen an den Verhandlungen der Geschäftsführer der Zentralwchlfahrtsstelle und Herr Tr. Kreutzberger von der Hauptstelle für jüdi'che Wanderfürsorge teil Tic außerordentlich anregend verlaufenen Beratungen werden sicherlich einen wichtigen Schritt vorwärts auf dem Wege der Neuorganisation jüdischer Wohlfahrtsarbeit im mitteldeutschen Gebiet bilden. Sozialer Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes. Mit dem 1. Februar 1928 hat der Soziale Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes eine gemeinsame ^Geschäfts st eile mit der Zentralwohl'ahrtsstelle der deutschen Juden in deren Räumen, Berlin N. L4, Oranienburger Straße 69. II, um seine Aufgaben in stetiger enger Fühlung mit der Zentralwohlfahrtsstelle durckgüh-en zu können. Tie Verbindung zwilchen Aussckmß und Zentrclwrh'frhrtsstelle wird durch Herrn Rabbiner Tr. Emil Levy. Berlin, hergestellt. Ihm sind als Sacht! bearbeiter zwei Rabbinatskandidaten. die Herren Tr. Köhler und Tr. Philipp, beigegeben. Zuschriften für die Geschästs- Mle sind nur nach Berlin N 2t. Oranienburger Ltraste 69,11 zu richten. Anregungen und Mitteilungen allgemeiner Art , bitten wir weiterhin an den Vorsitzenden des Sozialen Ausschusses. Herrn Rabbiner Tr. Jakob Horov'tz. Frankfurt a M., Stausenstraße 30, senden zu wollen. Ausstellung im Rcichsarbeitsmrnisterium. v Zu der Mitteilung über die Ausstellung im Reichsarbeitsministeriums in der vorletzten Rum-; mer des Nachrichtendienstes sei noch folgendes bemerkt: Tie Ausstellung will einen Ueberblick über die Arbeitsgebiete und über die Bedeutung des Gesamtaufgabenkreises des Reichsarbeitsministeriums geben, um auf diese Weise Kenntnis und Verständnis für diese Ausgaben zu fördern. Tie Ausstel'ung ist in fünf Abteilungen gegliedert. Tie 1. Abte'lung zeigt allgemeine und Verwaltungsangelegenheiten. Ver'orgungswefen und Versorgungsrecht, die 2. umfaßt das Gebiet der Sozialversicherung, die .3. gibt einen Ueberblick über Arbeitsmarkt und Berufsberatung, Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung; in der 4. Ab-; tetf’mg wird der A-beitsschutz. der Schutz der erwerbstätigen Kinder, der Juaendl'ck-en. der A"bei erinnen und der Heimarbeit in Bildern vorges'ihrt. Ferner finden wir dort auch Tarstebunaen über Arbeis'echt und Schlichtungswe'en und über das Werden des neuen Arbeitsrechtes. In besonders wirkungsvoller Form werden in der gleichen Abteilung Aufbau und Arbeitsgebiete der freien Wohlfahrtspflege behandelt, unter Angabe der Zahlen für die Anstalten und Einrichtungen der geschlossenen, halboffenen und offenen Wohlfahrtspflege. Außerdem ist in anschaulicher^ Form Zahl enmaterial über Verwaltung»-. Pflege; und Erzieherkräfte und über ehrenamtliche Mitarbeiter gegeben. Schließlich findet sich in der letzten 5. Abteilung eine Ausstellung des Wohnungs- und Siedlungswesens. Tie Ausstellung ist nicht nur durch oie einfache und abwechslungsreiche Art der- Darstellung der einzelnen Arbeitsgebiete. sondern auch durch die klare und harmonische Raumverrellung und Färbenderwendung sehr eindrucksvoll und lehrreich. Sie wird demnächst, nachdem die geschlossenen Führungen, beendigt sind, allgemein zugänglich sein, worüber wir Besonderes bekanntgeben werden. Eine gemeinsame Führung für Mitarbeiter der jüdischen Wohlfahrtspflege ist an einem Nachmittag während der Jüdisch-sozialen Schulungs- Woche beabsichtigt. II. Allcrememe Wohlfahrtspflege und sozialpolitische Grenzgebiete Einleitende Uebersicht. In den vergangenen Jahren war die Zentralwohlsahrtsstelle gezwungen, entgegen ihrer eigentlichen Bestimmung in einer größeren Reihe. von Einzelsällen nicht nur mit Rat und Auskunft, sondern auch durch Gewährung vonBeiHilfen einzugreifen. Durch die erreichte straffe Durchorgani'ierung der jüdischen Wohlfahrtspflege, vor allem durch die Begründung vieler neuer Wohlfahrtszentralen und einer Rehe von jüdischen Provinzialverbänden konnte die Z.W.St. die'e nicht in 'ihrem eigentlichen Aufgabenbereich liegende Tätigkeit abgeben, da ja die Fürsorge für den Einzelfall Sache der lokalen oder provinziellen Stelle ist. Trotzdem mußte die Z.W.St. auch im vergangenen Jahr noch in einer ganzen Anzahl von Fällen solchen hilfsbedürftigen Menschen beistehen, die an einem Orte wohnten, in dem keine jüdische Gemeinschaft ausreichende Hilfe gewähren konnte. Ein kleiner Fonds der' Deutschen Nothilfe ermöglichte der Z.W.St. die finanzielle Hilfe in derartigen Fällen. — Bekanntlich stehen der Z.W.St. in gewissem Umfange R ei chs kred itm i t t el für di; ihr angeschlossenen Anstalten und Einrichtungen zur Verfügung, deren Inanspruchnahme im Verlauf des letzten Jahres und vor allem in den letzten Monaten sehr gestiegen' ist. Eine Anzahl von Darlehnsanträqen ist zur Zeit in Bearbeitung. — Für die soziale Wohlfahrtsrente wird auf die »Mitteilung im letzten Nachrichtendienst hinqewiesen. — ^.Die Sammlung „Jüdische Not", Abteilung der l ZentralwohUahrtsstelle der deutschen Juden, versendet ih-en Rechenschaftsbericht, der die Geschäftsperiode 1. 1. 1926 bis 31. 12. 1927 umfaßt. 1 ' Der gesamte Spendeneingang für diele Zeit betrug Mk. 364653,19, verausgabt wurden .Mk. 361404,69. -! Der Sammlung „JüdUche Not" find 38 freie Berliner jüdische Wohlfahrtseinrichtungen der geschlossenen und halboffenen Fürsorge angeschlossen; sie erhalten aus der Sammlung „Jüdische Not" reqelmäüiq in jedem Monat Beihilfen von insgesamt etwa 14 000 Mk. — Zweck dieser vereinheitlichten Sammlung ist besonders die gerechte Verteilung der eingehenden Geldmittel nach geprüftem Bedarf, und durch diese Zentralisation die Ausschaltung von Sondersammlungen. Alle angeschlossenen Wohlsahrtseinrichtungen haben sich verpflichtet, ihre Eimelbemühungen lediglich aus Mitgliederwerbungen zu beschränken. Tie Geschäftsstelle befindet sich Oranienburger Straße 13-14. Ihre Leitung liegt in den Händen von Frau Ulla Brode. — Der Haupt st eile für jüdische Wauderfürsorge ist es im Laufe des vergangenen Jahres gelungen, ihre Organisation über ganz Deutschland auszudehnen und zum Abschluß zu briuacn. Darüber hinaus sind Beziehungen mit dem A u s l a n d e anqeknüpft worden, um in der Frage der Regelung der Wanderfürsorge eine einheitliche Organisation mit den uns angrenzenden Staaten sicherzustelleu. So sind Arbeitsabkommeu mit der Schweiz, Tschechoslowakei und Oesterreich getroffen worden. Die bisherigen Abkommen mit den außerdeutschen Staaten und die Erfolge, die sie gezeitigt haben, lassen erwarten, daß es in absehbarer Zeit der Hauptstelle getingen wird, eine einheitliche Zentralstelle für alle westeuropäischen Staaten zur Regelung der Wanderfürsorge zu begründen. Ueber die Frage der Organisation hinausgehend, . hat die Hauptstelle im vergangenen Jahre der Frage der Produktivierung der Wanderung ihr besonderes Augenmerk zugewandt. Die Generalversammlung der Hauptstelle hat die Errichtung einer jüdischen Arbeiterkolonie beschlossen, der geschäftsführende Vorstand hat die Vorarbeiten soweit gefördert, daß in Kürze die ersten organisato^ rischen Schritte in die Wege geleitet werden können. Das Interesse und die Mithilfe staatlicher Stellen ist in Aussicht

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