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Nachrichtendienst · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · p. Seite 6

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1928
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Date
1928-02-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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zu stellen. Es soll vermieden werden, daß sich in diesem Jahr wieder eine nicht zu befriedigende Anzahl von Anmeldungen für die Zeit der Ferien zusammendrängt, während die Monate vor- und nachher nicht genügend ausgenutzt werden können. Im Interesse eines Ausgleichs bittet die Arbeitsgemeinschaft Jüdische Erholungsfürsorge, ihr die Belegungspläne, wenn irgend möglich, bis Ostern einzuschicken. VI. BevölkerungspolM Vor kurzem tagte der bevölkerungspolitische Ausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden unter dem Vorsitz von Frau S. Wronsky, Berlin. Der Vorsitzende des Vereins für jüdische Familienforschung, Tr. med. Arthur Czellitzer-Berlin, nahm an der Sitzung teil und berichtete einleitend über die bisherigen Ergebnisse der sogenannten Stammbaumumfragen des Jüdischen Frauenbundes. Im Anschluß daran wurde über zwei Umfragen beraten, die auf Antrag von Frl. Bertha Pappenheim-Frankfurt a. M. und Dr. med. Felix Theilhaber-Berlin Material über die bevölkerungspolitischen Verhältnisse der Juden in Deutschland erbringen sollen. Ten Umfragen wurde grundsätzlich zugestimmt und die genauere Festsetzung des Wortlautes einem kleinen Sachverständigenkreis übertragen, der inzwischen zusammengetreten ist und die ihm übertragene Aufgabe erledigt hat. Tie Erhebungen sollen noch im Frühjahr durchgeführt werden. Ferner wurde für das vom Woblsahrtsausschuß in Aussicht genommene Preisausschreiben über „Das großstädtische Wohnungsproblem und sein Einfluß auf die jüdische Bevölkerung" ein Preisrichterkollegium eingesetzt. Das- Preisausschreiben wird demnächst erlassen werden. VII. Soziale Ausbildungs- und Verufsfragen Unter den st a a t l i ch genehmigten Krankenpflegeschulen (siehe Bekanntmachung des Preußischen Herrn Ministers für Volkswohlfahrt sVolkswohlsahrt Nr. 3 v. 1. 2. 28] vom 23. 12. 1927 — I. M. II 3814 —) finden sich folgende jüdische Anstalten: Berlin: Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde. Breslau: Israelitische Krankenverpflegungsanstalt. Hannover: Krankenhaus des Israelitischen Vereins für» Altersversorgung und Krankenpflege. Wiesbaden: Israelitisches Gemeindehospital. Köln: Israelitisches Asyl für Kranke und Altersschwache. Die Vorschriften über die staatliche Prüfung von Krankenpfleg epersonen werden wir im nächsten Nachrichtendienst veröffentlichen. Das Reichsarbeitsministerium hatte verschiedene große Organisationen, u. a. auch die Reichsspitzenverbände der Wohlfahrtspflege zu einer Besprechung über die Ausdehnung der Unfallversicherung auf in Krankenanstalten beschäftigte Personen im Dezember v. I. eingeladen. Der Reichsverband der privaten und gemeinnützigen Kranken- und Pflegeanstalten Deutschlands hat im Anschluß an diese Besprechung im Einvernehmen mil den Spitzenverbänden eine Eingabe an das Reichsarbeitsministerium gerichtet, in der vor allen Dingen folgendes zum Ausdruck kommt: Den Mitgliedern geistlicher Genossenschaften und Diakonissen ist eine Sonderstellung einzuräumen, da sie nicht im allgemeinen Sinne als Arbeitnehmer gelten, sondern in der Krankenpflege die Erfüllung ihrer religiösen Lebensaufgabe sehen. Dieser Kreis von Personen gehört Mutterhäusern an und müßte infolgedessen von der Versicherungspflicht befreit werden. Für das übrige Personal wird Die Einrichtung einer eigenen Berufsgenossenschaft beantragt. Man hofft, durch eine eigene Berufsgenoffenfchaft die Versicherung den Eigenarten der freien Wohlfahrtspflege besser anpassen zu können und weniger kostspielig zu arbeiten. Ein Bescheid auf die Eingabe steht noch aus. Wegen Einbezieh.ung der Wohlfahrtspflegerinnen in die Unfallversicherung wurde von den Berufsorganisationen der Wohlfahrtspflege Deutschlands eine Eingabe gemacht. Mit Rücksicht auf die erhöhte Unfallgefahr der Wohlfahrtspflegerinnen durch Hausbesuche usw. wäre eine Berücksichtigung der Eingabe besonders zu begrüßen. VIII/Meldung offener Plätze Die eingegangenen Meldungen freier Plätze in den An st alten zeigen gegen den letzten Monat keine wesentlichen Aenderungen. Wir sehen daher dieses Mal von der Veröffentlichung der Meldeliste ab und führen nachstehend nur diejenigen /Heime sowie die Zahl der freien Plätze (soweit sie angegeben wurde) auf, die in der letzten Liste nicht verzeichnet sind: Berlin: Mütter- und Säuglingsheim des Frauenvereins der Berliner Logen U. O. B. B. (1 Säugling), Johanna-Heim (4), Mädchenwohnheim des Jüdischen Frauenbundes (2), Verein für Ferienkolonien jüdischer Kinder (5—10). Eßlingen: Israelitisches Waisenhaus (3). Frankfurt a. M.: Israelitischer Frauenverein. Köln a. Rh.: Moriahort (1), Jüdische Kinderheilstätte Bad Kreuznach. Paderborn: Israelitisches Waisenhaus (8). Worms: Israelitisches Hospital (2). lX. Aus Zeitschriften I. Allgemeines. — Grundlagen der jüdischen Wohlfahrtsarbeit. Recht und Gesetz der sächsischen Juden. L. Ploemacher. Gemeindeblatt der israel. Rel.-Gem. Dresden Nr. 6, Oktober 1927/Januar 1928. Fragen jüdischen Gemeindelebens. Rudolf Stahl. „Um jüdische Wirklichkeit" (Belicht vom Bundestag des Aelterenbundes der „Kameraden" in Dessau 1927.) Der preußische Landesverband. Arthur Lilicnthal. „Um jüdische Wirklichkeit" (Bericht vom Bundestag des Aelterenbundes der „Kameraden" in Dessau 1927.) Von vergangener jüdischer Frauenarbeit in Dresden. Gemeind eblatt der israel. Rel.Gem. Dresden Nr. 6, Oktober 1927. Tie Entwicklung der jüdischen Frauenarbeit von Wohltätigkeit zur Wrhtfahrt und Sozialpolitik. Julie Salinger. Gemeindeblatt der israel. Rel.Gem. Dresden, Nr. 6, Oktober 1927. Tie Arbeit der deutsch-jüdischen Frauen. Margarete Fried. Gemeindeblatt der israel.Rel.Gem. Dresden Nr. 6, Oktober 1927. Die Arbeit der Frau im Zionismus. Dr. Margarete Turnowsky-Pinner. Gemeindeblatt der israel. Rel.Gem. Dresden, Nr. 6, Oktober 1927. Arbeit. Eugen Caspary, Berlin. Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge, Nr. 5, November 1927. Tie israelitische Gemeinde Mainz in der Neuzeit, Darstellung auf Grund der Gemeindeakten. Menorah, Nr. 12, Dezember 1927. Fortbildungskurs für Rabbiner in Karlsruhe. Dr. Heilbronn, Nürnberg-Für.her Gemeindeblatt, Nr. 4, Dezemb.r 1927. Jüdische Not und Nächstenliebe in der Gegenwart. Rabbiner Dr. Bergmann, Berlin. Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde Berlin, Nr. 1, Januar 1928. Bon jüdischer Wchtfahets pflege. Eugen Caspary. Berlin. Berliner Wohlfahrtsblatt, Nr. 1, Januar 1928. Jüdisches Eherecht und jüdische Ehe. Rabbiner Dr. Samuel, Essen. Jüdisch-liberale Zeitung, Nr. 4, Januar 1928. II. Wirtschaftliche Fürsorge und sozialpolitische Grenzgebiete. Ziele und Wege der Wanderfürsorge. Bernhard Feilchenfeld, Köln. Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge, Nr. 5, November 1927. Ausländer vor Gerichten und Verwaltungsbehörden. R.-A. Tr. Werner Fraustädter, Berlin. Jüdische Arbeits- und Wanderfürsorge, Nr. 5, November 1927. Produktivierung der jüdischen Wanderer. Alex Benjamin, Frankfurt a. M. Jüdisches Wochenblatt, Nr. 46, Dezember 1927. Zur Geschichte der jüdischen Kolonisation in Rußland. Dr. Mark Wischnitzer. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden, Nr. 9—12, 1927.

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