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Nachrichtendienst · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · p. Seite 4

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1928
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Date
1928-02-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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- 4 — memden und dem Sozialen Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbiner-Verbandes über die einschlägigen Fragen, zunächst für Preußen, mit dem Ministerium zu verhandeln und alsdann Richtlinien für die Arbeit aufzustellen. Im übrigen wurde von dem Beitritt zu dem neugebildeten „Reichszufammenschluß für soziale Gerichtshilfe, Gefangenen- und Entlasfenenfürsorge", der unter dem Vorsitz des Strafvollzugspräsidenten Muntau in Celle steht, zustimmend Kenntnis genommen. Die jüdische Wohlfahrtspflege wird nach den getroffenen Vereinbarungen wie die übrigen Konfessionen durch drei Vertreter im Arbeitsausschuß des Reichszufammenschlusfes vertreten sein. In der Kommissionssitzung für P s y ch o p a L h e n f ü r - sorge war diesmal die Frage der Beratungsstellen für schwer erziehbare Kinder und Jugendliche Hauptgegenstand der Erörterungen. Im einzelnen galten sie der Aufstellung eines lückenlosen Verzeichnisses der Beratungsstellen, das nunmehr zusammengestellt ist und nur noch durch Verhandlungen mit einigen jüdischen und interkonfessionellen Stellen abschließend ergänzt werden soll. Zum Schlüsse wurde angeregt, sich demnächst mit der Frage von Beobachtungs-Kindergärten und -Horten zu beschäftigen. Tie Kommission für Psychopathenfürsorge ist zur Erteilung aller Auskünfte bereit und würde für jäe Mitteilung aus der praktischen Arbeit der jüdischen .Psychopathenfürsorge jeglicher Art sehr dankbar sein. In der Plenarsitzung der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gesährdetenfürsorge" konnte Herr Sanitätsrat Dr. Seeligsohn mit besonderer Freude zwei ausländische Gäste begrüßen, nämlich die Herren Cohen-London (Generalsekretär der Jüdischen Gesellschaft für Mädchen- und Frauenschutz) und Glücksmann-Buenos Aires (einen der Vorsitzenden der Jüdischen Mädchen- und Frauenschutzorganisation in Buenos Aires). Beide gaben eingehende außerordentlich interessante Berichte über den Stand ihrer Arbeiten. Herr Cohen erläuterte dabei insbesondere die Tätigkeit der internationalen Kommission für die Fragen des Mädchenfchutzes und Nlädchenhandels beim Völkerbund in Genf. Er begrüßte es. mit großer Genugtuung, daß nunmehr in der Arbeitsgemeinschast „Jüdische Gesährdetenfürsorge" eine alle beteiligten jüdischen Organisationen umfassende Zentralstelle für die allgemeinen Aufgaben dieses Gebietes in Deutschland geschaffen ist. Herr Glücksmann berichtete ausführlich über die Organisation in Buenos-Aires und brachte vor allem zum Ausdruck, wie stark die jüdische Mitarbeit in Argentinien bei allen Fragen des Mädchenschutzes und der Bekämpfung des Mädchenhandels sei. Tie Arbeitsgemeinschaft nahm im übrigen von den Ergebnissen der oben erwähnten Beratungen ihrer Unterkommissionen Kenntnis, bestätigte die Wahl von Frau Paula Ollendorff-Breslaü zur Müvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gesährdetenfürsorge" und wählte eine Anzahl von Vertretern anderer Organisationen teils in ihren Kreis, teils in ihre Unterkommissionen hinzu. Ferner würde der Arbeitsgemeinschaft ein eingehendes Rundschreiben über die Mitwirkung der jüdischen Wohlfahrtspflege in der neugeregelten Geschlechtskranken- und Gesährdetenfürsorge, das demnächst ge* meinsam mit dem Jüdischen Frauenbund versandt werden soll, zur Genehmigung vorgelegt. Schließlich wurde ein kurzer Bericht über den Stand der Verhandlungen wegen stärkerer Mitarbeit der jüdischen Jugendwohlfahrts- und Gefährdetenfürsorge im Allgemeinen Deutschen Fürsorge-Erziehungstag gegeben. Alle Anfragen, die in diesem Bericht erwähnte Arbeitsgebiete im allgemeinen und besonderen betreffM, werden an die Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gefäh.'delenfürsorge" oder ihre Unterkommissionen,- sämtlich Berlin N 24, Oranienburger Straße 69, H, erbeten. Im Anschluß an den Bericht über das Gesetz zur" Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten im letzten : Nachrichtendienst und in Ausführung eines Beschlusses der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Gesährdetenfürsorge" wird soeben durch die Z.W.St. und den J.F.B. ein Rundschreiben über die Mitwirkung der jüdischen Wohlfahrtspflege bei der meu geregelten Geschlechtskrankheiten- und Gesährdetenfürsorge verschickt, das wir nachstehend auszugsweise veröffentlichen: Nach kurzer Darstellung der neuen Gesetzeslage fahrt'.das Rundschreiben fort: Im einzelnen dürften in der nächsten Zeit für die jüdische Wohlfahrtspflege die folgenden Aufgaben im Vordergrund stehen: 1. Vertretung iw den Pflegeämtern. Wo bisher noch keine Vertretung der jüdischen Wohlfahrtspflege in den Ausschüssen für die Pflegeämter vorhanden ist, wird eine solche baldigst anzustreben sein. - Hierbei sei darauf hingewieftn, daß es in einigen Orten keine eigenen Ausschüsse oder Kuratorien für die Pflegeämter gibt, zum Teil auch noch keine besonderen Pflegeämter, sondern daß es sich um die allgemeine Vertretung.in den.Ausschüssen der Wohlfahrts-, Jugend- und Gesundheitsämter oder, sonstiger mit dieser Arbeit beauftragten öffentlichen Stellen .handÄt. 2. Mitarbei t in der ö f f e nt lichen G e fä hrde te nf ü rs o r g e. Neben der vorstehend erwähnten Vertretung kommt vor allem auch die Mitarbeit in Einzelfällen in Frage, und zwar sowohl -bei den Pflegeämtern oder.den sonst mit diefer Aufgabe betrauten Stellen, als? auch in Verbindung mit den Berätungsstellen.der Städte untftKreise wie auch der. Versicherungsträger. Tie Herbeiführung dieser Mitarbeit wird auf örtlich verschiedenen Wegen, .erreicht werden .müssen, öfters zweckmäßig durch gemeinsames Vorgehen mit den übrigen Organisationen der freien Wohlfahrtspflege. Von der Mitwirkung in den vorgenannten allgemeinen Stellen abgesehen, bleibt es eine Aufgabe der jüdischen Wohlsahrtsarbejt, auch von sich aus nachzuforschen, ob die durch Aushebung der Reglementierung und Kasernier yngiobdachlos gewordenen Personen eine anderes geeignete Unterkunft 'und Arbeit gefunden haben und sonst das Erforderliche für diese und archere den öffentlichen Stellen, etwa , nicht bekannten Fälle einzuleiten, selbstverständlich immer in Verbindung mit den vorerwähnten öffentlichen Stellen. i 3. Auf die für die praktische Arbeit, auf dem Mebset der Gesährdetenfürsorge! besonders wichtige iF r a g e d e r Z ü - f luchtsh eime für vorübergehende Aufnahme gefährdeter Mädchen fei im folgenden noch.ganz besonders hingewiesen. Es wurde von uns im vorletzterrNachrichtendienst^d^ Erlaß des Preußischen Ministers für Polkswohlfahrt- Herrn Hirtsieser, verössentlicht, ausdemhrrvorgLht,dLß von Staats wogen die Errichtungsolcher Heimedringend befürwortet wird und daß gegLbenenfallsstaatliche Zuschüsse zur Verfügung gestellt werden. Ueber-Aufgaben und. Art solcher Zufluchtsheime ist von der Mitarbeiterin im Berliner jüdischen Wohlfahrtsamt, Fräulein Silbermann, eine ikurze Denkschrift verfaßt worden, -die wir auf. Wunsch zur Verfügung^stellen. Sie schildert die äußere und innere GiMchtuyg idies Mirfluchtsheimes.derBerlinersüdischenGemeinüe,.cherücki.M aber in der Kostenfrage etc., auch-die Verhältnisse und Bedürfnisse kleinerer Gemeinden und weist besonders auf die Orte hin, in denen vor allem solche Heime'erforderlich erscheinen Es dürftendies, vom Ausbau der Berliner, ^Einrichtungen abgesehen, in erster Reihe etwa die folgendem fein: Breslau zugleich für ganz Schlesien' Hamburg „ „ alle Hafenstädte und Hannover, Köln „ „ die Rheinprovinz' und das ' Ruhrgebiet, ' . .. r Hessen, Pfalz und einen Teil von -Baden, :;; ' ,, Sachsen, Thüringen. , Süddeut-chland, ., Ostpreußen. ,. Wir bitten alle Wohlsah rtsstellen, vor allem aber die Gemeinden dringend, gemeinsam mit den jüdischen Wohlfährts- und Frauenorganisationen ihres Ortes, / für die 'Errichtung solcher Heime Sorge zu tragen, uns'über ..ihre. PläNe?.^ü'berichten und' gegebenenfalls Auskünfte': Üsw? von uns zu erfordern.. ’ i Soweit für die Dürchsührung^dieser Pläne Zuschüsse öder Kreditmittel erforderlich find) die im beschrankten. 'Umfange zu beschaffen fein dürften/ büten/wir, soweit es sich .um Anträge der Wohlfahrtsstellen und Gemeinden handelt, sie an die Unterzeichnete MbeitsgemeiNschaft' '„Jüdische Gefährdetenfürsorgtz", Berlin, Dränienbürger Straße 69,'jsoweit ch'ftch um Anträge von' Fraueirorgänisationen handelt, an den Jüdi- , Franffurt Leipzig München oder Stuttgart

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