Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 7 (August 1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Bericht vom 1. 1. 26 bis 31. 12. 26. Im Berichtsjahr wurden in der örtlichen Fürsorge unterstützt: 1. ) 446 Parteien mit 1130 Köpfen durch das Wohlfahrtsamt (hiervon 241 Familien mir 931 Köpfen). 2. ) 66 Parteien mit 98 Köpfen durch die Notstandshilfe. 3. ) In der W a n d e r f ü r f o r g e 2681 Köpfe durch die Wanderfürforgestellc gemeinsam mit dem jüdischen Hilssausschuß. Zusammen 3915 Personen. An Unterstützung wurde verausgabt: zul) 102 706,58 Rm. zu 2) 27 307,45 Rm. zu 3) 41 402,33 Rm. zusammen 171 416,36 Rm. Tas Büro des Wohlfahtsamtes wurde ca. 10704 Mal in Anspruch genommen, d. h. ca. 30 Mal täglich. 34<> der Betreuten sind infolge Erwerbslosigkeit bedürftig geworden; eine große Anzahl davon waren Jugendliche. Bei Erwerbslosen deutscher Staatsangehörigkeit beschränkte sich die Hilfe aus Zuschüsse für Wäsche, Schuhreparaturen und dergleichen und Freitisch in der Volksküche. Bei Ausländern erreichte man meistens, daß an Stelle der ausfallenden Erwerbslosenunterstützung die städtische Wohlfahrts- Unterstützung eint rat. Infolge Steigerung der Mietspreise mußten in 167 Fällen Mietszuschüsse laufend gezahlt werden. Für Rentner, Kleingewerbetreibende und andere Angehörige des Mittelstandes wurde e'.m Notstandshilfe der Synagogeugemeinde begründet, die 32 Haushaltungen mit durchschnittlich 2 Personen und 34 Einzelpersonen in di Kreter Weise unterstützte. Wegen Entwertung der Stiftungen und Ausfall freiwilliger Spenden hat das Wohlfahrtsamt an die Gemeinde einen Antrag gestellt, zwecks Refundierung der Stiftungen einen Betrag in den Etat cinzusetzen. Im Berichtsjahr ist das Jugendamt Köln gegründet worden, das dem Wohlfahrtsamt angegliedert ist. Des weiteren wurden ein Kindergarten vom Israel. Frauenverein, ein Hort und eine Haushaltungsschule für schulentlassene Mädchen von der Moriah-Loge und ein Heim für erwerbstätige junge Mädchen in der Rubenstraße gegründet. Berlin. L i ch t e r f e l d e - O st. Logenheim U.O.BB. Bericht für das Jahr 1926. Im Berichtsjahr waren im Heim 60 Pfleglinge, darunter 13 Ehepaare. Tas Heim ist für Logen-Angehörige bestimmt. Di? Brüder und Schwestern bringen beim Einzug die Möbel mit und erhalten freie Verpflegung, Wohnung und Wäsche. Ter Verpflegungssatz beträgt 100.— bis 150.— Mk. monatlich. Er wird aber nur in sehr beschränktem Maße voll bezahlt. Ein Teil der Insassen bezieht Kleinrentner-Fürsorge. Tie Einnahmen betrugen im Berichtsjahr Mk. 92 000.—, die Ausgaben Mk. 118101 , was einen Fehlbetrag von Mk. 25 400.— ergibt. Frankfurt a. M. Israelitische Waisenanstalt. 45. Jahresbericht für das Jahr 1926. Im Heim werden Waisenkinder aus der Umgebung Frankfurts, in dringenden Fällen auch aus entfernteren Orten, ausgenommen. Tie Kinder besuchen Volks- oder höhere Schulen. Nach Absolvierung verbleiben die Mädchen weitere 2 Jahre im Heim zur gründlichen Erlernung des Haushalts und der Kinderpflege. Während der Lehrzeit können auch die Knaben im Heim wohnen. Im Berichtsjahr waren 75 Kinder im Heim; der Gesundheitszustand war gut. Turnen, schwimmen itud Spielübungen trugen dazu bei. Tie Einnahmen betrugen Mk. 107 248.50, die Ausgaben Mk. 128 511.99. B ünchen. Kinderheim der Israelitischen Jugendhilfe e. V. Bericht für 1926. In dem Kinderheim der Israelitischen Jugendhi se werden in erster Linie verwaiste und gefährdete Kinder im Alter von 2—16 Jahren ausgenommen. Um den Familiencharakter möglichst zu wahren, ist der Betrieb in 4 Gruppen eingeteiilt: 1. Gruppe: 8—10 bis 15 Kinder im Alter von 2—6 Jahren. 2. Gruppe: 8 bis 10 Kinder im Alter von 6 — 10 Jahren 3. Gruppe: 10 bis 15 Kinder im Alter von 10—15 Jahren 4. Gruppe: 10 bis 15 schulentlassene Mädchen im Alter von 14—17 Jahren. Tie schulentlassenen Mädchen werden im Haushalt (Kochen, Waschen, Nähen, Bügeln, Hausarbeit), im Garten und in der Kinderpflege (Körperpflege und Kindergarten) ausgebildet. Ter Gesundheitszustand der Kinder war im Berichts- Gesundheitszustand befriedigend war. Tie Einnahmen betrugen Mk. 28 980.07, die Ausgaben Mk. 28 264.07. 5) a l b e r st a d t. Verein Israelitisches H>eim „Neweh Menuchoh". Bericht vom 1. 7. 26. bis 31. 6. 27. Im Berichtsjahr waren im Heim 9 Pfleglinge, deren Gesundheitszustand besiedigend war. Tie Einnahmen betrugen Mk. 7 692.80, die Ausgaben 7 415.47. Unna. Israelitisches Altersheim für Westfalen. Ter 23. Jahresbericht erscheint zum ersten Male seit dem Jahre 1914 wieder gedruckt. Tas Berichtsjahr steht unter dem Zeichen des wirtschaftlichen Wiederausbaus des Heimes und der Rückkehr zu den Vorkriegsverhältnissen. Tas Haus bewohnten 28 Frauen und 13 Männer, darunter Ehepaare. Ter Gesundheitszustand der Insassen war im allgemeinen sehr gut. Ter Kreis der Aufnahmesuch enden hat sich' nach dem Kriege stark vergrößert und das Heim erwies sich als zu klein. Größere Erweiterungspläne mußten aus Geldmangel vorläufig zurückgeftellt werden. Von der Regierung ausschließlich zu Ausbauzwecken zur Verfügung gestellte Rm. 20 000 bilden den Anfang zu einem Baufonds. Im Berichtsjahr hat man eilte gründliche Renovierung und Ausbesserung des Heims vorgenommen. Bemerkenswert ist die große Zahl kleinerer Stiftungen, (ca. 500), die dem Heim vor dem Kriege zugute kamen und deren Vermögen durch Inflation eingegangeu ist. Nach der Währungsstabilisierung gründete man einen Stistungsfonds, welcher im Jahre 1926 bereits aus Mk. 6 000.— gestiegen ist. Tie Einnahmen betrugen im Berichtsjahr Mk. 59 259.19. Sie setzten sich in der Hauptsache aus MitgliedsbeitrÄgeu, Spenden und Verpflegungsgeldern zusammen. Tie Ausgaben betrugen Mk. 55 669.93, sodaß ein Ueberschuß von Mk. 3 589.26 zu verzeichnen ist, der zur Ausfüllung des durch Rvparaturausgabcn in Anspruch geuommetien Stiftungsfonds verwandt worden ist. vm. üeranftaltungen (tagungen, Ueljtgänge UflB.) Der S i e d l u n g s a u s s ch u ß des Reichs-Bundes jüdischer Frontsoldaten veranstaltete am 15. 10. 27 eine von allen jüdischen Organisationen besuchte eindrucksvolle Kundgebung: „Der jüdische Bauer auf deutscher Scholl e". In der Begrüßung durch den Vorsitzenden, des Reichsbundes, Tr. Leo Löwenstein, wurde in der Tatsache des relativ großen Anteils der ländlichen Bevölkerung unter den Mitgliedern des R. I. F. eine Begründung der Siedlungsarbeit gegeben. Vor allen Dingen haben sich aber auch die Mitglieder des R. I. F. durch ihre Teilnahme