Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 7 (August 1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 ung ihrer Teilnehmer von der Berufsarbeit während dieser Zeit zur Voraussetzung. Ta die Nebergangsbestimmungen ähnlich wie hei den Fürsorgerinnen für vier bis fünf Jahre Geltung haben werden, dürste es den Kommunalverwaltungen und den Organen der freien Wohlfahrtspflege möglich sein, die Teilnahme der in Betracht kommenden Persönlichkeiten yn den Kursen zeitlich so zu regeln, daß ihrer Beurlaubung unüberwindbare Schwierigkeiten nicht entgegenstehen. Kursusteilnehmer, die eine bestimmte Verwaltungsprüfung abgelegt haben, können von Fall zu Fall in solchen Fächern, in denen sie bereits, mit Erfolg geprüft wurden (Staats- und Verwaltungsrecht, Bürgerliches Recht usw.), vom Unterricht befreit werden. Eine Ko nferenzderSozialenFrauen schulen (Wohlfahrtsschulen^Teutschlands hat in den letzten Tagen des Oktober in Berlin unter dem Vorsitz von Tr. Alice Salomon stattgefunden. Zum ersten Male nahm an der Konferenz) außer den Vertretern von 33 sozialen Frauenschulen auch der Vertreter einer männlichen Wohlfahrtsschule teil. Wesentlichstes Ergebnis der Konferenz war die Erarbeitung einheitlicher Anschauungen über die Fortentwicklung des sozialen Ausbildungswesens. Tabei wurde im besonderen die Nutzbarmachung der Wohlfahrtsschule für die Ausbildung zum Anstallsdienst erörtert. Besondere Beachtung fand auch die Ausbildung der Strafvollzugsbeamtinnen. Ferner bezogen sich die Verhandlungen auf die Vertiefung der Ausbildung der Arbeitsnachweisbeamtinnen und Berufsöeraterinnem Tie Konferenz stellte sich einheitlich auf den Standpunkt, daß der Durchgang durch die Fachschule Voraussetzung für den Aufstieg in höhere Posten ist. Ergänzend müßte nach praktischer Bewährung ein weiteres theoretisches Studium akademischen Charakters hinzutreten. (Soziale Frauenakademie, Verwaltungsakademie, Universität.) Das darf nicht ausschließen, daß in einzelnen Fällen besonders geeignete Kräfte auch ohne weitere Ausbildung zu leitenden Posten aufsteigen. Für Frauen, die ein Universitätsstudium abgeschlossen haben, wurde zum Eintritt in die Wohlfahrtsarbeiten der Durchgang durch eine soziale Fachschule (Wohlfahrtsschule oder Frauenakademie) gefordert. Die Westfälische Verwaltungsakademie veranstaltet im Winter 1927/28 wie in den beiden vergangenen Jahren wiederum Vorträge für Sozialbeamte und -Beamtinnen. Die Vorträge werden nacheinander in verschiedenen Orten der Provinz Westfalen abgehalten werden. Zur Behandlung kommen in jeweilig 2 Vorträgen am gleichen Nachmittage folgende Materien: Hygiene in Handels- und Bürobetrieben. — Zeitgemäße Fragen aus der Verwaltungspraxis der Gesundheitsfürsorge. — Gefangenenfürsorge vor, während und nach der Haft. — Neuzeitlicher Kteinwohnungsbau. — Wohnungsaufsicht und Wohnungspflege. — Soziale Hilfsmöglichkeiten öffentlich-rechtlicher Körperschaften. — Ter lebendige Fürsorgefall und unsere Maßnahmen. Weitere Auskünfte erteilt die Zentralgeschäftsstelle der Westfälischen Verwaltungsakademie zu Münster i. W., Johannisstraße 9. V». Mitteilungen des Archiv; und berichte (Auszüge) Elberfeld. Jüdischer Wohlfahrtsverband. Tätigkeitsbericht über das Jahr 1926. Wegen ungünstiger Arbeitsmarktlage wurde eine Notgemeinschaft zur Abhilfe der Erwerbslosennot gegründet (insbesondere zur Unterstützung erwerbsloser Ausländer). Ferner wurde eine Schreibstube für Arbeitslose, sowie Fortbildungskurse für Buchführung, Stenographie, Schreibmaschine und Lackschrift eingerichtet. Vom 1. 4. 26 bis 1. 1. 27 wurden für diesen Zweck Mk. 8000 verbraucht. Die Kasse für Durchwandernde wurde geschlossen und die Mittel an die Kasse nach Köln überwiesen. Zur Schulung jüdischer Sozialarbeiter wurde ein Kursus abgehalten, der im nächsten Jahre auf breiterer Basis durch geführt werden soll, um dadurch neue Kräfte für die Arbeit zu gewinnen. Tie Erholungs-, Gesundheits- und Tuberkulosensürsorge wurde von den Elberfelder Vereinen in engster Verbindung mit dem Wohlfahrtsverband bearbeitet. So hat z. B. der Israel. Frauenverein 1926 eine Tageskolonie für 75 Ferienkinder eingerichtet. Die durchschnittliche Gewichtszunahme der Kinder betrug V-/-> Pfund. Die Ausgaben betrugen Mk. 976,16. Ein Mädchenklub für schulentlassene Mädchen wird vom Frauenbund unterhalten. Der Jüdische Frontbund hält für männliche und weibliche Jugendliche Sport- und Leibesübungen ab. Bei dem Arbeitsnachweis, dessen Vorsitz die Loge führt meldeten sich: Männliche Arbeitssuchende 38, gemeldete Stellen 6, Vermittlungen 6 weibliche Arbeitssuchende 36, gemeldete Stellen 17, Bermittlungen 8. Außerdem hatten sich 51 auswärtige Arbeitssuchende gemeldet, die an das Kartell in Berlin,mit dem der Elberfelder Arbeitsnachweis regelmäßig zusammenarbeitet, weiter gegeben wurden. Hamburg. Wohlfahrtskommission der Deutsch-Israel. Gemeinde. Dem Tätigkeitsbericht für 1926 (nach einem Vortrag von Marta Samson) entnehmen wir folgendes: Bezirkspflege. Das Stadtgebiet ist in 13 Bezirke eingeteilt, in denen 70 ehrenamtliche Pfleger arbeiten. Jedem Pfleger sollen höchstens 6 Fälle anvertraut werden. Siechenpflege. Die Siechen werden im Heim Schäferkamps-Allee 29 untergebracht. 12 Personen befinden sich in Privatpflege und werden von einer Gemeinde-Schwester versorgt. Fürsorgeausschuß. Ter Fürsorgeausschuß, entscheidet über die Unterstützungsanträge der Bezirksvorsteher. Im Jahre 1926 hat er in 17 Sitzungen ca. 260 Fälle bearbeitet. In der Rechts-Abteil ung werden Rechtsauskünste durch Anwälte erteilt und nötigenfalls juristischer Beistand gewährt. Die Gesundheitsabteilung besteht aus 3 Mitgliedern der Kommission für das Wohlfahrtswesen, 1 Vertrauensarzt und Gemeindeschwestern. Außer der laufenden Unterstützung bekommen die Kranken Krankengeld, nötigenfalls wird auch Krankenpflegerin gestellt. In der Lebensmittel - Abteilung werden Lebensmittel zu einem Einheitspreis von 15 Pfg. verabfolgt. Jede Familie erhält 8—30 Pfd. pro Kopf monatlich. Diese Abteilung wird von ca. 40 bis 60 Familien im Monat in Anspruch genommen. In der Volksküche werden ca. 80—100 Portionen täglich ausgegeben. In der Kleide rkammer werden 2 Mal wöchentlich an ca. 20—30 Leute Kleider und Wäsche verabfolgt. Seit April 1926 ist ihr eine N ä h st u b e zur Instandsetzung der Sachen angeschlossen. Ter Feuerungsausschuß, hat im Winter 1926 an ca. 600 Familien je 20 Zentner Feuerung verteilt. W a r e n - K l e i n h a n d e l. In dieser Abteilung werden vorzugsweise Schokolade und Zigaretten an Kleinhändler, denen es an nötigen Betriebsmitteln fehlt, abgegeben. Ca. 20 Personen beziehen regelmäßig fast täglich Waren. Das Israelitische Vorschuß-Institut gewährt Darlehen bis zu Mk. 150.—, für die der Fürsorge-Ausschuß bürgen darf. Im Jahre 1926 beliefen sich die Ausgaben der Kommission für das Wohlfahrtswesen auf Mk. 140000.—. Insgesamt wurden 800 Leute unterstützt. Köln. Wohlfahrtsamt der Synagogengemeinde (vergl. wegen des Jugendamts Nachrichtendienst Mai—Juli Seite 1).