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Nachrichtendienst · 1927-08-01 · Heft 7 (August 1927) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 7 (August 1927)
Date
1927-08-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 erwächst die Pflicht, ihre Kraft einzusetzen für die Erneuerung eines gesunden Familienlebens. Der Wohlfahrts-Ausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer G e m e i n d e n. Der Aufruf des Wohlfahrtsausschusses des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden wendet sich insbesondere auch an die jüdischen Wohlfahrts- und Jugendämter; denn ihre Aufgabe ist es mit in erster Linie, durch vorbeugende Fürsorge jeder Art die Kraft und Gesundheit unseres Nachwuchses zu fördern. Mitteilungen ttcr Schriftiettung. Der Nachrichtendienst erscheint mit der vorliegenden Nummer zum 'letzten Male in der bisherigen, einen 3 -4 monatigen Zeitraum umfassenden Form. Vielfachen an uns gelangten Wünschen folgend, wird er vom 1. Januar 1928 ab monatlich herausgegeben werden, um eine schnellere Zeitfolge der an die Wohlfahrtsstellen im Reich gelangenden Nachrichten zu ermöglichen. Hierdurch wird auch die Möglichkeit gegeben werden, Mitteilungen, Sitzungs-Einladungen u. a. der Landes¬ und Provinzialverbände im Nachrichtendienst zur Kenntnis zu bringen. Wir bitten, hiervon sowie von der Einsendung sonstigen Materials reichlich Gebrauch zu macheu. Ats Schlußtermin für gewöhnliche Einsendungen wird der 1., für eilige Einsendungen der 5. jeden Monats bestimmt. Erscheinungstag wird der 15. jeden Monats sein. Ueber die Einzelheiten der Materialeinsenduwg wird den Wohlfahrtsstcllen ein besonderes Rundschreiben zugehen. Im übrigen sind Verhandlungen über einen weiteren Ausbau des Nachrichtendienstes cinqeleitet, die voraussichtlich in nächster Zeit zu einem Ergebnis führen. werden. I. orggnMwn—Tttlgcmcinc; In Ergänzung der Bemerkung in der letzten Nummer des Nachrichtendienstes über Z u w a h l e n z u m geschäft s - führenden V o r st a n d wird mitgeteilt, daß als Vertreter des Sächsischen Israelitischen Gemcindeverbands .Herr- Rudolf Schick in Leipzig und als Vertreter des Wohlfahrts- und Jugendamtes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Herr Eugen C a s p a r y in den geschästssührenden Vorstand eingetreten find. Der Jüdische Frauenbund hat seinen Wiedereintritt in die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden erklärt. Die Satzung der Z e n t r a l w o h l f a h r t s st e l l e, welche der letzten Nummer des NachrichteudieusteS beigelegen hat, ist inzwischen in das Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin-Mitte eingetragen worden, ebenso die Veränderungen im Vorstand. Der g es ch ä s t s f ü h r c n d e Vorstand trat in der Berichtszeit zu einer Sitzung zusammen. Aus der Tagesordnung seien von besonders bedeutungsvollen Fraqeit hervorgehoben: Besprechung der Auswirkungen der Londoner Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels (vergl. hierzu auch die Vorschläge Seite 4), ferner Berichte über die Begründung eines Psychovathen-Heimes, über das eine Entscheidung noch nicht gefällt ist, sowie über die Reform- Arbeiten aus dem Gebiete der Fürsorge-Erziehung, die erfreulicherweise weiteren guten Fortgang nehmen. Bei Erörterung der Finanzlage wurde auf die d r i u - gen de Notwendigkeit 'hingewiesen, soweit die Mitgliedsbeiträge für 1927 noch nicht eingegangen sind, alle beteiligten Stellen dringend um die sofortige Ueber Weisung der Beiträge zu bitten. Eine Jüdisch-soziale 2 ch u 1 u n g s w o ch e i n Berlin wird voraussichtlich iu der Zeit vom 15. bis 2 0. Januar 19 28 stattfiuden. Sie wird von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden unter Mitwirkung der anderen, an der jüdisch-sozialen Ausbildung beteiligten Organisationen veranstaltet werden, von denen — ohne daß heute bereits eine vollständige Liste gegeben werden kann — die folgenden genannt seien: Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands, Bund der jüdischen Kranken- und Pflegeanstalten, Deutsch-Israelitischer Gemeinde-Bund, Jüdischer Frauenbund, Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge, Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände, Sozialer Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbiner-Verbandes, Vereinigte Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise, Wohlfahrts- und Jugendamt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Jüdische Kinderhilfe in Berlin. Die jüdisch-soziale Schulungswoche ist insbefoMeM^Ur jüdisch-soziale Berufsarbeiter und an leitenden ehrenamtliche Mitarbeiter in der jüdischen WohlfahtsW^R sowie für Rabbiner, Lehrer und Lehrerinnen gedaA^MM wird die Gebiete der Wirtschaftsfürsorge und Sozial^^^ (mit besonderer Berücksichtigung der Arbeits- und Ber^W fürsorge), der Erziehungs- und der Gesundheitsfürsorge um'-Z fassen. Ein ausführliches Programm wird im Laufe des' Monats Dezember versandt werden. Anfragen können bereits jetzt an die Geschäftsstelle der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gerichtet werden. Jüdische Gemeinden, Wohlfahrtsverbände, Logen. Vereine usw. werden darauf hingewiesen, daß unser Wohlfahrtsfilm "Ein Freitag Abend", der bisher mit größtem Erfolg 63 mal im Reich und 21 mal in Berlin aufgeMltt worden ist, auch für diesen Winter wieder zur Verfügung steht. Bestellungen werden an die Geschäftsstelle erbeten, die auch nähere Auskünfte über Verleihbedingungen gibt. Am 30. Oktober 1927 fand in K ö l n die Generalversammlung des Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in der Rheinprovinz, am 13. November 1927 in Frankfurt a. M. eine Vorstandssitzung des Landesverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in .Hessen und Hessendkassau statt. Die Zentralwohlfahrtsstelle war in beiden Sitzungen durch den Geschäftsführer vertreten. Ein ausführlicher Bericht über die Kölner Verhandlungen wird demnächst von der Geschäftsstelle des Provinzialverbandes herausgegeben werden und im nächsten Nachrichtendienst erscheinen. Die L a n d e s w o h l s a h r t s st e l l e d e s S ä ch s i s ch e n I s r a e l i t i s ch e n G e m e i n d e v e r b a n d es hielt ihre erste Tagung seit ihrer Begründung am 23. Oktober 1927 in Zwickau in Sachsen im Hause des Herrn Schocken ab. Es waren Teilnehmer von den Gemeinden Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen i. V., Zwickau und Zittau erschienen. Die Zentralwohlfahrtsstelle war durch Frl. Weinreich vertreten. Den Vorsitz führte Herr Rechtsanwalt Salinger, Dresden. Frau Julie Salinger, Dresden, berichtete über die wichtigsten neueren Wohlfahrtsgesetze. Fernerhin wurden eingehende Berichte über die Tätigkeit der Landeswohlfahrtsstelle Sachsen sowie der Wohlfahrtsstellen Tresderr, Leipzig, Chemnitz und Plauen erstattet. Auf Anregung von Herrn Schocken, Zwickau, beschäftigte sich die Versammlung ganz besonders mit den wichtigsten Fragen der produktiven Fürsorge (neue Wege für Arbeitsbeschaffung). Außerdem wurde die Zentralwohlfahrtsstelle aufgefordert, einen Leitfaden (oder Merkblätter) über die neuen Wohlfahrtsgesetze für die Vereine und die Helfer herzustellen. Ferner wurde die Zentcalwohlfahrtsstelle gebeten, dahin zu wirken, daß die verschiedenen Heilstätten, Erholungsheime und auch alle übrigen Wohlfahrtsanstalten einheitliche Ausnahme- und Fragebogen einführen. Tie Zentralwohlfahrtsstelle wird sich mit den Vorschlägen noch näher beschäftigen. In Recklinghausen ist in der Berichtszeit ein israelitisches Wohlfahrtsamt neu gegründet worden, in dem fünf Wohlfahrtsvereine der Synagogengemeinde zusammengeschlos-

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