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Nachrichtendienst · 1926-11-01 · Heft 5 (November 1926) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 5 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 ständen unter Beibringung der selbstschuldnerisch in Bürgschaft einer Synagogengemeinde oder dergl. eine höhere Beleihung (bis zu etwa 30—35 Proz.) gewähren. Die aus diesen Mitteln gewährten Darlehen sind in bevorzugter Weise zur Erhaltung und Erweiterung der bestehenden Anstalt bestimmt. Für die Beleihung kommt nur die erststellige Hypothek in Frage. Wir bitten dringend, diese Kreditmöglichkeit anszunntzen und sich mit unserem Büro zwecks Beratung über eine Kreditaufnahme in Verbindung zu setzen. Durch Vermittlung der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege erhielten wir vom Central Relief Committee aus einer kleinen Stiftung von Tr. Thuner einen Betrag von 50 Dollar für notleidende Studenten, desgl. 50 Dollar als Beihilfe für eine Anstalt. Durch Vermittlung des Central Relief Committees in Amerika ist eine T e u t f ch - A m e r i k a - S t i s t u n g als „ein Denkmal der Heimatliebe und Opfer, welche die Deutsch- Amerikaner in schwerer Zeit durch Vermittlung des Ceutral- Committees dem deutschen Volke brachten", errichtet worden. Das Stiftungskapital ist nach einem entsprechenden Schlüssel unter die sieben Spitzenrerbände der freien Wohlfahrtspflege verteilt worden, die Zentralwohlfahrtssteile hat einen Anteil von 6030 Mark erhalten. Diese 6000 Mark bleiben dauerndes Eigentum der Zentralwohlfahrtsstelle. Sie dürfen nur als kurzfristige Darlehen an hilfsbedürftige Anstalten gegeben werden. Die Spitzenverbände müssen für die von ihnen befürworteten Darlehnsgesuche die Bürgschaft für Zins- und Rückzahlung übernehmen. Die Zinsen, die bis auf weiteres auf 5 Prozent jährlich festgesetzt worden find, fliesten der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege, der Verwalterin der Stiftung, zu. Die erste Vergebung des Betrages ist erfolgt. den verschiedensten Fürsorgebehörden verhandelt hat, und daß durch diese neue Regelung eine wesentliche Ersparnis an Kosten für die jüdische Wohlfahrtspflege erzielt worden ist. Der Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden macht darauf aufmerksam, daß in Zukunft für die Unterstütz u n g von K u l t u s b e a m t e n bzw. bereu Witwen im neuen Etat des Preußischen Landesverbandes Mittel zur Verfügung stehen. eefumlljritsfürforge In den Monaten September 1926 bis Februar 1927 wurden folgende Zuschüsse aus dem offenen Fonds der „Jüdischen Tuberkulosefürsorge" gewährt: Im September Im Oktober Im November Im Dezember Im Januar Jin Februar an 17 Patienten an 16 Patienten an 1! Patiencen an 13 Patienten an 7 Patienten an 6 Patienten 2550 M. 2134 M. 1511 M. 1558 M. 1335 M. 877 M. Neu angemeldet waren im September 10, Oktober 9, November 20, Dezember 6, Januar 12, Februar 13 Fälle. Von den 70 Unterstützten waren: Männer 31, Frauen. 30, Kinder und Jugendliche 8, davon 45 Inländer, 21 Ausländer. Die Patienten stammten aus: Barmen, Berlin, Braunschweig, Breslau, Bricg. Cassel, Darmftadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Emden, Gelsenkirchen, Hachenburg (Hessend .Höchst, Jhringen, Ilmenau, Jena, Karlsruhe, Köln a. Rh., Leipzig, Mannheim, Mettmann. Ofseabach a. M., Pforzhenn. Ratibor, Reichenbach, Rh'ydt. Saarbrücken, Thale. Zwickau. Von den jüdischen Wohlfahrtsämtern, die im letzten Jahre bereits den V c r k a u f v o n Wohlfahrt s b r i e f m a r! e u der Deutschen N o t h i l f e übernommen haben, erfahren wir, das; folgende Einnahmen erzielt wurden, die den verschiedenen Zweigen der praktischen Fürsorge zugute gekommen sind. (Breslau 1032 Mark, Darmftadt 120 Mark. Dresden 397 Mark, Frankfurt 535 Mark. Karlsruhe 488 Mark, Leipzig 129 Mark, München 1.585 Mark, Stettin 30 Mark, Stuttgart 576 Mark.) In diesem Jahre hat in einigen Städten das städtische Wohlfahrtsamt den Vertrieb der Marken übernommen. Wo dies nicht der Fall ist, halten wir den Vertrieb durch die jüdischen Stellen für die Beschaffung von Mitteln recht zweckmäßig, zumal der jetzt außerpostalische Vertrieb ausschließlich im eigenen Interesse der örtlich vertreibenden Stellen liegt. Für Zweck? der K i n d e r s p e i s u n g und für das Jahr 1926 zwei. Millionen Mark vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft bewilligt worden. Ferner hat der Hauptausschuß des Preußischen Landtages für den gleichen Zweck drei Millionen Mark in den Etat eingesetzt. Die Berte'- lung geschieht durch den Deut i ch e n Z e n t r a k a n s s eh u ß für die Au s l a n d sh i l se. Das G ld wird an dir Mistelstellen des Zentralausschuftes weiteraeleitet. Bei diesen sind' Anträge jüdischer Einrichtungen zu stellen. Aus einem Betrag, den der Deutsche Zentralansschuß für die Auslandshilse vor einiger Zeit an Ostpreußen über wiesen hat, hat der Verband für jüdische Wohlfahrtspflege für das Ferienheim Neuhäuser 1500 Mark erhalten . Der W ü r t t e m b e r g i s ch e Landesverband f ü r indische Wohlfahrtspflege teilt mit, daß insolae seiner Bemühungen die Bezirkssürsoreebeßörde He-'laronn. in deren Bezirk sich das jüdische Landesasyl Sontheim befindet, di? vorläufige F ü r s o r g e p f l i ch t für sä m tlich e I n - fass e n des Altershei m s, die nach de c Verordnung über die Fürsorgepflicht Anspruch auf gehobene Fürsorge haben, übernehmen wird. Wir bemerken dazu, daß der Württembergische Landesverband in dieser Angelegenheit jahrelang mit Die Zentralfürsorgeststle der Harzheime gemeinnütziger Wohtfahrtsvereine E. B.. Braunschweig. Moltkestraße 12. gibt durch Rundschreiben bekannt, daß auch im Jahre 1927 die Harz Mittelstandsheime (in Harzburg, Blankenburg, Brannlage t'iz.) sowie die Oberharzer Jugendheime (Hahnenklee. Brannlage, Schierst') Eiholungsbedürflige bei Mittelstandes und Jugendliche ausnehmen. In den Mirtelstandsheimen beträgt der Pensionspreis 1,50 M.. in den Oberharzer Jugendheimen 2 3 M.. für Schnl'ntkassene und Studierende 3 Mark pro Tag. (Interkonfessionell.) Tie Zentralwohlsahrtssielle der deutschen Juden inib de. Bund der jüdischen Kranken und Pilegeanstasten Deutschlands hatten gemeinsam am Montag, dem 17. Januar 1927 die Vertreter jüdischer Kranken- und Pslegeanstalten sowie die Vertreter einer ganzen Reihe bedeutender städtischer und interkonfessioneller Krankenhäuser, desgt. das Wohlfahrtsamt der indischen Gemeinde, die Berliner Rabbiner, verschiedene Vereine und interessierte Einzelversonmc zu einer Ausivrache über die soziale K r a n k e n h a u s f ü r s o r q e eingeladen. Unter Leitung von Pros. Dr. Seligmann wurde das Thema nach e'nlststnden Ausführungen des Herrn Tr. Philivvsborn vom. Standvnnst d's Seelsorgers (Rabbiner D". Löwenthal), des Arztes (Gch -Rat Dr. Strauß), der jüdischen Anstal^sverwr-ltung (Direktor Dr. Kobnraer), des Wohlsahrtsamt's (Engen Caspary, beleuchtet: di-' Ausgaben und die ersordest'ch? Ausbildung von Frl. Frieda Weinreich (Zenlralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden) geschildert. Ausgaben und Ziele der sozialen Krankenhaussürs-orqe sind fest umrissen. ne erstrecken sich einmal aus den, Kranken selbst, zum anderen ain s-ine Familie, die hilflos zurückgeblieben ist. Hi'r must die Verbindung geschaffen, für die Abstellung wirtichastlich'r und gesundheitlicher Nöte gesorgt werden. Ti? Uebersührnng des Olene'enen. in das Berufsleben, die Betreuung des noch behondlungsbedürstigen Entlassenen sind vorzubereften! die Verbindung mit den Organm der allgemeinen und freien Wohlfahrtspflege ist herzuststl'n. Alle Referenten waren sich darin einig, daß eine beamtete, gut vorgebildete soziale Krankenhausfürsorgerin (möglichst Ge-

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