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Nachrichtendienst · 1926-11-01 · Heft 5 (November 1926) · p. Seite 2

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 5 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Für abends 1-S Uhr ist zu einem Zusammensein der zur Mitgliederversammlung Erschienenen im Logenhaus, Kleiststraßr 10, eingeladen worden. Folgende neue örtliche W o h l f a h r t s z e n t r a l e n sind in der letzten Zeit gebildet worden: E s ch w e g e : Arbeitsgemeinschaft für Wohlfahrtspflege unter der Leitung eines Gemeindeältesten. 4 Vereine zusammengeschlossen. M a gdeburg: WohlfahrtsftellL der Syi.agogen-Gemeinde. Große Schulstraße 2. R a t i b o r : Wohlfahrtskommission der Synagogen-Gemeinde. Vorsitzender: Rabbiner Tr. Krengel. 4 Vereine zus a m m en gesch lassen. Saarbrücken: Zentralstelle für jüdische Wohlfahrtspflege. Vorsitzender: Rabbiner Tr. Ernst Jacob, Saarbrücken 3, Tudweilerstraße 60. 6 Vereine zusammengeschlossen. Besondere A b t e i l u n g e n s ü r I u g c n d w o h l f a h r t und Jugendfürsorge bestehen aus Grund der Satzungen bei dem Wohlfahrts- und Jugendamt der jüdischen Gemeinde Berlin, bei dem Wolstfahrts- und Jugendamt der isr. Gemeinde in Mannheim und bei dem Wohlfahrtsamt des Verbandes bayerischer isr. Gemeinden in München. In anderen jüdischen Gemeinden wurden zur Durchführung der praktischen Arbeit besondere Abteilungen für Jugendwohlsahrt innerhalb der Wohlfahrtsämter gebildet, bzw. bestehen besondere Vereinigungen für diese Aufgaben. So z. B. in folgenden Gemeinden: Braunichweig, Breslau (Kinderfürsorge des I. F. B.), Elberfeld (Kommission für Vormundschaftswesen ) Frankfurt a. M. (Kommission für Kinderfürsorge), Karlsruhe (Ausschuß für Jugendfürsorge), Köln a. Rh. (Ausschuß für Jugendfürsorge), Magdeburg, Stettin. Es wird sich empfehlen, derartige Ausschüsse in alle jüdischen Wohlfahrtsämter eiuzubauen und bei Bildung neuer örtlicher Zentralen^ die Gliederung in verschiedene Abteilungen bzw. Fachausschüsse von vornherein ins Auge zu fassen. Wie wir aus Köln erfahren, ist dort neuerdings ein Jugendamt der israelitischen Gemeinde gegründet worden. Nene I u g e n d r i n g e im Sinne des Reichsa u s s ch u s s e s der jüdischen I u g e n d v e r b ä n d e wurden in Breslau und in Hamburg gebildet. Auch in Kassel, wo ein neu gebildeter Jugendring sich in erster Linie kulturellen Ausgaben widmen will, ist die Mitarbeit der Jugendlichen bei der sozialen Arbeit ins Auge gefaßt worden. Ein jüdisches Jugendheim für alle angeschlossenen Verbände hat der Landesausschuß Berlin in den Räumen des Volksheims Dragonerstraße geschaffen. Im Oktober 1926 hat sich die Hauptstelle für jüdische Arbeitsnachweise mit dem Arbeitsnachweiskartell des jüdischen Frauenbundes zusammengeschlossen und die Vereinigte Zentrale für jüdische A r b e i t s n a ch w e i s e in Deutschland (Geschäftsstelle Berlin N, Auguststraße 17) begründet. Sowohl der Frauenbund als auch die .Hauptstelle für jüdische Arbeitsnachweise haben nunmehr ihre seitherige selbständige Arbeit auf dem Gebiet des Arbeitsnachweiswesens eingestellt. Die vereinigte Zentrale macht es sich zur Aufgabe, das gesamte jüdische Arbeitsnachweiswesen organisatorisch zu erfassen, den inneren Betrieb der bereits bestehenden Arbeitsrrachwcise im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen auszubauen, einen Stellenaustausch der Arbeitsnachweise untereinander durchzuführen, insbesondere aber in großzügiger Weise die Stellenvermittlung zu organisieren. Fernerhin will die vereinigte Zentrale das eingehende statistische Material auswerten, den einzelnen Arbeitsnachweisen im Reich einschlägige gesetzliche Bestimmungen vermitteln und einen Austausch der Erfahrungen der Arbeitsnachweise herbeifuhren. In den letzten Monaten fanden folgende Tagungen statt: Am 31. Oktober fand eine außerordentlich zahlreich besuchte Verbandstagung des Proviuzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege Brandenburg statt. Der Vorsitzende, Herr Rabbiner Dr. Salomonski, erstattete einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Verbandes im abgelaufeneu Jahr, der eiu erfreuliches Bild von den wertvollen Leistungen des Verbandes auf den verschiedensten Gebieten der jüdischen Wohlfahrtspflege ergab. Hauptgcgenstand der Beratung war die Errichtung eines jüdischen Altersheims für Brandenburg in Landsberg a. W. Es wurde im Prinzip von allen Gemeinden der Schaffung eines Altersheims zugestimmt unter der Voraussetzung, daß die Bedürfnisfrage noch einmal geprüft wird und die materiellen Unterlagen für die Begründung vorliegen. In B e u t h e n fand am 17. November eine Borstandssitzung des Gemeindeverbandes Oberschlesien statt. Auf dieser Borftandssitzung standen zur Beratung die Frage der Schaffung eines Provinzialverbandes Oberschlesien und eines Provinzialverbandes für Wanderfürsorge für die gleichen Bezirke. Von der Zeutralwohlfahrtsftelle wohnten der Tagung bei Herr Dr. Segall, von der Hauptsteile für Wanderfürsorge Herr Dr. Kreuzberger. Dr. Segall referierte über die Notwendigkeit eines Provinzialverbandes für Oberschlesien. Auf Grund seiner Darlegungen wurde die Begründung des Verbandes einstimmig beschlossen. Mit der Durchführung der Geschäfte ist die örtliche Zentrale in Beuthen betraut worden. Die Anregung zu einer Versammlung in Schneidemühl am 7. November war ausgegangen vom Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege Brandenburg. Die Einladung an die Gemeinden der Grenzmark erfolgte von der Gemeinde Schneidemühl. Es wurden mit Ausnahme von Krojanke sämtliche Gemeinen der Grenzmark uiib einige Gemeinden des Provinzialverbandes Brandenburg (Landsberg a. W., Küstrin) vertreten. Dr. Salomonski, der Vorsitzende des Provinzialverbandes Brandenburg, war erschienen; von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Dr. Segall. Die Leitung hatte Herr Stadtrat Schneider, der Vorsitzende des Gemeindevorstandes Schneidemühl. Es wurde eingehend über den Anschluß der Grenzmark im ganzen bzw. der einzelnen Gemeinden an den Provinzialverband Brandenburg verhandelt, wobei Herr Dr. Salomonski einen Bericht über die Tätigkeit dieses Verbandes gab und dis Notwendigkeit der Grenzmark-Gemeinden im eigensten Interesse sich diesem Verbände anzuschließen, darlegte. Es wurde ferner die Frage der Schaffung des Altersheimes in Landsberg a. W. bzw. die Unterstützung dieses Projektes durch regelmäßige Beiträge und durch einen, besonderen Fonds erörtert. Ferner wurde auch die Frage der Wandcrarmenfürsorge ganz kurz behandelt. Nachstehende Entschlüsse gelangten zur Annahme: 1. Im Prinzip erklären sich die Vertreter der einzelnen Gemeinden bereit, dahin zu wirken, daß ihre Gemeinden als solche bzw. ein besonderer Verband „Grenzmark" dem bestehenden Provinzialverband für Brandenburg sich anschließt. Der aus sie entfallende Jahresbetrag soll nach dem Bedürfnis festgelegt werden. 2. Im Prinzip sind die Gemeinden bereit, das Altersheim zu unterstützen mit jährlichen Beiträgen. Es ist allerdings dringend erforderlich, daß noch zuvor die Bedürfuisfrage geklärt wird. 3. Es soll versucht werden, in den einzelnen größeren Gemeinden in ähnlicher Weise wie in Landsberg a. W. einen bestimmten Fonds, sei es, a fonds perdu, sei es als Darlehn für das zu schaffende Altersheim aufzubringen. 4. In der Wanderarmenfürsorge soll durch Beträge der Grenzmark-Gemeinden an Schneidemühl eine Ablösung der jetzigen Wanderfürsorge erzielt werden. Es soll damit bewirkt werden, daß die Gemeinden keine Durchwanderer mehr bekommen und daß ein Durchgangsverkehr über Königsberg nach Berlin erfolgt. Die Beträge sind dann von Schneidemühl direkt nach Königsberg abzuführen. Aus Grund von Paragraph 5 der Verordnung über die Fürsorgepflicht (betr. die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege) hat der freust. Herr Minister für Volkswohlfahrt einen Ministerialerlaß'vom 28. Dezember 1920 über die Bildung örtlicher n u b pro-

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