Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 5 (November 1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NACHRICHTENDIENST fcerausgegeben von Her lentralmoblfabrtsftelle der deutschen Juden unter Mitwirkung der tiauptftelle für jüdische tOanderfürforge und Arbeitsnachweise 0cfd)äftsfreUc: Berlin C 2, Kofenftraßc Nr. 2/4 fernfpredjer: Amt Norden Nr. 5710-5716 Bezugspreis: 3 Mark für das Jahr 1927 Beftellungen bei der Befdjäftsftelle, Berlin C 2 Nachdruck mit Quellenangabe gestattet und erwünscht Berlin, November 1926 — märz 1927 Organisation In der L e i t n n g d e r Z e n t r a l w 0 h l f a h r t s st e l l e d e r deutschen Inden haben sich in den letzten Monaten wesentliche -Veränderungen vollzogen. Ter Vorsitzende der Z.W.St., Herr Eugen C a s p a r y , hat Anfang September die Leitung niedergelegt. Herr Dr. Segall hat am 1. Januar 1927 seine Arbeit als Geschäftsführer aufgegeben. Die Leitung der Z.W.St. liegt seit September in den Händen eines von dem Arbeitsausschuß gewählten engeren Vorstandes, bestehend aus den Herren Berger, Eskeles, Dr. Hildesheimer, Obermagistratsrat Dr. Ollendorfs, Professor Dr. Seligmann, Sanitätsrat Dr. Seeligsohn und Frau Wronsky. Fast allwöchentlich fanden Sitzungen des Vorstandes statt, die sich in allererster Linie mit der Beratung der neuen Satzung der Z.W.St. beschäftigten. Die Satzung ist nunmehr fertiggestellt und vom Arbeitsausschuß angenommen worden. Die Mitgliederversammlung, die auf der Düsseldorfer Tagung beschlossen wurde, wird am 3. April stattfinden. Die Wahl eines neuen Geschäftsführers der Z.W.St. ist inzwischen ebenfalls erfolgt, und zwar hat Herr Dr. Ollendorfs, der bisher als Obermagistratsrat beim Landeswohlfahrts- und Jugendamt Berlin tätig war, die Geschäftsführung übernommen. Sein Eintritt ist Mitte Februar erfolgt; vom 1. 1. bis 15. 2. führte Frau Henriette May die Geschäfte der Zentralwohlfahrtsstelle. Herr Eugen C a s p a r y hat im September 1923 sein Amt als Vorsitzender der Zentralwohlfahrtsstelle niedergelegt- Herr Caspary hat in der Leitung der Zentralwohlfahrtsstetle seit der ersten Zeit ihrer Begründung führend mitgearoeitet und in den schwierigen Zeiten der ersten Organisation sowie in den wirtschaftlich für die jüdische Wohlfahrtspflege besonders bedrängten Verhältnissen der Nachkriegszeit und der Inflation sie mit Umsicht und unter außerordentlicher Hingabe über die Zeiten größter Gefährdung geführt.- Seinen starken sozialen Empfindungen und seinen durch die Praxis in der größten jüdischen Gemeinde in Deutschland unausgesetzt erprobten Kenntnissen ist es zu verdanken, daß die Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland sich in dem Maße entwickelt hat und unter den neuen Zeitverhältnissen mit neuen Ideen und Reformen durchdrungen wurde. Es ist zu begrüßen, daß die schätzenswerte Arbeitskraft von Herrn Caspary der Zentralwohlfahrtsstelle durch seine Mitgliedschaft im Arbeitsausschuß erhalten geblieben ist. Herr Dr. Jakob Segall hat am 1. Jan. 1927 sein Amt als Geschäftsführer der Z.W.St. niedergelegt, um sich mehr seiner ärztlichen Praxis zu widmen. Durch sein Ausscheiden verliert die jüdische Wohlfahrtspflege einen Mann, der in seiner neunjährigen Tätigkeit nicht nur die Organisation der Z.W.St. im wesentlichen mitaufgebaut, sondern auch publizistisch und rednerisch den Ausbau der modernen jüdischen Wohlfahrtspflege entscheidend beeinflußt hat. In der Liga der freien Wohlfahrtspflege hat er durch seine reichen theoretischen und praktischen Kenntnisse sich ein großes Ansehen erworben, was in seiner Wahl zum Mitglied des Prä sidiumsvorstandes zum Ausdruck kam. Es ist dringend wünschenswert, daß die Arbeit eines so hervorragenden Statistikers und in der Wohlfahrtspflege so erfahrenen Mannes dem Judentum nichr auf die Dauer verloren geht. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden hat gu die ihr angeschlossenen Gemeinden, Organisationen und Vereine die Einladung zn ihrer Mitgliederverfammlnng versandt, die am Sonntag, den 3. A p r i l 192 7 , n a ch m i t t a g s 3 ll h r im Repräsentantensitzungssaal der jüdischeli Gemeinde zu Berlin, Oranienburger Straße 30, stattsindeu wird. Die Tagesordnung ist: 1. Tätigkeits- und Rechenschaftsbericht. Entlastung des geschäftsführenden Vorstandes und des Schatzmeisters. 2. Beschlußfassung über die neue Satzung (vgl. Anlage). 3. Wahl: a) von Sachverständigen als Vorstandsmitglieder gemäß 8 1 Ziffer 4 der neuen Satzung, b) des Vorsitzenden gemäß II Abs. 3 der neuen 4. Verschiedenes. Den Hauptverhandlungsgegenstand wird die n e u e Satzung bilden, welche gemäß dem Beschluß der letzten Düsseldorfer Tagung der Mitgliederversammlung in neuer Fassung vorgelegt wird. Die neue Satzung soll der weiteren Festigung der organisatorischen Grundlagen der Zentralwohlfahrtsstelle als der vom Reich anerkannten Spitzenorganisation der jüdische^ Wohlfahrtspflege in Deutschland dienen. Sodann soll durch Die Satzung vor allem auch der Zusammenhang zwischen der Zentralwohlfahrtssrelle und allen übrigen an der jüdischen Wohlfahrtspflege beteiligten Organisationen verstärkt und vertieft werden. Ilm bereits am Tage der Mitgliederversammlung auch die K 0 n st i t u i e r u n g de s B 0 r st a n d e S ititt> die W a h l des engeren Vor st a n d e s durchzuführeu, ist durch besonderes Schreiben z u e i n e r Borslanssfttzmtg, die unmittelbar im Anschluß an die Mitgliederversammlung statt finden soll, eingeladeu worden. Eine V 0 r b e s p r e ch it n g der neuen Satzung und der Wahlen, zu welcher ebenfalls besondere Einladungen ergangen sind, findet am Sonntag, dem 3. April, vormittags um 10 Uhr im Repräsentantensitzungssaal, Oranienburger Str. 30, statt.