Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 3 (Juni 1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 7 — „Der Bund erwartet, daß die jüdischen Krankenhäuser ihre Bereitwilligkeit erklären, an der Ausbildung jüdischer sozialer Krankenpflegerinnen und sonstigen sozialen Pflegerinnen in weitestgehender Weise zu helfen und mindestens freie Verpflegung gewähren." „Der Bund beschließt, dafür zu sorgen, daß in jüdischen Krankenanstalten soziale Krankenhausfürsocge im modernen Sinne eingeführt wird. Er erwartet, daß für ehrenamtliche Kräfte aus solchen Gemeinden, in denen keine jüdischen Krankenanstalten bestehen, Einrichtungen zu zuverlässiger Ausbildung seitens der Arbeitsgemeinschaften der Z.W.St., des Jüdischen Frauenbundes und der Logen geschaffen werden." Ueber die Verhandlungen wird ein ausführlicher Druckbericht veröffentlicht, welcher durch die Geschäftsstelle des Bundes, Berlin, Oranienburger Str. 13, zu beziehen ist. Der Film der Zentralwohlfahrtsstelle „Ein Freitag- Abend" hat bei der Düsseldorfer Tagung starken Anklang gefunden. Airs allen Teilen des Reichs gehen bereits Anfragen wegen Ueberlassung von Kopien ein, um den Film in den Zentralen oder Vereinen vorführen zu lassen. Die Uraufführung findet erst nach sorgfältiger Vorbereitung und Hinzuziehung amtlicher Stellen, zahlreicher jüdischer Organisationen und der Presse im Herbst statt. In der Zwischenzeit bemüht sich die Zentralwohlfahrtsstelle, den Film nach der Richtung zu ergänzen, daß eine Anzahl von bedeutsamen Heimen in Süd-, West- und Ostdeutschland verfilmt werden, um einen im Rahmen filmtechnischer Grenzen möglichst vollständigen Ueberblick nicht nur über die offene Fürsorge, sondern auch über die geschlossenen Einrichtungen in den wesentlichsten Typen in Deutschland zu geben. Berichtigung: In dem Katalog über die Ausstellung „H y g i e n e d e r I u d e n", der unserem letzten Nachrichtendienst beigelegen hat, ist unter „Jugendfürsorge" noch das Kinderhaus der weiblichen Fürsorge E. V. F r a n k f u r t a. M. aufzuführen, das versehentlich nicht erwähnt ist. Bus dem Archiv der Z.lü.St. Nach einer neuen Zusammenstellung gibt es folgende Einrichtungen für schulentlassene Jugendliche: 12 Lehrlingsheime mit 387 Plätzen (die Träger sind Stiftungen, Vereine und Arbeitsgemeinschaften). 11 Mädchenheime mit 237 Plätzen (die Träger sind Stiftungen, Vereine, Ortsgruppen des J.F.B., Logen, Wohlfahrtsämter). 2 Mädchenheime mit 53 Plätzen (ohne Verpflegung) Träger: Vereine. 25 Jugend- und Abendheime der jüdischen Jugendbewegung. Die Zahl der Mädchen- und Jugendklubs kann leider nicht angegeben werden, weil uns hierüber zu wenig Mitteilungen zugegangen sind. Um entsprechende Berichte wird gebeten. eingcgsngcnc vüchcr. (Besprechung Vorbehalten.) Festschrift anläßlich der Feier des 25jährigen Bestehens des .Hilfsvereins der deutschen Juden, 59 S., zu beziehen von der Geschäftsstelle: Berlin W., Steglitzer Str. 12. Aus. der Arbeit des Heims des Jüdischen rauenbundcs in Isenburg 1914 — 1924 von e r t h a P a p p e n h e i m. Druckerei und Verlagsaustalt R. Th. Hauser & Co., Inhaber Hans Schaefer, Frankfurt a. M., Blücherstr. 22. 51 S. Zu beziehen vom Jüdischen Frauenbund, Berlin C. 2, Rosenstr. 2-4. Geschichte der Israelitischen Kranken-Verpflegungsanstalt zu Breslau von Rabbiner Dr. Louis L e w i n. 1726 —1926. (Festgabe zur 209jährigen Jubelfeier.) 136 S. Zur .Hygiene der Juden. Heraasgegeben von Rabbiner Dr. Max Eschelbach er und Tr. med. et Phil. Adolf Sindler zur Errichtung des Pavillons „Hygiene der Juden" auf der Großen Ausstellung für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen, Düsseldorf 1926. Sonderheft der M e n o r a h , Jüdi'ches Familienblatt für Wissenschaft, Kunst und Literatur, Frankfurt a. M. für die Monate Juni Juli 1926. Grundsätzliche Fragen zur Aus g e st a l t u n g der staatlich anerkannten W o h l s a h r t s s ch :i l e u. Eine Sammlung von Vorträgen. Heransgegeben vom Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt. 1926. Kranzver lag des Christlichen Zeitschriftenrereins (früher Schriften Vertriebsanstalt), Berlin SW. 65. 123 S. 10 Jahre soziale Berufsarbeit. Heransgegeben vom Deutschen Verband der Sozialbeamtinnen anläßlich seines 10jährigen Bestehens. Berlin 1926. Verlagsbuchhandlung F. A. Herbig G. m. b. H., Berlin W. 35. '61 S. I u g e n d w o h l f a h r t und Lehrerschaft. Ein Handbuch für die Jugendwohlfahrtspflege. Herausgegeben vom Deutschen Archiv für Jugendwohlfahrt unter Mitwirkung des Deutschen Lehrervereins. Berlin 1926. F. A. Herbig, Verlagsbuchhandlung, G. m. b. H. 314 S. Seit Avril 1926 gibt die Liga für freie Wohlfahrtspflege (Geschäftsstelle: Berlin C., Oranienburger Str. 13-14) eine Zeitschrift „Freie Wohlfahrtspflege" heraus. Außer Auf sätzen über Fragen der Wohlfahrtspflege enthält die Zeit schrift eine Umschau aus der Arbeit der angeschlosseuen Verbände, darunter auch der Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden. Für diese Umschau wird die Mitarbeit der örtlichen Wohlfahrtsstellen und der jüdischen Organisationen erbeten. Der Preis für die monatlich erscheinende Zeitschrift beträgt für die Mitglieder der Z.W.St. 3,— Mk. vierteljährlich, sonst 4,50 Mk. NsuptsteUe für MWe wandcrkürkorgc. Die Organisation der Hauptstelle im Reiche macht insofern weitere Fortschritte, als es gelang, die Gemeinde Erfurt zum Anschluß an unseren Provinzialverband Sachsen-Anhalt zu bestimmen. Erfurt hatte bei Gründung der Hauptstelle auf einer eigenen Provinzialkasse bestanden, da weiterhin geplant war, die thüringischen Gemeinden in der Erfurter Provinzialkasse zusammenzuschließen. Da aber die thüringischen Gemeinden zur Zusammenarbeit mit Erfurt nicht heranzuziehen waren, geriet Erfurt in besondere Schwierigkeiten, fomite in finanzieller Hinsicht seinen Aufgaben nicht genügen und mußte sich demgemäß entschließen, mit unserem Provinzialverband Sachsen-Anhalt zusammenzuarbeiten. In Verfolg dieser Bestrebungen fand am 28. Mai ds. Js. in Erfurt eine Zusammenkunft mit den Vertretern des Vorstandes, der Repräsentantenversammlung und den Wohlfahrtsvvereinigungen statt. Die Hauptstelle, die durch Dr. Kreutzberger vertreten war, konnte nur darauf hinwirken, daß Erfurt seine bisherige Selbständigkeit ausgibt, da es ohne die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden den Anforderungen einer Provinzialkasse nicht gerecht werden konnte. Die Hauptstelle glaubte der Meinung Ausdruck geben zu können, daß durch den Anschluß Erfurts der Durchwandererstrom und demgemäß die Aus gaben der Gemeinde wesentlich zurückgehen werden. Erforder lich hierfür ist aber naturgemäß eine starke Bearbeitung der Erfurter Gemeindemitglieder, die darauf hinausgehen soll, daß der unkontrollierte Wanderstrom nicht weiterhin großgezogen wird. Die Vertretecversammlung war einstimmig der Ansicht, daß man den von der Hauptstelle gewünschten Anschluß an den Provinzialverband Sachsen-Anhalt nunmehr vollziehen solle. Nachdem Vorstand und Repräsentanz dieser Ansicht beigetreten sind, hat sich nunmehr Erfurt verpflichtet, dem Provinztalverband Sachsen-Anhalt einen Beitrag von 6,— Mk. pro Zensit für die Erledigung der Wanderfürsorge zu überweisen. Mit dieser Neuregelung wird die Frage der thüringischen Gemeinden umsomehr akut, als nunmehr die