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Nachrichtendienst · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · p. Seite 8

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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- 8 — Selbständigkeit unter der Leitung Erfurts nicht möglich ist. Die thüringischen Gemeinden klagen über einen starken unkontrollierten Wanderstrom, dec naturgemäß daraus resultiert,, daß bisher die thüringischen Gemeinden noch keinen Anschluß an die Gcsamtorganisation gefunden haben. Trotz vielfacher Bemühungen der Hauptstelle war es bisher nicht möglich, die thüringischen Gemeinden zur Regelung der Wanderfürsorge zusammenzufassen. Daß aus dieser Desorganisation eine starke Störung der umliegenden Provinzialkassen zu verzeichnen ist, liegt auf der Hand. Nachdem nunmehr der Verband der Israelitischen Gemeinden Thüringens seine Bereitwilligkeit erklärt hat, in irgendeiner Form sich der Gesamtorganisatiou anzuschließen, besteht die Hoffnung, daß auch dieser Bezirk in aller Kürze wird einheitlich zentralisiert werden können. Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden war einer der ersten Verbände, die sich der Hauptstelle bereitwillig angeschlossen haben. Leider hat sich die Arbeit in Bayern nicht so schnell entwickelt, wie es wünschenswert gewesen wäre. Vor allen Dingen war eine Zusammenarbeit der drei bayerischen Kassen aufgrund der Richtlinien der Hauptstelle nicht zu erreichen. Dies lag einesteils daran, daß die Mittel der drei Kassen fiic die Bewältigung ihrer Aufgaben nicht ausrcichten, auf der anderen Seite aber auch daran, daß die ursprünglich beschlossenen Richtlinien von den bayerischen Kassen, wie überhaupt von unseren süddeutschen Verbänden nicht genügend innegehalten wurden, so daß allmählich ein Abströmen der gesamten deutschen Wanderung nach dem Süden zu beobachten war. Das Wohlfahrtsamt des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden hat sich durch vielfache Rundschreiben bemüht, Ordnung in die Gesamtverhältnisse hereinzutragen. Leider ist dies bisher nicht geglückt. Eine erneute Besprechung, die am 5. Juli ds. Js. nunmehr in Nürnberg stattgefandeu hat, hat der Aussprache über die Weiterführung der Arbeit in Bayern gedient. Für die Weiterführung dec Arbeit der Hauptstelle ist es von Wichtigkeit, daß die seit Monaten vorbereitete Zusammenarbeit in Fragen der Arbeitsnachweise mit dem Kartell des Jüdischen Frauenbundes nunmehr Wirklichkeit geworden ist. Die Hauptstelle wirb in Zukunft ihr Arbeitsgebiet inbezug auf Arbeitsnachweise an die neugcgründete Vereinigte Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise delegieren: auch der Frauenbund gibt nunmehr diesen Arbeitszweig auf und überträgt ihn ebenfalls an die neue Stelle. Es ist zu hoffen, daß es der ncugegründe en zufammeufafsenden Organisation gelingen wirb, das jüdische Arbcitsnachweiswesen in Deutschland zu beleben und ihm jene Bedeutung zuzuweisen, die es im Leben des deutschen Judentums verdient. Nachtrag zur IDirtfctjaftsfürforgc. Am 1. Juli 1026 fand die Verteilnngssitzung des R e i ch sar beitsaus schusses der Deutschen N o t h i l f e statt und zwar entfielen auf: Preußen Bayern 61,0 Rm. 130 227. 11,0 25 630. . Sachsen 8,4 10 572. Württemberg 4,4 3,0 10252. Baden 0 087. Thüringen 2,8 6 524.- Hessen 1,5 3 405. Hamburg 1,0 4 427. Mecklenburg-Schwerin 1,2 2 706. Oldenburg Braunschweig 0,0 2 007. 0,0 2 007. Anhalt Bremen 0,6 1 308. 0,6 1308. Lippe-Detmold 0,3 1000.-- Lübeck 0,2 1 000. Meckl.-Strelitz 0,2 1000. - Waldeck 0,1 1000. - Schaumburg-Lippe 0,1 1000. Summa 233 000. - In der Aussprache wird allgemein der große Wert des gemeinsamen Sammelns und gemeinsamen Verteilens mit) eine richtige Zusammensetzung der dafür tätigen Ausschüsse betont, da nur bei richtiger Zusammensetzung von öffentlicher und freier Wohlsahrtspflcge ein gerechter Erfolg gewährleistet wird. Es wird ferner betont, daß die Vertreter der Spitzenverbände selbst dafür sorgen müssen, daß ihre örtlichen Stellen Mitarbeiten und davon Kenntnis erhalten, wenn ihre Vertreter nicht hinzugezogen werden oder sogar abgewiesen worden sind, falls sie sich zur Mitarbeit bereit erklärt haben. Die Zentralwohlfahrtsstelle bittet daher dringend, über die Zusammensetzung des Reichsausschusses der Deutschen Not- Hilfe überall im Lande auf dem Laufenden gehalten zu werden. Als Spitzenerganisation ist ihr eine Summe von Mk. 1410. prozentual zugewiescn. Tie Einrichtung der Wohlsahrtsbriefmarken soll zu einer ständigen Einnahmequelle werden. Man berät zur Zeit noch über die Popularisierung der Idee. 2U$ zweite Nummer Her 2eclaKal) (Zeitfdmft der Wischen ruoljlfaljrtspflegc) erscheinen die Verhandlungen Her Tagung der 2entraUDoWat)rt$fteUe der deutschen Juden vom 6. bis 8. Juni 1926 in viMlüork Ver Preis der Nummer beträgt Mark 1.50 Beftellungen werden an die ßefdjäftsftelle, Berlin C 2, Rofenftraße r-4, erbeten. Lcrcmiworiliche Schnfilcituiig: Hilde Otteiiycimer, Berlin. — Druck: Hermann Wegncr & ISo., Berliii-Mariciidorf.

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