Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 3 (Juni 1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Ort uub Straße Naine der Anstalt Zahl der vorhandenen Plätze Zahl der belegten Plätze Es können ausgenommen werden: zu welchem Verpflegungssatz kungen geschlossene Anstalten üer Jugenllwohlfadrt: Berlin, Brunnenstraße 41 Berlin, Weinbergsweg 13 Mütter- und Säuglingsheim Reichenheim'fches Waisenhaus 85 Cm mul,,. 40^"so 80 Erwachs. 42 «nufll. 40 30 5 Mütter j — ’ ' 1 L. 10. 26. Mutter ». 2aii,ittii>ie Berlin-Cöpenick Jsr. Fürsorge - Erziehungs-Anstalt f. Mädchen — | 28 — 24 — | 4 sofort 2 20 Mk. pro Tag Breslau-Krietern, Breslauerstr .35 Klein-Kinderheim des jüd. Frauenbundes i zuf. 20 13 6 1 , 1 sofort 50 Mk. monatl. Breslau Heim zur Erziehung hilfsbedürftiger Kinder i 24 | 16 22 10 9! 1 6 sofort 60 Mk. monatl. Eßlingen Jsr. Waisen- und Erziehungs- Anstalt 30 30 31 20 9! sofort 50 Mk. monatl. Frankfurt a. M-, Nückerstr- 49 Müdchenstift - j 22 - 18 - 1 4 | sofort H'.-ls »lauatt. Frankfurt a. M. Julius u. Amalie Flersheim'fche Stiftung 15 — 14 — i; — j sofort n. Uebereinkunft Frankfurt a. M., Taunnspl. 17 Mädchenheim —! 52 - 51 - 1-2 sofort 75 Mk. monatl. Fürth Jsr. Waisenanstalt 35 | 17 24 16 9 i 1 - sofort 50 Mk. monatl. Königsberg i. Pr. Jsr. Waisenhaus 15 15 17 ' 10 zuf . 3 sofort 60 Mk. monatl. Leipzig Kinderheim der Leipzig-Loge 22 8 22 6 - 2 15. 8. 2.60 täglich Marburg a. d. Lahn Jsr. Schüler- und Lehrlingsheim 30 5 - 16 - 10 sofort 75 Mk. monatl. Segeberg Sidonie-Werner Heim Haushaltungsschnle — 25 ~ I 25 - 12 Ostern >00 Mk. monatl. Tagungen, unü fortvilaung. Unter überraschend großer Beteiligung fand die Tagu u g der Z c n t r a l w 0 h l f a h r t s st e l l e vom 6. bis 8. Juni. Juni in Düsseldorf statt. Außer vielen hundert Güsten waren 153 Delegierte von den jüdischen großen Organisationen den Gemeinden, Anstalten und Einrichtungen angemeldet. Bemerkenswert war, daß säst alle jüdischen Wohlfahrtsämter zur Tagung ihre Mitarbeiter entsandt hatten: außer vielen freiwilligen Helfern waren eine sehr große Anzahl beruflich tätiger Wohlsahrtspfleger und -Pflegerinnen anwesend. Ein besonderes Gepräge hatte die Tagung aber auch durch das Interesse der staatlichen und allgemeinen Wohlfahrtspflege. Vertreten war von der nichtjüdischen Wohlfahrtspflege das Reichsarbeitsministerium, das Preußische Ministerium für Volkswohlsahrt, der Landeshauptmann der Rhcinprovinz, das Landesjugendamt der Rheinprovinz, die Regierung und der Oberbürgermeister von Düsseldorf, hie Liga der freien Wohlfahrtspflege und die in ihr zusammengeschlossenen Verbände: die Innere Mission, der Deutsche Caritasverband, das Deutsche Rote Kreuz, der Fünfte Verband, und der Zentralwohlfahrtsausschuß der christlichen Arbeiterschaft, außerdem der .Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Tie Tagung wurde am Sonntag abend durch den Vorsitzenden der Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden, Herrn Eugen C a s p a r y, eröffnet. Herr Caspary wies in kurzen Worten auf die Bedeuturig des Judentrrms im Rheinland für das deutsche Judentum hin und auf der: Wert der allgemeinen und insbesondere der jüdischen Ausstellung, welche den äußeren Anlaß zur Veranstaltung der Tagung in Düsseldorf gebildet hat. Er begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und dankte insbesondere der Synagogengemcinde Düsseldorf für die sorgfältige Vorbereitung der Tagung und für das Zustandekommen der Ausstellung. Es folgten sodann Begrüßungsansprachen seitens des Vorsitzenden der Synagogengcmeinde Düsseldorf, Herrn Felsenthal, des Vertreters des Rcichsarbeitsministerium, Herrn Ministerialrat Gemmingen, des Vertreters des Preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt Herrrr Ministerialrat W i t t e l s h ö f e r, des Geschäftsführers der deutschen Liga für freie Wohlfahrtspflege, Herrn Dr. Vöhringer, der and) die Grüße der iu der Liga zusammengeschlossenen Verbände überbrachte. Ferner begrüßte Herr Kammergerichtsrat Wolfs für den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden und für die Jüdische Gemeinde Berlin, Herr Sostberg, für das Wohl sahrtsamt der Synagogengemeinde Düsseldorf, Herr Rabbiner Dr. E s ch e l b a ch e r - D ü s s e l d o r s, und für den Zentral verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Herr Rab biner Dr. Jakob-Dortmund. Es folgte sodann der Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. B a e ü über das Thema „Ter geistige Gehalt in der jüdischen Wohlfahrtspflege", der bei den vielen hunderten von Teil nehmern stürmische Begeisterung auslöste. Am Montag vormittag sprach Herr Ministerialrat Dr. W i t t e l s h ö s e r über „Grundfragen der staatlichen Wirt schaftsfürsorge mit besonderer Betonung der für die jüdisch? Wohlfahrtspflege in Frage kommenden Punkte (Erwerbslosen sürsorge, Ausländerfürsorge), während der Koreferent, Herr Rechtsanwalt Dr. Georg Baum, die .Hauptgebiete der jüdi scheu Sozialpolitik (Durchwandererfürsorge, Arbeitsnachweis wesen, Berufsberatung) von großen allgemeinen Gesichts punkten aus zur Darstellung brachte. Daran schloß sich der Vortrag von Herrn Dr. Theilhaber über „Jüdische Be völkerungsfragen", der in erster Linie die sozial hygienische Fürsorge im Interesse der Gesunderhaltung der jüdischen Bevölkerung eingehend begründete. „Uelnr jüdische Jugendnot und Jugendhilse" sprachen sodann Herr Obermagistratsrat Tr. Friedrich Olleudorsf und Fräulein Ottenheim er. Während Herr Dr. Ollen dorff die Grundlinien für einen systematischen Ausbau der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland aufzeichuete und an der Hand von Beispielen anschaulich machte, beleuchtet? Fräulein Ottenheimer die besonderen Bedürfnisse einzelne-- Kategorien von Jugendlichen, insbesondere der schulentlassenen. Der Nachmittag brachte unter sachkundiger Führung des Herrn Rabbiner Dr. E s ch e l b a ch e r die Besichtigung der