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Nachrichtendienst · 1926-06-01 · Heft 3 (Juni 1926) · p. Seite 4

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1926-1927
Issue
Heft 3 (Juni 1926)
Date
1926-06-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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— 4 — durchaus gerechtfertigt erfchciut. Da fast jede Gemeinde besondere Vereine für diese Ausgabe hat, auch viele Stipendienausschüsse bei den Logen vorhanden sind, kann man mit gutem Grund annehmen, daß kein wirklich begabtes jüdisches Lind ohne Förderung bleibt. Der R c i ch s a u s f ch u ß der jüdischen Jugendverbau de will auch im kommenden Winter durch Ausklär u n g s a r b c i t aller Art den Gedanken der sozialen Jugendarbeit in die Praxis nmsctzen. Tse Grundlage hierfür bildet außer den bereits veröffentlichten Richtlinien der Vortrog von Georg Lnbinski ans der Düsseldorfer Tagung: über das soziale Programm der jüdischen Jugend. (Der Vortrag wird in der neuen Nummer der Zedakah und als Sonderdruck vervsieutlicht werden.) Ein örtlicher I u g e n d r i n g (Landesausschuß der jüdischen Jugendverbände für Berlin und Brandenburg) für praktische soziale Arbeit hat sich neuerdings in Berlin gebildet. Seine Satzungen können durch die Z.W.St, bezogen werden. In seiner lebten Sitzung hat der Reichsallsschuß beschlossen, daß er als Vertretung der gesamten jüdischen Jugendbewegung einen Antrag um Ausnahme in den Vor stand der Z.W.St. zu stellen beabsichtigt. Die Mitgliedschaft einzelner Verbände erübrigt sich dadurch. Bei den Beratungen der Arbeitsgemeinschaft „I ü d i s ch e G es ü h rd et e n sü r so r g e", die im Rahmen der Tüsseldorier Tagung stattgefundrn haben, wurde von Herrn Lehrer S a w a d y ein Vortrag über die „F ü r s o r g e s ü r j u g e n d - 1 i ch e P s y ch o p a t h e n" gehal-en. Seine Ausführungen und die sich cntspinnende lebhafte Diskussion gipfelten in folgenden Forderungen: 1. Durch Sachverständige ans dem Gebiet der Psycho palhenfürsorge soll geprüft werden, wo evtl, au interkousessio' nelle Anstalten jüdische Ableitungen angrgliedert werden können und in welcher Art jüdische Anstalten erforderlich sitid. 2. In jeder größeren Gemeinde sollen möglichst Kinderhorte zur Beobachtung und Anleitung von psychopathischen und schwererziehbaren Kindern eingerichtet werden. 3. Für die rechtzeitige Erkenntnis psychopathischer Veranlagung ist die Errichtung von heilpädagogischen Beratungsstellen (Erziehungsüeratungsstellen) erforderlich, welche die Indikation für die in Frage kommenden Maßnahmen zu geben haben. 4. Tic heilpädagogische Ansbilduug von Erziehern, Lehrern und Wohlfahrtspflegen! in Anstalten und durch Kurse soll ideell und materiell gefördert werden. Frau Paula Ollcndorff - Breslau sprach über „d i e F ü r s o r g c s ü r G c f a n g c n c u n d S t r a f e n t l a s s c n e". Auch sic erhob zum Ausbau dieses Gebietes der Fürsorge eine Reihe von Forderungen, die in der Diskussion noch nach verschiedenen Richtungen ergänzt wurden: 1. Die Gefährdetenfürsorge möge dafür sorgen, daß geeignete Sozialbeamte und -beamtinnen während oder im Anschluß an ihre Studienzeit theoretisch und praktisch für Gefangenensürsorgc ausgebildet werden. 2. Frauen, die bereits an weiblichen Strafgefangenen Fürsorge ausüben, sollen in einer besonderen Kommission zusammengesaßt werden und den weiteren Ausbau der Gesängnissürsorge für weibliche Strafgefangene und -entlassene in die .Hand nehmen. 3. Die jüdische Gefährdetenfürsorge soll die Einrichtung der „Sozialen Gerichtshilfe" in größeren Orten anregen und für jüdische Fälle jüdische Mitarbeiter gewinnen. (Die Vorträge, die in den Arbeitsgemeinschaften gehalten wurden, werden in der „Jedakah" veröffentlicht werden. Das Protokoll über die Verhandlungen der Gefährdetenfürsorge kann von der Geschäftsstelle bezogen werden.) Mclllung offener klätzc. Ort und Straße Name der Anstalt Zahl der vorhandenen Plätze Zahl der belegten Plätze m. w m. | m. Es können ausgenommen werden: Bemer- Wann zu welchem Verpflegungssatz kungen flnftalten der öefundbeitsfurforge; Bcrlin-Weißcnsee, Worthstr. 20 Dauerheim für jüd. Schwachsinnige 80 , 30 26 16 4 14 sofort Mk. 2.20 pro Tag Nordrach Schwarzm. Rothschild'sehe Lungenheilstätte — 50 - 1 40 - 10 sofort Mk. 6.50 pro Tag Merzheime: klnna Jsr. Altersheinr 15 27 12 | 23 3 j 4 sofort | 120 Mk. nion. Fürth i. B, Thcalcrslraße 36 Jsr. Hospital mit Psründnerabtcilung 7! 6 5 7 2! 2 I sofort 4.30 Mk. pro Tag Nürnberg L. B. Schwarz'sche Alterversorgungsanstalt zuf. 20 2 14 auf. 4 sofort Würzburg Jsr. Kranken- und Psründnerhausstistung zuf 35 8 22 1 zuß " sofort 5 Mk. u. 8 Mk. pro Tag erholungzheime: Blankenese b. Hamburg Kindererholungsheim „Wilhelminenhöhe" 50 53 50 53 zus. 20 Augllst Mk. 3 pro Tag Bad Dürrheim i. Schwarzwald Friedrich-Luisen-Hofpiz 50 50 50 50 60 ab 4. 9.26. Lollzaliler tiifll. 5 9>(f. crmfißiqt täql. A AN. Hosheim i. Taunus Raphael und Jeanette Ettlingcr- 20 12 20 12 1 zus. 16 Septemb. Mk.2.50 u.MK.3 täglich Kissingcn Jsr. Kinderheilstätte zus. 80 ja Septemb. je nach Berhältn. Segeberg Erholungsheim d. Jsr. hum. Frauenvereins! zus. 100 zus. 100 I zus. 10 August Mk. 2.50 tägl. Wolsratshausen Jüd. Landheim zus. 60 verschied. ja ab 6. 8.

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