Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 2 (Mai 1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- 3 - Litsc Strcbitbcbinflimöcn werben demnächst voraussichtlich einer geringen Modifikation im einzelnen unterworfen werden. Es ist aber wohl kaum anzunehmcn, daß eine wesentliche Arnberung der bisher verfolgten Tarlehnspolitik R-f-A, eintreten wird- . _ Leider muß bei dieser Gelegenheit festgestellt werden, daß verschiedene Anstalten und Einrichtungen die bei der Zcntrcitwohlfahrtsstelle eingereichten Tarlchnsanträge, trotz prinzivieller Zusage unsererseits, in der Schwebe lassen und nicht weiter verfolgen. In manchen Fällen war es uns im Laufe von Monaten nicht möglich, von den betreffenden Anstalten Antwort zu bekommen, ob sie aus die Gewährung des in Frage itvminendeu Tarlehns seitens der R.f.A. noch Wert legen. Wir werden uns in Zulünft in solchen Fällen gezwungen sehen, über die betreffenden Mittel anderweitig zu verfügen, da sonst eine schwere Benachteiligung der anderen Anstalten und Einrichtungen, die auf eine Kreditgewährung seitens der R.f.A. Anspruch erheben können, entstehen würde. An sämtliche der Z.W.St. angeschlofsenen Anstalten und Einrichtungen der Alters- und Gesundheitsfürsorge ergeht hiermit gleichfalls die Aufforderung, uns möglichst umgehend tmitteilen zu wollen, ob ,u n b in welcher H ü h e sie hypothekarisch «Kredite aus den uns zur Verfügung stehenden Mitteln der R.f.Ä. beanspruche n. Aus den Reichsmitteln, die der Z.W.St. zur Verfügung sichen, sind im Monat April zwei Einzelkredite im Betrage von 22 000 M. gewährt worden. Es sind gegenwärtig aus Reichsmitteln weitere 20 000 Marc zu Kreditzwecken zu vergeben. Diesbezügliche Gesuche sind an die Z.W.St. unter genauer Angabe der Zweckbestimmung des betreffenden Darlehnsbetrages und sonstiger Einzelheiten zu richten. Von den 249 Fragebogen, die wir an die uns angeschlossenen Anstalten zur Feststellung ihrer A u f w e r t u n g s - , und .Vermögensbestände zwecks Beteiligung an der Wohlsahrtsrente versandt haben, sind uns bis jetzt 184 ausgefüllt zugegangen. Unter den noch ausstehendcn geschlossenen und hachoffeneu Anstalten befinden sich zweifellos viele, die keinerlei Vermögensbestände aufzuwcisen haben. Leider fehlen noch von den allermeisten Anstalten Kopien der A l t b e s i tz n a ch - weise, die wir zur Geltendmachung der Wohlfahrtsrentk! unbedingt benötigen. Auch die Vereine und Stiftungen, die uns ihre Aufwertungsbestände für die Wohlfahrts- und Kulturrentc angegeben haben, ließen uns bis jetzt in fielen! Fällen keine Altbesitznachweise zukommen. Tic umgehende Einsendung dieser Belege liegt im eigenen Interesse der betreffenden Institutionen, die wir hiermit nochmals auffordern, uns die noch ausstehenden. Altbesitznachweiskopien umgehend zuzusenden. Es stehen noch ferner Fragebogen von zahlreichen Vereinen und Stiftungen aus, deren Bermögensbestände für die Aufwertung aus den Mitteln der Kulturrente in Betracht kommen könnten. : Insgesamt registrierten wir bis jetzt folgende Vermögens- und Aufwertungsbestände: wohlfghrtxreme Noch im Besitz befindliche Seit 1919 ver- Beträge äußerte Beträge .fkriegSanleihe und andere deutsche Reichsanleihcn u. Läuderanleihen Provinz.- u. Stndtülnteiben, Pfandbriefe, LandschaUSbriefe, Nentenbriefe u.Spnrtassrnguthab. Anstalten 24.769.000.— 16.475.679.— 6.745,850.— »ereilte und Stiftungen 22.697.592.— 12.178.849.— 1.942.045.— Kulturrente Anstalten 109.885.— 337.251.— 424.475.-^ Vereine nnd Stiftnngett 3.697.759.— 5.243.580.— 1.741.125.— 51,274.236.— 34.235.359.— 10.853.495.— Infolge Räumung der Kölner Zone stehen reichse i g e n t Bestän d e zur billigen Abgabe zur Verfügung. Anfragen sind zu richten: an die Preuß. Landes Auftrags- Stelle^ Verwertungszeritrale Rheinland Düsseldorf, Neusferstraße 67. güksorgegedtet. Die cLinzelsälle der Z.W.St. int März u. April 1020. Auskunft». Beratung in neu angeluetdeten Fülle» Beiliitfcn wurden gewührl in Fällen: Hohe der geleisteten Beiträge insgesamt: März April März April März April Allgem. Fürsorge 21 12 5 2 Mb. 575.- Mb. 85.— Iugcndmohlsahrt u. Gejähr. Fürs. 14 6 Fürs. f. Kriegerwais. (a. Reichöniitt.) 1 4 I 50.— 75.— Berufsfürsorge (aus Ausbildungsfonds) 19 17 14 12 622.- 551.— Gesundheitsfürsorge 2 12 — — — — Tuberkulosefürsorge (a. Tbc.-Fonds) 16 11 17 8 1870.85 1215.50 Heilstältenkuren für Schwestern (a. Reichsmitteln) 1 3 3 434 — 1026.25 Kredithife f. Optanten (befand. Fonds) 2 2 1 75.- 117.— Anstaltswesen und Nachtveis 11 9 - - - — Das Reichsarbeitsministerium hat, um die A l t e r s - Versorgung der in der freien Wohlfahrtspflege tätigen Kräfte zu erleichtern, der P e u s i o n s k a s f c der freien Wohlfahrtspflege, welcher auch die Z.WSl. > äugeschlosseu ist, einen erheblichen Betrag zur Verfügung gestellt. Diese Mittet sind ausschließlich dazu bestimmt, den älteren Schwestern und Angestellten die Aufnahme in die Peusious kasse ohne Nachschußleistuug an Beiträgen mit der Zusicherung einer ausreichenden Versorgung zu ermöglichen. Dazu teilt die Geschäftsstelle der Pensiouskasse mit, daß, durch diesen Fonds bei Abschluß neuer Versicherungen die bisherigen Beitragssätze um 25 Prozent ermäßigt werden können. Die Ermäßigung kann solange aufrecht erhalten werden, als die Mittel die zunächst auf ein Jahr gegeben wurden, ausreichen. Den Anstalten und Einrichtungen der jüdischen Wohlfahrtspflege sei die baldige Versicherung ihrer Pflegekräfte und Angestellten für das Alter dringend empfohlen. Die Z. W. St. hat durch eine Umfrage bei den größeren jüdischen Gemeinden Feststellungen über die F ü r s o r g e maßnahmen für jüdische Erwerbslose vvrgcuotu men. Es hat sich erwiesen, daß die jüdischen Wohlsahrtsämter in erheblichem Maße ergänzend eingrcifen müssen, vor allem für die ausländischen Erwerbslosen, die vom Bezug der E. ll. prinzipiell ausgeschlossen sind. Durch Verhandlungen mit den Behörden haben einige Gemeinden allerdings Milderungen der Härten erreicht, so teilen Leipzig und Stuttgart mit. daß an in Deutschland geborene Ausländer E. ll. gezahlt wird. Frankfurt a. M. hat erreicht, daß auf besondere Anträge in jedem Einzelfatl auch polnische Staatsangehörige E. U. erhalten. In anderen Gemeinden, so in Berlin, Duisburg, Magdeburg, Dortmund, Köln, Essen, Stuttgart, Altona erhalten' die Erwerbslosen, die keinen gesetzlichen Anspruch auf E. U. haben, Unterstützungen durch die Städtischen Wohlfahrtsämter. Von 17 Großgemeinden liegen Berichte über die von jüdischer Seite ergriffenen Fürsorgemaßnahmen vor. Außer laufenden Geldbeihilfen werden vor allem Miet.s- und Lebensmittelzuschüsse sowie freie Mittagstische gewährt. Besondere Notstandsmaßnahmen hat Berlin eingerichtet, durch eine Nähstube für Frauen, Erweiterung der Kleiderkammer (Erwerbslose werden mit Instandsetzung der alten Sachen beschäftigt) und Gartenarbeiten auf dem Friedhof. Auch die Leipziger Gemeinde plant die Einrichtung einer Nähstube.