Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- Heft 2 (Mai 1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2549643-2549657-2549659--136-2549858- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— .4 — Die Zentralwohlsahrtsstelle wird sich gemeinsam mit dem jüd. Ärbeiterfürsorgcamt bemühen, Mittel und Wege zu finden, um ein prinzipielle Regelung der außerordentlich schwierigen Erwerbslosen frage insbesondere für die ausländischen Juden herbeizuführen. . Den der Z. W. St. angeschlvssenen örtlichen Wohlfahrt.sstellcn, Provinzial und Landesverbänden sei wiederholt der Anschluß an den Verein empfohlen. Abgesehen von den Vergünstigungen durch Erlangung von Fahrpreisermäßigung bei - oer Entsendung von Kindern, stehen dem Verein Landaufenthalt für Stadtkinder von Zeit zu Zeit Mittel für Zuschüsse an Erholungsheime zur Verfügung. öefunclöeitsfürforge Das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuber- kulose hat ein umfassendes Verzeichnis seiner Tuberkul o s e F ür s o rge st c l le n in ganz Deutschland (ca. 2000) hcransgegcben (zu beziehen Berlin W, Königin-Augustastr. 7). Unsere jüdischen Wohlfahrtsorganisationen werden dringend gebeten, mit diesen örtlichen Fürsorgestellen des deutschen Zentralkomitees recht eng zusammen zu arbeiten. In den Fürsorgestellen werden ärztliche Untersuchungen vorgenommen, die Entscheidung über dre Notwendigkeit von.Heilverfahren in Anstalten getroffen, ambulatorische Behandlung gewährt, im Bedarfsfälle Lebensmittelzuschüsse vermittelt und vor allem die sehr wichtige Wohnungs- und nachgehende Fürsorge in die Wege geleitet. Das Reichsarbeitsministerium hat zur Durch sü h rung weiterer H e i l st ä t t e n k u r e n im Interesse der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der in Ausübung der Wohlfahrtspflege tuberkulös erkrankten Schwestern der Zentralwohlsahrtsstelle für das Jahr 1926 neue Mittel, und zwar Mark 12 500.— überwiesen. Diese Mittel bedeuten eine . Unterstützung der Mutterhäuser, denen daher das Vorschlagsrecht für die Kuren zustcht. Die Durchführung der Heilverfahren. ist jedoch nach wie vor Aufgabe der Z. W. St. bezw. der „Jüdischen Tuberkulosefürsorge". Anträge sind daher ait deren Geschäftsstelle zu richten. Im Anschluß an die Tagung der Z. W. St. wird in - Düsseldorf am Dienstag, den 8. Juni, eine Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Jüdische Tuberkulosefürsorge stattsinden mit folgender Tagesordnung: 1. Neuzeitliche Maßnahmen der Tuberkulosebekämpfung und Fürsorge (Dr. med. I. W. Samson, Berlin, Facharzt für Lungenkrankheiten); L. Stand der Maßnahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden in Deutschland (Frieda - W e i n r t i dj, Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin); 3. Zukunstsausgaben der jüdischen Tuberkulosefürsorge (Frau Bettina Brenner, Berlin). Aus dem offenen Fonds der „Jüdischen - Tuberkulosefürsorge" wurden folgende Zuschüsse zu Heilstättenkuren in den Monaten Atärz und April gewährt: im März in 17 Fällen Mark 1870,35 im April in 8 Fällen ' Mark 1215,50 darunter waren: Männer 10, Frauen 12, Kinder 3; davon Inländer 13, Ausländer 12. Die Patienten stammen aus: Anrath- Berlin, Frankfurt a. M), Groß-Rosinko, Halberstadt, Hermsdorf, Jena, Königsberg, München-Gladbach, Riede, Rosenberg, Rostock, Stettin. Sie wurden untergebracht in Badenweiler, Davos, Flinsberg, Hohenlhchen, Hohenstein, Leysin, Meran, Soden, St. Blasien, Dürrheim. Das Kinder-Erholungsheim d. Germania Loge U. O. B. B. Dölauer Heide bei Halle möchte anßxrhalb der Großen Ferien erholungsbedürftige Frauen und Mädchen ausnehmen. Jüd. Wohlfahrtszentralen und Vereine werden gebeten, sich mit Herrn Herrn. Loewendahl, Halle a. S., Forsterstraste 13 in Verbindung zu setzen. - Ter Verband der Schwesternvereinigungen der U.O.B.B. Logen richtet Mittelstandskuren in W a r m b r u n n, Schlesien ein und zwar in einer Dependence des jüdischen Kurhospitals Warmbrunn. Ter Preis für einen vierwöchentlichen Kuraufenthalt beträgt Mk. 185.— incl. ärztlicher Behandlung. Bäder, Kurtaxe. Anmeldungen unter Beifügung eines ärztlichen Zeugnisses sind -u richten an Schwester Erna Merzbach, Magdeburg, Breiter Weg 3 b. N acht rag zu den Mitteilungen von jüdischen Erholungsheimen in unserem letzten Nachrichtendienst vom April 1926. Jsr. Kinderheilstätte, Nauheim. Pftegesatz Mk. 140.— vierwöchentlich, Kur incl. Arzt und Bäder. Das Heim hat insgesamt 65 Betten, die Hälfte für Knaben und die. Hälfte für Mädchen. lugcnüwohlfshtt In der Zeit vom 1. 3. bis 10. 4. wurden der Z. W. St. durch die Heranziehung der Lehrer 15 P f l e g e st e l l e n in Familien gemeldet, die der Zentralstelle für Adoptionsvermittlung zur Prüfung und Unterbringung von Kindern weitcrgemeldet wurden. Es ist zu wünschen, daß. die Lehrerschaft sich nicht nur zur Aufnahme von Kindern bereit erklärt, sondern auch bei der Prüfung der gemeldeten Stellen und vor allem bei der U e b e r w a ch u n g der untergcbrachten Kinder mitarbeitet. Voraussetzung dazu ist, daß. die Lehrer sich mehr als seüher mit sozialen Fragen beschäftigen. Das Interesse dafür scheint nunmehr geweckt zu sein, indem sowohl ein Provinzialverein des Lehrerverbandes auf einer demnächst stattfindenden Tagung die Frage der sozialen Betätigung des jüdischen Lehrers aus dem Lande zur Beratung bringen wird, als auch der Verband der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reich bei seiner nächsten Versammlung einen Vortrag über soziale Ausgaben des Lehrervcrbandes vorsieht. Der Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsan st alten hat für seine diesjährige Jahresversammlung am 26. Mai u. a. die Behandlung folgender Fragen vorgesehen: Die Beschaffung privater Pslegestellen, pädagogische Beratungsstellen, Lehrstellenvermittlung, einheitliche Pflegesätze. Der Preuß ische. Laudesverband jüdischer Gemeinden hat der ,)Jüdischen Tuberkulosefürsorge" in dankenswerter Weise Mark 5000 auf Antrag der Z. W. St.' bewilligt. .Der.Verein „Landaüfeuithält. für Stadtkinder" teilt mit, daß die. Bers.icherungsgebützr.bei Entsendung von. Kindern proKind - und Jahr M. 0-65 statt wie seither M. 0,70 beträgt. ' Bei dem SozialenAusschuß des A llge meinen deutschen Ra bb in er Verbandes wurden Dezernate - für wichtige Gebiete der Wohlfahrtspflege gebildet. In das Gebiet das Jugendwohlfahrt fällt davon je ein Dezernat für Jugend,ürsorge und Berufsfragen- Gefährdetenfürsorge, Mädchenhandel und Sexualethik. Bei einer vor kurzer Zeit stattgesundenen Tagung des ■ Sozialen Ausschusses stand im Mittelpunkte der Beratungen ein Vortrag von Rabbiner- Dr. Lewin-rKönigsberg über die. Bedeutung des Reichsjugendwvhlfahrtsgesetzes für die Rab-