Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 4 (Dezember 1925)
- Date
- 1925-12-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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anb die Mittel zu beschaffen, welche zur Durchführung der Arbeiten für die Provinz erforderlich sind. Es hat sich gezeigt, das; nach dieser Richtung hin die Organisation bis jetzt viel zu wünschen übrig läßt. Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Gemeinden ist dem Landesverband angeschlossen und zahlt die veranlagten Beiträge. Es ist auf der Verbandstagung gelungen, die Anwesenden von der Notwendigkeit des Landesverbandes zu überzeugen. Es wurde einstimmig beschlossen, zunächst an die Organisierung von Unterbezirken in Hessen und Hessen-Nassau heranzutreten. Als solche Unterbezirke kommen in Frage: Der Rabbinatsbezirk Cassel, Fulda, Hanau, Marburg, Darmstadt, Gießen, sowie ein Bezirk Hessen, der von Mainz aus bearbeitet werden soll. Die Schaffung dieser Unterbezirke ist vom Landesverband sofort in. die Hand genommen worden und soll bereits im Januar zum Abschluß gelangen. Auf diese Weise hofft man auch die Zuschüsse von den Gemeinden, die zunächst mit 2,— Mk. pro Zensit veranschlagt worden sind, zu erhalten. In Süddeutsch land ist die Organisation der Wohlfahrtspflege in der letzten Zeit ebenfalls ein Stück vorwärts gekommen. In Karlsruhe ist die örtliche Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege unter besonderer Mitwirkung des Herrn Rabbiner Dr. Schiff umorganisiert worden; und es ist anläßlich der Anwesenheit des Geschäftsführers der Zentralwohlfahrtsstelile der deutschen Juden in Aussicht genommen worden, einen Verbandstag des Bundes Israelitischer Wohlfahrtsvereinigungen im Februar oder März in Baden einzuberufen. Auf diesem Verbandstag sollen alle diejenigen Fragen behandelt werden, die für die Ausgestaltung der jüdischen Wohlfahrtspflege in Baden von besonderer Bedeutung sind. Sachsen. Am 8. November wurde anläßlich einer Tagung des Verbandes Sächsischer Israelitischer Religionsgemeinden die jüdische Wohlfahrtspflege in Sachsen durch Gründung einer Landesstelle der jüdischen Wohlfahrtspflege in Sachsen als Unterorganisation der Z.W.St. organisatorisch neu zusammengefaßt. Gleichzeitig wurde dieser Stelle ein für alle organisatorischen, Bedürfnisse ausreichender Etat bewilligt Als Vertreter der Z.W.St. begründete Dr. Kohn die Notwendigkeit zur Schaffung dieser Stelle, mit der sich auch sämtliche anwesenden Gemeinden einverstanden erklärten. Es ist zu hoffen, daß die Schaffung dieser Organisation den Erfahrungsaustausch innerhalb der einzelnen "Gemeinden, sowie insbesondere die Zusammenarbeit mit der öffentlichen und interkonfessionellen Wohlfahrtspflege in Sachsen wesentlich fördern wird. Die Landesstelle arbeitet in Personalunion mit der örtlichen Wohlfahrtsstelle Dresden. Rheinland. Am 10. November fand in Düsseldorf eine Tagung des Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege in der Rhein Provinz statt, die außerordentlich gut besucht war. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden des Provinzialverbandes, Herrn Bernhard Feilchenfeld, Köln, sprach als Vertreter der Z.W.St. Dr. Kohn über die Aufgaben des Provinzialverbandes und über Aufwertungsfragen, sowie Rudel als Vertreter der Hauptstelle für Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise über die Organisation der Wanderfürsorge. Nach kurzer Debatte wurde einstimmig auf Antrag von Düsseldorf folgende Resolution angenommen: „Die Anwesenden erachten das Bestehen und die Arbeiten des Provinzialverbandes für unumgänglich nötig und empfehlen allen Gemeinden und Wohlfahrtsanstalten beit Beitritt zu dieser Institution." Im Anschluß daran besuchte Dr. Kohn gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Provinzialverbandes die Gemeinden Mühlheim und Essen, wo mit Vertretern des Gesamtvorstandes über die Notwendigkeit des Anschlusses auch dieser Gemeinden mit Erfolg verhaitdelt wurde. Am 22. November fand eine weitere Tagung innerhalb des Rheinischen P,rovinzialverbandes, und zwar für den Reg.-Bezirk Coblenz in Coblenz statt, die gleichfalls sehr gut, auch von Vertreterit, der kleineren Landgemeinden, besucht war. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden der Synagogengemeinde Coblenz, Herrn Moser, sprach Dr. Kohn als Vertreter der Z.W.St. über das gleiche Thema wie in Köln und Hefter als Geschäftsführer des Provinzialverbandes über Gegenwartsfragen der jüdischen Wohlfahrtspflege im Rheinland. Auch hier stellten sich alle anwesenden Vertreter der Gemeinden in ausgiebiger Diskussion vorbehaltlos auf den Boden des Provinzialverbandes und es wurde der Beschluß gefaßt, alle vertretenen Gemeinden in der nächsten Zeit zu einem Unterausschuß für jüdische Wohlfahrtspflege im Reg.-Bezirk Coblenz zusammenzufassen, um auf diese Weise die Arbeit des geographisch sehr ausgedehnten Provinzialverbandes Rheinland zu erleichtern. Am darauffolgenden Tage sprach Dr. Kohn in Duisburg vor dem Gemeinde-Vorstand und den Vertretern der Wohlfahrtsvereinigungen. An dieser Sitzung nahmen auch Vertreter der Gemeinden Ruhrort, Hamborn und Moers teil. In der ausführlichen Diskussion wurde insbesondere die Frage der Arbeiter-Fürsorgestelle Duisburg behandelt, die noch einer weiteren Klärung bedarf. Davon abgesehen, wurde von ben verschiedensten Seiten warm für den Anschluß an den Provinzialverband eingetreten. Das Gleiche geschah zwei Tage später in Crefeld, wo der Gemeiirdevorstand nach einer Aussprache mit den Herren Dr. Kohn und Hefter gleichfalls seinen Beitritt zu dem Rheinischen Provinziälverband erklärte. Als Ergebnis der intensiven Arbeit im Rheinland kann also eine Konsolidierung des Rheinischen Provinzialverbandes, an den sich nun sämtliche Großgemeinden und eine ganze Anzahl kleiner uird mittlerer Gemeinden angeschlossen haben, fcstgestellt werden. Gleichzeitig wurde die wiederholte Anwesenheit des Vertreters der Z.W.St. in Düsseldorf zu ausführlichen Besprechungen über die jüdische Abteilung der Gesolei wahrgenommen. Am 6. September fand in Berlin die tzauptversammlungdesProvinzialverbandesBrandenb u r g statt unter Anwesenheit von Vertretern der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, des Wohlfahrtsamts der Jüdischen Gemeinde Berlin, der Hauptstelle für Wandersürsorge. 14 Gemeinden von Brandenburg hatten dazu Vertreter entsandt. Der Vorsitzende Herr Rabbiner Dr. Salomonski erstattete zunächst den Arbeitsbericht und Herr Walter Bendit, Frankfurt/Oder, den Finanzbericht. Es war daraus zu ersehen, daß der Verband in 25 Fällen mit Zuschüssen eingetreten ist, und zwar davon 7 mal Beihilfen für Tuberkulosefürsorge, 2 mal für Jugendfürsorge, 12 mal für Altersfürsorge und 4 mal in allgemeiner Fürsorge gewährt hat. Beklagt wurde der mangelhafte Eingang der Beitragsleistungen der angeschlossenen Gemeinden. Frl. Weinreich von der Zentralwohlfahrtsstelle erstattete ein Referat über die Tuberkulosefürsorge, in welchem sie unter anderem über den neuen Fonds zur Bekämpfung der Tuberkulose berichtete und anregte, daß beim Provinzialverband eine besondere Arbeitsgemeinschaft für Tuberkulosefürsorge geschaffen wird. Herr Rudel von der Hauptstelle für Wanderfürsorge gab Auskünfte über die neue Regelung. Vorbereitende Schritte für die eventuelle Errichtung eines Altersheims für die Provinz Brandenburg wurden einer kleinen Kommission mit Herrn Stadtrat Noack an der Spitze übertragen. wlrWstkzkürkorge. Die Erhebungen der Z.W.St. über die Aufwert ungs- und Vermögens bestände der geschlossenen und halboffenen Anstalten können als abgeschlossen gellen. Die komplizierteren Erhebungen über die gleichartigen Vermögensbestände der offenen Fürsorge sind im Gange. Es handelt sich schätzungsweise um 2000 Vereine und mehrere hundert Stiftungen. Die voraussichtlichen Ansprüche der geschlossenen und halboffenen Anstalten wurden bereits dem Herrn Reichsarbeitsminister bekannt gegeben. Sämtliche in Betracht kommenden Anstalten und Einrichtungen erhalten durch Rundschreiben und Zuseitdung von gesetzlichen Bestimmungen durch die Geschäftsstelle der Z.W.St. fortlaufend Bescheid über die Aufwertungsfrage. Die endgültige Gestaltung der Wohlfahrtsrente ist noch immer nicht 2