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Nachrichtendienst · 1925-07-01 · Heft 3 (Juli 1925) · p. Seite 5

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1925
Issue
Heft 3 (Juli 1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Landesstelllen der Kreditgemeinschaft sind: Zentralarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege, Berlin C., Poststraße 16. Arbeitsgemeinschaft von Brandenburgischen Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, Berlin W. 10, Königin-Augusta- Straße 19. Proviuzialausfchuß Schlesien der Kreditgemeinschast genreinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands G. m. b. H./ Breslau, Gartenstraße 74. Bezirksausschuß Cassel der Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilseorgani,ationen Deutschlands, Cassel, Bismarckstraße 12. Landesstelle der Kreditgemeinschast gemeinnütziger Selbsthilfeorgan-isationen Deutschlands für die Rheinprovinz, Düffeldarf, Postfach. Landesverein für Volkswohlfahrt in Hannover, Maschstraße8. Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorgani'ationen Deutschlands, Provinzialstelre Schleswig-Hotstein, Kiel, Fleethörn 56. Hauptwohlsahrtsstelle für Ostpreußen, Königsberg i. Pr., Paulstraße 2. Landesstelle der Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfe- . Organisationen Deutschlands für die Provinz Sachsen, Merleburg, Landeshaus., Landcsstelle der Kreditgemeinschast gemeinnütziger Selbsthilseorganisationen Deutschlands für die Provinz Westfalen, Münster i. W., Warend.orferstraße 25. Landesstelle der Kreditgemeinschaft geiminnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands für die Provinz Pommern, Stettin, Landeshaus. Landesstelle der Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands für die Provinz Hessen-Nassau,, Wiesbaden, Landeshaus. In der A u f we r t u n gs fr a ge, die für die jüdischen Anstalten mit ihren großen, infolge der Inflation .verlorengegangenen Vermögen eine besondere Rolle spielt, wurde dank den Anstrengungen der Liga der freien Wohlfahrtspflege bei der Mgierung und im Reichstag ein erfreulicher Erfolg erzielt. Die Wohlfahrtsrente von 10 Millionen Mark jährlich, die 15 Jahre lang den Anstalten und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege und den kirchlichen Einrichtungen zug.- führt werden soll, wird manchen jüdischen Anstalten eine gewisse Erleichterung in ihren finanziellen Bedrängnissen bieten können. Schon heute läßt sich sagen) daß die anzumeldenden Ansprüche ziemlich beträchtliche sein werden. Leider haben. von rund 220 Anstalten, an bi; seinerzeit Erhebungsbogen versandt wurden, noch 80 nicht geantwortet. Diese Anstal.en seien auch an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Geschäftsstelle der Z.W.St. nicht im Stande sein wird, ihre berechtigten Ansprüche auf eine jährliche Zahlung Ms der allgemeinen Wohlfahrtsrente zu vertreten, wenn sie nicht schleunigst ihre Vorkriegsvermögensbestände an Hand der ihnen zugegangenen Fragebogen anmelden. . In der Frage der Hypothekengewährung durch die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte wurde ein gewisser Erfolg insofern erzielt, als die Reichsversicherungsanstalt sich nunmehr bereit gefunden hat, eine bestimmte Summe, zunächst 7»/^ Millionen Mark, der freien Wohlfahrtspflege für Hypotheken zur Verfügung zu stellen. Auf di; der Z.W.St. angeschlossenen Anstalten dürfte eine Summ; von 220 250 000 Mark entfallen. Leider sind die Durchführungsbestimmungen noch vollkommen in der Schwebe und haben sich Hunächst so bedeutende Schwierigkeiten ergebet!, daß di; zur Verfügung gestellte Summe in absehbarer Zeit kaum wird ausgeschüttet werden. Die Geschäftsstelle der Z.W.St. ist nach wie vor bereit, Anträge von Einrichtungen der Gesimdheitssürsorge.ans solche Hypotheken entgegenznuehmen, - muß aber von vornherein darauf aufmerksam machen, daß die endgültige Behandlung der Anträge zunächst noch nicht erfolgen kann, sondern noch weitere Verhandlungen zwischen dem Reichsarbcitsministerinm, das die Interessen der frei:u Wohlfahrtspflege nachdrücklich wahrnimmt, und der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte abgewartet werden müssen. Aus den eigenen Kreditsummen, die der Zentralwohlfahrtsstelle aus Reichsmitteln zur Verfügung stehen, wurden im ersten Halbjahr 1925 35 000 Mark an Anstalten in Berlin, Hamburg und Königsberg ausbezahlt. Die Verhandlungen über weitere 30 000 Mark angefvrderter Kredite schweben noch, werden aber sicherlich in der nächsten Zeit: positiv beendet werden. Von den im Jahre 1924 verliehenen Geldern wurden bisher 11 000 Mark zurückbezahlt. Im allgemeinen läßt sich feststellen, daß die jüdischen Wohlfahrtseinrichtungeu bei der Inanspruchnahme von Krediten vorsichtig verfahren. Trotzdem wurde in der letzten Zeit bei Fälligwerden der Kredite eine Reihe von Vertängerungsan- . trägen gestellt, denen dank Intervention der Z.W.St. auch durchweg entsprochen werden konnte. Erwähnenswert ist eine neue Bestimmung des Reichsarüeitsministeriums, wonach Kredite über 10 000 Mark von nun ab in jedem Fall hypothekarisch gesichert werden müssen. An Stelle.der Hypothek kann in Ausnahmefällen eine selbstschuldnerische Bürgschaft der Synagogengemeinde treten. Da der Zinsfuß jetzt durchgehend 6 o/u beträgt und die- Darlehen bei hypothekarischer . Eintragung auf 3 Jahre fest, bei wertigen Sicherheiten auf zunächst 1 Jahr, verlängerbar auf 2 Jahre, gewährt werden, bietet sich unseren Anstalten eine besonders günstige Gelegenheit zur Versorgung mit Geldmitteln für einmalige oder unvorhergesehene Ausgaben, die erst im Laufe einer längeren Zeit getilgt werden können. Anträge auf- Kreditgewährung nimmt die Geschäftsstelle der Z.W.St. entgegen. * Aus den Mitteln, die mit Bewilligung des Reichs jeweils für Ausschüttungszwecke an Anstalten unb an Einzelsälle abgezweigt werden dürfen, wurden seit Januar - 1925 folgende Beihilfen an Anstalten gewährt: An Anstalten der Gesundheitsfürsorge . . 2050 Mark. ' An Anstalten der Jugendwohlfahrt . . . 650 Mark. An Anstalten der Wirtschaftsfürfvrge - . . 2 270 Mark. Zusammen 4 970 Mark. Bei diesen Ausschüttungen wurden ausschließlich Anstalten, außerhalb Groß-Berlins bedacht, da die Groß-Berlinrr Einrichtungen dank der Sammlung „Jüdische Not", die direkt durch eine besondere Abteilung der Z.W.St. geführt wird, ständig mit Beihilfen aus freiwilligen Spenden versorgt werden können. Die nachstehende Tabelle gibt einen Ueberblick über die außerordentlich großen Leistungen der Zentralwohlfahrtsst-elle auf dem Gebiete der Beratung und des Unterstützungswesens in Einzel fällen. Die Zentralwohlfahrtsstelle ist genötigt, in all den Fällen finanziell einzugreifen, wo es an einer leistungsfähigen jüdischen Gemeind; fehlt, oder wo eine Zentralijierung der jüdischen Wohlfahrtspflege nicht besteht. Sie wurde im 1. Halbjahr 1925 wie folgt iw Anspruch genommen: Fürsorgegebiet: Auskunft und Beratung imirbcerteilt in: Beihilfen wurden ge- OiK'ilci'omt in Höhe von: Allgemeine Fürsorge . 109 Fällen 62 Fällen 6 306,50 Mk. Jugendfürsorge . . . 19 „ 5 „ 920,65 „ Erholungssürsorge . . Fürsorge - für Kriegs¬ 43 „ 9 „ 1173,— „ waisen (aus Reichsmitteln) .... 30 „ 4 „ 260- ,, Berufssürsorge , ' Tuberkulosenfürsorge - 75 „ 28 „ 3 517,— „ - (z.T.aus Tbc.-Fonds) .Heilstättenkuren f. tuber¬ ,36 „ . 12 „. 3 826,35 „ kulös erkrankte Schwestern (aus Reichs- 19 724,97 „ Mitteln) .... -18 „ Geisteskrankheitcn - . . An Gemeinden für be¬ - 14 „ 1 , " 193,— „ sondere Zwecke . . 2600,— „ Zusammen in 326 Fällen 139 Fällen 38 523,47 Mk. — Y —

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