Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 3 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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nehmen, für den bereits gewisse Vorarbeiten und Porbesprechungen geleistet sind. In-Halle fand am 21. Juni eine Besprechung von Vertretern Thüringischer Gemeinden mit derr Vertreterin des Provinzialverbandes für Sachsen-Anhalt statt, in der die Z.W.St. durch Dr. Kohn, die Hauptstelle, für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise durch Dr. Kreuzberger vertreten war. Der Anschluß der Thüringischen 'Gemeinden und der Gemeinden des Regierungsbezirkes Erfurt an den Proviuzialverband Sachsen-Anhalt wurde prinzipiell beschlossen und es gelangt nunmehr ein Zirkular zur Versendung, in dem x diese Gemeinden zum Anschluß an den Provinzialverband Sachsen-Anhalt aufgefordert werden. Es ist zu hoffen, daß die Gemeinden dieser Aufforderung restlos folgen und damit* die Schaffung eines für diese Distrikte besonders wichtigen leistungsfähigen Verbandes ermöglichen werden. * Ds^ Frage der Schaffung eines Landesverbandes Sachsen für jüdische Wohlfahrtspflege ist noch in der Schwebe, da zunächst die örtlichen Wohlfahrtszentralen Dresden und Leipzig genügend konsolidiert sein müssen, bevor an die Schaffung eines Verbandes herangetreten werden kann. Dresden arbeitet nunmehr mit einer geschulten Kraft, auch. in Leipzig ist die Anstellung eines Wohlfahrtsdezernenten beschlossen, sodaß vermutlich schon in nicht allzu ferner Zeit an die Gründung eines Landesverbandes Sachsen wird geschritten werden können. In Kassel wurde eine örtliche Wvhlfahrtszentrale durch Zusammenschluß der dortigen Wohlfahr.ts'organisationen ins Leben gerufen. * Noch immer ist leider eine große Zahl von Gemeinden in ihren Jahresbeiträgen für die Z. W. St. für dasJahr 1925 im Rückstände und sendet sie trotz wiederholter Mahnungen nicht ein. Wir müssen auch von dieser Stelle aus nachdrücklich darauf aufmerksam machen, daß nach' Aufhöreu der Reichszuschüjse für Verwaltunaskosten die Tätigkeit der Z.W.St. ernsthaft in Frage gestellt ist, wenn die säumigen Gemeinden sich nicht bald zur Bezahlung der 'bescheidenen Beiträge, die erbeten wurden, bereitfinden. - Insbesondere sind noch mehrere Gemeinden in Bayern, B g d e n, R h e i n l a n d, Westfalen, H e s s e n - N a s s a u und Th ü ringen mit ihren Beiträgen im Rückstände. Wir ersuchen noch einmal dringend um beschleunigte Erledigung der Subventionsgesnche der Z.W.St. n. öefundljdtsfürforge. In der setzten Zeit hat sich immer zwingender die Notwendigkeit herausgeftellt. einen besonderen Fonds für die offene Bekämpfung der. Tuberkulose zu schaffen, da in einer wachsenden Zahl von Fällen ein leistungsfähiger Tr-ger für die -Aufbringung der nicht unerheblichen Unkosten, di? eine Tuberkuloseheilkur erfordert, fehlt. Bon den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft für Tuberkulosefürsorge haben sich bisher Zentralwohlfahrtsstelle, Jüdischer Frauenbund und Großloge für Deutschland bereit erklärt, zusammen einen Betrag von zirka 2 0 000 Mark für diesen Fonds zur Verfügung zu stellen. Davon entfallen auf die Zentralwohlfahrtsstelle 10 000 Mark, auf die Gcoßloge 5000 Mark und auf den' Frauenbund zunächst 5000 Mark. Vom Gemeindebund liegt noch keine Entscheidung vor, es steht zu erwarten, daß auch diese Organisation einen Beitrag gewährt. Die Stellung - der Zionistischen Vereinigung ist noch unk'a'-. Inzwischen haben bereits, wie aus der später folgenden Statistik hervor-' geht, sehr viel tuberkulös erkrankte Personen Zuschüsse von der Zentralwohlfahrtsstelle erhalten. Es steht zu hoffen, daß nunmehr ans einer breiteren Basis als bisher die offene^ Bekämpfung der Tuberkulose erfolgen wird. - Ein weiterer Fortschritt ist ferner dadurch zu" verzeichnen, daß eine Reihe von Besichtigungen von Heimen im Schwarzwald stattgefunden hat und dag nunmehr in aller Kürze an die Schaffung eines besonderen Kinderheimes herangegangen wird. Auch mit der jüdischen Heilstätte Etania,-Davos, fanden neuerlich Verhandlungen über engere Zusammenarbeit statt-. * Auf dem Wege über den Verein „Landaufenthalt für Stadtkinder" wurden, wie bereits in früheren Nummern unseres Nachrichtendienstes berichtet, der Z.W.St. 20 000 Mark zur Verteilung an Ki.nderheilstätten zur Verfügung gestellt, in erster Linie für solche, die tuberkulöse. Herz- und nierenkranke Kinder behandeln. (Es find dies 6 o/o der Summe, die überhaupt an die Freie Wohlfahrtspflege zur Ausschüttung kam, also infolge der besonderen Ausbildung loserer Kindersürsorgc ein dreimal so hoher Satz, als der bei sonstigen Verteilungen von Reichsmitteln der Z,W.St. auf Grund der Zahl der angeschlossenen Anstalten gewährte.) Die Summe sollte ausschließlich zum Ausbau und zur Wiederherstellung vorhandener Einrichtungen verwendet werden. Aus Grund der eingereichten Anträge wurde folgende Verteilung. vorgenommen: Kindergenesungsheim Elmen .... 4000 Mark.' Kinderheilstätte Kreuznach .... 3r00 Mark. Kinderheilstätte Nauheim. 2000 Mark. Friedrich Luisenhospiz. Bad Dürheim . 3500 Mark. Kinderheilstätte Bad Kissingeu . . . 5000 Mark. 2000 Mark blieben zur freien Disposition und werden dem Fond für die Errichtung einer besonderen Heilstätte für. tuberkulöse Kinder, die für die nächste Zeit geplant ist, zugeführt. * Die V a l n e o l o g i s ch e Gesellschaft und Z e n - träte.für Balneologie, Berlin-Charlottenöurg, hat der Geschäftsstelle der Z.W.St. ein Verzeichnis von 89 Kurorten und Heilanstalten übermittelt, die sich auf den Boden der Mittelstandskurcn der Heilbäder und Heilanstalten gestellt haben. Diese Mittelstandskuren, für die besondere Preisermäßigungen bestehen, können im allgemeinen nur in der stillen Saison vorgenommen werden», in der Hochsaison ngr ausnahmsweise bei besonderer Begründung. Für Heilbäder ist dies von verhältnismäßig untergeordneter Bedeutung, da diese ihre Wirkung in der stillen Kurzeit ebenso gut öden noch besser entfalten, als in der überlästeten Hochsaison. Anträge auf Mittelstandsknren bedürfen einer kurzen Bescheinigung der Kurnotwendiakeit durch den Hausarzt, möglichst mit Angabe der Wünsche hinsichtlich' der Auswahl des Kurortes, und eine Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse durch eine uns angeschlossene Wohlfahrtszeutrale b-ezw. Landes- oder - Provinzialverband. Alle Wohlfahrtszentralen. Landes- und Provinzialverbände werden hiermit ersucht, auf diese günstige Kurgelegenheit aufmerksam zu machen und der Geschäftsstelle der Z.W St. die entsprechenden Anträge zur Weiterleitung zuzusenden. in. Zugendwohlsahrt und Jugendpflege. Auf Grund der Mitteilung in der letzten Nummer des' Nachrichtendienstes und der jüdischen Presse, daß für die Berufsausbildung von Krieger Waisen Mittel des Reiches zur Verfügung stehen, sind 30 Gesuche eingeganqen, und zwar für 14 Knaben und 16 Mädchen. Zuschüsse werden für die Ausbildung in folgenden Berufen erbeten: Gartenbau 2, Handwerker 7, Haushaltung 3, Kindergärtnerin 2,.Bank 1. Kaufmann 13. akademischer Beruf 2. Bei dem verhältnismäßig kleinen Betrag, der zur Verfügung, steht, können von den vorliegenden Gesuchen nur die dringendsten berücksichtigt werden. Es ist aber anzunehmen, daß. die jüdische Wohlfahrtspflege nicht hinter der Reichsfürsorge zurückstehen und auch ihrerseits Zuschüsse zur Ausbildung bedürftiger Kriegerwaisen geben wird. Entsprechende Anregung wird die Zentralwohlfahrtsstelle den Wohlfahrtsämtern geben.