Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 3 (Juli 1925)
- Date
- 1925-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2549643-2549652-2549655--095-2549819- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
vekEtieneven von der ZcntralwoyIfatzrt5fteUe der deutfdnn Juden unter Mitwirkung der ftauplftelle für Indische IDanderfürforge und flrbeitsnad, unife SeschÄftLsteUe: Berlin C.2, Kofenftr.2/4 fcrnfpr.:. flmi norden 5710-16. Nach« ürucfc nur mir Quellenangabe gcflattet. Juli 1925 Bezugspreis: 2 Mark pro Jabr. erscheint mindestens 6 mal jährlich, vkstellnngen bei der Seschästsstelle. 1. vrganifation. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinde n hat am 21.—23. Juni 1925 seine erste Tagung aügehalten. Von allen Parteien wurde übereinstimmend die Erklärung abgegeben, daß der Preußische Landesverband in weitgehendem Maße auch soziale Ausgaben zu erfüllen haben wird. Ein besonderer Antrag lag von der liberalen Partei vor, dahingehend, daß der Preußische Landesverband möglichst bald mit der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, die bisher -ntd) für Preußen in weitgehendem Maße daS Gebiet sozi ..r Fürsorge bearbeitet hat, zur Regelung der Zusammen rbeit in Verbindung treten foll. “ Von ganz besonderer $ chitigkeit ist es, daß in den Haushaltplan des Preußische! Landesverbandes ein nicht unbeträchtlicher' Betrag für Wohlfahrtspflege eingestellt worden ist. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutscheit Juden hat nach Rücksprache mit der Leitung der Arbeitsgemeinschaft für Gesährdetenfürsorge, Tuberkulosenfürsorge und anderen Stellen eine Denkschrift cingereicht, in der die Lage und die Bedürfnisse der einzelnen Gebiete klargelegt und bestimmte Summen angesordert wurden, lieber diesen Antrag ging man im Haushaltsplan noch hinaus 'und es wurde beschlossen, einen Betrag von 235 000 Mark für Wohlfahrtszwecke in den Etat einzustellen. Davon sollen entfallen: 25 000 Mark für die Einrichtungen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, 10 000 Mark für die Wohlsahrtseinrichtuugen des Jüdischen Frauenbundes. . Ter Rest 01t 200000 Mark verteilt sich auf Tuberkulose-, Gefährdeten-, Psychopathenfürsorge: Arbeitsnachweis, Wander- *■ fürsorge, Subventionen an Eitrzeleinrichtungeu u. dgl. Es wird die Aufgabe des im Prinzip beschlossenen s 0 - zialen Ausschusses beim Preußischen Landesverband, der wohl in kurzer Zeit zusammentreten wird, fein, die Anträge, die bereits zahlreich vorliegen, sorgfältig zu prüfen - und die Mittel den in Frage kommenden Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Zusammensetzung mib Arbeitsweise des sozialen Ausschusses stehen zur Zeit noch nicht fest. Es > wird eine der wichtigsten Aufgaben des Landesverbandes sein, dahin zu wirken, daß ein enges. Zusammenarbeiten zwischen dem Preußischen Landesverband bezw. seinem sozialen Ausschuß und der Zentralwohlfahrtsstelle erfolgt. * ' ■; 1 Bei der diesjährigen Tagung des Allgemeinen Deutschen Rabbinervcrbandes am 2. und 3. Juli 1925 in Köln waren die Verhandlungen in weitem Maße der Stellung des Rabbiners in der sozialen Arbeit gewidmet. Cs bestehen nach dieser Richtung hin noch Wünsche mannigfacher' Art, über die Rabbiner Dr. Horowitz, Frankfurt a. M., und Rabbiner Dr. Levy, Mainz, Referate erstatteten. Beide Referenten forderten'die aktive Mitarbeit des Rabbiners auf allen Gebieten der Fürsorge. Auf Grund der Referate wurde - ein sozialer Ausschuß, bestehend aus 7 Mitgliedern des Rabbinerverbandes, gebildet. (Bärwald, München; Blumen-- thal, Berlin; Horowitz, Frankfurt a. M.; Kober, Köln; Levy. . Mainz; Neumark, Duisburg; Roesel, Tilsit.) Er soll die Bearbeitung der sozialen Aufgaben übernehmett, soweit sie in den rabbinischen Tätigkeitsbereich gehören. Die Leitung des Ausschusses, die aus den beiden Obengenannten besteht, ist an die Zentralwohlfahrtsstelle herangetreten, um eine cr- - sprießliche Zusammenarbeit in die Wege zu.leiten. Es ist zu hoffen, daß durch die Bildung dieser Kommission der Wunsch nach Mitarbeit des Rabbiners in der sozialen Fürsorge, den die Zentralwohlfahrtsstelle und andere Organisationen schon vielfach geäußert haben, allmählich in der mannigfaltigsten Weise in Erfüllung gehen wird. Schon jetzt möchten >vir es den Wohlfahrtsämtern ans Herz legen, sich mit den Rabbinern ihres Bezirkes wegen deren Mitarbeit in Verbindung zu setzen, soweit dies noch nicht geschehen ist. * ' Am 24. Mai fand in Bielefeld eine Sitzung des Sozialen Ausschusses für jüdische Wohlfahrtspflege in Westfalen statt, an der 39 Personen teilnahmen. Vertreten waren die Gemeinden Bielefeld, Dortmund, Lippftadt, Herford, Paderborn und Witten, die Anstalten in Paderborn, Sassendorf'und Unna. Die Zentralwohlfahrtsstclle der .deutschen Juden war durch Dr. Kohn vertreten. Der Geschäftsbericht wurde durch den Vorsitzenden, Rabbiner Dr. Kronhcim, erstattet. Das Hauptreferat über Aufgaben der jüdischen Wohlfahrtspflege erstattete Dr. Kohn. Im Anschluß daran berichteten die dem Verband angeschlossencn Anstalten über ihre wirtschaftliche Lage und ihre Schwierigkeiten und wurden «eine Reihe von praktische,, Mißn-ch >en eingehend erörtert. Die Tagung ging mit dem Wunsche auseinander, im Herbst ds. Js. eine größere Versammlung. unter Beteiligung aller Gemeinden zur Erzielung eines stärkeren Zusammenschlusses nicht nur in organisatorischer, sondern auch in finanzieller Beziehung zusammenzurufen. Am 14. Juni fand in Breslau eine vorberciteude Zusammenkunft zur Begründung eines Provinzialvcrbandes für jüdisch eWohlfahrtspflege in Niederschlesien statt, an der die Z. W. St. durch Dr. Lamm, die Hauptstelle für jüdische Wandersürsorge und Arbeitsnachweise durch Dr. Kreuzberger vertreten war. Die Versammlimg führte noch nicht zur endgültigen Konstituierung eines Provinzialverbandes, aber es wurde bcschlossen, der Gründung dieses Provinzialverbandes in der nächsten Zeit näherzntreten. Von den versammelten Vertretern wurden gemeinsame Organisationsmaßnahmen betr. Wattderfürsorge zur sofortigen Durchführung beschlossen. Die Z.W.St. beabsichtigt, im Herbst ds. Js. die endgültige Gründung des Provinzialverbandes Niederschlesien neuerlich anzuregen und durchzuführen und gleichzeitig auch die Gründung eines Provinzialverbändes für Oberschlesien in Angriff zu