Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 2 (Juni 1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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teichung der nötigen Unterlagen diese bei der Zentrale beantragt. Die Ueberweisung in die Heilstätte erfolgt ausschließlich, durch die Zentrale nach Maßgabe der verfügbaren Plätze. 9. Das zuständige Wohlfahrtsamt hat je nach, der UnterstütznngsLedürftigkeit den Erkrankten mit entsprechenden Beihilfen einzugreifen und zugleich im Kreise der gefährdeten Angehörigen über Ansteckungsmöglichkeit und Vorbeugung der Tbc. anfzuklären. 10. Die Wohlfahrtsämter helfen dem aus der Heilstätte .Heimgekehrten bei seiner Wiedereinordnung ins Erwerbs^ leben und veranlassen seine und seiner gefährdeten Angvhörigeu fortlaufende ärztliche Ueberwachung (Wiedererkran? hing, Neuerkrankung eines Angehörigen, evtl. Antrag auf vorbeugende Kräftigungskuren für die besonders schutzbesürftigen Kinder). * Tie Erholungszentrale für jüdische Kinder, Berlin, in der alle Berliner Organisationen, zu deren Ausgaben Kindecentsendung gehört, zusammengeschlossen sind, hat unter zahlreicher, auch auswärtiger Beteiligung einen Lehrgang über Erholungssürsorge veranstaltet. Es wurden solgmde Referate gehalten: „Wege, Ziele und Grenzen der Erholungs-. sürsorge", „Entwicklung der Erholungsfürsorge in Deutsche land" und „Die Stellung der jüdischen Erholungsfürsorge innerhalb der interkonfessionellen Einrichtungen"; „Auswahl, Vorbereitung und Nachpflege erholungsbedürftiger Kinder"; „Familienfürsorge". Es hat sich im Verlaus der Tagung gezeigt, daß es notwendig ist, in Zukunft auch; den Kleinkindern unter 4 Jahren die notwendige Entwicklungssördernng und den Kräftezuwachß durch einen Erholungsaufenthalt zu verschaffen. Ferner sollen die Winterkuren möglichst beibehalten werden. Geistig anormale Kinder sollen in bestimmten Fällen nach ärztlicher Prüfung besonderen Erholungsmöglichhiten zugesührt werden. Im Verlauf des Lehrganges wurde auf die Bedeutung der Turn- und Atmungsübungen der Kinder während des Erholungsaufenthaltes hingewiesen und allgemeine Mastregeln für die Erziehung der Kinder in den Heimen ausgestellt. Geeignete Beschäftigung wurde als wichtiger Erholungssaktor empfohlen, der auch für die Zeit außerhalb des Heims noch wirksam sein kann. Tie hauswirtschaftliche Ausbildung von Praktikantinnen in Erholungsheimen soll trotz sehr verschiedenartiger Erfahrungen, die man dabei gemacht hat, nach Mög,- lichkeit weiter ausgebaut werden. Ter Lehrgang war mit einer Ausstellung von Bildern. Mappen, Berichteit und Tabellen verbunden. Ausführliche Berichte über den Lehrgang können bei der Erholnngszentcale für jüdische Kinder, Berlin C. 2, Rosenstraste 2/4 (Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde), bezogen werden. IN. tugcnawohlstbn unü tugenaplicgc. Zur beruflichen Ausbildung von Kriegs- Waisen wurde der Z.W.St. ans Reichs mittel» ein Betrag von Mk. 3000 zur Verfügung gestellt. Aus der großen Fülle von Gesuchen, die eingelaufen sind, wird ein beschränkter Teil bedacht werden. * Ter große Mangel an gut sozial geschulten Kräften zeigt sich vor allem in der Fürsorge für die gefährdete und vmvMloste Jugend. Und gerade hier handelt es sich um Schwierigkeiten in. der Kinder- und Jugendfürsorge, die nicht früh genug erkannt und bekämpft werden können. Aus diesem Grunde hat die Z.W.St. mit dem Berliner Wohlfahrtsamt und der Jüdischen Kmderhilse einen Kursus für Herl- Pädagogik auf Initiative und unter Leitung von Herrn Professor Schneersohn eingerichtet. Für den Kursus haben sich theoretisch und praktisch hervorragend sachverständige Persönlichkeiten wie Professor Schneersohn, Tr. med. et phil. Cliasberg, Rektor Raatz, Direktor Knauth, Dr. Kunkel, Oberschulrat Hilker, Direktor Bein zur Verfügung gestellt. Der Stundenplan wurde bereits in der letzten stummer wiedergegeben. Im Anschlnst an die Vorlesungen finden Besicht^ gnngen von Anstalten und Einrichtungen statt. Die lebhafte Beteiligung an dem Kursus (es haben sich über 50 Teilnehmer aus Groß-Berlin gemeldet) beweist, wie stark das Bedürfnis nach Nachschulungs-Kursen ist Die Veranstaltung von Kursen auf anderen Gebieten wird sich die Z.W.St. ans Grund der gemachten Erfahrungen in der nächsten Zeit sehr angelegen sein lassen. Auch die Wohlfahrtsämter im Reiche sollten ihre Aufmerksamkeit auf die Fort- und Weiterbildung der in der Wohlfahrtspflege tätigen Personen lenken. * Anläßlich, eines Berliner Besuches von Frau Anita Müller-Cohen, Wien, wurde über die Vorarbeiten, die für die internationale Kinderhilsskonferenz in Genf von jüdischer Seite aus getroffen werden sotten, beraten. Es wurden seitens der Kinderschutzkommission der jüdischen Welthilfskonferenz Fragebogen ansgearbeitet, um über den Stand der Jugendfürsorge in den einzelnen Läirdern, vor allen Dingen über das Problem der landfremden Kinder, Ueberblicke zu gewinnen. Tie Fragebogen werden gegenwärtig auch, für Deutschland bearbeitet und an die in Frage kommenden Anstalten und Organisationen verschickt. Der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände trifft gegenwärtig Vorbereitungen für eine gemeinsame Veranstaltung aller Verbände in Berlin. Der Ertrag der Veranstaltung soll für Erholungssürsorge für Angehörige der Jugendbewegung verwandt werden. Leider hat sich die Uebernahme des Markenhofes, von der wir in der letzten Nummer berichteten, bis jetzt noch nicht verwirklichen lassen. Inzwischen wurden aber Jugendliche, die als besonders erholungsbedürftig gemeldet waren, in Privatpensionen in Bädern und Kurorten unter besonders günstigen Bedingungen ausgenommen. Tie Absicht, ein neues Erholungsheim unter der Selbstverwaltung der Jugend zu übernehmen, soll trotzdem möglichst schon in diesem Sommer verwirklicht werden. IV. HusbUdungsincfen. Aus dem besonderen A u s b i l d u n g s f o n d s der Z.W.¬ St. wurden Ausbildungszuschüsse an eine Reihe von männlichen und weiblichen Jugendlichen, die eine lanb* und hanswirtschaftliche, soziale oder sozial-pädagogische Ausbildung durchmachen, gegeben. Tie laufenden monatlichen Ausgaben betragen ungefähr Mk. 300. Tie Aufnahme von Praktikantinnen zur Hauswirtschaftlichen Ausbildung in den Anstalten der freien Wohlfahrtspflege wird immer weiter ausgedehnt. Es wurde auch in der letzten Zeit wieder eine größere Anzahl Stellen in Heimen durch die Z.W.St. bezw. die Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise und den Verein zur Ansbildiuig der jüdischen Hausbeamtinnen vermittelt. * » Ter VereinznrAusbildttngjüdifcher.Hausb e a m t i n n e n, der 1923 in Xeutfdjlanb nacf; hex Erziehungs- 4