Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 2 (Juni 1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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sahrtspflcgc durch die Z.W.St. unterstützt wurden, geschah dies auch bei dem vor einiger Zeit begründeten Provinzialverband Sachsen-Anhalt mit dem Sitz, in Magdeburg, der seine Tätigkeit im April 1925 ausgenommen hat. Als Vertreter der Z.W.St. sprach Herr De. Kühn am 29. März in Nordhausen vor einer vom Gemeindevorstand einberufenen, sehr gnt besuchten Versammlung und am 2. April in Halle vor dem Wohlfahrtsausschuß der jüdischen Gemeinde. Beide Gemeinden erklärten sich auf Grund seiner Ausführungen endgültig zum Beitritt bereit. Am 21. Mai besuchte Herr Tr. Kohn als Vertreter der Z.W.St. und Herr Rudel als Vertreter der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise die Sitzung des Provinzialausschusses in Magdeburg, uni gemeinsam mit dem Ausschuß weitere Maßnahmen zur Aktivierung des Verbandes zu beraten. Bon besonderer Bedeutung ist der Beschluß, sämtliche Gemeinden, die für den Verband in Betracht kommen, durch, einen Vertreter besuchen und über die Aufgaben des Provinzialverbandes,' aufkläcen zu lassen. In nächster Zeit sollen auch, Verhandlungen zwischen dem Provinzialvecband Sachsen-Anhalt und den Vertretern der Thüringischen Gemeinden stattfinden, um de« Anschluß der Thüringischen Gemeinden, die für die Schaffung eines eigenen Provinzialverbandes nichjt Leistungsfähig genug sind, an diesen Provinzialverband zu erreichen, und dadurch einen großen und leistungsfähigen Verband Sachsen-Anhalt-Thüringen ' zu schaffen. * Außer der Arbeitsgemeinschaft „jüdische Tuberkulose-Fürsorge" und der Arbeitsgemeinschaft für Wandersürsorge und Arbeitsnachweis, über die wir in der letzten Nummer berichteten (siche auch, unten), haben sich in der letzten Zeit folgende weitere Arbeitsgemeinschaften gebildet: Jüdische Erholungsfürsorge, bestehend aus Vertretern der Groß-Loge 11.0. B. B., des Jüdischen Frauenbundes, des Verbandes der Frauenvereinignngen der 11.0. B. B. Lugsn, iw ZtNMlMMfMtsMe der Deutschen Jude,!. Die Arbeitsgemeinschaft hat Merkblätter, Richtlinien und Karten für die Erholungsfürsorge auf Grund der Erfahrungen, die man in Berlin mit der zentralisierten Erholungsfürsorge gemacht hat, ausgearbeitet und an alle Entsendestellen versandt. Wie aus Antworten hervorgeht, wird die Bereinheidlichung und Verfeinerung der Erholungsfürsorge überall lebhaft begrüßt. Es ist im Interesse einer Uebersicht über die jüdische Erholungsfürsorge dringend erwünscht, daß Heime —uitb- Entsendestelli: a kein ^Kind verschicken bezw. aufnehmen, ohne eine Meldekarte auszufüllen. ' * Arbeitsgemeinschaft j ü dische Gefährdeten für sorge, bestehend aus Vertretern der Großloge, des Hilfsvereins der deutschen Juden, des Jüdischen Frauenbundes, der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden und der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Im Programm der Arbeitsgemeinschaft sind folgende Aufgaben besonders erwähnenswert: 1. Baldige Wahl eines geeigneten Hauses für die Verlegung der Rcpziuer Schulpflichtigen-Llbteilung. 2. Unterbringung sogenannter leichterer Fälle (nicht schwer erziehbarer Kinder, die bisher noch aus Mangel an richtiger Erziehung ln der Familie in Sonderanstalten untergebracht werden müssen) , in Normal-Erziehungsheimen im' Anschluß an die in Berlin gemachten günstigen Erfahrungen. ' 3. Einrichtung einer Abteilung für weibliche schulpflichtige Fürsorgezöglinge. Jüdische Vertretung in den bestehenden und noch einznrichtenden Pflegeämtern. 5. Schaffung kleinerer örtlicher Unterkunftsheime für gefährdete Frauen und Mädchen, entsprechend denen der anderen Koufessiouen, zunächst in den großen Gemeinden. In erster Linie sollen die Wohlfahrtsämter mehr als bisher auf die Mitarbeit in den Pflegekindern der Städte bedacht sein, sowie überhaupt ihre Aufmerksamkeit auf die zunehmende Gefährdung der jüdischen Jugend richten, um im verstärkten Maße vorbeugende Fürsorge austtben zu können. Fachausschuß für Jugendwohlfahrt bei der Zentralwohlfahrtsstelle. Das Arbeitsgebiet dieses neu begründeten Ausschusses gliedert sich in: Säuglings-, Kleinkinder-- und Schulkinderfürsorge, Jugendbewegung und Jugendpflege. Als Vorbereitung für den internationalen Kongreß für Kinderhilfe, der im August in Genf stattfinden wird, soll durch den Fachausschuß eine Darstellung des Standes der verschiedenen Gebiete der Jugendwohlfahrt gegebeiu werden (s. u.). In der letzten Zeit hat die Zentralwohlfahrtsstelle einigen Ausstellungen Material über jüdische Wohlfahrtspflege zur Verfügung gestellt: einer Wohlfahrtsausstellung, veranstaltet von der Zeutcalleitung für Wohltätigkeit in Württemberg und der Jahrtausendausst.'llung in Köln. Bei der Ans ' stellung Gesolei (Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen), die 1926 in Düsseldorf stattsinden soll (ausführlicher Bericht folgt), wird für die Darstellung der jüdischen Verhältnisse ein größerer Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt. Die Zentralwohlfahrtsstelle ist in der Ausstellungsleitung vertreten. Einem örtlichen Ausschuß in Düsseldorf, der unter Leitung von Herrn Rabbiner Tr. Eschelbacher steht, ist die praktische Ausführung übertragen. Z ufainm en sch lu ß der j ü di schen Soz ia 1 beamt i n n e n, Erzieherinnen und Kindergärtnerinnen. Eine zu diesem Zwecke für den 10. Mai eiuberufene Tagung war aus dem ganzen Reiche sehr zahlreich besucht. Die Tagung, die hauptsächlich durch die materielle und ideelle Hilfe der Zentralwohlfahrtsstolle zustande kam, wird für die künftige jüdisch-soziale Arbeit von großer Bedeutung sein, denn immer mehr stellt es sich, heraus, daß bei der zunehmenden Intensivierung der sozialen Arbeit nur gut geschulte Kräfte, die über alle einschlägigen Fragen unterrichtet sind, den maimigsaltigen Auf gaben gerecht werden können. Ter Zusammenschluß sieht daher als Hauptaufgabe die Fort- und Weiterbildung seiner . Mitglieder vor. * Beiträge der Landesverbände und Gemeinden zu den V e r w a l t u n g s k o st e u der Z.W.St. Im laufenden Rechnungsjahr, in denr die jüdischen'Gemeinden zum ersten Male nach lljähriger Panse wieder mit einem gesicherten Etat zu rechnen in der Lage sind, hat auch die Z.W.St. versucht, mit besonderem Nachdruck die einzelnen Gemeinden resp. Landesverbände an ihre Beitragspflicht zur Erhaltung des Geschäftsbetriebes der Z.W.St., für welchen in kurzer Zeit keine Reichsmittel mehr zur Verfügung stehen werden, zu erinnern. Eine Minderzahl der Gemeinden hat in dankenswerter Weise den an sich bescheidenen Beitragsgesuchen in vollem Umfange stattgegeben und vereinzelt (besonders rühmenswert" sei hier Danzig hervorgehoben) sogar 2 —