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Nachrichtendienst · 1925-06-01 · Heft 2 (Juni 1925) · p. Seite 1

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1925
Issue
Heft 2 (Juni 1925)
Date
1925-06-01
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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berausgegeben von der 2cntrafiüol!)lfaJ)rtsft£lle der deutschen Juden unter Milwidtung der hauptftelle für jüdische tDanderfürforge und flrbeitsnadtumfe öeschästsflelle: Berlin C.2, Kofenftr. 2/s fernspr.-. Hmt norden 5710-16. Nachdruck nur mir Quellenangabe gestattet. lunims. Bezugspreis: 2 Mark pro Jabr. erscheint mindestens 4 mal jährlich. Bestellungen bei der öeschästsstelle. f I. Organifation. Durch Beschluß der Borstandssitzung vom März d. I. ist die Leitung der Zentralwohl fahrt s stelle einem geschästsführcuden Ausschuß übertragen worden. Ihm gehören folgende Mitglieder an: Rabbiner Dr. Baeck, Eugen Caspary, Otto Eskeles, Dr. Hautke, Rabbiner Tr. Hildesheimer, Dr. Lamm,- Tr. Ollendorfs, Professor Seligmann, Frau Martha Ollendorff und Frau S. Wronsky. Ter geschäftsführende Ausschuß hat die Leitung der ^Z.W.St. bis zur Neuwahl des Vorstandes, die noch im Laufe d. I. im Anschluß au die Mitgliederversammlung der Zentral-- wohlfahrtsstelle erfolgen wird, iune. * Immer mehr und mehr zeigt es sich bei den Wohlfahrtistamtcrn und Landesverbänden für Wohlfahrtspflege im Reiche, daß die gemeinsame Besprechung aktueller Fragen notwendig und erwünscht ist. So fanden in der letzten Zeit irr Norddentschland folgende Tagungen statt, bei denen Referate durch Vertreter der Zentralwohlsahrtsstelle übernommen wurden. Bei einer Tagung in Köln am 29. Adärz vertrat Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf, die Z.W.St. In Oldenburg sprach am 17. Wtai als Vertreter der Z.W.St. über „jüdische Jugrmdwohlsahrt" Herr Dr. Ollendorff, am 24. Mai sprach in Bielefeld Herr Dr. Kohn über „Gegenwartsfragen der -»HÜdifch"!' Wohls b-cts','siege" und am gleichen Tage in Braunschweig Herr TrU Lamm über „Wohlfahrtsgesetzgebung und jüdische Wohlfahrtspflege". Alle Provinzial-Verbände sind au der Ausgestaltung der jüdischen Wohlfahrtspflege sehr interessiert. Im Marz haben in einer ganzen Reihe von Orten Süddcntschlands Versammlungen stattgcfunden, in denen die gegenwärtige Organisation der jüdischen Wohlfahrtspflege Tcutschjlands und die Aufgaben auf sozialem Gebiete Gegenstand eingehender Erörterung gewesen sind. In Württemberg wurden die Veranstaltungen vom dortigen Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege sorgfältig vorbereitet. Es lag dem Landesverband insbesondere daran, an denjenigen Orten, die bisher der Tendenz der Zentralisierung der jüdischen Wohlfahrtspflege abwartend gegenüber standen, Freunde für den Verband zu gewinnen. Dies ist auch in vollem Maße gelungen. Von Seiten der Zentralwvhlfahrtsstelle der deutschen Inden nahm an den Veranstaltungen der Geschäftsführer Dr. Segall teil, vom Landesverband die Geschäftsführerin Fräulein Ada Hirsch Die Vorträge fanden statt in Heilt» ronn, Stuttgart und Ulm. Dr. Segall'gab eine Darstellung der gegenwärtigen Lage innerhalb der jüdischen Wohlfahrtspflege Deutschlands und skizzierte die großen Ausgaben auf dem Gebiete oer Tuberkulose- und Gcfährdetenfürsorge, die zurzeit von der deutschen Iudenheit zu erfüllen sind. Fräulein Hirsch schiloerte eingehend die Arbeit des Landesverbandes im abgelaufencn Jahr und bewies die Notwendigkeit der Zentralisierung an Hand einer ganzen Reihe von Erfolgen, die in der sozialen Arbeit zu verzeichnen waren. Das Interesse flirren Landesverband sowohl als auch für' die Zentralwohlfahctsst.'lle der deutschen Juden in Württemberg ist durch die 6 Veranstaltungen in starkem Maße geweckt worden. Es ist^eabsichtigt, in der nächsten Zeit noch andere Orte in Württemberg auf diese Weise zu bearbeiten und so einen lebendigen Kontakt des Landes mit der Zentrale herbeiznsühren. Im Anschluß an die Württemberger Reise nahm Dr. Segall ans besondere Einladung des Verbandes Bayrischer Israelitischer Gemeinden an der sozialen Tagung am 17. März 1925 in Würzbnrg, die im Anschluß an die Verbandst tagung cinberusenwar, teil. Ter Verband bayrischer Israelitischer Gemeinden hat zum ersten Male den Versuche gemacht, die sozialen Ausgaben in zusammenhängender Weise in der Öffentlichkeit zu behandeln und hat die Gelegenheit benutzt, um über den engeren Rahmen der Bayerischen Gemeinden hinaus die Situation innerhalb der jüdischen Wohlfahrtspflege Deutschlands und die großen allgemeinen Ausgaben auf diesem Gebiete den Mitgliedern des Verbandes vor Augen zu führen. Frau Wronsky, Mitglied dcs geschäftsführenden Ausschusses der Z.W.St., hatte sich als Referentin für das Thema: „Aufgaben und Ziele der Wohlfahrtspflege in Deutschland" zur Verfügung gestellt. Dr. Segall sprach über: „Aufgaben und Ziele der jüdischen Wohlfahrtspflege". Tie Anwesenden folgten den Referaten mit großer Aufmerksamkeit. Außer diesen.Referaten wurde noch eine ganze Reihe anderer Überalls wichtiger Fragen behandelt: Die Leistungen für soziale Zwecke im Haushaltsplan des Verbandes; Aufgaben und Ziele der jüdischen Wohlfahrtspflege in Bayern; Jüdische Jugendpflege; Wanderarmenfürsorge; Errichtung eines Kurhospizcs in Bad Kissingen; Schaffung eines jüdischen Sicchenheims in Bayern. Letzterem ist bereits von Seiten des Verbandes ein größerer Betrag zur Verfügung gestellt worden. Die Tagung war sehr eindrucksvoll und ist für die Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege in Bayern von größter Bedeiltullg geworden. Ae'hnlich der Art, in der die Zentralisationsbcstrebungcn der württembergischen Gemeinden auf dem Gebiet der Wohl- 1

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