Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1922-1923
- Issue
- Heft 5-7 (Februar 1923)
- Date
- 1923-02-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2549643-2549644-2549648--042-2549787- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
200000,— festgesetzt. Bei größeren Zuwendungen ist nur die diesen Betrag übersteigende Summe mit 5 °/o steuerpflichtig. Wird .die Steuer nicht in der im Bescheid genannten Frist entrichtet, so ist fürjeden dem Fälligkeitstage folgenden angesangenen Kalendermonat ein Zuschlag von 15 °/o, nach Verlauf von drei Monaten von 30 »/o zu zahlen. 2. Das Gesetz über die Kapitalertragsteuer wird provisorisch aufgehoben. 3. Auf Grund eines Erlasses des Reichsfinanzministers vom 21. 2. 1923 kann die Aufstellung einer Umsatzsteuererklärung den privaten gemeinnützigen und wohltätigen Anstalten, die dem Reichsverband (bezw. feinen 5 Kartellverbäilden, darunter auch der Bund jüdischer Kranken- und Pslegeanstalten) angeschlossen sind, auf Grund einer formlosen Erklärung erlassen werden. Umsatzsteuerpflichtig wärcll sinngemäß nur Ausnahmefälle der ersten und zweiten Klasse.. Die Z.W.St. gehört zu den gemeinnützigen Gesellschaften, denen hei Beförderung von Liebesgaben durch die Reichsbahndirektion Tarifvergünstigung eingeräumt ist. Wir machen alle Wohlfahrtseinrichtnngen darauf aufmerksam- Frachtbriefe zur kostenlosen oder ermäßigten Beförderung können von der Geschäftsstelle der Z.W.St. bezogen werden. Selbsthilfe de» Deutschen Bolle» überall lebendig gezeigt. In allen Gegenden wurde rin Teil der Speisetage von den Gemeinden übernommen. Tie Speisung müßte aber noch viel weiter ausgedehnt und noch lange fortgesetzt werden, um weiteren Schaden zu verhüten. Mitteilungen über die Teilnahme jüdischer Kinder an der Speisung oder der Notwendigkeit hierzu bitten wir an die Z.W.Ät. gelangen zu lassen. Tie Arbeitsgemeinschaft sozialhygienischer ReichSfachoerbände hat am 1. April eme Gesundheitsfürsorge- Schule eröffnet. * In der Berichtszeit fanden Sitzungen und Konferenzen bei folgenden Organisationen statt, bei denen wir regelmäßig vertreten waren: „Brüder in Not", „Bereinigte Fürsorge für das Auslandsdeutschtum" (an den - Reichsausschuß derselben wurde ein Antrag auf Gewährung eines Betrages zur Befriedigung seelsorgerifcher Bedürfnisse in den Flüchtlingslagern gerichtet) „Altershilfe", „Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge", „Deutscher Zentralausschuß für die Auslandshilfe", „Rotes Kreuz", „Wohlfahrtspflege Ost", „Landaufenthalt für Stadtkinder". Die Lldresfe. der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge ist nicht mehr Berlin N. 24, Monbijouplatz 3, sonbern Berlin N.W. 40, Moltkestraße 7, Portal Hl, des Reichsministeriums des Innern., Für die Verteilung von Auslandsspenden wurden von dem Deutschen Zentralausschuß für Auslandshilfe besondere Mittelstellen gebildet, deren Aufgabe die Aufstellung von Vorschlägen über die Auswahl der Anstalten und die Ueberwachung der Maßnahmen zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Verwendung der Spenden bildet. Im Falle nicht besondere Wünsche der Spender vorliegen, sollen auf Anstalten der Gesundheitsfürsorge etwa 2/a, auf die Anstalten der Erziehungsfürsorge Va entfallen. In Gegenden mit stark jüdischer Bevölkerung ist ein Vertreter der jüdischen Wohlfahrt herangezogen worden. Bei den Verteilungsmittelstellen sind folgende Organisationen vertreten: Innere Mission, Caritas-Verband, jüdische Wohlfahrt, Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt, Wohlfahrtsstelle der christiichs-nationalen Arbeiterschaft, Säuglingsfürsorge, Tuberkulofenfürsocge, Kräope-färiorge, cilri-eiaa, Landkreise. Die Miuelsreilen bef;rjNrn_ yj} S.f Zir-:r±'.zrl, ir btrrxr. Z.W.Sr. f-f: überall rerrreie.i ist. Berühre über die Zusammenarbeit liegen bereits vor von bin lUcimtfielien in Schlesien, Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Düsseldorf, Hamburg, Lübeck, Bayern, Württemberg. Kinderspeisung. In den Monaten November und Dezember wurden an 52 Speisetagen in 1256 Gemeinden und 391 Heimen insgesamt 113819906 Mahlzeiten verabreicht. Im Januar an 23 Speisetagen in 1400 Gemeinden und 453 Heimen insgesamt 9 103 470. Im Durchschnitt wurden täglich: November Dezember Januar 173 648 307 010 371009 Schulkinder 12 357 14 695 16 900 Kleinkinder 1869 25 33 2 730 Jugendliche 4 076 47 96 5 974 hoffende und stillende Mütter gespeist. Von überall her wird von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Kinder berichtet. Auch nach Erreichung der Höchstteilnehmerzabl von insgesamt 550000 konnte nur etwa die Hälfte der dringendst speisungsbedürftigen Kinder erfaßt werden. Von besonderen Notständen wird aus dem besetzten Gebiet berichtet. Ter Mangel an den notwendigsten Lebenserfordernissen zeigt sich mit am augenfälligsten in den.Anstalten der Jugendwohlfahrtspflege. ' Trotz der zunehmenden Notlage der Gemeinden hat sich die Literatur. Dir. Goeze: „Grundriß der Wohlfahrtskunde", Verlag Franz Vahlen, Berlin, Linkstraße. S. Wronsky: „Die Vereinheitlichung der Wohlfahrtspflege im deutschen Reich", Verlag Franz Vahlen, Berlm, Linkstraße. V Karstedt-Rabeling: -„Tie öffentliche Kleinrentnerfürsorge". Heymann-Verlag. Von jüdischer Wohlfahrtspflege, herausgegeben von der Zentralwohlfahrtsstelle. Tr. M. Traub: „Jüdische Wanderungen". Jüdischer Verlag, Berlin. In Kürze erscheint: Dr. A. Philipsborn: Das „Reichssteuerrecht der privaten Wohlfahrtseinrichtungen", Verlag Franz Vahlen, Berlin, Linkstraße.' Van Acken: „Wirtschaftsspiegel für Anstaltsvorstände" Carilas-Verlag, Freiburg in Breisgau. Ter Deutsche Caritasverband beabsichtigt angesichts der Not der Kranken- und Pflegeanstalten eine Schriftenreihe herLuszugebe», welche zur Lösung der besonderen Ausgabe,i u.'b» fall, Hiü-rf dem Ginotud, daß /'>'••> uc kcnntmcf/mi^ (tia ältesten Sinne des Wortesaus wirtschaftlichen Gründen schließen mußten und andere mit den größten Sorgen um ihren Bestand rinyen, wollen diese Schriften zunächst die Anstaltsvorstände in praktischen Wirtschaftsfragen beraten, dann aber auch eine Klärung der Führeraufgaben in der Anstaltsverwaltung erstreben. Die oben erwähnte vorliegende Schrift ist die erste der Schriftenreihe: „Zeitfragen des Anstaltswesens" (herausgegeben im Aufträge des Deutschen Caritasverbandes von I. van Acken). Sie behandelt die vordrängenden wirtschaftlichen Fragen, später sollen die zahlreichen inneren Fragen des Anstaltswesens zur Sprache kommen. Wir weisen die Anstaltsleiter und Kuratoren unserer jüdischen Anstalten auf die Schrift besonders hin. Sie wird eine wertvolle Ergänzung zu der von der Reichsgemeinschaft von Hauptverbänden der freien Wohlfahrtspflege und dem Reichsverband der pri vaten gemeinnützigen Kranken- und Pflegeanstalten beabsichtigten Herausgabe bestimmter Formulare und Merkblätter Hilden. Die Schrift will unter eingehendem Hinweise, wie höchstmögliche Sparsamkeit im täglichen Gebrauch zu erzielen ist und falsche Sparsamkeit vermieden werden kann, zur Selbstprüfung anregen. Ganz besonders wichtig ist die Einstellung der Wirtschaftsführung auf die Erfordernisse der Gegenwart. Zu einer zeitgemäßen Wirtschaftsform ge- 9