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Nachrichtendienst · 1922-11-01 · Heft 2 (November 1922) · p. Seite 5

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1922-1923
Issue
Heft 2 (November 1922)
Date
1922-11-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Interessierte Fra ne n aller Kreise hat die Ortsgruppe zn einer Zusammenkunft am 26. d. M. eiugeladen, die der Aussprache dienen soll über das Thema: „W i e können Mütter am b e st e n ihre K i n d e r ü b e r d i e Entstehung d e s L e b e n s unterrichte n?" Die Leitung der Aussprache hat Frl. Tr. med. Philippsohn übernommen. Leipzig: Wir erhalten die Nachricht, daß een Frauen das passive Wahlrecht gegeben worden ist, nachdem sie schon im Besitze des aktiven gewesen sind. Wiesbaden: Die „Israelitische Franenvereinigung" sieht sür ihr Winterprogramm folgende Themen vor: 1. Einführung in die Erziehungssragen der (Gegenwart 2. Allgemeine Geschichte der Pädagogik. 3. Das Kleinkind. 4. Sexuelle Aufklärung. 5. Moderne Schulreformer. ß. ")^Aeideutsche Jugendbewegung. b) jüdische Jugendbewegung. Der Kreis der Wiesbadener Franenvereinigung umfaßt im wesentlichen junge Frauen und Mütter, die durch die Erörterung vorstehender Themen eine Klärung der Fragen erhoffen, die ihnen das Leben mit den Kindern stellt. Die Referate sind — bis auf den Einführungsvortrag — von den Mitgliedern selbst übernommen worden. Eine Sitzung der T u b e r k u l o s e - K o m m i s s i o u des J.F.B. fand am 25. Oktober in Hannover statt. Am Nachmittag wurde ein Vortrag voll Frl. B. Pappenheim für die Mitglieder des israelitischen Frauenvereins Han nover über „Nene - Aufgaben und Ziele des Jüdischell Frauenbundes" gehalten. Am folgenden Tage hat der Bundesvorstand (vertreten durch Fräulein Pappenheim ulld Frau Bettina Brenner) mit dem Vorstand und Ausschuß des „Landesverbandes Hannover" über die Arbeit des Landesverbandes beraten. * Nachrichten der S ch r i s t l e i t u n g: Verschiedene Anfragen veranlassen uns zu der Erklärung, daß die im September stattgehabte Tagung in Breslau der Begründung des Provinzialverbandes Schlesien dienen sollte, und deshalb in erster Linie die dem Franenbulid angeschloffenen schlesischen Frauenvereine und solche Frauenvereine, die man für beit Anschluß zn gewinnen hoffte, eingeladeu waren. — Ein Delegiertentag des Jüdischen Frauenbundes wird erst statutengemäß 1923 wieder statt- -f in den. Aus den bei der Schriftleitnng eingegangenen Berichten der Ortsgruppen ersehen wir, daß das Hauptaugenmerk bei der Winterarbeit auf die Kleinrentner- und Mittelstandssürsorge gerichtet werden wird. Von dem T.B.-Flugblatt „Was alle Kinder wissen müssen" ist ein Neudruck nötig geworden, da einige Magistrate, z. B. das Wohlfahrtsamt Sagau, ferner interkonfessionelle Frauenverbände, wie in Steinau, ferner in Dortmund und in anderen Städten Nachbestellungen erbeten haben. Der Council of Jewish Women hat einen Ratgeber für Einwanderer nach den Vereinigten Staaten in Englisch und Jüdisch herausgegeben, — einige Exemplare bleiben als Manderexemplare zur Verfügung für Interessenten. Ans dem Inhalt sei vor allem erwähnt, daß die englische Sprache dringend verlangt wird, ferner sanitäre Ratschläge gegeben werden und Ratschläge für die Beschaffung der notwendigen Papiere. Das deutsche Nationalkomitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels hat sich neu gebildet und seine Arbeiten wieder ausgenommen, das Büro ist nach der Luisenstraße 31a in die Räume des Reichswanderer-Amts verlegt, dessen Leiter, Präsident Jung, den Vorsitz des sD.N.C. übernommen har. Als Vertretung des Jüdischen Frauenbundes ist Frau H. May, Berlin, in den Vorstand gewählt. - - In den Zweigkomitees ist die Arbeit wieder stark notwendig geworden. und es ist eine enge Verüindn.ng mir dem Hanptverein des D.N.E. wieder geschaffen ^München, Bremen, Chemnitz, Dresden, Hamburg, Düsseldorf). Eine Eingabe au die Leagne of Nation ist abgegangen, dagegen zu protestieren, das Reichsroslen zur Errichtung und Erhaltung von Bordellen im besetzten Gebiet verwendet werden, wie solche sich an 16 13 Orten befinden. Auf Veranlassung des Reichsministers d. I. ist der Polizeipräsident an die Ortsgruppe herangetreten, um eine Zusammenarbeit der Polizeiabteilnng mit den Organen der B a h n h o f s h i l f e a n z t i b a h n e n. wichtiges aus clcrallgtmeinmfrauenbcujtgung. T t e G e s a ni t V o r st a u o s s i tz u n g de S „B tl n d e s deutscher Fr a it e u v e r e i n e-' fand am 27. und 28. November in Berlin statt. Bor Eintritt in die Tagesordnung gedachte die Bundesoorsitzende, Frau Marianne Weber, mit warmen Worten des Dankes der führenden Frauen, die die deutsche Franenbewegititg int Laufe des letzten Jahres durch Leit Tod verloren har. Frau Josephine L e v y R a t h e u a n, Frau Dr. Btarie K a u f f in a n n, Frau Minna E a >r e r und Frau S ch e o e u. Aia 1. Tage wurden Cie schäfts- und Kassenberichte erstattet. Der .Tätigkeitsbericht er scheint als Sondernummer des „tzcachrichtenblattes des Bun des deutscher Frauenvereine" im Laufe dieses Monats. Käthe G übel berichtet, als tziachfolgerin von Fran Levy Rathenau, über die Arbeit des Frauenberufsamtes, Frl. Tr. Bäum er über die Arbeit mit dem Internationalen Frauen bund uuö feiiw Tagung int Haag im Mai dieses Jahres, an der znm 1. Male nach dem Weltkrieg der Bund deutscher Frauenvereine reilnahm. Fräulein Bertha P a p p e n heim, die als Mitglied der Auswanderer Kommission ver treten sollte, konnte leider ihre Delegation ittcht' annehmen. Fragen der Mitarbeit der BnndeSvereine an der Besetzung voll Schöffen- und Geschworenenämlern durch Frauen (Tr jnr. Bereut), Stellung zum „Ehezerlgnis" wurden erörtert. Anr 2. Tage winde eilt .Satznugsentwurs beraten. Ter J.F.B. hatte zn seiner Vertretung bei der Gefamtvorstauds fitzung Fran .Henriette May und Fran Helene Meyer ernannt. Ter Oktobernn m m e r der „F r a n" enlnehnieu wir folgeitde tzcvliz: Das k i r ch l i ch e W a h t r e ch t der Fran war Gegenstand der Verhandlungen der ver faffunggebenden Kirchenvecsammlnngen, uito es fand sich wahrhaftig noch eine ziemlich erhebliche Gegiierschaft vor, zirka 30 gegen 220 Stimmen. 30 Männer, die ernstlich gesonnen waren, dem Staate des gleichen Wahl rechts eine auf männlichem Wahlrecht allein beruhende evan gelifche Volkskirche zn erhalten." Ein Aufsatz in dergleichen Nummer (von Tr. E. May) berichtet anssühr licher über die Gcüicde der Gegiter des passiven Wahlrechts (der Gedaitke ruurbe als „tlitchristlich und nnevange lisch" hingeftellt). Er schließt mit den Worten: „Endergeb nis: bei der Abstimmung Ablehnung der Anträge auf Ans fchluß der Wählarbeic der Frauen mit starker Mehrheit und Annahme der Vorlage des Verfassnngsanssthnsses, der die Wählbarkeit der Frauen vorsah, immerhtn haberr sich doch ellva 30 von 220 Stimmen für die geimnnteii Anträge erklärt, wiederum ein Beweis dafür, wieviel noch zn tun übrig bleibt." 11 n d bei n n S? veMtchfftraeMilch.öcmcmücbunü lieber den derzeitigen Stand der in der vorigen Nummer dieses Blattes behandelten sozialen Bestrebungen des Deutsch Israelitischen. Gemeindeöundes ist folgendes zu berichten: a) Waisenkinder auf's Laitd. Der in den jüdischen Blättern ergangene Ausruf, jüdische WaifenOnder in kleinen Landgemeinden mit jüoisther Volksschule unter zubringen, har in gewissem Umfange .Erfolg gehabt, es ist eine Reihe voir Angeboten eingelanfcn. Bezeichnender weise handelt es 's ich aber bei allen 9cachfragen um Mädcheit im Alter von 12 -1-1 Jahren. Das; bei solcher Verknüpfung eigenen hallswirtschaftlichen Vorteils mit einer sozialeit Maßnahme, die den Zweck verfolgt, die Großstadtkinder in hygienisch bessere Verhältnisse zn ver 5

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