Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1922-1923
- Issue
- Heft 2 (November 1922)
- Date
- 1922-11-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Deutscher Z e n t r a l a u s s ch u ß für Auslandsh i l s e. Den regelmäßig stattgesunde neu Arbeitssitzungen hat Frau May als Berichterstatteriu der Z.W.St. beigewohnt. Der Bericht der Jahresvollversammlung über die Tätigkeit des Z.A.s.A. liegt gedruckt vor und kann Interessenten' zugänglich gemacht werden. Wir möchten bei dieser Gelegenheit die jüdischen Gemeinden dringend aussordern, sich an dem Kinderspeisungswerk zu beteiligen; soweit dies schon geschehen ist, bitten wir um einen kurzen Bericht über die Art der Mitarbeit. * Sitzungen, bei denen unsere Geschäftsstelle durch Frau H. May vertreten war, waren ferner in diesem Monat: bei der Reichssammlung der hungernden Rußlandsdeutschen und der Auslandsflüchtlinge „Brüder i n N o t" und bei der „Wohlfahrtspflege O st", die tatkräftige Förderung der Wohlfahrtspflege aU den Deutschen in ehemals zu Deutschland gehörenden Gebieten des Ostens. ritcratut. Im Verlage Carl Heymann erschien von Dr. Oskar Karstedt und Dr. Heinrich Rabeling, Referenten im Reichsarbeirsministerium, „die öffentliche Kleinreutnerfürsorge". Das Buch kann durch die Z.W.St. zum verbilligten Preis von 365 Mk. (anstatt 450 Mk.) bezogen werden. Das Sammelwerk „Bon jüdischer Wohlfahrtspflege", herausgegeben von der Z.W.St., ist erschienen und zum Preise von 100 Mark von der Geschäftsstelle zu beziehen. Als Beilage zum Reichsarbeitsblatt ist eine Zusammenstellung „Wohlfahrtsgesetze der Länder" von Helene Hurwitz- Stranz (Hilssreferentin im Reichsarbeitsministerium) erschienen, auf die wir hiermitaustnerksam machen. Eine eingehende Besprechung, soweit sie für die Jüdische Wohlfahrtspflege von Interesse ist, behalten wir uns noch vor. IülMcher fraucnbuntL Berichtigung: Das „Nachrichtenblatt" wird in den ersten Tagen jedes Monats erscheinen. Wir bitten deshalb. Berichte, die den jüdischen Frauenbund betreffen, bis zum 15. jedes Monats an H. Karminski (Vorsitzende der Pressekommission des J.F.B.) Frankfurt a. M., Langestraße 30, einzusenden, damit unsere Nachrichten der Berliner Redaktion pünktlich am 20. jedes Monats vorlicgen können. Es wird vor allem Aufgabe der Landesverbände und Ortsgruppen sein, sowohl durch eigene Berichte als auch durch enge Fühlungnahme mit den Vereinen ihrer Umgebung, dafür zu sorgen, daß das Nachrichtenblatt wirklich einen Ueberblick über die Gesamt-Arbeit des J.F.B. in allen Teilen Deutschlands darstellt. Da es ein Hauptzweck unseres Nachrichtenblattes ist, die Verbindung der einzelnen Ortsgruppen und Vereinsmitglieder zum J.F.B. zu stärken und jedem Einzelnen die Möglichkeit zu geben, sich über die Arbeit und die Pläne des Bundes laufend zu unterrichten und an ihrer Ausgestaltung zu beteiligen, ist eine möglichst große Verbreitung des Nachrichtenblattes unbedingt erforderlich. Der J.F.B. ist höchstens in der Lage den Landesverbänden, Ortsgruppen und Vereinen je ein Gratis-Exemplar zur Verfügung zu stellen und der Vorsitzenden zu senden. Er rechnet fest daraus, daß gede Stelle versuchen wird, entweder eine Reihe von Einzelabonnenten (Bezugspreis vorläufig 30,— Mark eine Nummer) zu werben oder andere Wege zu finden, das Nachrichtenblatt innerhalb seines Vereins zu verbreiten (z. B. durch Abdruck in einem Stadtblatt, Gemeindeblatt, Organ des Stadtverbandes. * Berlin: 1. Die Gruppe ukrainischer Waisenkinder, 17 Jungen und 8 Mädchen, welche durch das Zusammenwirken des Joint Distribution-Comitee mit dem Hilfsverein der deutschen Juden nach Deutschland geführt worden ist, traf am 0. Oktober in Berlin ein. An den Vorbereitungen für die Aufnahme der Kinder im Kinderflüchtlingsheim Auguststraße 14/15 hatte sich die Ortsgruppe gern 'beteiligt, u. a. hatte sie durch Sammlung innerhalb ihrer angefchlossenen Vereine Bettwäsche und Handtücher geliefert, und sie bleibt weiter in pflegerischer Fürsorge für das Wohl der Kinder interessiert. Soweit die weitere Bestimmung über die Kinder sich vorläufig übersehen läßt, ist es wahrscheinlich, daß von einer Verteilung derselben in Familien und Anstalten, deren sich eine größere Anzahl ehedem aufnahmebereit bei dem J.Fr.B. gemeldet hatte, schon aus Rücksicht auf den Niedergang unserer Wirtschastsverhältnisfe abgesehen werden wird. Bor allem will man die der Heimat und Familie Beraubten für die erste Zeit möglichst zusammen lassen. 2. Als Beginn praktischer Mittelstandsfürsorge wurde am 17. November für eine begrenzte Zahl von Personen des gebildeten Mittelstandes in der Küche des Mädchenwohnheims Essen zu ermäßigten Preisen ausgegeben. Die Einrichtung, deren Gedanke von dem Vorstand der angeschlossenen Frauen- Vereinigung der Auerbachloge ausgeht, wird bei Bewährung und bei Unterstützung durch die wohlhabenden Kreise möglichst bald auch an anderen Stellen Berlins wiederholt werden. Die nächste Ausgabestelle dürfte in Charlottenburg eröffnet werden. Zu den Vorberatungen über die kommunale Mittelstandsfürsorge in Wilmersdorf ist Frau H. M a y zugezogen. * Elberfeld: In dem vorliegenden Tätigkeitsbericht erscheint die organisatorische, gemeindepolitische, sozialpflegerische Frauenarbeit in ungezwungener fruchttragender Verbindung. Sämtliche Frauenvereine in Westfalen und Rheinland haben sich zum Landesverband zusammengeschlossen. Den Bestrebungen um die Rechte der Frau in der Gemeinde ist es gelungen, 2 Frauen in die Satzungskommission der neu zu wählenden Repräsentanz zu delegieren. Der Entwurf der neuen Statuten, welche das Frauenwahlrecht gewährleisten, wurde bereits von dem Regierungs-Präsidenten genehmigt. Ein äußerst reges geistiges Arbeiten bereitet die Mitglieder zu diesen und allen ihren Aufgaben vor. Es wurde eine Näh- und Flickstube für jüdische arme Mütter eingerichtet, deren Kinder beaufsichtigt, beschäftigt und verpflegt werden; Heimarbeit wird vergeben. Während des Sommers wurden 35 erholungsbedürftige Berliner Kinder in Familien ausgenommen und mit erfreulichem Erfolg heimgeschickt. Frankfurt a. M.: Aus dem Programm der Ortsgruppe Frankfurt a. M. entnehmen wir folgettde Punkte, die für die Wintervorarbeit vorliegen: 1. Einrichtung von Näh- und Kochkursen. 2. Gesellige Zusammenkünfte in einfacher Form. 3. Bahnhofshilfe. 4. Kinderfest zu Gunsten des Jsenburger Heimes. 5. Propaganda für die Mitarbeit der Frau im preuß. Landesverband. Außerdem fand am 30. Oktober eine Werbesamms a m m l u n g für den J.F.B. statt mit der Tagesordnung: 1. „Warum muß jede jüdische Frau dem Jüdischen Frauenbund angehören?" Die Ortsgruppe begann ferner am 7. November einen Kursus für ehrenamtliche Kassiererinnen. Er. bezweckt die Kassenführungen der Vereitle, an die heute wirtschaftlich und zahlenmäßig ungeheure Anforderungen ' gestellt werden, sachgemäßer auszugestalten.