Nachrichtendienst
- Journal
- Nachrichtendienst
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 1 (September 1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2549643-2549650-2549651--069-2549727- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
umsomehr alß auf die Hilfe des Auslaßes in immer geringeren! Maße zu rechnen sein dürfte. Aus der Arbeit der örtlichen Ausschüsse sei insbesondere der Notdienst der Berliner Frauen «rwShnt, der eine Nachbarschaftshilfe organisiert hat. Tic Vereinigte Fürsorge für das Auslands- Deutschtum gewährt an auslanddeutsche' Studierende und Schüler Stipendien unter der Voraussetzung, daß diese später ins Ausland zurückgehen und ihren Berns dort ausüben. Es kommen auch Schüler aus den besetzten Gebieten in Betracht, die auf Mittel- und Volksschulen sich befinden. Ferner wurden den auslanddeutschen Studierenden auf Grund einer Eingabe an die zuständigen Ministerien die Kolleggelder erlassen Lezw. ermäßigt. An den Sitzungen des Verwaltungsrates nahm ein Vertreter der Z.W.St. regelmäßig teil. D,ir Vergünstigung kommt aber, wie der Erfolg einer Pressenotiz ' gezeigt hat, für jüdische Schüler und Studierende kaum in Betracht. * Aus den Sitzungen des Deutschen Zentralausschusses für die Auslandshilfe, dessen Arbeitsausschuß die Z.W.St. angehört, berichten wir folgendes: Seit 1920 besteht der D. Z.f. A. als Vertrauensstelle der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege in Deutschland zum Empfang und zur Verteilung ausländischer Li< oesgaben. — Nach dem Ruhrcinbruch stand die Auslandshüsstätigkeit eine Zeit lang stark unter dem Zeichen der Hilfe für das besetzte Gebiet. — Bei der letzten Jahresversammlung erstattete Frau Henriette May einen Bericht über jüdische Selbsthilfemaßnahmen und die Hilfe des jüdischen Auslandes. — Der Geschäftsführer des Zentralausschusses war einige Male in Amerika, um persönliche Fühlung mit den Führern des Hilfswerkes' zu bekommen und ließ sich zu diesem Zweck auch eine Empfehlung der Z.W.St. für die jüdischen Vertreter der Wohlfahrtspflege in Amerika geben. - Das DeutscheArchiv für Jugendwohlfahrt, das im vergangenen Jahr gegründet worden ist, veranstaltete im Juni ds. Js. die erste Konferenz, bei welcher über die Organisation der Jugendämter in Großstädten, Mittelstädten und auf dem Lande beraten wurde. Eine der wichtigsten Fragen, 6ie in allen Referaten erwähnt wurde, ist die Anteilnahme der freiwilligen, also auch der jüdischen Mitarbeit beim Jugendamt. Die Heranziehung freiwilliger Kräfte ist eine wichtige Ausgabe des Jugendamtes. Durch die gemeinsame Arbeit aus dem Gebiet der Jugendfürsorge als eines Teiles der Volkskultur kann das Verständnis der verschiedenen Bevölkerungsschichten für einander geweckt und befestigt -werden. Die Ausführungsbestimmungen der Länder zum R.J.W.G. sehen die Mitarbeit der konfessionellen Wohlfahrtspflege in weitem Maße vor.; * Die ebenfalls im vergangenen Jahr neugegründete Zentrale sür freie Jugendwohlfahrt hat durch eine Eingabe an die Regierung dazu beigetragen, daß vor Inkrafttreten des RJ.W.G. die Mitarbeit der freien Wohlfahrtspflege gesichert wurde, daß vor allen Dingen das R.J.W.G. weder preisgegeben noch sistiert wurde, was in Anbetracht der schwierigen Finanzlage des Reiches zu befürchten war. Das Archiv für Wohlfahrtspflege hat im vergangenen Jahr eine Arbeitsgernrinschaft der Wohlfahrtsarchive geschaffen, die für alle Teile wertvoll ist. Es wird bei den regelmäßig ftaltfmöenkn Besprechungen über Neueingänge der Fachliteratur berichtet, ferner die Erfahrungen auf allen Gebieten der Wohlfahrtspflege ansgetauscht, gemeinsame Arbeiten besprochen usw. Das Archiv hat Leihmappen über die. verschiedenen Fachgebiete znsammengcstellt, die für rasches Einarbeiten gute Dienste leisten und auch seitens der Z.W.St. beansprucht tverden. VIII. ritccatur. Die Z.W.St. hat im April einen Geschäftsbericht für die Zeit vom 1. 1. 1923 bis 1. 4. 1924 verschickt. Dev Bericht kann von der Geschäftsstelle bezogen werden. * Ueber die Erzieh ungs ko nferenz im Oktober vorigen Jahres wurde von der Z.W.St. eine Broschüre herausgegeben, die ebenfalls von der Geschäftsstelle bezogen werden kann. * Die Z.W.St. und der Deutsche-israelitische Gemeindebmid geben gemeinsam ein neues Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege (Statistisches Jahrbuch für das Jahr 1924) heraus. Das Biureau für Statistik der Juden, Berlin C. 2, Rosenstraße 2-4, unter Leitung von Tr. Jacob Segall, ist mitder Bearbeitung des Werkes, das bereits im Oktober erscheinen soll, beauftragt. * Der Caritas-Verband gibt in regelmäßiger Folge „Er- . ziehungsbriefe für Anstalten" heraus, die in gemeinverständlicher Weise über alle praktischen Fragen des modernen Anstaltswesens orientieren. * Im Caritas-Berlag, Freiburg i. Breisgan, sind in den letzten Wochen und Monaten mehrere neue Caritasschristen erschienen. Wir erwähnen davon: Bolzau, Tie Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht. Engelmann, Die preußischen Ausführungsbestimmungen zum Reichsgesetz für Jugendwohlfahrt. Beeking, Jahrbuch der Jugendwohlfahrt. Fischer, Die deutsche Krankenpflege in der Neuzeit. Die Schriften können direkt beim Verlag oder dnrch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden bezogen werden. Das Deutsche Archiv für Jugenbwohlsahrt veröffentlicht in kurzer Zeit eine umfangreiche Ergänzung zu dem vor 6 Jahren erschienenen Verzeichnis der deutschen Jugendfürsorgevereine. Das Verzeichnis wird den Vereinen, für die ein Zusammenarbeiten mit verwandten Organisationen notwendig ist, ein willkommenes Hilfsmittel - -sein. Die Ergänzung und das Buch sind direkt beim Deutschen Archiv für Jugendwohlfahrt oder durch die Z.W.St. zu beziehen. Der deutsche Zentralausschuß für die Anslandshilse verschickt gegenwärtig einen Tätigkeitsbericht über die Notjahre 1922/23, aus dem der ganze Umfang der Notlage in Deutschland und die internationale Hilfstätigkeit, n. a. auch der jüdischen Hilfsorganisationen zu ersehen ist. Der Bericht, sowie die vom Zentralausschuß herausgegebenen Denkschriften, darunter: „Die sozialen Notstände in Deutsch.-" land" und „Deutschlands Selbsthilfemaßr'" men zur Bekämpfung der sozialen N,o>^