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Nachrichtendienst · 1924-09-01 · Heft 1 (September 1924) · p. Seite 7

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Journal
Nachrichtendienst
Volume
1924
Issue
Heft 1 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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für derartige Falle regelmäßige Zuschüsse (die Z.W.St. von Oktober 1923 bis Juli 1924 2360,— Mark). Neuerdings gilt die Fürsorge dieses Ausschusses vor allem den im besetzten Gebiet zurückgebliebenen Familienangehörigen von Vertriebenen und den Heimgekehrten, deren Lage oft katastrophal ist, vor allem im Hinblick auf die Wohnungsnot. Der Ausschuß für ergänzende Fürsorge hat in allerletzter Zeit aus diesem Grunde sich an den Reichsminister für das besetzte Gebiet wegen Erstellung provisorischer Unterkünfte gewandt. Verhältnisse beim Anftaltspersonal beleuchtet. Der immer stärker fühlbar werdende Mangel W gut geschulten Kräften veranlaßte uns, den Ursachen nachzuforschen, um durch Prüfung ihrer Berufs-, Anstellungs- und Gehaltsverhältnisse ein Bild über die Lage zu erhalten.' Da die Ergebnisse einer Erhebung in der Inflationszeit — deren Resultat allerdings als trostlos bezeichnet werden mußte ,— uns als zu schwankend erschien, wiederholten wir die Umftage nach der Stabilisierung in den Monaten März, April, Mai 1924. Die Hilfsfasse gemeinnützigerWohlfahrtseinrichtungen Deutschlands G. m.-b. H., welche . von den 5 Spitzenverbänden der Wohlfahrtspflege gegründet wurde, erfüllt eine doppelte Aufgabe: auf der einen Seite soll' sie möglichst viel Geldmittel sich verschaffen, um den den Spitzenverbänden angeschlossenen Anstalten möglichst vieile und ' möglichst hohe Kredite zu geben, sie soll aber auch sämtliche bankmäßigen Geschäfte für die Verbände und die Anstalten übernehmen. Zu diesem Zweck wurde der Hilfskasse eine besondere Bankabteilung (Rambaum & Co.) angegliedert. Alle Zuschüsse des Reichsarbeitsministeriums, welche für die verschiedenen Zwecke gegeben werden, gehen zunächst an die Hilsskasse und werden bei ihr von den Verbänden in Anspruch genommen. Die Bedingungen der HUfskasse für die Kreditgewährung an die Anstalten wurden mit Zustimmung der £> Spitzenverbände und des Reichsarbeitsministeriums aufgestellt. Auch der Wirtschaftsbund gemeinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen ist als Mittel der Selbsthilft von den führenden Wohlfahrtsverbänden begründet worden und wird ebenfalls durch das Reichsarbeitsministeriums unterstützt und gefördert. Die Aufgabe des Wirtschaftsbundes ist der Groß-Einkauf von Waren für den Anstaltsbedarf und deren Abgabe unter dem jeweiligen Ladenpreis an die dem W.B. angeschlossenen Anstalten. Gegenwärtig ist der Wirtschaftsbund mit dem Ausbau seiner Organisation durch Bildung örtlicher Zweigstellen beschäftigt. In den Beirat derselben werden vor allem auch die Vertreter der freien, also auch der jüdischen Wohlfahrt zugezogen werden. VI. Mitkcilunscn ans unterem Archiv. Malerlalsammlung, Rat- und Auskunftserteilung. Unser Archiv ist im letzten Jahre, vor allen Dingen infolge der zentralisierten Geldverteilungen aus der Spende des Joint Distribution Committee und aus § 61, stark ausgebaut worden. Insbesondere kann das vorhandene Material über die jüdischen Anstalten als vollständig angesehen werden. Nachdem das Bureau für Statistik der Juden sein für das neue Handbuchs der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege sorgfältig gesammeltes Material der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden zu übergeben beabsichtigt, können die etwa noch vorhandenen Lücken dadurch vollständig ausgefüllt werden. Wie stprk das Bedürfnis nach diesem Archiv ist, ersehen wir aus der Fülle der A,nftagen, die täglich an uns gelangen. Ein großer Teil unserer praktischen Arbeit besteht in der Rat- und Auskunsterteilung an Organisationen und Einzelpersonen. Berufs- und Eehallsverhöttnisfe von Erziehungs-, Pflege- und Wirtfchaftsperfonal in geschlossenen jüdischen Jugend-? wohlsahrlsanstalten. Gelegentlich der Erziehungskonferrnz wurden in dem Referat über den Stand des jüdischen Anstallswesens auch die Von 69 Jugendwohlfahrtsanstalten erhielten wir leider nur von 49 Auskünfte, die wir getrennt nach „Leiter und Leiterinnen" und dem übrigen „Erziehungs-, Wirtschafts- und Pflegepersonal" zusammenstellten und nachstehend zur Veröffentlichung bringen.. Wie aus den tabellarischen Uebersichten zu ersehen ist, kann weder von einer Einheitlichkeit noch von einer in allen Fällen ausreichenden Bezahlung die Rede sein. Von den Leitern erhalten 20 -o/o ein Gehalt von nur 20—50 Mark monatlich; während doch immerhin 16 % über 200 Mark monatlich beziehen, entfällt dieses Gehall auf nur 1 °/o des nichtleitenden Erziehungspersonals. Die Anstellungs- und Besoldungsverhällnisse des letzteren sind überhaupt noch äußerst ungünstig. 57 o/o, also über die Hälfte, erhallen nur 20—50 Mark monatlich. Pop 84 Anstallsbeamten sind nur 9 mit Pensionsberechtigung angestellt, von 49 Leitern haben 21 Anspruch auf Ruhegehall und 20 auf lebenslängliche Anstellung. Ter Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten versucht gemeinsam mit der Zentralwohlfahrtsstelle eine Besserung der Verhältnisse herbeizuführen, die nicht nur im persönlichen Interesse der Beamten liegt, sondern vor allen Dingen auch als ernste Zukunftsfrage für unsere jüdischen Anstalten betrachtet werden muß. Von den Leitern sind: Lehrer 29 Vorbildung Seminar, Rel.-L., Gew.-L., Akademisch 20 1 1 7 Krankenschwestern ö Staatsexamen, ohne Examen 4 1 Kindergärtnerinnen < 2 Kindergärtn.-Examen 2 Soz. Frauenschülerinnen 3 Soziale Frauenschule 3 ' Haushaltungslehrerinnen' fc ‘ Haushaltungslehrerinnenseminar 2 Praktisch vorgebildet 6 Kaufmännisch vorgebildet 1 Landwirt 1 Erhaltsübersicht: Berufsjahre: 0—10 Jahre 10- -20 Jahre über 20 Jahre in °/o ohne Gehalt — 1 1 20—50 Mk. monatl. 3 4 - 3 20 o/o 50—75 Mk. monatl. 2 3 V r 1 12 o/o 75—100 Mk. monatl. 1 5 1 14 o/a 100-150 Mk. monatl. 1 2 6 . 18o/o 150—200 Mk. monatl. 1 3 1 10 o/o über 200 Mk. monatl. 1 2 5 16 o/o ungeregelt 1 1 .. — ... — ' Die angegebenen Gehälter verstehen sich bei Gewährung von freier Wohnung und Verpflegung. Ansttlluagsverhällnis: Pensionsberechtigt Lebenslänglich angestellt Von den 29 Lehrern sind 17 16 Von den 14 Leiterinnen, soweit nicht Lehrerinnen 3 e Von den 5 Krankenschwestern 1 l 7

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