Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1867-02-15 · 4 (15.2.1867) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
4 (15.2.1867)
Date
1867-02-15
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2542917-2543273-2543278--5225-2549260
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

181 182 Wir werden Ihnen einen Lehrer senden, wie sie ihn wünschen. Eine einzige unserer Schulen ist eingegangen, die zu Damaskus. Sie hatte dieselbe Unterstützung von uns, welche alle unsere Schulen erhalten, und wie gross auch der Indifferentismus der Gemeinde war, sie wäre ohne die Abreise ihres Direktors bestanden, dem es an Muth und an Ausdauer zur Aus* führung seines Unternehmens gemangelt hat. Wir hatten die Hoffnung, mit Hilfe des franz. Konsuls , Herrn Hecguart, der dieser seiner Schöpfung vorgestanden, dieselbe wieder ins Leben zu rufen. Ein früher Tod hat uns unglücklicher Weise seiner schätzenswerten Unterstützung beraubt. Hoffen wir, dass unsere Glaubensgenossen, deren Bestes er wollte, sein Werk, um sein Andenken zu ehren, wieder aufnehmen und die Schule, die sie nicht hätten eingehen lassen sollen, neu beleben werden. Alle unsere• Schulen, welche seit kürzerer oder längerer Zeit entstanden und mit unseren Hilfsquellen gewachsen sind, brauchen Lehrer. Bis jetzt nehmen wir sie aus unserer Mitte; wir denken daran, sie mit der Zeit aus unseren Schulen zu nehmen. Das Centralkomitö zu Constantinopel und der Direktor der Schule zu Tetuan, haben uns vorgeschlagen, mehrere begabtere junge Leute nach Frankreich zu senden,, damit sie daselbst ihre Studien vollenden. Einige Jahre, die dieselben in unserer Mitte zubringen, dienen zur unentbehrlichen Vorbereitung für die Leitung unserer Schulen. In Mitte der Zivilisation ist es ihnen leichter, die Zivilisation von der die Bücher sprechen, zu verstehen, und befähigt zu werden, dieselbe im Orient zu verbreiten. Der Antrag ist zur Prüfung unserem Subkomitö für Schulen zugewiesen. Wir haben noch von den Aufmunterungen zu sprechen, die wir der Wissenschaft und den Gelehrten zu Theil werden Hessen. Sie erinnern sich, dass das Centralkomitö vor zwei Jahren einem gelehrten Hab biner zu Livorno, Herrn Benamozegk, den bestimmten Preis für das beste Werk, die Vergleichung der Moral des Judenthums mit der anderer Religionen, zuerkannt hat. Dieses Buch ist es, welches für das Judenthum die Gesetze und selbst die Formeln der Moral zurückerobert, die eine unzureichende Kritik und Vorurtheile des Volkes zum Privilegium des Christianismus erhoben hatten. Das. Komitö hat den Preis von 1000 fl, durch eine Summe von 500 fl. zur Veröffentlichung dieses Werkes vermehrt. Wir haben in gleicher Weise zur Veröffentlichung eines in Folge unseres vorjährigen Goneurses verfassten Werkes über die Geschichte der Emanzipation der Juden, durch eine Subvention aufgemuntert. Dieses ausgedehntere Werk hätte den Preis verdient. Unglücklicher Weise ist der Verfasser in einem Gesundheitszustände, der ihm nicht erlaubt, das Werk zu vollenden und. wir haben dasselbe auch in seiner gegenwärtigen Form; einer Aufmunterung , würdig gefunden. Ein anderes geschichtliches Werk, das des Herrn Rabinovicz, über das Verhältniss des neugeborenen Christenthumes zu dem Judenthume, die Geschichte der Juden, von Herrn Moses Schwab, sind von dem Comit6 als nützlich, und zwar das eine für die grossen Debatten, welche die Wissenschaft über die Entstehung der Religionen anregt, das andere zum Unterrichte in Schulen anerkannt und einer Subvention würdig gefunden worden. Der franz. Gonsul in China, Herr Simon, hat sich bereit erklärt uns mit zwei jüdischen Gemeinden, mit der zu Ning-po und der zu Kaifong-fou in Verbindung zu setzen. Wir haben uns in hebräischer Spache Mittheilungen über ihre Geschichte, ihre Sitten, ihre religiösen Gebräuche und ihren gegenwärtigen Zustand von ihnen erbeten; wir werden von ihnen vielleicht schätzenswerthe Nachrichten über einen wenig gekannten Zweig des jüdischen Stammes erhalten. Ein jüdischer Tourist, Herr Tscharny, hat einen Ausflug nach dem Kaukasus zum Studium der ihn bewohnenden zahlreichen jüdischen Stämme unternommen. Er hat sich an uns gewendet, und wir haben ihm eine Zahl von Fragen bezeichnet, deren Beantwortung uns mit unseren Glaubensgenossen dieser unerforschten Gegend bekannt machen wird. In unserer. Mitte hat die Statistik ein eigenes Interesse. Es ist für unsere Sache, gut, zu beweisen, was 70 Jahre der Freiheit aus uns ge- . macht haben, welch grossen Platz wir auf dem Gebiete der Wissenschaft , der Kunst, in der sozialen Bewegung und welch kleinen wir in der Kriminalstatistik einnehmen. Nichts beweist besser, als dieses, dass die vollständige Emanzipation unserer Glaubensgenossen eben so gerecht wie nützlich für die Völker ist. Wir haben für folgende statistische Aufgaben den Concours eröffnet: Es ist nach authentischen und amtlichen Dokumenten von fünf zu fünf Jahren seit dem Jahre 1830 bis auf unsere Tage eine Social- und Kriminal Statistik der Israeliten Frankreiche zusammenzustellen. Es ist einerseits zu. untersuchen, in welehern Verhältnisse die Juden an allen liberalen Bestrebungen Theil genommen und welche sie vorzüglich gewählt haben; anderer- 2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.