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Ben Chananja · 1867-02-15 · 4 (15.2.1867) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
4 (15.2.1867)
Date
1867-02-15
Page
– (sequence 29)
Language
German
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177 178 ton 10,000 Franks bestritten. Die Gemeinden unterstützen uns und wir tragen nur ein Drittel, manchmal die Hälfte und selten zwei Drittel der Einrichtungskosten; doch sind wir arm und können nur eine geringe Anzahl Schulen gründen. Ich schildere Ihnen, meine Herren, den Zustand der bestehenden. Drei grosse Städte Marokkos: Tanger, Tetuan, u. Mogadorbesitzen Schulen; in Tetuan bestehen deren zwei, eine Knaben- und eine Mädchenschule. Die Knabenschule, welche vom ״B 0 a r d 0 f D e p u t i e s“ und der Alliance gemeinsam erhalten wird, zählt 190 Zöglinge, ist alsp besuchter, als im abgelaufenen Jahre. Wir vermehrten die Schülerzahl, indem wir die Bekleidung einer Anzahl arraer Kinder übernahmen, denen ihre Entblössung nicht gestattete, die; Schule zu besuchen. Sie entspricht jedoch nicht der jüdischen Bevölkerung der Stadt, und wir zählen auf den Eifer des dortigen Direktors, von ihm erwartend, dass er die Schule noch mehr erweitern werde. Die Schule steht unter unmittelbarer Beaufsichtigung des englischen Vizekonsuls, Herrn Green, der ihr auch die grösste Sorgfalt widmet. Er besucht sie häutig, befragt die Kinder und berichtet uns über die Fortschrite derselben, die ihn übrigens ganz zufrieden stellen. Die Mädchenschule, die׳ auf kurze Zeit nach Ableben der Vorsteherin der Anstalt geschlossen wurde, ist seit einigen Monaten wieder eröffnet, und es gemessen jetzt unter der Direktion einer jungen Lehrerin 80 Zöglinge den Unterricht. Der Direktor der Schule in Tanger hat sämnitliche Kinder der Gemeinde um sich versammelt. Die Schule ist eine grossartige Anstalt und zählt nicht weniger als 430 Zoglinge; sie wird von den Vertretern* Frankreichs, Englands, Spaniens, Italiens, Schwedens und aller europäischen Mächte überwacht, und der Fortschritt der Zöglinge in allen Zweigen eines vielseitigen Unterrichtes, den Herr Macö, französischer Gesandtschaftsarzt mit einem Kurse der Gesundheitslehre zu vervollständigen die Güte hatte, ist in den Berichten der Gesandten,• sowol an ihre Regierangen, als auch an die Alliance konstatirt. Die Direktion der Schule erschien ihnen so vorzüglich, dass sie zu wiederholten Malen nachsuchten, dass wir in unsere Schulen auch die Christen ihrer Nation und selbst die der einheimischen Muselmänner autnehmen. Sie wurde 30 Kindern andern Glaubens geöffnet, unter denen Arme, wie die unserigen, freien Unterricht geniessep. Wir haben dem Herrn Minister von Frankreich unsere Genugtuung darüber ausgedrückt, dass die jüdische Schule zum gemeinsamen Boden erwählt wurde, auf welchem Muselmänner, Christen und ׳ Juden in brüderlicher Eintracht Zusammenkommen und wie das Gute Gutes erzeugt, folgt der Schule das Spital , das allen Kranken ohne Rücksicht auf deren Glauben geöffnet sein wird. Der Herr Minister benachrichtigt uns von dieser Stiftung, und sagt: ״Ich habe den Brief erhalten, in dem Sie mich beehrten, mir die Anzeige zu machen, dass Sie die Schule zu Tanger zur Aufnahme eines christlichen Kindes öffneten. Sie haben Recht in der Voraussetzung, dass die Bitte, die ich an den Direktor derselben richtete, die Idee zum Grunde habe, die Differenzen unter den Kulten nicht auf kommen zu lassen, Differenzen, die mit einer aufgeklärten Zivilisation unvereinbar sind. Um diesen Pfad zu verfolgen, ersuchte ich um die Aufnahme eines bei mir bediensteten jungen Arabers. Das Beispiel wird Nachahmung finden. Ich bin. von diesen Prinzipien so sehr durchdrungen, dass mich in diesem Momente die Gründung eines Spitals in Tanger beschäftigt, das alle Kranke ohne Unterschied der Kulte aufnehmen soll.“ Der Zustand der Mädchenschule in. Tanger, geleitet von einer einheimischen Lehrerin, ist weniger zufriedenstellend. Trotz der Unter- Stützung, die wir ihr zukommen Messen, kennteü wir die Gemeinde nicht bestimmen,' aus Europa eine Lehrerin kommen zu lassen, die einer bessern Leitung der Schule fähig ist; doch können unsere Glaubensbrüder nicht zögern, anzuerkennen, und wir hoffen dass dies bald geschieht, dass ihnen eine gute Mädchenschule ebenso Noth fhut, als eine gute Knabenschule. In Mogador ist eine Knabenschule im Entstehen. Die Gründung dieser Schule gesellt sich zu den übrigen Verbesserungen, die Herr Gay, Geschäftsführer des französischen Konsulats, in der Stadt ausführte. Der scbreckenerregende Zustand des jüd. Viertels betrübte ihn; er beschloss, denselben zu verbessern. Es war ein schwieriges Unternehmen, das viel Geld erforderte. Mit Hilfe der hervorragenderen Israeliten erhielt er eine beträchtliche Subskription der Gemeindemitgliederr Noch fehlten ihm 6000 Franks; dieserkalb wandte er sich an unsern Präsidenten, auf dessen Aufforderung einige wohlthätige Glaubensgenossen 7200 Franks zusam: menschossen. 6000 Franks wurden Herrn Gay übermittelt, 1200 der Kasse zur Gründung von Schulen zugewandt. Diese Sammlung wurde vortrefflich angewendet. ״Mit diesem Golde“, schrieb uns Herr Gay, ״wurde Ungeheures vollbracht, und nicht Unbeträchtliches bereitet sich vor, die Lage Ihrer Glaubensgenossen zu verbessern, deren traurige Verhältnisse wahrhaft bemitleidenswerth waren.“ * ״Ich strengte mich an, ihnen, so weit es möglich war, Luft, Licht und Wasser zu verschaffen, ׳deren sie gänzlich beraubt waren. Auch der Mellah, der noch vor kaum einem

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