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Ben Chananja · 1867-02-15 · 4 (15.2.1867) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
10 (1867)
Issue
4 (15.2.1867)
Date
1867-02-15
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Seminars gerichteten Eingaben der rabbinischen Centumviren und mehrerer nordungarischer Gemeinden der -Öffentlichkeit übergab, hat er ohne allen Zweifel nur seiner publizistischen Pflicht Genüge geleistet. Die Echtheit der mitgetheilten Aktenstücke konnte nicht in Abrede gestellt werden. Gleichwol erließ das Präsidium des k. Statthaltereirathes in Ofen ein Verbot, die Veröffentlichung fortzusetzen. In der Sache selbst lag wol schwerlich ein Grund zu dieser prohibitiven Maßregel. Aber die Handlanger der Orthodoxie, erschreckt von dem :Eindrücke, den die Publikation der schmachvollen Dokumente auf die öffentliche Meinung wachte, suchten Protektion, um die Fortsetzung der Publikation zu verhindern, und — fanden sie! . Der kön. Statthältereirath in Ofen hat sich seiner Zeit entschieden zu Gunsten. der Gründung eines Rabbiner-Seminars ausgesprochen. Wir wer- -den׳ Gelegenheit haben׳, die darauf bezügliche Re- Präsentation unfern Lesern vorzulegen. An die Stellendes so dringend nöthigen ,׳ von .allen gebildeten jüdischen Gemeinden sehnlichst Herbeigewünschten Institutes traten aber die siebenunddreißig Rabbinerschnlen, deren; Kreirung einer Proskription?der jüdisch-theologischen Missenschaft, ja alles Fortschrittes der Kultur unter den ungarischen Juden so ziemlich gleichkommt. Wer hat diese heillose, jeden gebildeten Juden indignirende Maßregel -empfohlen? Wem soll ihr Ursprung zugeschrieben werden? Wie kam man auf den Gedanken, Pflanzstätten der Ignoranz und der Unkultur .förmlich zu organisiren? ,.:-x Vorläufig sind wir noch nicht in der Lage, auf diese Fragen Bescheid zu geben. So viel ist gewitz t daß. hier X eine. Hand geheimnißvoll die Ketten schmiedete, in welche die jüdischen GemeindenxUngarn^s geschmiedet werden sollten. Die Koryfäeri?:der Reaktion ״trieb en ihr Werk im Knsterm, und sprachen: wer sieht uns und wer kennet uns (Jesaj. .29, 15)?" . Diese im Dunkeln schleichenden Gewalten sind׳ nun vorläufig nicht zu fürchten. Wir koustatixendiese erfreuliche Thatsache mit wahrer Befriedignng, indem wir zugleich unsere Freunde einladen, die Diskussion über einzelne Fragen zu eröffnen, zu welchem Behufe ״Ben Chananja", so oft es erforderlich erscheint., besondere Beilagen bringen wird. Eines müssen wir jedoch schon heute aussprechen: die neue Ordnung der Dinge winkt auf jedem Lebensgebiete zu neuer Thätigkeit! 's ״G o t t ändert Zeit und Stunde (Dan. 2) M)!" Er will, daß wir darauf merken, unser Mimen wach werden zu lassen, und die stärkende Morgenluft eines vielversprechenden Tages einathmend, hingehen an das wartende Werk und Handeln, oder doch eifriger uns rüsten zu angemessener, nothwendiger, heilbringender, Gottgefälliger Thätigkeit. Befleißen wir uns einer solchen Thätigkeit; sie wird kerne vergebliche sein. Verdoppeln wir unfern Eifer; er wird nicht unbelohnt bleiben. Lasset uns thun, was wir können; und es wird sich verwirklichen, was wir wünschen. Bewährt sich ja aufmunternd vor unseren Augen der Psalmspruch: ״Die mit Thräuen säen: Werden mit Jubel ernten. . Mag unter Weinen dahingehen, Wer den Samen zur Aussaat trägt: Gewiß wird er kommen mit Jubel, . Seine Garben tragend (Pf. 126, 5. 11).״ Szegedin, 15. Feber 1867. L ö w. Konkurs. ״ Bei der hiesigen isr. Kultusgemeinde kommen mit 1. Mei 1867 folgende Stellen zu besetzen: 1. Die Stelle eines zeitgemäßen Kantyrs, der שוחט ובורק uitb קורא sein muß, die שחיטה jedoch nur in erforderlichen Fällen auszuüben hat. dieser Stelle ist ein jährlicher firer Gehalt von 600 fl. v. W. und 120 fl. Quartiergeld verbunden. Probevortrag ist bedingt. 2. Die Stelle eines ausübenden שוחט ובודק mit dem Jahresgehalte von 250 fl., freiem Quartier und dem Erträgniß der "ganzen שחיטה. Reflektirende belieben bis April d. I. ihre portofreien Offerte cinzusenden. — . Reisespesen werden nur dem Aceeptirten vergütet- (3—1) Maros-Väsärhely (Siebenbürgen) den 30- Jänner 1867. Vom Vorstande isr. Kultusgemeinde in Maros-Väsärhely. Konkurs. %') ijMm 1. Mai l. I. ist eine erledigte Lehrerstelle an der H.-M.-Väsürhelyerisr. Elementar-Hauptschnle, mit einem siren Jahresgehalte von 450 fl. ö/׳W'.,°Hl besetzen. Reflektirende geprüfte Hauptschullehrer, der. deutschen, hebräischen und insbesonders der ungarischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, haben ihre diesbezüglichen Gesuche mit Onginal-Zeugnissen oder legalisirten Abschrift ten versehen, bis 15. März l. I. an den gefertigten Vorstand einzusenden. H.-M.-Väjärhely am 21. Jänner 1867. Herman L. Ujhely. ' Vorsteher. Beachtenswerter Antrag l (3-1) Ein autorisirter Rabbiner von gediegener Bildung, guter, gründlicher Talmudist, tüchtiger Ungar, der die Maturitätsprüfuag an einem nngarischen Gymnasium ablegte, und nebst rabbinischen Funktionen auch filosofische Studien Nachweisen kann, sucht einen Nabbinatsposten. Die Ansprüche sind, insoferne derselbe noch ledigen Ständes ist, so bescheiden, daß auch eine kleine Gemeinde denselben entsprechen kann, nnr wird auf dauernde Stellung sehr r e flektirt. Da derselbe auch geprüfter Pädagog ist, so dürfte er sich als Direktor der Schule vorzüglich eignen. Näheres in der Red. dieses Blattes. An trag. Eilt in einer der berühmtesten Gemeinden Ungarns angestellter, auf dem Gebiete der hebräischen und pädagogischen Literatur vortheilhaft bekannter Neligionslehrer, der nebst andern Empfehlungen auch im Besitze einer החרה הוראה sich befindet, wünscht seine gegenwärtige Stellung :mit der eines Rabbiners — wenn auch in einer kleinen aber ruhigen Gemeinde — zu vertauschen. ,/ Nähere Auskunft ertheilt die Nevaktion d. Bl.(2—3) Druck von Sigmund Burger in Szegedin 1867.

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