Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 4 (15.2.1867)
- Date
- 1867-02-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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141 Prager ist. Kcallkenhauses mit, täglich 58 Nkr. (bisher 46) vom 1. Juli 1866 angefangen, auf drei nacheinanderfolgende Jahre festzuseßen." — Wir können hier nicht umhin, die Verdienste des Herrn I. M. Dr. Wiener, Mit, glied der ist. Kultllsrepräfentanz hcrvorzuhebeu, nur dessen scharfsinnigen Eingaben, betreffs des ersten Punktes ist es zu verdanken, daß eine Theiluug jenes Vermögens stattfand, durch dessen Nutznießung unsere Knabenivaisenanstalt eines der ersten Wohlthätigkeitsinstitlrte wird. Nicht iniilder verdient die wackere Umsicht und energische Thätigkeit des Vorsitzenden der Kultusrepräsentanz, des Herrn Med. Dr. Ludwig Tedesco, unsere vollste und wärmste Anerkennung. Literatur. Herr I. Derenbonrg, der seit Kurzem auch die Forschungen des wiffenschastlich-talmudischen Vereiirs mit seine» trefflichen Beiträgen bereichert, hat dem schwierigen und dunkeln יפר (Esra 7, 9) eine Monografie gewidmet, in welcher er dieses Wort auf eine höchst ingeniöse Weise erläutert. Die im Journal Asiatique veröffentlichte Monografie ist auch in besonderem Abzüge erschienen. Folgendes ist in Kürze das Resultat. Das fragliche Wort unterlag einem Keri- Ketib. Letzteres lautete יפר, elfteres ׳נרם welches nichts anderes ist, als Nnruz, der persische Name eines Monats, der dem Nißan entspricht, und mit dem bei den Persern das Jahr begann. Znl Jeruschalmi lautet der Nanie גרוס (AL. Zara 1, 2), was nach älteren Grammatikern Nuruz gelesen werden muß. Demgcnläß enthält das vorliegende יפר die Buchstaben des Ketib, während Vokalisation und Accent dem verloren gegangenen, oder absichtlich unterdrückten Keri angehört. Das nach den bisherigen Erklärungen ganz überstüssige הוא gewinnt nunmehr Sinn und Bedentnug: ״Denn am ersten Tage des ersten Monates, das ist Nnruz, (fand statt) der Hinanfzug aus Babel." Alle Härten sind allerdings auch jetzt nichl beseitigt, da das Prädikat des Satzes ergänzt werden muß. Ferner bleibt noch die Frage zu erledigen, warum gerade hier der persische Name genannt wird, während dies sonst in den Büchern Ezra und Nchemia nicht der Fall ist. In demselben Verse ist auch der fünfte Monat erwähnt, ohne daß die persische Benennung hinzugefugt wäre. Noch eine andere, im Journal Asiatique mitgetheilte Entdeckung des Herrn Derenbonrg dürfte die Leser des ״B. CH." iuteressircu. Sie ist in einer Zugabe zu einem von Ganneau an Mohl gerichteten Sendschreiben niedergelegt, und betrifft das dunkle und vielbesprochene ״Z e w a r c s ch" in dem noch uugedruckten Kitab cl-Fihrist des Mohamed ben Jshak. Die- Aufklärungen Haug's benutzend, gelangt schon Ganneau zu dem Resultate, daß Hnzwaresch oder Zewaresch nicht, wie man früher glaubte, eilt Alfabet, sondern die f e - m i t i s ch c n E l c m e n t e i n d e r P ehlevisprache bezeichnet. Die persischen Priester lesen nach Art unseres Keri und Ketib die bezüglichen Worte persisch (Keri), und wenn sie dazu aufgefordert werden, auch nach dem buchstäblichen Wortlaute (Ketib). Von letzterer Lesung sagen sie: Das ist Hozuresch. Dieses Wort zerlegt nun Derenbonrg äußerst sinnreich in: 6666 הא □ורפי Syriaeum! daher kommt es, daß JLli Almokaffa, dem Mahomed b. Jshak folgt, Zowaresch ohne He schreibt; zu seiner Zeit lvußten die Priester das Prouonlen vom Nomen noch zu unterscheiden, was später nicht mehr der Fall war, daher sie plconastisch sagen; אינסח המרש, wörtlich: ״das ist : ick 68t syriaoum!״ Das talm. ורפי□ ist, wie D. meint, vielleicht ebenfalls ״Sewarsi" gelesen worden, wie ׳עורתא der Name einer Stadt in Samarien, Avarta gelesen wird. Was nun den letzter» Punkt betrifft, so gestatten wir uns die Bemerkung, daß nach dem uns im Talmud konstant scheinenden Schreibgcbranche das Waw dort, wo cs als Konsonant gelesen werden soll, doppelt geschrieben wird, wie רווק (Kidd. 4, 13). חווקין (B. Bathra 59, a); וורידי ן (Chul. 2, 1); וושט (das. 2, 4); וורדא (Sabb. 152, a). Biblische Worte, wie צואר und יון, werden jedoch nach ihrer alten Orthografie geschrieben. Wenn auch ופה und ושט vorkommt, so scheint dies von der Sorglosigkeit der Abschreiber herznrühren. In Len Targümim kommt Ein konsonantes Waw öfters vor als im Talmud, weil man nach erfolgter Einführung der Punktation und der Anwendung derselben auch bei den Targuinim das zweite Waw leicht entbehren konnte. Wenn daher die Leseart פורפי (nicht פוורסי) gesichert ist, was erst nach Vergleichung alter Handschriften der Fall sein dürfte, so hat die Anssprache Sewar'si wenig Chancen, sich zu behaupten. , . 142 Und da ein Orientalist, wie Hr. Derenbourg, das talmudische ורפי□ . zur Erklärung des Zurwesch im Pehlevi verwerthet hat, erlauben wir uns M s Vermuthung hinzuzufügen, daß mit der talmudische«! Beltennung eine gewisse Geringschätzung der syrischen Sprache ausgedrückt werden sollte. Man sagte nicht. סורי, sondern סורפי, um die Sprache als syrische, gleichzeitig aber altch als verstümmelte zu charakterisiren. Daß סרס auch vom sprachlichen Vortrage gebraucht wird, erhellt a«ts jer. Meg. 2, 2: סירוסים לא יצא• Die Erklärung Raschi's das. 18, b steht mit der altern Erklärung des Jerusch, nicht überein.') Die Syrer selbst nennen ihre Sprache ארמאית, und wo der Begriff der Geringschatzltng nicht mit dein Namen verbunden werden soll, sagt auch der Talmud לשון ארמי.*) Die Worte R. Samuel'S (Ber. N. 74) sind keine Ausnahme von dem ge«vöhulichen Sprachgebrauche; derselbe »vill ebennur sagen: diese syrische, sonst gering geschätzte., Sprache sei nicht «verthlos in deineu Augen. Sehr prägnant ist der Ausdruck iu de«n Munde N. Jehnda's I. und R. Josef's (B. Kama 83, a). In der biblischeu Zeit gälte«! die fremden Natiorre«« als unverständlich, barbarisch Redende 0לע, s. Meier's Wrzlwrtrb. 654). So theilten die Griechen die ganze Welt in Griechen und Barbaren; letztere nannten sie Aglossoi (Zungenlose). Der Czeche nennet den Deutschen nsiuec, N6«ue bedeutet stumm; ebenso verhält es sich mit den« ungarischen nöinet und nöma. ״Der Name, den die Gernianeu ihren Nachbarn, den Celten, gaben, Wall) im Althochdeutschen,, vealh im Angelsächsischen, das moderne Welsch, ist mit dem Sanskrit nllechsa zusammengestellt »vorden und soll eine »»«deutlich sprecherlde Person bezeichneÜ^ (Mar Müller, Vorl. S. 76. der Böttger'schen Uebers). Die Schriftgelehrten der talmndischeu Zeit konnteu dem imponirerldeu Griechen- und Römerthume gegenüber nicht auf dem sprachlich erklusiven Standpunkte der älter«« Zeiten verharren. Sie ließen den« Griechischen und Lateinischen Gerechtigkeit wiederfahren; e»fterem räumten sic »«eben dem Hebräischen gewisse Vorrechte eiu (Reg. 1, 8), was Müller unberücksichtigt ließ (Vorl. 106). Das Aramäische erschien ihuer« aber als ein verstümmeltes Hebräisch, das die Engel nich t verstehen, »u»d' dessen man sich beim Gebete bedielten soll (Sabb. 12, 6; Sota 33, a). Solchergestalt mag auch in dem הא □ודפי der persischen Priester, — dessen Richtigkeit vorausgesetzt , — der' Ausdruck jener Antipathie liegen, die dieselben überhaupt abhielt, das Zerusch zu lesen.׳ Hr. D . sagt hierüber: ״Nur der Respekt gegen die Schriften »vachte ängstlich über - die Erhaltung des Buchstabe««, während der Haß gegen die Rare das Wort in der Aussprache unterdrücken ließ. Es ist dies ein kleines Seitenstück zu dem Antagonisniuö zwischen dem indogermanischen und seinitischen Element, «velcher durch Jahrtausende den Boden Mesopotamiens und die angrenzenden Länder znm Schauplätze, n«1d im höchsten Alterthnmc Abrahau« und Nimrod, in den geschichtlicher!« Zeiten aber die Juden in ihren Kämpfen mit Babyloniern, Griechen und Römern und unter dem Islam die Einwohner von. Persien und aller Provinzen jenseits des Eltfrath's zu Schauspielern hatte, indem letztere als Kharidjiteu die materielle Gcivalt der Kalifen untergraben, und' als Filosofen die Autorität des Korans abschwächen." Literärische Anzeigen. COnn Nathan der Weife. Drainatischeü Gedicht in fünf Aufzügen von Lessing. Ins Hebräische übersetzt von SLinon Bacher. — Wie««, 1866. Druck und Verlag von-Jakob Schloßberg. (XIV. 207. S. 8°) ׳; Besprochen von Rabb. Dr. S 0 « ncs ch ein. Lessing und sein Nathan! — Ge«nahnt es dich ««icht, mein Leser, beim Klang dieser beiden Namen, als hörtest du Hellen Lerchenschlag an einem thaltfrischen, wonuigerl Maimorgen V Lessing und sei»« Nathan! — Mein Auge blickt auf einen «veiten, «Veiten Kainpfplatz. Hier vor mir eine Männerschaar, deren ganzes Weser« ') Wo kommen die von» Naschi das. angef. Worte: ׳ סרס אח המקרא ורורשהו UN Talmud vor? לשון ף wird schon in den jüngsten biblischen Stücken als Maskulin ,«um gebraucht (Ps. 120, 3; Klage! 4, 4; Job 27, 4); in« Talmud ׳ist es׳ immer Maskulin»»,»» (jer. Meg. 1, 9; Nabba zu Esther 1, 22; Sch. Tob Kap. 31). Vrgl. auch das oft vorkonilllende )/לשון הר-