Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 10 (1867)
- Issue
- 4 (15.2.1867)
- Date
- 1867-02-15
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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139 140 verspotten müssen; da jeder Knabe, der seine grammatischen und exegetischen Studien «licht unter einem ans den« Würzburger Senrinar hervorgegangenen Lehrer gemacht hat, wissen muß, daß אשר hier nur ein relativ pronomen ist (s. More N. 1, 63; Cusari 4, 3; M. Raba, Jbn Esra, Abraban u«ld Chiskuni z. St.). Freilich «vill Landau in heiliger Einfalt seine Ansicht voin Targum herleiten, das diese Worte ««nübersetzt gelassen. Derselbe wußte aber nicht, daß die chaldäische Uebersetzitng von די'—אשר sowohl relativisch.^wie genitivisch gebraucht wird. Bei der Zweidentnng des ר׳, mußte dies das Targum, mu eine irrige Blasphemie zu vermeiden — ebenso wie die Peschito — das אשר unübersctzt lassen?) So schlagend, «vie' diese, sind alle Ausstellungen des Kritikasters znrückzllwcisen, und von Bär auch zurüchgcwiesen worden, so daß der Wahr,׳ heitsfreund nicht im Stailde war, seine gerügten Verstöße durch eine Vertheidigung aufrecht zu halten. Sind nun aber auch die AngriffSwaffcn abgestumpft, so hat die verfolgnngssuchtige Orthodoxie doch noch andere Mittel, um den schutzlosen Lehrer zu verderben, und so kommt der hochlvurdige Anonymus abermals mit einer Entgegnung herangerückt, in der er sich aber als den wolbekannten anmaßenden Rabbiner kennzeichnet, der vor «venigen Jahren alle amerikanischen Scheidebriefe, kraft seiner anerkannten Große, für ungültig erklärt hat. Des Pudels Keri« in dieser Entgegnung ist nämlich, die beanstandete Berechtigung des Autors über gesetzliche Vorschriften zu schreiben, ohne dazu eine rabbinische Approbation eingeholt und ohne selbst eine Scmicha, Hatorath-horaah und dgl. antedilnviauische Arrogantentitel zu besitzen. Die Thora ist aber nicht im Hinunel und ist auch nicht ein patentirtes Fabrikat der Rabbinen. Die religiösen Observanzen sind vielmehr in Uebermaß und Ueberschnß in de««« von der Orthodoxie rezipirten Schulchan A. niedergelcgt; «ver nun — wie es Bär gethan — in einer kultuellen Schrift, aus dieser Allen zugänglichen Quelle schöpfte, darf «volivcislich die Aeberbürdungen und Znthaten der spätem Kasuisten ignoriren und am «ve- «ligsten hat er nöthig, un« rabbinische Approbationen zu buhlen. Vor Irrthümern aber schützen selbst die Approbationen der gefeiertesten Nabbinen nicht, .«vorüber die jüd. Literatur genügende Beispiele aufzilweifeu vermag. Hat nicht auch I. Landau den berüchtigten und verfälschten שמים ראש:: und haben nicht die derühmten Rabbiner von Prag und Nickolsbnrg die Schrift Os Le-Elohiin des Sabbatäers Chijun approbirt? Ist etwa die, vor« den sich selbst vergötternden Rabbincn, edirte orthodoxe Bibel frei von Fehlern , ltnb «vimmelt es nicht vielmehr in derselben von falschen Lese- und Tonzeichen, .««»richtigen A.btheilnnger« und dgl.? Wahrlich, unser Wahrheitsfreuud selbst «uürde Zetter schreien, «venu ein Thoraschreiber diese o. Bibel zun« Abschrei׳ bei« als Richtschnur nehmen «vürde, «vas er doch im Vertrauen ans die der auf dem Titel mit מדויק היטב gestempelten Bibel thnn dürfte, und diese 0. Bibel «vürde somit einen rveit größer» מכשול in dem Geist der Orthodorie vemrsachen, als vorliegendes Tiknn Sofrin«, an dem der Kritiker nur unbedeutende Omissionen in den Dinim anszusetzen fand, die es aber in der That nicht sind. Der Beweggrnnd dieser Verfolgung und literärischen Achterklärung ist so gemein und sündhaft, daß wir nur die Feder ergriffen habe,«, um der jüdischen Lesewelt einen Einblick in das alle Wissenschaft hemmende Getriebe der Orthodorie jenseits der Mainlinie zu geben. Herr Bär möge aber, nnbeirrt von der Vernnglimpfnttg jenes approbationösüchtigcn Gelichters, n««r fortfahren seine k««ltuellen Ansgaben mit dem bisherigen wissenschaftlichen Ernst und im Geist seines berühmten Vorgängers;!« ediren nnd der Beifall der Mit- und Nachwelt ist ihm sicher. Der Tempelblur in Prag. A Prag, 4. Feber. Der Tempel «vird doch überbaut! so hört mar« hellte allgemein sprechen, nachdem in der gestrigen Generalversamililnng der Beschluß gefaßt wurde, den Umbau schleunigst in Angriff zn nehmen. Der Vorsitzende Hr. S. K. Frankel eroffnete die Sitzung mit der Mittheilung, daß der von« Herrn Ballmeister Bielsky verfaßte Plan znm Umba«« des *) Es ist zu verlvnnderll, daß auch Birkolvitz hier nichr auf de«! Grund kam und in Lechen« V. die Frage: «varnm das Targum 'א nicht mit רי übersetzt, beantwortet, daß vielleicht אשר ebenfalls zn«n Schein gehören können, wie das Schin in שרי, das in אשר רי aufzulösen sei. Tempels, vom Komitü dem Herrn Prof. Niklas zur Begutachtung u««d Prüfung übergeben «vürde, daß dieser an dem Plane viele Verschönerungen und Verbesseruugen angebracht, daß tu das neue lichte Gotteshaus acht Stufen führen «verden, «vodurch es derartig situirt «vird, daß es von jedem Hochtvasser geschützt bleibt, daß es un« 350 Sitze mehr als das gegenrvärtige fassen «vird, nnd daß Prof. Niklas sich verbindlich gemacht, den ganzen Umbau für 50,000 fl. zn übernehmen. Die Kassavcrhältttisse, berichtet Hr. Frankl «veiter, gestatten die 'Vornahme des Umballes, der noch in dies.««« Monate Beginnen müsse wenn der Tempel zu ר׳ה הב׳על vollendet und dem Gebrauche übergeben werden soll, da 38,000 fl. gezeichnet nnd die zum Baue verfügbare Baarschaft circa 20,000 fl. betrage; dazu seien noch viele zugesagte Spellden zu c,warten und die Subskribenten »vürde» es gelviß nicht unterlassen die eingczeichucten Beiträge zu leisten. Nun entstanden Z«vcifel, ob der Bau für 50,000 fl. herstellbar sei, «vie er hergestellt «verden soll, auch auf die innere Einrichtung verlief sich die etivas erhitzte Debatte. Ganz richtig bemerkt Herr Leopold Pollak, daß »venn man ein Gotteshaus baut, die Gönner über Nacht kommen; aus seiner und Herrn Samuel Fischcl's Aeußerung konnte man auch entnehmen, daß der Geldpunkt kein Hindcrniß dem Baue abgeben »verdc, uild man einigte sich endlich durch die Annahme eines Antrages des Herrn Dr. jur. Robitschek, es «vürde demnach beschlossen, den Bau unverzüglich in Angn'ff zu nehnien nnd die Kosten desselben 60,000 fl. nicht übersteigen zu lassen. Die zweite hitzige Debatte wurde durch die Wahl der Komitälnitglieder für den Bau hervorgcrufen. Es machte sich, nnd nicht mit Unrecht, die Allsicht geltend, daß nran nur jene Mitglieder wähle, «velche in der Generalversammlung anwesend sind, «veil sie dadurch ihren Eifer für den Bau bethätigen, und «veil «um nicht besorgen müsse, daß die Gewählten nach einiger Zeit die Erklärung abgebeu, den« Koinitü nicht beitreten zu können oder zu «vollen, «vie dies von mehreren, a«n 4. Feber v. I. gewählten Komtömitgliedern geschehen. Endlich «vnrde beschlossen, jene Komitsmitglieder, welche im v. I. die Wahl angenommen, «viedcr zu wählen. Es sind die Herren: Karl Bondy, der nur theilweise refüsirt, Philipp Reach, welcher sich stets mit besonderem Eifer des TempelbancS annahm, M. S. Schtvab und Gustav Schitz. Zu diesen wurden noch die Herren Pinkaö Freund und Dr. Robitschek gelvählt. Außer diesen gehören zum Baukomitö noch die Vorstandsmitglieder des Tempels und dessen früher gelvählter Beirath. Der jüd. Landesfond in Prag. 8. 6K. Prag, Ende Jäner. In der a«n 27. d. M. adgehalteueu öffentlichen Sitzung der Kultusrepräsentanz »vnrde die höchst erfreuliche Mittheilung gemacht, daß Sr. k. k. Majestät, gemäß a. h. Entschließung vom 7. Dezember 1866 die Theilnng des ans den Neberschüssen des vorbestandenen Jndcnsteuergefälles in Böhmen gebildeten Vermögens zlvischen der Judenschaft der Hauptstadt Prag nnd jener des Landes Böhmen, nach Maß ihres beiderseitigen Anspruches auf dieses Vermögen allergnädigst zu betvilligen u««d genehmigen geruht, daß der hiernach der Prager Jndenschast zufallelidc Vermögensaiitheil zunächst zur Erweiterung des bestche««den Knabenwaisenhauses in Prag, und der etwa erübrigende Nest zu einer Armenstiftung für Israeliten in Prag verwelldet «verde. Ferner geruhten Sr. k. k. Majestät aitjitovtmcu, daß über die Ver«vendung des der Landesjudenschaft jufonunenben Antheils von den, fraglichen Vermögen zn einem für dieselbe gemeinnützig «virkerrden Z«vecke, vorerst der Antrag ihrer gesetzlichen Vertretung, sonach die a. h. Schlußfassung einzuholen sein werde. Nebrigens gestatten Sr. k. k. Majestät schon jetzt, daß die von der Landesjudeiischast angebotene Widmung eines Betrages von 5000 fl. in b% Starsschnldverschreibungen aus dem ihr zukommenden Antheile des bezeichueten Vermögens zn einem patriotischen Z«vecke angeuoinmen, uub dieser gewidmete Betrag zu einer Militärinvalidcnstiftuilg für Soldaten isr. Religion, «velche dem Lande Böhmen mit Einschluß der Stadt Prag augehören, verwendet «verde. Neben dem Modus des Rückerhaltes des Dritthcils (etivas mehr als hnnderttausend Gulden) dieses Vermögens «vnrde ferner erwähnt, daß hinsichtlich der Widmung desselben zur Erweiterung des isr. Knabentvaiscnhauseö der Hauptstadt Prag, der Errichtnug einer Arinenversorgnngsanstalt, die betreffenden Stiftsbriefentwürfe baldigst der hohen Statthalterei vorzulege«, sind. — Eine zweite Mittheilung, die nicht uiiuber erfreulich als die erste, lautet dahin: ״Die k. k. Statthalterei fittdek in« Eirlverständuisse mit dem Laudesausschuffe die Verpflegstare des